Eltern beschweren sich über schlechte Noten. Ist das normal?

Neulich traf ich einen alten Freund wieder, der inzwischen Lehrer an einem eigentlich ganz normalen Gymnasium im ländlichen Bayern ist, viele Landwirtskinder. Man denkt ja deren Eltern müssten bodenständig sein. Offenbar falsch.

Mir standen die Haare zu Berge, als er mir erzählte, wie sich einige der Eltern dort benehmen. Ich komme aus NRW und habe das noch nie gehört. Allerdings hatte ich mich vorher auch noch nie mit einem Lehrer darüber unterhalten.

Einige Eltern dort beschweren sich über jede vier und fünf, manche gar schon über eine drei.

Ist das eigentlich normal oder hat diese Schule eine besonders schlimme Elternschaft? Gibt es das in NRW auch?

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Das gibt es nur in Bayern und dort ausschließlich im Landkreis Fürstenfeldbruck. Sonst nirgends.

Ich weiß nicht was du hören möchtest. Das kenne selbst ich aus meiner Schulzeit und ich bin über 40.
Eltern welche zu Elternabenden mit abgedeckt Körben kamen um die Lehrerschaft mit Geschenken zu "bestechen", Uneinsichtkeit bzgl mangelnden Sozialverhalten ihrer Kinder oder schwacher, schulischer Leistungen...das ist ein alter Hut.

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#rofl
Mir fehlt eigentlich noch eine Betrachtung typisch männlicher und typisch weiblicher Eigenheiten, verschiedene Kulturkreise und weitere Berufsgruppen möglicher Eltern. Vielleicht fällt der TE ja auch noch was dazu ein...

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Mir ging es darum, dass ich es gerade bei Landwirtskinder nicht erwartet hätte (Erwartung: bodenständig, erben eh den Hof - Noten daher unwichtig, wenn sie studieren, dann Agrarökonomie und das hat keinen NC und so weiter). Man kann auch alles falsch verstehen…

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Solche Eltern gibt es und wird es immer geben.

Auch in der ehemaligen Grundschulklasse meiner Tochter gab es Eltern,die gegen schlechte Noten vorgegangen sind.

Ich bin ja eher der Meinung,ich Versuche mit dem Lehrer zu arbeiten und nicht gegen den Lehrer.

Auf jeden Fall kamen diese Kinder dann auf das Gymnasium. Bei den meisten gerechtfertigt,bei anderen nicht.

Inzwischen sind die Kinder dieser Streitlustigen Eltern,nicht mehr auf dem Gymnasium,da dieses sich scheinbar gar nicht auf dieses Drama eingelassen hat und die Kinder sieht,wie sie nun Mal sind. Einer der Väter hat sogar eine großzügige Spende daraufhin zurück gezogen. Das sagt ja schon alles.

Ich denke mir meinen Teil dazu. Finde es für die Kinder nur sehr traurig und für die Lehrer ist zusätzlich, belastende Arbeit.

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Das liegt sicher nicht am Bundesland, ob Landwirt oder nicht, das liegt an der Person (Eltern). Es kommt doch auch darauf an, warum sich beschwert wird. Wurden Punkte vergessen (auch ein Lehrer ist ein Mensch), dann ist die Reklamation doch vollkommen legitim. Hat das Kind eine 5, weil er es nicht konnte (aber die Mehrheit der Klasse konnte es) oder weil es nicht gelernt hatte, dann ist es nicht legitim.

Aber ganz ehrlich, wurden Punkte nicht gezählt oder was vergessen zu bepunkten, dann ist es meiner Meinung nach Aufgabe des Kindes beim Lehrer nachzufragen oder zu reklamieren. Klar, wenn mein Kind in dem Fach immer schlechte Noten nach Hause bringt, obwohl es gelernt hat und den Stoff eigentlich kann. Dann würde ich auch das Gespräch mit dem Lehrer suchen, aber nicht um eine bessere Note zu fordern, sondern den Grund herauszufinden, warum es trotz Lernen und eigentlichem verstehen es in den Arbeiten nicht klappt. Damit man daran arbeiten kann.

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Gab es immer schon. Gibt es überall.

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Vorurteile und so kennst du aber nicht, oder?

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Das ist normal. Etwa ein Elternteil pro Klasse ist nicht ganz bei Trost, zumindest ihrem Verhalten gegenüber Lehrkräften, Kind und Schule gegenüber nach zu urteilen. Die meisten sind aber echt okay.

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Die Statistik würde ich gerne mal sehen, wie weit ein Elternteil pro Klasse hinhaut 🤣

Schade, dass die DSGVO eine solche Auswertung niemals zulassen wird. Da könnte man evtl auch die bodenständigen Landwirte besser beurteilen 🤔

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Hallo,

ich kenne das vor allem aus der Grundschule. Wenn ich mich mit Eltern von Mitschülern meines Kleinen unterhalte, höre ich auch häufiger, dass es doch am Lehrer liegen muss, wenn das Kind "nur" eine 3 hat.

Ich habe den Eindruck, dass es Eltern oft schwerfällt, zu akzeptieren, dass das Kind einfach nicht mehr leisten kann. Es kann eben nicht jedes Kind nur 1en udn 2en haben, auch nicht in der Grundschule. Mein ganz persönlicher, nicht unbedingt repräsentativer, Eindruck ist auch, dass sich heute mehr Eltern beschweren als früher.

Beim Großen, er geht aufs Gymnasium, habe ich das so noch nicht mitbekommen. Hier besteht aber auch viel weniger Kontakt zu den anderen Eltern.

LG

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Ich teile den Eindruck, dass sich heutzutage Eltern häufiger über Noten beschweren als früher. Als ich zur Schule ging, galten LehrerInnen noch als Respektpersonen. Das hat sich durchaus geändert - und das ist gut so. Ich konnte im Studium fast immer erraten, wer kein "richtiger" MA-Student war, sondern "nur" auf Lehramt studierte: Die meist nicht ganz so Klugen oder Engagierten. Und ich habe schon wirklich viele überschaubar intelligente Lehrer kennengelernt, die ein völlig falsches Selbstverständnis entwickelt haben. Zuviel Macht, zu wenig Widerspruch. Von den 9 LehrerInnen meiner Tochter ist eine ständig krank, wird in einer relativ kurzen Phase wieder gesund (Ferien), um dann erneut zu erkranken. Eine Lehrerin schafft es nicht, die erzielten Punkte in den Klausuren korrekt zu addieren. Die Klassenlehrerin gibt fehlerhafte Zeugnisse heraus (fast 60% der aktuellen Halbjahreszeugnisse waren inkorrekt), die Mathelehrerin versteht den richtigen Lösungsweg eines Schülers nicht, weil er von ihrem abweicht. Warum sollte ich mich nicht beschweren, wenn die LehrerInnen ihren Job nicht richtig machen? 5. Klasse eines Gymnasiums. Noch nicht mal ein volles Schuljahr, und ich musste schon 3mal falsche Benotung und ein fehlerhaftes Zeugnis reklamieren. Jedesmal mit Recht und anschließender Korrektur. Ich wette, die entsprechenden LehrerInnen beschweren sich in ihrem Bekanntenkreis über die furchtbaren Eltern, die jede Note reklamieren...

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Schwarze Schafe gab es schon immer. Und natürlich machen auch LehrerInnen Fehler. Ich finde es aber sehr schwierig, dass LehrerInnen heute keine Respektspersonen mehr sind. Die Kinder spiegeln in der Schule ja nur die Denkweise ihrer Eltern. Beim Großen kann ich bei den Elternabenden oft nur den Kopf schütteln.

Ich nehme die LehrerInnen in unserer Grundschule als recht engagiert wahr, auf dem Gymnasium meines Großen ist das ein bisschen anders. Vielleicht liegt das auch am Alter der entsprechenden LehrerInnen. Das Kollegium in der Grundschule ist recht jung, die Schule relativ klein. Beim Großen ist das anders.

Die Kritik der Eltern verstehe ich trotzdem häufig nicht, denn da geht es ganz oft nicht um falsch zusammengezählte Punkte oder falsch geschriebene Zeugnisse. Es geht um die 3 im Lesetest, die in meinen Augen sogar großzügig gegeben wurde oder um angeblich "zu schwere" Sachaufgaben in Mathematik. Einmal auch, weil es bei einem Fehler "schon" die 2 gab - dabei war der Test wirklich leicht, alle Fragen konnten mit reinem Auswendiglernen beantwortet werden. Sobald eine Denkaufgabe dabei ist, beschweren Eltern sich, dass die Aufgabe genau in dieser Form nicht im Heft steht... Oder dass Kurzkontrollen nicht angesagt wurden, denn dann hätte man mit dem Sprössling natürlich noch das 1x1 gepaukt.

In der Grundschule wird so ein Terz vor allem deshalb gemacht, weil jeder sein Kind unbedingt auf dem Gymnasium sehen möchte. Da gehört aber nunmal nicht jedes Kind hin.

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Tja, früher hatte man die Schüler für ihre Leistungen verantwortlich gemacht, heute scheinen einige Schüler für nichts mehr verantwortlich zu sein und erwarten für ihre Mindestleistungen Bestnoten. Einige Schüler wissen nicht, wie es ist für die Schule zu arbeiten, aber manche Eltern haben ja Anwälte und so...

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Würde sagen das hat verschiedene Gründe
Ich glaube das viele Eltern noch ihre eigene Schulzeit in Erinnerung haben und wie sie da von Lehrern behandelt wurden.
Die Unterstützung die sie vor Jahren nicht von ihren Eltern bekommen haben geben sie jetzt ihren Kindern.

Der Erfolgsdruck ist für manche sehr hoch. Beginnt ja in der Grundschule wenn es um die Gymnasial-Empfehlung geht.

Ich kann es auch nachvollziehen das manche Eltern hinterfragen wie so manche Note zu Stande kommt. Würde das nicht als Beschwerde sehen.