Geographie und Geschichte - wie fördern?

Hallo :)
Mein 11 jähriger Sohn interessiert sich enorm für Geographie und Geschichte. Das Problem ist jedoch, dass er ungern liest. Das merkt man an seiner Rechtschreibung, aber das wäre ein anderes Thema ...
Diese beiden Fächer (und Englisch) sind seine Lieblingsfächer in der Schule, er saugt alles auf wie ein Schwamm und es bleibt fest im Gedächtnis sitzen. Zuhause schaut er sich gerne passende Videos auf Youtube an.
Er kennt die Weltkarte auswendig, weiß alle Hauptstädte, wie groß die Länder sind, welches/r Meer/Gebirge/Berg wo liegt, weiß alles über Vulkane, Plattentektonik (sein derzeitiges Lieblingsthema), Klima, Weltraum und vieles mehr. Er weiß, wann wer wo geherrscht hat, derzeit informiert er sich über "Alexander der Große", weiß, wann wer geboren und gestorben ist, kann alles mit der exakten Jahreszahl benennen, wer was erfunden hat und so weiter. Da gibt es ja etliche Themen. Da er nicht gerne liest, fällt die Bücherei weg und bis jetzt hab ich ihm auch einfach sich selbst überlassen. Wie gesagt, informiert er sich ja über Youtube (bloß, dass man hier auch nicht immer auf die Wahrheit trifft) und fragt seine Lehrer aus. Ich frage mich jedoch, ob ich das irgendwie fördern sollte? Es wäre sehr schade, wenn all das Wissen irgendwann verloren geht, weil seine Eltern ihn nicht unterstützt haben. Wisst ihr, was ich meine? Ist vielleicht auch Unsinn, da es bis jetzt nicht den Anschein macht, als würde ihn das aufhalten ...
Ich selbst interessiere mich ja gar nicht für diese Themen und kenne mich somit auch nicht aus, höre ihm aber natürlich immer zu.
Gibt es vielleicht Filme oder Hörbücher, passend zu diesen Themen? Kennt sich da jemand aus?

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Hallo!
Da ist er ein bisschen wie meine Tochter. Ist unheimlich interessiert, würde aber auch freiwillig nichts lesen. Wir besuchen gerne Museen und im Urlaub historische Stätten. Außerdem lese ich ihr noch viel vor. Sie ist aber auch erst 8. In der Antike (da liegt zurzeit ihr besonderes Interesse) kenne ich mich dazu relativ gut aus und kann ihr viele Fragen unmittelbar beantworten. Wenn das mal nicht der Fall ist, googeln wir.
Liebe Grüße!

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Ihr könntet mal in der Mediathek gezielt nach einzelnen Folgen Terra X schauen.

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Hallo,
Wenn ihr eine gute Internetverbindung habt, eignen sich die Mediatheken der kleinen Fernsehanstalten (arte, 3sat, phönix, ardkleinspartensender, da gibt es so viel).
Ardmediathek ist riesengroß.


„Da er nicht gerne liest, fällt die Bücherei weg“
Frag mal genau in Bücherei nach, oft haben die auch Hörbücher oder Filme.

Vg

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Hörbücher und Videos in guten (von Menschen lektorierten und nicht von Algorithmen zusammengebastelten) Mediatheken suchen, wäre der erste Rat. Aber - auch wenn das nciht die Frage war: ich würde doch Bücher zur Verfügung stellen zu den Themen. Wen das Interesse so groß ist, wird er wohl dazu greifen. Und ich würde ihm dazu erklären, dass die besten Informationen immer noch in Büchern zu finden sind, weil die im Gegensatz zu Youtube Videos von Experten auf Herz und Nieren geprüft werden. Bis etwas in einem Buch stehen darf und veröffentlicht wird, muss es einfach von vielen Leuten überprüft werden. Bei Youtube kann jeder alles behaupten.
Leg ihm die Bücher mit dem Kommentar hin. Der weitere Bildungsweg wird ohne Lesen nicht funktionieren und ein starkes Interesse kann ihm helfen die Lese-Hürde zu überwinden. Wenn nciht damit, womit dann?

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Hey!

Ihr könntet Urlaube mit Museen verbinden, Erinnerungsstätten aufsuchen. Vielleicht gibt es in eurem Umfeld auch gute Angebote zu seinen Themen.
Zu manchen historischen Themen findest Du Material bei der Bundeszentrale für politische Bildung.
Es gibt gute Filmreihen bei YouTube, in den Mediatheken.
Ich würde gerade einem Lesemuffel Lektüren anbieten, weil er damit seine Lesekompetenz verbessern kann.
Ansonsten käme ich auch nicht auf die Idee, einen Marathon zu laufen, ohne vorher mal einen 400m Lauf zu trainieren. Auch beim Lesen brauchst du Übung und Kondition- und am besten klappt es noch mit Texten, die einen interessieren. Das Material der Bundeszentrale für politische Bildung ist gut verständlich.

Liebe Grüße
Schoko

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Es wäre aber auch schade wenn er sich weiterhin den immer noch größten Wissenschatz der nun mal in Büchern existiert nicht erschließen kann. Da man immer beides fördern sollte, die Stärken und die Schwächen, würde ich genau da ansetzen und ihm Bücher aus der Bücherei besorgen

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Da hast du wirklich recht 👍 danke für den Denkanstoß! Werden wir demnächst machen. Er selbst sagt, er möchte keine Bücher. Aber mal sehen, wenn die spannenden Bücher dann da sind 😊

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Hallo, ich möchte zu bedenken geben, dass eventuell (aufgrund deiner kurzen Schilderung) eine Legasthenie oder eine Lese-Rechtschreibschwäche vorliegen könnte.. Dies würde ich auf alle Fälle abklären lassen, denn wenn du diese dann professionell therapieren lässt, wird er im besten Fall auch Freude am Lesen entwickeln. LG

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Danke an alle für eure Antworten 😊 da war einiges dabei, das mir weiterhilft!

Danke Sunny für deine Antwort. Aber ich glaube eher nicht. Das wäre einem Lehrer aufgefallen und dafür schreibt er dann doch zu gut. Zum Beispiel setzt er kein Komma und verwechselt dass mit das. Ich glaube, würde er etwas mehr lesen, würde er diese Fehler nicht machen. Sinnerfassend lesen kann er. Er kann auch gut lesen. Er mag bloß einfach nicht 🤷🏼‍♀️
Aber vielleicht hatten wir ja tatsächlich einfach die falschen Bücher. Ich werde ihm ein paar historische Bücher und Sachbücher über Vulkane, Klima usw besorgen. Vielleicht reizt es ihm dann ja doch :)

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Sehe ich auch so- wenn er sinnerfassend lesen kann, würde ich mir keine Gedanken machen. Guck mal bei "was ist was".

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Hallo!

Bin ich eigentlich die einzige hier, die sich fragt, warum man da fördert, wo ohnehin ein fundiertes Wissen und ein großes Interesse besteht und nicht da, wo Defizite entstehen können.
Ich würde es meinem Kind nicht so leicht machen und lieber versuchen, ihn zum Lesen zu bringen, indem ich ihm Bücher aus seinem Interessengebiet besorge.

LG

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Es gibt Gott sei Dank noch das Motto: Stärke deine Stärken, schwäche deine Schwächen. Jeden in ein Mittelmaß zu pressen ist einfach nur falsch. Die schlausten Köpfe mit der größten Allgemeinbildung, die ich kenne, sind ausnahmslos Freilerner gewesen, da kann ich nie mithalten, weil ich nieee die Zeit gehabt hätte, Geschichte oder Geografie zu lernen, da hatte ich ja sowieso Einser. Da habe ich jahrelang Englisch gebüffelt, um das einzige Fach zu überstehen, dass nicht von selbst ging, mangels Anwendung ist vieles weg. Mathe ist noch viel ärger, das fiel mir leicht, trotzdem brauch ich kein Integral und sowas. Wieviele Stunden hätte ich was Sinnvolles lernen können? Aber das passiert halt in normalen Schulen leider.

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Es geht ja gar nicht darum, das Interesse auszubremsen. Aber man kann doch hier das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Das Kind liest nicht gerne und hat eine schlechte Rechtschreibung, die Mutter sieht einen Zusammenhang. Was liegt dann näher, als dem Kind das Lesen nahezubringen, indem man ihm Lesefutter aus dem Gebiet besorgt, für das er brennt? Und auch wenn die TE schreibt, dass das Kind gut und sinnerfassend lesen kann, heißt das noch lange nicht, dass er auch Informationen aus einem Text ziehen kann. Und DAS braucht man im Leben immer wieder. Spätestens im Studium gibt es die meisten Texte nicht mehr im Hörbuchformat.

LG

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Ich weiß, ich bin eine totale Spaßbremse....aber warum möchte man etwas fördern, was quasi ein Alleinläufer ist... anstatt das zu fordern/fördern, wo es noch hapert.

Also nein, mein Futter wären keine weiteren Hörbücher oder Filme, es wären echte Bücher....mit denen kann er sein bisheriges Wissen auch vertiefen, er weiß es nur noch nicht.

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Das stimmt schon. Du bist keine Spaßbremse. Deswegen finde ich Urbia so toll - ehrliche Meinungen!
Ich hab gar nicht soweit gedacht, dass ich eben mit genau diesen Themen vielleicht sein Interesse an Büchern wecken kann und so sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen gestärkt werden könnten.
Danke dir 😊

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Hallo,

fördern kann man die Gesellschaftswissenschaften hervorragend in Gesellschaftsspielen, dafür muss man dann sogar lesen. Ansonsten finde ich es wichtig, dass sich nicht nur Auskotzwissen angeeignet wird, sondern das Wissen verbunden werden kann. Hier sind Gespräche eine einfache Möglichkeit. Machen uns allen immer Spaß und erweitern den Horizont aller.
Wir reisen gerne mit dem Wohnmobil, gehen in Museen und die Natur, sehen gemeinsam verschiedene Nachrichten auf unterschiedlichen Sendern. Vergleichen und Diskutieren miteinander. Junior hat sich jetzt noch für den sozialwissenschaftlichen Zweig am Gymnasium entschieden und kann seine Leidenschaft austoben.

Liebe Grüße

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Gott sei Dank habe meine Kinder hier keine besonderen Neigungen - ich hab Sozialwissenschaften in der Schule immer gehasst und bis heute niemanden gefunden, der mein Interesser für Politik, Geschichte o.ä. wecken konnte. Wenn ich das jetzt mit meinen Kindern diskutieren müsste...

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#rofl

Ähnlich geht es mir auch.

Geschichte/Kunst/Literatur - gerne
Politik - ok, wenn es sein muss
Technik/Natur - geh mal zu Papa
Minecraft - diskutier das mit deiner Schwester aus

Ganz schlimm hat es unsere Nachbarn getroffen. Deren Achtjähriger interessiert sich seit Jahren fast ausschließlich für Dinosaurier. #schein (Damit möchte ich übrigens das Interesse an Dinosauriern keinesfalls herabwürdigen. Allerdings bin ich froh, dass ich mich bei meinerseits fehlendem Interesse nicht jahrelang damit befassen muss).