Freiwillige Hausaufgaben und Zusatzaufgaben in der Klassenarbeit

Hallo!
Meine Tochter hat seit Beginn des Schuljahres (Klasse 3) eine neue Lehrerin, bei der es regelmäßig Hausaufgaben nach dem Schema "macht soviel ihr schafft", "Nr. 1 und 2 sind Pflicht, Nr. 3 und 4 sind freiwillig" oder "entweder die leichte Nr. 6 oder die schwere Nr. 7" gibt. Auch in den Klassenarbeiten gibt es Zusatzaufgaben, die nicht in die Bewertung einfließen.

Mal abgesehen davon, dass mehr Übung selten schadet, frage ich mich mit Blick auf meine eher nicht übereifrige Tochter, ob es einen blöden Eindruck hinterlässt, hier minimalistisch unterwegs zu sein.

Habt ihr da Erfahrung?

Liebe Grüße!

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Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss 🤷‍♀️

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Es könnte allerdings auch dazu führen, dass - ganz unbewusst- seitens der Lehrkraft der Eindruck entsteht, dass das "Pferd" eben nicht gut ist, sondern, um im Bild zu bleiben, nicht genug Kondition hat.

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Genau das ist auch meine Befürchtung. Oder nachher könnte es heißen, der Abeitseifer, die Anstrengumgsbereitschaft etc. lasse zu wünschen übrig.

Bearbeitet von Dian.Vihacona
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Es geht um innere Differenzierung und null darum, welchen "Eindruck" deine Tochter bei wem auch immer hinterlässt. Sie soll machen, was ihr entspricht. Dafür ist die Maßnahme normalerweise da. Lass sie mehr machen, falls sie die Übung wirklich braucht. Falls nicht - wieso mehr?

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Hallo!
Vielen Dank für deine Antwort! Ist es denn üblich, Achtjährige selbst entscheiden zu lassen, welche Differenzierung sie nötig haben?

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Wenn das entsprechend eingeführt und begleitet wird - ja, freilich.

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An der Grundschule unserer Kinder (mittlerweile sind 2 schon auf dem Gymnasium und nur noch eines dort) fährt man das Konzept des Wochenplans.

Die Kinder bekommen unendlich viele Hausaufgaben auf und haben zB eine oder zwei Wochen Zeit dazu. Einiges ist Pflicht, anderes nicht. Meine haben bisher immer locker alles (inklusive freiwillig) geschafft und gemacht.
Letztlich ja auch eine Frage, welche weiterführende Schule man möchte. Bei meiner Ältesten stand schon früh fest, dass sie aufs Gymnasium gehen möchte. Wer nur das Nötigste macht, der bekommt keine Empfehlung.

Auf den Blättern steht das auch so dämliche drauf. So nach dem Motto „nicht schlimm wenn du nicht alles schaffst). Ich hatte da zu Beginn meine Bedenken, aber die brauchte ich nie haben.

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"Wer nur das Nötigste macht, der bekommt keine Empfehlung."

Das finde ich heftig. Das ist aber dann doch sicher vorher deutlich kommuniziert worden, oder?

"So nach dem Motto „nicht schlimm wenn du nicht alles schaffst"

Diese Formulierung finde ich ja noch in Ordnung. Damit wird ja klar, dass das Ziel schon die Bearbeitung aller Aufgaben ist.

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Nein es ist vorher nicht kommuniziert worden. Heftig fand ich das auch nicht, eher logisch.

Mein Sohn hat irgendwann nicht mehr als Pflicht und Zusatz gemacht (man kann oder soll nach noch mehr fragen). Als er merkte, dass es ja Schwachsinn ist… Besser als 1 geht eben nicht, hat er das fragen gelassen.

Ich fand diesen Satz ätzend, weil impliziert „das Minimum reicht“. Und viele machen dann auch nur das Minimum.

Es klappt ja auch, dass die Kinder sich selbständig ohne große Anleitung die Aufgaben auf ein oder zwei Wochen aufteilen. Das empfinde ich als größere Herausforderung. Aber so bekommt man selbständige (& fleißige) Kinder. Oder eben nicht.

Bearbeitet von Mamoebe
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Ich würde nicht mehr abverlangen als sie muss. Wenn sie Lust hat, sich mal mit den anderen Aufgaben zu beschäftigen, schadet es sicher nicht.

Für mich klingt das so, das man hier versucht "Streber" rauszufiltern, welchen Einfluss das später auf eine Empfehlung für eine weiterführende Schule hat, kann man nicht vorhersagen, daher empfehle ich, hier mal Rücksprache mit anderen Eltern zu suchen.

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Was hat dies bitte mit Streber zutun?
Unser Sohn hat die zusätzlichen Aufgaben gebraucht und ich war da sehr dankbar.
Unsere Tochter nicht.
Beide sind aufs Gymnasium, er ihat eine Ausbildung gemacht und macht nun seinen Meister
Sie hat angefangen zu studieren
Nichts macht es mit den Kindern,es gibt welche die brauchen mehr Futter und sind nicht gleich Streber
Und es gibt welche die machen das Nötigste und sie sind nicht gleich faul

An die TE
Wir haben uns rausgehalten und unseren Kindern sicher nichts ungutes vermittelt….
Die Tochter kann genau dies im Studium gebrauchen das ganze Thema lernen und das wichtigste im Blick haben

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Ich kenne das von unseren Kinder (3) auch so.

Ich erinner mich daran, als ich das zum ersten Mal sah. Ich war erschrocken und befürchtete, dass das nichts wird.

Gesagt habe ich, dass natürlich Pflicht theoretisch reicht, aber es besser ist, wenn man mehr schafft. Da die Kinder super schnell mit Pflicht fertig waren (& ich fand, dass 10-15 Minuten Hausaufgaben was wenig sind), haben sie immer alles erledigt. Ohne Druck, erinnern, oder sonst was.

Ich habe aber auch keine faulen Kinder, daher kann ich da vielleicht nicht so mitreden.

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Hallo.
wir haben einen Zweitklässler und es ist von Anfang an so, dass Hausaufgaben gemacht werden können, aber es auch nicht schlimm ist, wenn sie nicht gemacht werden.
Wir bestehen darauf, dass sie gemacht werden, auf die Erledigung von „Zusatzaufgaben“ bestehen wir allerdings nicht. Dementsprechend werden Zusatzaufgaben nicht gemacht. Dafür wird mal musiziert, mal ein Hörspiel gehört oder auch mal gedaddelt.
welchen Eindruck das hinterlässt? Na den, dass einem Kind 1000 Sachen einfallen, die lustiger sind, als Extraaufgaben zu machen.
LG
Bibi

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Hallo!
Mein Sohn hatte in der Grundschule in der 1. u 2. Klasse einen Wochen-, 3. u 4. Klasse einen Monatsplan. Es gab Teile, welche gemacht werden mussten und Teile, die freiwillig waren.
Mein Sohn machte nur was er musste, dies aber von Anfang an völlig selbständig und gewissenhaft. Wenn ich wollte, dass er auch das Freiwillige machen sollte, kam die Antwort des damals 6jährigen:" Mama, wenn ich die Sachen machen MUSS, dann ist es ja nicht mehr freiwillig!"
Seit dem hab ich ihn einfach machen lassen - er war trotz Minimumaufwand in der Grundschule immer Einserschüler.
Lg minitouch

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Hallo!
Das finde ich ehrlich gesagt schwierig. Da würde ich definitiv nachfragen. Meine beiden sind auch Minimalisten und liefern aber im Ergebnis ab. Bei der Großen stand die Gymnasialempfehlung nicht in Frage, obwohl sie nie auch nur einen Handschlag zuviel getan hat. Die Kleine ist noch nicht so weit. Wenn ich als Lehrerin mal freiwillige Aufgaben anbiete, kommuniziere ich aber auch klar die Konsequenzen. Ich gebe zum Beispiel Anregungen, was noch zusätzlich zur Übung gemacht werden kann, wenn irgendwo noch Schwierigkeiten bestehen. Oder es gibt Zusatzaufgaben, mit denen die mündliche Note noch aufgebessert werden kann. Werden die Aufgaben dann aber nicht erledigt, wird die mündliche Note auch nicht schlechter. Anderenfalls wäre es eine Pflichtaufgabe.

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Hallo,

gibt es bei euch zetliche Vorgaben für Hausaufgaben? Bei uns ist das so. Die Hausaufgaben in der Grundschule sollten nicht mehr als 30 Minuten in Anspruch nehmen. Da aber die Kinder innerhalb einer Klasse unterschiedlich schnell arbeiten, gibt es hier auch die Vorgabe: Macht so viel, wie ihr schafft. Ein leistungsschwaches Kind wird daher nie alle Aufgaben schaffen, die als Hausaufgabe zur Verfügung gestellt werden. Es müssen ja auch die leistungsstarken Kinder berücksichtigt werden.

Je nach Lehrkraft haben auch nicht alle SchülerInnen die gleichen Hausaufgaben, Wochenpläne werden individuell erstellt, je nach Leistungsstand und Arbeitstempo des Kindes.

LG

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Hallo!
In der ersten Klasse gab es mal die Ansage, dass die Hausaufgaben in der Regel 30 Minuten konzentriertes Arbeiten nicht überschreiten sollten. Damals gab es aber auch pro Tag immer nur in Mathe oder in Deutsch Hausaufgaben. Jetzt bekommen sie täglich in beiden Fächern Hausaufgaben. Ob dieser Umstand Einfluss auf die Gesamtzeit hat, ist mir nicht bekannt. Im Mathe ist meine Tochter stets sehr flott. Da besteht das Problem allerdings auch nicht, da die Deutschlehrerin die freiwilligen Aufgaben ausgibt.
Und in Deutsch sind die Hausaufgaben von ganz unterschiedlichem Umfang. Ich greife mal ein Beispiel heraus. Den einen Tag besteht die Aufgabe darin, einen im Präsens niedergeschriebenen Text aus dem Buch schriftlich zunächst ins Präteritum und dann ins Perfekt zu transferieren. Das ist dann ein Haufen Schreibarbeit und dauert naturgemäß ziemlich lange. Den anderen Tag gibt es dann ein Arbeitsblatt mit einem Lückentext, in dem Substantive und Adjektive farblich verschieden markiert werden und die Verben in dem jeweils passenden Numerus und Tempus eingefügt werden sollen. Das ist dann eine Sache von 5 Minuten. Es müssen ja nur wenige Wörter geschrieben werden. Wenn ich jetzt mal 5 bis 10 Minuten Mathe dazu rechne, braucht sie je nach Art der Deutschaufgabe 15 Minuten gesamt oder bei viel Schreibarbeit auch mal 45 Minuten.
Wochenpläne werden hier nur in Sachunterricht gemacht. Daran wird aber nur in der Schule gearbeitet. Keine Ahnung, wie es da läuft.
Liebe Grüße!

Bearbeitet von Dian.Vihacona