Wann und aus welchen Gründen Schulverweis?

Meine Frage steht ja bereits oben.

Kurz zum Hintergrund: Am Montag wurde mein Sohn im Beisein seiner Freunde von einem Mitschüler (Sohn 14, er 16) von hinten heftigst gegen einen Bauzaun geschubst (er hat sich ordentlich den Kopf gestoßen und ist danach auf den Boden gefallen) und wurde danach georfeigt. Danach hat er allen Jungs gedroht das er sie problemlos kalt machen kann. Der Junge hat laut Aussage einer der Jungs auch schon mal ein Messer in der Schule dabei gehabt. Am Dienstag hat er meinen Sohn in der Pause abermals georfeigt. Erst am Abend hat unser Sohn uns davon erzählt. Gestern haben wir ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung angezeigt. Aufgrund bereits vorhandener Einträge hat die Polizei überlegt eine Gefährdeansprache zu halten. Außerdem wurde meinem Sohn geraten sich in der Nähe der Lehrer aufzuhalten. Die Schule ist natürlich informiert, die Teilkonferenz findet aber erst nach den Ferien statt. Es wurde jetzt erstmal erreicht das der Junge bis zu den Ferien das Schulgelände nicht mehr betreten darf. Die Freunde meines Sohnes waren aus Angst nicht in der Schule, mein Sohn hat sich nach der ersten Stunde abholen lassen, da er Angst hatte alleine zu sein. Auch gestern hat die Oma ihn abgeholt, weil er nicht alleine gehen wollte. In der Schule ist der Junge wohl mehrfach auffällig gewesen, er ist erst seit dem Sommer in der Klasse.

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Nachtrag: Ist es tatsächlich so schwer den Jungen der Schule zu verweisen? Ich finde es erschreckend das der Junge nach den Ferien wieder ganz normal am Unterricht teilnehmen kann und sich frei bewegt (er sollte auch am Mittwoch in der Pause vor dem Lehrerzimmer sitzen bleiben, ist aber einfach raus zur Pause). Mein Sohn saß dann die Pause über mit einem Freund vor dem Sekretariat. Es kann doch nicht sein das er jetzt nicht mehr raus kann währen der Typ über den Schulhof schlendert.

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Er hat doch erstmal Hausverbot? Du kannst dich ja bei der Schulleitung melden und die Ängste deines Kindes schildern. Das wäre für uns eine wichtige Information. Was genau passieren wird, ist immer eine Einzelfallentscheidung. Das kann dir hier keiner sagen.

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Dein Kind sollte sich, wenn der Bub wieder da ist, an die Fersen der Aufsicht heften und immer neben dieser bleiben. Dann dürfte eigentlich nichts passieren.

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Da kann man lange spekulieren. Offenbar hat es ja für Hausverbot erstmal gereicht. Alles weitere hängt von der Vorgeschichte, Diganosen, Perspektiven, Schulrecht deines Bundeslandes usw. ab. Letztlich werdet ihr nichts dazu erfahren, was auch richtig ist. Datenschutz.

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Heftiger Vorfall.
Das Thema Ordnungsmaßnahmen hat sich in den letzten Jahren leider sehr pro Täter verändert. Bei uns in Hessen dürfte jetzt gar nichts mehr kommen, da mit dem Verweis für einige Tage bereits eine Ordnungsmaßnahme ausgesprochen wurde.

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Das merken wir auch gerade und ich bin schokiert.

Es war ja keine Rangelei, wo beide irgendwie beteiligt waren. Mein Sohn hatte bis dato auch keine Berührungspunkte mit dem Jungen. Ich verstehe das ehrlich nicht. In der Schule ist mehrfach etwas vorgefallen, er ist bereits mehrfach vorbestraft und so wirklich passiert nichts.

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Für NRW gilt, dass bei solchen Taten in der Regel vor dem Verweis erstmal die Androhung des Verweises stehen muss.
Nur wenn Gefahr unmittelbar in Verzug ist, ist der Verweis direkt möglich.

Kenne den Fall, dass eine bereits verwiesene Schülerin eine Lehrerin körperlich angegriffen hat, da wurde eine Suspendierung ausgesprochen!

Leider reicht die körperliche Gewalt (Ohrfeige) und die Androhung jemanden „kalt zu machen“ zumindest in NRW nicht für einen sofortigen Schulverweis aus.

VG

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Ok, wir sind aus NRW und deckt sich mit dem was ich gelesen habe. Die Klassenlehrerin hat angemerkt das ein zweiter Zeuge hilfreich wäre, der das Messer gesehen hat. Ich habe jetzt eine weitere Mutter angeschrieben deren Sohn nichts mit dem Vorfall zu tun hatte.

Ich bin echt überrascht das hier alles so pro Täter ist.

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Ich schreibe dir eine PN.

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Auf die Gefahr hin, nun der "Böse" zu sein, mein Kommentar zum Thema.
Es ist immer unschön, wenn Gewalt zwischen den Kindern ausbricht. Zudem in der heutigen Gesellschaft passt das natürlich ohnehin nicht Recht platziert und umso schlimmer, wenn es das eigene Kind betrifft.
Trotzdem ist der Fall nicht emotional sondern objektiv zu betrachten. Rein juristisch gesehen, hat der eine junge dem anderen eine Ohrfeige gegeben und auf den Boden geworfen. Kein Arzt, kein Krankenhaus usw war notwendig. Auch das Messer, welchen von einem anderen junge erwähnt wurde, ist Spekulation.
Eine Ordnungsmaßnahme wurde ja ausgesprochen und zwar eine, für heutiges Schulrecht, schon ziemlich ordentliche.
Nun Mal Hand aufs Herz: wenn zu meiner Schulzeit jeder, der einen anderen eine reinhaute und dann noch droht, von der Schule geflogen wäre, dann wären sehr wenige Absolventen rausgekommen - einschließlich mir.
Zudem ist bei einem Schulverweis auch zu berücksichtigen, dass ein, in dem Fall wohl noch geschaftsunfähiger junger Mensch ggf. nicht verhältnismäßig stigmatisiert wird (dieser Teil spiegelt nicht meine Meinung wieder sondern die Betrachtungsweise von Justitia).

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Sorry, aber mit 16 ist man kein kleines Kind mehr. Mein ältester Sohn ist ebenfalls 16 und ich wäre entsetzt wenn so etwas passieren würde. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wo bitte bist du aufgewachsen? Ich kenne das aus meiner Schulzeit nämlich nicht!!! Eher im Gegenteil, wer sich nicht benommen hat, hat richtig Ärger bekommen. Und auch ich habe noch niemanden geschlagen. Ich finde es mehr als befremdlich das es für dich anscheinend Normalität ist. Vielleicht wächst der Junge natürlich ähnlich auf.

Und noch mal: Es ist nichts vorgefallen, er hat meinem Sohn plötzlich ins Gesicht geschlagen. Er hat es übrigends auch teilnahmslos und gelangweilt zugegeben. Für mich ist das nicht normal.

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Gab's zu meiner Schulzeit auch nicht. Tätlichkeit bedeutete Ausschluss für ein paar Tage. Bei Wiederholung guten Tag, andere Schule suchen gehen (staatliches Gymnasium auf'm Land).

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Ist ne schwierige Kiste! In der Klasse meines Jüngsten (7. Klasse) ist auch so ein Kandidat. Er war mehrfach schon mit dem Messer unterwegs und hat bereits zwei mal einen Mitschüler leicht verletzt. Er rastet permanent aus.
Die Schule wollte das erst vertuschen, aber die Eltern haben das dann ans Licht gebracht. Dann wollte die Schule dem Opfer eine Mitschuld geben, aber es gab dann genug Zeugen für die Vorfälle, so dass die Schule keine Chance mehr hatte.
Der Junge wurde für 2 Wochen suspendiert und jetzt wird er jeden Morgen durchsucht von den Lehrern.
Ich habe meinem Sohn geraten, ihm komplett aus dem Weg zu gehen und ihn bloß nicht zu provozieren.
Aber da frage ich mich schon, was alles passieren muss für einen Schulverweis #gruebel

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Das kann doch echt nicht wahr sein. Trotzdem er jemanden mit dem Messer verletzt hat, darf er weiterhin zur Schule?

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Ja, ich versteh das auch nicht. Worauf wird da gewartet? Auch die verbalen Ausraster täglich sind eine Zumutung...

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Darum wird sich die Schulleitung, Polizei und Schulamt normalerweise kümmern. Wenn es schon eine Gefährderansprache und Hausverbot gibt, ist ja schon viel eingeleitet worden. Wahrscheinlich wird auch noch mehr im Gespräch sein und der Junge bereits draus lernen. Das dein Sohn verängstigt ist, ist ja dann leider verständlich und ich würde dann dem Wunsch, dass er abgeholt wird wenn der Junge wieder da wäre etc nachkommen.

Bearbeitet von Inaktiv
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Ohje sowas hab ich ja auch noch nie gehört.

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Ob es für einen Schulverweis reicht, kann ich nicht beurteilen. ABER: warum geht ihr nicht zivilrechtlich gegen das "Täter"Kind vor? Der Schutz des eigenen Kindes hat doch oberste Priorität.