Darf man eine Reha mit Kind abbrechen?

Hallo, ich bin momentan ziemlich verzweifelt. Ich bin derzeit mit meinem 4-jährigen Sohn zur Sprachreha. Er ist stark Entwicklungs- und Sprachverzögert. Anfangs hat er jegliche Therapien verweigert, mittlerweile geht er wenigstens mit rein. Das Hauptproblem ist jedoch hier sein Verhalten, ich erkenne meine. Sohn überhaupt nicht mehr wieder. Er schläft total schlecht, hat nur noch Wutanfälle, verweigert das Essen. An sich habe ich auch das Gefühl, dass er einfach noch zu klein für diese Reha ist. Er ist der jüngste hier und soll wie ein 7 jähriger Silben klatschen, sagen wieviel Silben er gezählt hat und diese dann in Kästchen ausmalen. Er versteht es überhaupt noch gar nicht. Ich habe das Gefühl diese Reha bringt ihn definitiv nicht weiter. Weiß jemand ob man eine Reha abbrechen darf ohne irgendwelche Kosten dafür tragen zu müssen? Ein Gespräch mit der Ärztin gab es letzte Woche schon mal, diese meinte wir schauen mal ewig es sich entwickelt.

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Also wenn das ganze eine stationäre Reha ist würde ich es nach Absprache mit der Krankenkasse abbrechen.
Dein Sohn fühlt sich dort absolut nicht wohl und man geht nicht auf seine Alter und Fähigkeiten ein.

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Wenn die Krankenkasse Kostenträger ist, kann man die Krankenkasse anrufen. Wenn die Rentenversicherung Kostenträger ist, sollte man dort anrufen. Allerdings sind die sehr streng.

Wichtig ist, dass die Reha nicht gegen ärztlichen Rat abgebrochen wird! Sonst kann es sehr schwer werden, überhaupt irgendwann wieder eine Reha zu bekommen.

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Ich weiß, dass Erwachsene nicht zahlen müssen, wenn sie eine Reha vorzeitig abbrechen. Bei Kindern ist das sicher nicht anders. Die Konsequenz kann allerdings sein, dass man so schnell keine weitere Reha bewilligt bekommt, weil es ja nicht funktioniert hat. Dann könnt ihr aber sicher Widerspruch einlegen und erklären, dass das Alter damals das Problem war und das Kind mittlerweile älter und reifer geworden ist.

Wenn du trotzdem unsicher bist, ruf doch bei der zuständigen Versicherung an und frag nach.

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Hast du denn mal mit dem Therapeuten besprochen, wie du es siehst, dass er die Aufgaben nicht versteht? Ist er 4 oder 7? Mit 7 würde ich schon sagen, dass man verstehen kann, was eine Silbe ist.
Mit 4... macht man doch auch oft solche Kidnerreime oder Kinderlieder, bei denen Silben irgendwie wichtig sind. "Es geht ein Bi-Ba-Butzemann", "Auf der Mauer, auf der Lauer, "In der Weihnachtsbäckerei" usw.

Kennt er Lieder oder Reime in der Art? Könnte man damit erst mal arbeiten, also mit den ihm bekannten Texten? Vielleicht könnte man das mit dem Therapeuten alleine mal besprechen?

Ansonsten würde ich den Therapeuten ansprechen, ob er meint, dass das noch Sinn hat oder wann es wieder Sinn haben könnte (Alter) oder ob es andere Therapieformen gäbe, die besser für deinen Sohn geeignet sind.

Wobei ich mich auch echt frage - wenn er keine Silben erkennen kann, kann er gut hören? Könnte das ein Faktor sein?

Vielleicht ist Klatschen auch das Flasche, vielleicht wäre Trommeln besser?
Solche Sachen würde ich mit dem Therapeuten mal besprechen. Nicht "ich erklären Ihnen jetzt, wie Sie die Therapie zu machen haben", sondern "mein Sohn hat Probleme mit A, B, C - wie könnte man die Therapie so anpassen, dass ihm das leichter fällt und mehr Spaß macht?"

Erste Frage wäre für mich folgende: Wenn man ihm eine Handtrommel gibt und mit ihm (gemeinsam) trommelt "EIN Apfel, EINE Birne!" (nur mal als Beispiel), und er merken würde, dass man im ersten Fall jeweils einmal, im zweiten jeweils zweimal trommelt. Und man dann sagt "einmal Trommeln ist eine Silbe" und dann fragt: Wie viel Mal Trommeln ist "eine Möwe", wie viel mal Trommeln ist "Schwimmbad" - würde er das nicht verstehen? Natürlich, wenn man es vorher intensiv genug geübt hat, nicht nur ein einziges Mal.

Bearbeitet von Toschkalee
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Er ist 4. und auch stark Entwicklungsverzögert. Hören kann er.

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Hallo,

ja, man darf eine Reha abbrechen. Jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass die Sprachtherapeuten oder andere Therapeuten ein Schema "f" durchziehen.
Wir sind dazu ausgebildet und dazu verpflichtet unsere Therapien "maßzuschneidern". Wir haben Teammeetings etc.. Was uns allerdings immer wieder ärgert, sind verschwiegende Diagnosen im Rehaantrag. Am Freitag haben wir eine Patientin zurück ins Akuthaus geschickt, da Diagnosen verschwiegen wurden. Der Patient von Donnerstag ist noch da, da starten wir einen Rehaversuch. Suche das Gespräch mit den Therapeuten, lasse dir den Befund und den Therapieinhalt/Therapieziel erklären. Spreche mit den behandelnden Ärzten und findet gemeinsam eine Lösung.

Viele Grüße

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Ich gebe ja auch nicht den Therapeuten die „Schuld“ sondern mein Kind signalisiert mir hier jeden Tag mit seinem Verhalten und seinen Wutanfälle. das er einfach noch nicht bereit dafür ist.

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Deswegen spreche ich trotzdem mit den Therapeuten.

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Ich würde auch nochmal mit dem Therapeuten reden und ganz klar sagen, dass dein Sohn damit überfordert ist. Du sagt, er ist 4 und stark entwicklungsverzögert, also wahrscheinlich eher auf dem Stand eines 2-2,5 jährigen. Mit dem würde man auch keine Silben klatschen….

Ich denke, es ist noch zu früh für deinen Sohn. Versuch lieber ambulante Therapie zu Hause zu bekommen (Heilpädagogik, Ergotherapie, um erstmal Grundlagen zu schaffen und die Sprachanbahnung auf einem eher handlungsorienterten Weg zu erlangen).und dann versuch es vielleicht nochmal in 2-3 Jahren mit einer Reha

Mit der Begründung, dass das Angebot noch nicht passt, ist ein Abbruch ok

Bearbeitet von nadberlin
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Hallo,
ich denke hier hat jemand nicht aufgepasst. Wie stark entwicklungsverzögert ist denn dein Kind nun wirklich?

Dein Sohn ist ja nun mit 4 Jahren wirklich unterstes Alter für so eine Reha. Das merkst du schon daran, dass er der allerjüngste ist. Die Rehaeinrichtungen nehmen Kinder im Alter von 4-18 Jahren. Naja, wie sollen da jüngere Kinder da sein? Optimaler wäre wohl eine Einzeltherapie beim Logopäden gewesen. Eine NPK wäre auch etwas für dein Kind gewesen - dort nimmt man auch bereits sehr kleine Kinder mit multiplen Behinderungen auf. Alternativ hättest du auch eine stationäre Intensivlogopädie versuchen können. Auch dort sind sehr junge Kinder mit Entwicklungsverzögerungen dabei.

Wenn dein Kind aber nun noch „stark entwicklungsverzögert“ ist und dadurch erst ein kognitives Entwicklungsalter von 2-3 Jahren hat, reicht das natürlich nie und nimmer. Das chronologische Alter ist nicht aussagekräftig bei entwicklungsverzögerten Kindern.

Besprich das mit dem behandelnden Therapeuten/Arzt und brich die Reha ab. Der Arzt soll aber gleich die Begründung von sich aus so formulieren, dass ihr in Zukunft keine Probleme bekommt, eine neue Reha zu starten.

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Das SPZ in dem wir waren, hat uns unbedingt so eine Sprachreha für ihn empfohlen. Mittlerweile bereue ich auch diese überhaupt beantragt zu haben… und nicht lieber noch gewartet zu haben, bis er ein bisschen älter ist. Er ist auf dem Stand eines 2,5 jährigen würde ich meinen. Was ist denn eine NPK?