LRS und das bayerische Schulsystem

Liebes Forum,

meine Tochter ist in der 4. Klasse im bayerischen Schulsystem. Seit der 1. Klasse Kämpfe ich für meine Tochter, dass sie auf LRS bzw Legasthenie getestet wird. Nachdem wir jetzt die 4. Lehrerin haben die mich endlich ernst nimmt und das gleiche bestätigt wie ich es sehe, hat die Lehrerin es in die Wege geleitet, dass meine Tochter endlich von der Schulpsychologin getestet wird.

Und jetzt kommt es, gestern war das Gespräch mit der Lehrerin und der Schulpsychologin.

Als erstes hat die Schulpsychologin mir erklärt das es keine Lese- Rechtschreibschwäche mehr gibt, sondern -Störung heißt. Ok, By the way, es hört sich noch schlimmer an! Aber ok.

Aufheben Fall kam raus, dass meine Tochter keine Rechtschreibschwäche hat, denn laut den Tests, liegt sie 0,1% über dem Wert.
An sich meinte Sie, dass sie persönlich schon dafür wäre, dass man meiner Tochter das bescheinigt, für die Rechtschreibung aber das kann sie nicht, weil es eben darüber liegt.

Lediglich eine Lesestörung wird ihr bescheinigt.

Ich habe erstmal geheult, weil meine Tochter sich in Deutsch selbst so unter Druck setzt, dass ihr das Fach Deutsch gar kein Spaß mehr macht. Dabei geht sie so gerne in die Schule.

Aber der Kampf geht weiter.

Jetzt an die Eltern die das gleiche erlebt haben, was habt ihr dann gemacht?

Liebe Grüße

1

Hi,

wenn es deine Tochter so belastet, hätte ich längst einen Termin beim KJP gemacht, die testen das kompetent. Dann hättet ihr eine fundierte Diagnose und dort wäre auch mitgetestet worden, ob eine psychische Beeinträchtigung deiner Tochter durch die Störung vorliegt. Entsprechende Förderung und Therapien werden dort auch vorgeschlagen und ihr werdet weiter beraten.

Und ja, es gibt rechnerische Grenzwerte, ob eine LRS offiziell bescheinigt wird. Hier muss man ohne Bescheinigung Therapien selber zahlen und erhält keinen NTA. Aber zumindest kann man bei uns auch trotzdem an den Förderkursen in den Schulen teilnehmen.

Ich würde mich da entsprechend informieren, auch jetzt schon in der weiterführenden Schule, damit ihr wisst, wie es weitergehen kann.

Wendet euch doch erst mal an einen entsprechenden Arzt und seht dann weiter.

Bearbeitet von subkultur
2

Wir hatten so etwas Ähnliches in der 3. Klasse. Ich habe keine weiteren Tests veranlasst, da es hier von Seiten der Grundschule keine Unterstützung gab und mein Kind die Testerei eh komplett abgelehnt hat und boykottiert hat.
Falls es sich verschlechtert (aktuell ist es meiner Meinung nach nicht gut und könnte besser sein, aber jedenfalls nicht ganz schlecht) werde ich auf der weiterführenden Schule testen.
Es muss eh jedes Jahr neu getestet werden für Notenschutz oder irgendwelche Ausgleiche.
Bei Euch ist das Schuljahr ja auch gelaufen, da es bald Übertrittszeugnisse gibt.
Auf welche Schule wird dein Kind denn dann gehen? Ich würde dort schon mal Kontakt mit dem Beratungslehrer aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen. Für die GS bringen dir ja sämtliche Testungen nichts mehr.

Bearbeitet von chica97
3

Hallo,
was hindert dich daran, deine Tochter zur Lerntherapie zu geben damit es endlich besser wird? Was hilft dir ein Zettel, der bescheinigt, dass dein Kind LRS hat (oder wie auch immer das bei euch genannt wird)?

Mein Sohn ist mittlerweile 16 und in Klasse 10 (Hessen). Die 3. Klasse hat er wegen (zunächst unerkannten) LRS mal gar nicht bestanden und ist nur „vorgerückt“ in Klasse 4 aus emotional/sozialen Gründen mit dem Hinweis, er habe Anspruch auf den Förderbedarf Lernen (sein IQ wurde schon im Alter von 4 Jahren getestet…der lag bei 101).
Bei uns hat sich auch die Grundschule geweigert zu testen. Daraufhin haben wir das selbst in die Hand genommen. Nicht nur die Schule darf testen, auch Ärzte können das. Ärztliche Gutachten MUSS (!) die Schule anerkennen, auch wenn öfter mal etwas gegenteiliges behauptet wird. Natürlich wird dann in der Schule jährlich erneut getestet. Schließlich ist die regelmäßige Teilnahme an der Therapie und die vollständige und pünktliche Erledigung der Hausaufgaben die Voraussetzung für Nachteilsausgleiche und Notenschutz…dadurch sollte ja eine Besserung eintreten.

Das Ende vom Lied: Mein Sohn bekommt seit der 4. Klasse Notenschutz und Nachteilsausgleiche. Der Förderbedarf Lernen war vom Tisch. Die Noten wurden wie durch Zauberhand besser. Klar, der Notenschutz steht auf dem Zeugnis. Aber immerhin besteht er so und hat wieder Spaß an der Schule. Wir haben auch für die Prüfung die Nachteilsausgleiche beantragt und gewährt bekommen.
In der Grundschule haben wir unseren Sohn zu einer privat gezahlten Lerntherapie geschickt. Ab der weiterführenden Schule fand das immer in der Schule statt.

Bearbeitet von kati543
4

Vorne weg, ich habe meine Tochter damals nicht testen lassen.
Ich hätte es allerdings getan, wenn der Übertritt nicht so wie geplant geklappt hätte. Das war zum Glück dann nicht notwendig und der Test blieb ihr erspart.
Ich hätte sie allerdings auch immer außerhalb der Schule testen lassen.

Du merkst, Ich bin kein Fan vom NTA. Er ist sinnvoll, wenn die Kinder wirklich große Probleme haben, führt aber oft bei denen, die da gerade noch reinrutschen, dazu, dass sie sich darauf ausruhen und nicht mehr an ihrer Rechtschreibung arbeiten. Denn gerade bei diesen LRS Fällen kann man durch Üben so viel verbessern.

Naja, bei uns war nach dem Übertritt die Rechtschreibung gar kein so großes Thema mehr. Auf RS oder Gym wird da nicht mehr so viel Gewicht darauf gelegt und gelegentliche schlechte Noten konnten gut ausgeglichen werden.
In Englisch haben wir sehr auf Vokabeln geachtet und die wirklich akribisch geübt und gelernt. Das hat sich sehr gelohnt.
Insgesamt hat sich die Rechtschreibung meiner Tochter über all die Jahre sehr gebessert und ist heute absolut unauffällig, vielleicht sogar besser als bei vielen anderen, vorallem weil sie gewohnt ist darauf zu achten.
Lediglich Tippen konnte sie leider gar nicht (zumindest nicht schnell und fehlerfrei). Das konnte sie aber ausgleichen.

5

? Oje warum kämpfst du mit der Schule. Du musst die LRS beim Kinder- u. Jugendpsychiater testen lassen. Die Tests in der Schule reichen zwar um schulische Möglichkeiten zu öffnen, aber wenn das Kind eine lerntherapie haben soll brauchst du eine ärzliche Diagnostik. die kannst du einfach so machen...ohne wissen und willen der Schule.

6

Lass die Schule aussen vor und lass sie vom KJP testen.
Bestätigt sich dein Verdacht, dann bekommt ihr die entsprechende Bescheinigung, mit der ihr bei der Schule einen Nachteilsausgleich beantragen könnt.:-)

Bearbeitet von hausstaubmilbe