Schulwechsel - Mobbinggerüchte

Hallo zusammen,

unser 12jähriger Sohn möchte vom Gymnasium auf die Realschule wechseln. Nun war er heute zum Hospitieren an der Realschule und fand es gut. Allerdings berichtete er, dass die "zukünftige" Klassenlehrerin auf ihn zukam (noch vor dem Unterricht) und zu ihm sagte, dass sie wüsste, was er auf dem Gymnasium gemacht hätte. Hierzu eine kurze Info: vor Weihnachten wurde er am Gymnasium des Mobbings bezichtigt. Eigentlich verstand er sich früher mit dem Mädchen total gut, aber durch einen anderen Jungen gab es dann Probleme. Ich möchte das jetzt nicht zu sehr ausführen, sonst wird es zu lang... Das Mädchen ist dann nach Weihnachten auf die Realschule gewechselt, auf die unser Sohn nun auch will, sie wären dann sogar in derselben Klasse (wir wohnen eben im gleichen Ort). Nun frage ich mich, woher die Lehrerin das weiß? Ich nehme mal an, das Mädchen hat dies an der Schule erzählt. Die Lehrerin hat unserem Sohn dann sogar mehr oder weniger mit den Worten gedroht: "Du hast hier genau 1 Chance..." Unser Sohn möchte trotzdem wechseln, abgesehen von der "zukünftigen" Klassenlehrerin findet er die Klasse toll und auch die anderen Lehrer. Was soll ich nun tun? Ich habe da schon Bauchschmerzen. Würdet ihr auch das Gespräch mit dem Rektor der Realschule suchen? Ich finde das von der Lehrerin auch absolut nicht in Ordnung, denn sie ist ja von Vornherein total voreingenommen. Und irgendwie wurde der Ruf unseres Sohnes doch schon total geschädigt, oder? Dabei ist er wirklich ein lieber Junge und kommt eigentlich mit allen gut aus. Er hat mit niemanden Streit, er ist kein aggressiver Typ, sondern echt verständig und das sage ich jetzt nicht, weil ich seine Mutter bin... Habt ihr mir einen Rat? Danke!

Bearbeitet von anjali17
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Ich finde schon, dass du da einiges verharmlost. Es ist nicht an dir zu entscheiden ob mal ein blöder Spruch hier und ein Lacher da nun eine Lappalie war oder ob es das Mädchen tief verletzt hat in ihrer Seele! Nur weil du robust bist, müssen andere das noch lange nicht sein und leiden vielleicht sehr unter diesen Beschämungen.
Ich bin sprachlos, wie du das hier versuchst schönzureden…

Ehrlicherweise ist es eine Zumutung, dass ein Mobbingoofer schon flüchtet und der Täter ihr hinterher in die neue Klasse folgt. Ein Unding!

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Ich finde es auch ein Unding dass es ausgerechnet diese Klasse sein muss. Das arme Mädchen! Hoffentlich nimmt ihn die Schule nicht.

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Nein. Ein Unding ist, wie ihr hier verurteilt. Ihr kennt weder meinen Sohn noch dieses Mädchen. Mein Sohn, das Mädchen, ihre Mutter und ich hatten auch ein Gespräch miteinander. Bei diesem hatte das Mädchen auch zugegeben, dass mein Sohn nicht der Hauptschuldige war. Das Mädchen ist nicht vor meinem Sohn geflüchtet! Wäre es so gewesen und ihr seelischen Verletzungen durch meinen Sohn so schlimm gewesen, wieso haben dann die Eltern zugelassen, dass mein Sohn zum Geburtstag des Bruders dieses Mädchens eingeladen wurde, bei dem das Mädchen natürlich auch anwesend war.?Nein, das Mädchen hat die Schule gewechselt, weil sie sich mit allen anderen Mädchen zerstritten hatte und dann ausgegrenzt wurde.

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Ich find es eigentlich sehr gut, dass gleich eine klare Absage gemacht wird und kein Mobbing geduldet wird.

Klar ist es blöd mit einem schlechten Ruf zu starten aber ich würde es als Chance sehen, dass er sich rehabilitieren kann.

War der Mobbing Vorwurf eher ein Missverständnis? Hat ihn das Mädchen bewusst angeschwarzt? Man müsste mehr dazu wissen.

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Danke für Deine Antwort. Das Mädchen hatte zu dem Zeitpunkt irgendwie mit allen in der Klasse Streit, die Mädchen haben sie ausgegrenzt, da lief irgendetwas auch über Whatsapp (aber da war unser Sohn nicht involviert). Ich vermute, dass es das große Ganze war. Unser Sohn hat mal einen blöden Kommentar gelassen und mal gelacht. Aber viel mehr war es nicht. Wir hatten auch ein Gespräch mit der Mutter und dem Mädchen (wir kennen uns ja, wohnen im selben Ort und unser Sohn wurde sogar nach dem "Mobbingvorfall" zum Geburtstag des Bruders eingeladen)... Das Mädchen hat es auch zugegeben, dass unser Sohn weniger der "Hauptschuldige" war. Ich vermute, dass das Mädchen bei ihrem Schulwechsel ihre Gründe genannt hat und wohl auch die Namen. Finde ich nicht ok.

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Doch finde ich okay.

Das Mädchen hat wie scheint die Schule aufgrund dieser Vorfälle gewechselt, um sich zu schützen!
Das die Lehrer Partei für sie ergreifen finde ich sehr gut. Viel zu oft wird einfach weg geschaut!

Auch redest du das Verhalten deines Kindes schön, ein blöder Spruch, gelacht, halb so wild!? Für das Mädchen aber ganz bestimmt nicht! Er hat sich auf ihre Kosten lustig gemacht.

Das ist das Problem, Eltern von Tätern nehmen ihre Kinder bei allem in den Schutz. Mal gelacht, nur ein Scherz, er ist eigentlich ein lieber....

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Hey!

Schieß dich nicht auf das Mädchen ein.
Wenn bei uns Schüler wechseln wollen, informieren wir uns offiziell bei der abgebenden Schule über den Kandidaten. Aber niemals bei Schülern, die sich kennen.

Ich gehe davon aus, dass die Info diesen Weg genommen hat.

Liebe Grüße
Schoko

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Vielen Dank für deine Antwort.
Du denkst also, dass die Schule sich bei der anderen Schule Infos geholt hat und dass es gar nicht das Mädchen weiter erzählt hat?
Letztendlich ging es mir ja auch nicht darum, sondern dass die "zukünftige" Lehrerin meinen Sohn gleich darauf angesprochen hat und voreingenommen zu sein scheint und ihn irgendwie unter Druck gesetzt hat.

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Ja, davon gehe ich aus.
In meiner alten Stufe gab es eine Gruppe, die gerne gegen andere austeilte und das Klima vergiftete. Einmal kam ein anderer Junge zur Hospitation. Wir wurden gefragt, wie er sich so machte und bei wem er sich in der Pause aufhielt. Bei dieser Gruppe- der Junge wurde nicht genommen. Wir hatten auch Infos von der abgebenden Schule, dass der Junge nicht rund laufe.

Schulen sind bei diesem Thema Mobbing sehr sensibel.
Mobbing ist nicht so schlimm, weil 1 bis 2 Kinder aktiv austeilen, sondern weil es eine schwer abzugrenzende Gruppe gibt, die sich mit den Mobbern solidarisiert und aktiv wie passiv mitmacht. Wenn auch nicht federführend. Kinder, die mit dem Kind nichts zu tun haben wollen. Andere, die in WhatsApp-Gruppen mitmischen. Sprüche drücken, lachen. Dem Opfer. Dazu gehörte wohl auch dein Sohn- diese Gruppe macht es auch so schwer, die Situation zu durchblicken. So habt ihr nun das Feedback, dass euer Sohn in diesem Kontext aufgefallen ist. Vermutlich ist die aufnehmende Schule auf seine Stammschule zugegangen und hat sich erkundigt, ob euer Sohn mit dem Leid des Mädchens zu tun hatte. So schlimm kann deren Feedback nicht ausgefallen sein, wenn er genommen wurde. Ich würde übrigens auch nie eigenmächtig in dem Zusammenhang handeln und Schülern eine derartige Ansage verpassen. Wenn ich das getan habe, war es nach Rücksprache mit der Abteilungsleitung. Die werden vermutlich dennoch etwas nervös sein, wie sich euer Junge gegenüber dem Mädchen verhält und sehen vermutlich dessen Eltern auf der Matte stehen. Vielleicht standen die Eltern auch schon auf der Matte.
So ist diese Ansage vermutlich auch für die Schulleitung eine Rückversicherung, dass man ihm im schlimmsten Fall sagen kann: "Wir haben es dir von Anfang an gesagt..."

Bearbeitet von schokofrosch
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Tut mir leid, ich finde die Idee ziemlich bescheuert, das der Junge wirklich auf die Schule wechseln möchte/darf/soll. Wenn man natürlich gerne mit Anlauf in eine rotierende Kreissäge rennt, dann kann man auch den Schulwechsel dorthin befürworten. Aber ansonsten würde jeder normal denkende Mensch um diese Schule einen großen Bogen machen. Dabei ist völlig egal, was nun wirklich hinter den Vorkomnissen am Gymnasium steckt.

Sofern dein Sohn/ihr nicht wusste, das das Mädel jetzt dort an der Schule ist, dann weiß er es jetzt. Und somit ist diese Schule raus.
Wusstet ihr vorher, das sie dort ist, dann frage ich mich ernsthaft ob ihr so naiv seid, das das funktionieren könnte oder das ihr nie über die Folgen der Sachen im Gym nachgedacht habt. Egal wer da vor wem geschützt werden muß....diese Schule sollte schlichtweg Tabu sein, fertig.

Da braucht man auch keine Gespräche mit Rektoren oder sonst wem suchen. Das Thema wäre hier schlichtweg vom Tisch und mein Kind würde garantiert dort nicht hingehen.

Ich finde es übrigens völlig in Ordnung, das dein Sohn da noch mal einen frischen Hieb von der Seite bekommen hat und die Realschule da bei Thema Mobbing anscheinend nicht zimperlich ist. Das er da jetzt trotzdem noch hin will, das ist für mich allerdings ein absolutes Rätsel.

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Nein, ich würde gar nix machen. Wozu das Gespräch mit dem Rektor führen?
Das Mädchen hat aufgrund von Mobbing die Schule gewechselt. Dass das die Lehrer mitbekommen ist selbsterklärend. Sie sprechen ja auch untereinander.
Dein Sohn weiß, woran er ist und kann sich dementsprechend verhalten. Fällt er nicht mehr unangenehm auf, dann ist der Schulwechsel auch für ihn eine gute Chance.
Er hat ja immerhin die Möglichkeit, sich von seiner guten Seite zu zeigen und der Lehrerin zu beweisen, dass sein Ruf nicht gerechtfertigt ist.
Das Mädchen hatte an der vorherigen Schule wohl leider keinerlei Chance....:-(

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Da würde ich mir vor der Umschulung ein Gespräch mit der zukünftigen Lehrerin wünschen, um alles zu klären.

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Vielen Dank an alle für Eure Meinungen, obwohl ich schon sagen muss, dass manche sehr vernichtend urteilen. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Man muss da schon auch differenzieren.
Ich möchte abschließend nur noch sagen, dass das Mädchen unserem Sohn heute per Whatsapp geschrieben hat, dass sie mit ihm kein Problem hat. Es ging hauptsächlich um einen anderen Jungen. Ich denke sogar, dass die beiden sich wieder anfreunden können.

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Bei Mobbing gibt es nur schwarz und weiß. Mobbing ist für die Betroffenen - und um die geht es, nicht um die TäterInnen - null grau. Es ist Gewalt und damit inkzeptabel. Da gibt es nichts schönzureden.

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Ich bin echt erschrocken als ich deinen Text gelesen habe. Dein Sohn wurde des Mobbings bezichtigt und anscheinend hat er ja tatsächlich auch etwas gemacht (du schreibst ja selber, dass es zu Problemen gekommen ist), das Opfer - also das Mädchen - hat die Schule gewechselt und nur ein paar Monate später wechselt der Mobber auf die neue Schule des Mädchens, ausgerechnet sogar auch noch in ihre Klasse und das einzige woran du denkst ist "woher wissen sie an der neuen Schule von dem Mobbing"???

Ich kann dir sagen woher sie das wissen: in jeder Schule gibt es zu jedem Schüler eine Akte. Wenn die Schule gewechselt wird, geht die Akte "vorübergehend" zur Einsichtnahme an die neue Schule, da sie ja über den stand des Kindes, eventuellen Schwierigkeiten, Auffälligkeiten, Förderbedarf usw. informiert sein müssen. Nicht alle Eltern interessieren sich nämlich sehr für ihre Kinder und sind da auf dem Laufenden bzw. manche verdrängen negative Dinge ihres Kindes auch gerne mal. Ich würde deshalb mal davon ausgehen, dass die Lehrer an der neuen Schule aus der Schülerakte vom Mobbing wissen. Fraglich ist, ob sie auch wissen, dass das Opfer dann in der gleichen Klasse ist. Das müsste dann ja auch in der Akte gestanden haben.

Ich finde es ehrlich gesagt gut, dass deinem Sohn direkt klipp und klar gesagt wird, dass so ein Verhalten nicht geduldet wird. Und ganz ehrlich: wenn du direkt die Schuld bei dem Mädchen vermutest, dann vermute ich mal ganz stark, dass dein Sohn nicht wirklich weiß, dass er damals mit dem Mobbing etwas schlimmes gemacht hat

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Mein Fehler, dass ich das Wort Mobbing in meinem ursprünglichen Beitrag verwendet habe. Wie ich später geschrieben habe, war es eine Konfliktsituation. Unter Mobbing versteht man ein regelmäßiges und wiederholtes Schikanieren. Und das ist keinesfalls gewesen! Und wie ich schon geschrieben habe, hat das Mädchen meinem Sohn schon mitgeteilt, dass sie mit ihm kein Problem hat! Bitte lest doch nicht immer nur das, was ihr lesen wollt!

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Es gab offenbar ein Problem zwischen dem Mädchen und deinem Sohn. Wie man das genau bezeichnen will ist doch nebensächlich.
Fakt ist, dass das Opfer die Schule gewechselt hat weil es schlicht und ergreifend keine andere Möglichkeit mehr sah, von den Tätern zu denen dein Sohn gehört hat, Abstand zu gewinnen.
Ich finde es gut, dass die Lehrerin sofort Stellung bezieht und klar stellt dass sie kein weiteres unsoziales Verhalten deines Sohnes duldet.
Ihr solltet das als letzte Chance begreifen. Und aufhören das ekelhafte Verhalten eures Sohnes schönzureden und die Schuld beim Opfer zu suchen. Ihr als Eltern müsst euch eurer Verantwortung bewusst werden!