Gesamtschule - (k)eine gute Schule für leistungsstarken sehr selbstbewussten Schüler?

Für uns steht die Wahl der weiterführenden Schule an. Nachdem wir inzwischen alle in Frage kommenden Schulen angeschaut haben, hat unserem Sohn die Gesamtschule noch immer am besten gefallen.

Er hat die uneingeschränkte Gymnasialempfehlung/Gesamtschulempfehlung.

Vorteile der Gesamtschule hier:

Gute Ausstattung

Ganztag und Betreuung bis 17:00 Uhr. Die Gymnasien hier betreuen alle nur bis höchstens 15:00 Uhr. Da arbeiten wir beide noch. Er ist durch die OGS Ganztag gewöhnt

Breites sportliches Angebot

Bedingt durch den Ganztag keine Hausaufgaben

Zwei Klassenlehrer und kleinere Klassen

Die qualitativ beste Mensa von allen Schulen hier


Nachteile:

Nur wenige zum Gymnasium empfohlene Schüler

Gilt als „Ghetto“. Ich weiß nicht, inwieweit der Ruf begründet ist


Unser Sohn ist ein sehr selbstbewusster Junge, gesprächig, stark auf andere Kinder bezogen, macht auch mal Quatsch. Er kann laut und auch ein bisschen vorlaut sein und hat in der Vergangenheit manchmal „Klassenkasper“ gespielt.

Würde ein Junge wie er an der Gesamtschule in falsche Gesellschaft geraten?

Bearbeitet von Goldie
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ein sehr leistungsstarkes Kind mit uneingeschränkter Empfehlung würde ich nicht auf eine Gesamtschule schicken es ist dort weit unterfordert . Das mit der längeren Betreuung finde ich kein Argument mehr bei einem 10 jährigen . Wegen dem Ghetto das wäre für mich das endgültige k.o. gegen eine Schule

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Sehe ich genauso.

Wir haben 3 Stadtgymnasien mit einem relativ guten Ruf, aber verschiedenen Schwerpunkten und ca. 5 IGS mit schlechtem Ruf. Ghetto trifft auf die meisten wohl auch zu.

Meinen Sohn mit Gymnasialempfehlung hätte ich nicht dahin gehen lassen wollen. Ich wäre bei einer KGS (Kollektive Gesamtschule) mit gymnasialen Zweig offener diesbezüglich gewesen, diese Schulform gibt es aber im näheren Umfeld nicht.

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Bei uns ist es umgekehrt - mein Sohn hat eine Realschulempfehlung, es gibt reine Realschulen und kooperative Gesamtschulen - keine von den Gesamtschulen hat eine gymn. Oberstufe, und die Schulen, die zumindest in der Unter- und Mittelstufe einen Gym-Zweig haben, befinden sich alle außerhalb der Kreisstadt, in deren Randgebiet wir leben. Die Busanbindung von außen nach innen ist natürlich um ein vielfaches besser als umgekehrt.
Eine IGS gibt es im ganzen Landkreis nicht, die (einzige) IGS im Nachbarlandkreis hat einen super Ruf und ist total überlaufen. Des Öfteren versuchen Kinder aus unserem Landkreis auf diese Schule zu kommen, und selbst bei Kindern aus dem betreffenden LK, ist die Chance einen Platz an der Schule zu bekommen, nicht besonders hoch. Der Ruf der staatlichen Realschule, insbesondere der für uns nächstgelegenen ist allerdings alles andere als gut, sodass das für uns keine Option war. Es gibt allerdings noch 2 private Realschulen - eine kirchliche mit nem ziemlich heftigen Auswahlprinzip (entscheiden nach Zeugnis und Auswahlgespräch, was eine halbe Aufnahmeprüfung ist, legen extremen Wert auf Kopfnoten) und eine "richtige" Privatschule. Beide Schulen haben einen sehr guten Ruf, da unser Sohn aber zum Einen nicht die besten Kopfnoten hatten und wir ihm die Aufnahmeprüfung ersparen wollten (unter Druck funktioniert unser Sohn am wenigsten, und bei einem solchen Gespräch hätte er vermutlich komplett blockiert), geht er auf die private Realschule, ist dort aber ziemlich glücklich (deutlich glücklicher als auf der Grundschule!) und bringt gute Leistungen. Ghetto trifft auf die am nächsten gelegene Realschule allerdings zu.

LG

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Kann sein, muss nicht. Glaskugel.

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Vielleicht hat jemand Erfahrungswerte.

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Aber einzelne Anekdoten haben doch mit deinem Kind nichts zu tun? Ich verstehe, dass man gerne drüber plaudert, aber als Entscheidungshilfe sind das doch völlig nutzlose Daten. Sprich mit Eltern, die ihr Kind an den betreffenden Schulen haben, sprich mit Lehrkräften, schau dir den Pausenhof in der Pause von außen mal an (SchülerInnenverhalten...)...

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Auch Gesamtschüler können können selbstbewusst, gesprächig und laut sein.
In schlechte Gesellschaft kann er auch auf dem Gymnasium kommen. Dort sind auch nicht ausschließlich Musterschüler unterwegs.

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Natürlich können auch Gesamtschüler selbstbewusst, gesprächig und laut sein.

Wir befürchten, dass unser Sohn durch seine Art eher in schlechte Gesellschaft gerät als ein ruhiger „Streber“.

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Das glaube ich nicht.
Seine Wesensart ist ja immer die gleiche - egal, ob an der Gesamtschule oder am Gymnasium.

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Er möchte vor allem wegen des besseren Sportangebotes an diese Schule. Ein wichtiger Punkt, doch könnte man es durch Vereine kompensieren.

Seine OGS hat ein gutes Sportangebot. Die Gymnasien hier leider nicht.

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Das negative Image erhalten Gesamtschulen meines Erachtens hauptsächlich dadurch, dass in der 5. Klasse verhältnismäßig wenig Kids mit Gymnasialempfehlung dorthin gehen. Die meisten gehen direkt zum Gymnasium. Allerdings bemerkt dann ein nicht ganz unerheblicher Teil der Kids, die auf dem Gymnasium sind, dass es einfach zu schwer ist. Sie wechseln nach der 5., 6. und 7. Klasse. Danach sind die Klassen der Gesamtschulen proppenvoll und das Verhältnis Hauptschüler - Realschüler - Gymnasiasten hat sich ins Gegenteil geneigt. Spätestens jetzt sind es nämlich deutlich mehr als nur 33% potentielle Gymnasiasten.

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Wenn dem tatsächlich so sein sollte, wäre das für mich ein Grund, ein leistungsstarkes Kind nicht dorthin zu schicken. Denn das heißt ja nichts anderes, als dass dort nur die schlechten Gymnasiasten sind.

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Schlechte Gymnasiasten sind aber immer noch „besser“ als Haupt-, Real- oder gar Sonderschüler, oder? ;)

Bei uns gibt es nach Klasse 5 nahezu keine Möglichkeit mehr auf die GS zu kommen, weil diese hier so begehrt ist, trotz dessen, dass wir nur 1/3 der Schüler aus Leistungsgruppe 1 haben, in manchen Klassen auch nicht einmal das. Jeder „schlechte“ Gymnasiast würde das Leistungsniveau heben - dennoch haben wir überdurchschnittlich gute Noten in den Abiturprüfungen (hier gibt es zur Auswertung interne Statistiken und wir schneiden in den meisten Prüfungen besser ab als die Gymnasien, obwohl wir, wie weiter unten geschrieben, eine Schülerschaft haben, die das gar nicht hergeben können sollte.)

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Also hier ist es so, dass die Plätze an der IGS immer ausgelost werden
1/3 HS
1/3 RS
1/3 Gym

Empfehlung

von daher ist das Leistungsgefälle in der IGS genauso wie in der Grundschule


hier bei uns hat die IGS 2 große Nachteile--- sie geht nur bis Klasse 10 und hat erst ab Klasse 9 Noten

sprich möchte das Kind später Abi machen, muss es die Shule wechseln und sich relativ schnell an den Notendruck gewöhnen, den andere seit Jahren kennen.


außerdem hat hier die IGS den Namen IG STRESS--- weil es viele Prügeleien gibt -- ich kenne einige Eltern die ihre Kids deshalb runtergenommen haben und aufs Gym gewechselt haben..

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Je 1/3 hieße aber in den meisten Gegenden, dass das Niveau niedriger als in der Grundschule ist - hier bekommen mehr als 1/3 eine Gymnasialempfehlung und dtl weniger als 1/3 eine Hauptschulempfehlung. Was auch völlig plausibel ist, wenn es eh nur noch Gymnasium und Gesamtschule gibt.

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Das heißt aber nicht mehr „Hauptschulempfehlung“ sondern es wird (auch nur noch teilweise) nach Leistungsgruppe einsortiert. Damit werden die Klassen überall möglichst passend zusammen gestellt.

Von über einem Drittel Gymnasialempfehlung kann ich an den Schulen an denen ich arbeite nur träumen. Wir haben Klassen komplett ohne Gymnasialempfehlung in der Grundschule.

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Vielleicht sollte man die Eltern fragen die ihre Kinder schon auf dieser Schule haben. Wenn eine Oberstufe besteht wie schaut es da aus. Machen dort viele noch ihr Abi oder ist das eher eine Minderheit.

ch weiß von LEuten die auf dem Gymnasium waren und mit 14 vor dem Jugendrichter standen.
Ich war auf einer Gesamtschule und ein Gymnasium war direkt daneben. Was ich mal öfters gehört hatte war das Lehrer am Gymnasium gesagt haben das wenn ihn einen Schüler nicht gepasst hat das dieser bei ihnen niemals das Abi schaffen würde. Hatte ich in meiner Schullaufbahn an der Gesamtschule und Berufskolleg nie so von einem Lehrer gehört. Da kann es schon mal passieren das man 9 Jahre lang in den Fächern die selben Lehrer hat.

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"Was ich mal öfters gehört hatte war das Lehrer am Gymnasium gesagt haben das wenn ihn einen Schüler nicht gepasst hat das dieser bei ihnen niemals das Abi schaffen würde."
Gymnasiallehrer sind leider mitunter keine guten Pädagogen. Meine Tochter hatte auch so einen Lehrer - der hat allerdings nicht zu einem einzelnen Schüler gesagt, er würde das Abi nicht schaffen, sondern der ganzen Klasse: "Ich seid so dumm, ihr werdet alle 2 Mal in der 8. Klasse hängen bleiben und müsst dann ohne Abschluss von der Schule gehen!"
Den Lehrer hab ich mir dann allerdings mal zur Brust genommen - seit dem ist er meiner Tochter gegenüber lammfromm, hat sich sogar bei ihr und ihrer Freundin entschuldigt (der Lehrer hatte die Klasse inzwischen abgegeben und nur noch andere Lehrer vertreten).
Meine Tochter wusste allerdings auch in der 5. Klasse schon, dass an ihrer Schule an jeder Ecke gedealt wird #schock.

LG

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Wieso kommt den keine Realschule für deinen Sohn in Betracht? Da finde ich mit Gymnasiumempfehlung auf eine Gesamtschule zu schicken irgendwie falsch, kann schnell passieren das er da unterfordert sein wird.

Meine Töchter sind auf eine Gesamtschule, die ältere ist auf einer anderen als die jüngere.
Es gibt solche und solche, kommt darauf an wie die aufgestellt sind.
Ghetto ist fast jede Schule, den Freundeskreis wirst du nicht komplett beeinflussen können.
Leider können unsere Kinder auf jeder Schule auf falschen Umhang treffen.

Was die Ogs betrifft, wirst dann wohl entweder auf Familie oder Freunde zurückgreifen müssen oder deinem Sohn zutrauen ein Schlüsselkind zu werden.
Es gibt Handys oder halt auch das Haustelefon, wo er bescheid geben kann das er zuhause angekommen ist

Lg

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Hallo die Frage ist schwierig und bestimmt sehr schul abhängig.
Meine Tochter besucht die 9 Klasse einer Gesamtschule wird dort in klasse 10 ihre Realschule beenden und möchte dann auf ein Berufliches Gymnasium.
Sie sehnt den Sommer herbei wo die ganzen Chaoten entweder ihren Abschluss machen oder eine ehren Runde drehen.
Die ersten Jahre waren gut durch ein Schulleitungswechsel sind manche Dinge bei uns nun sehr merkwürdig.
Aber ich sag mal seit klasse 8 ist teilweise das typische Hauptschul Chaoten Chaos ausgebrochen.
Meine Tochter hat sich entschieden im März nicht mit nach Berlin zu fahren weil es ihr mit diesen Leuten zu gefährlich ist.
Beeinflussen lassen hat Sie sich davon nicht aber die Lust auf Schule leidet sehr.
Teilweise können Fächer die ihr echt Spaß machen nicht so gut unterrichtet werden weil diese Leute den Unterricht extrem stören.
Das muss nicht überall so sein.
In allen Hauptfächern sind die Gruppen sowieso getrennt in G Niveau und M/E
Man merkt das bei den getrennten Stunden der Unterricht viel besser läuft.
Im Nachhinein hätte ich vielleicht eher eine andere Schule gewählt.

Lg