Montessori Schule. Wer hat Erfahrung?

Hallo zusammen,
Meine Tochter soll laut Lehrerin von der Regelschule in der Montessori Schule. Allerdings hat meine Tochter Lernschwäsche somit ist sie auch sehr langsam,die anderen Kindern gegenüber. Da sie sehr oft Fehler macht, ist es so, dass sie gehänselt wird in der Klasse, behauptet die Lehrerin. Da sie sehr gerne zur Schule geht,damit sie den Spass am Lernen nicht verliert, empfiehlt uns die Schule in der Montessori Schule zu wechseln. Wer hat Erfahrung? Danke voraus

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Hallo,

eins vorweg: ich bin selbst Lehrerin mit Montessoridiplom und sehr überzeugt von der Grundhaltung, die in der Pädagogik steckt.

Aber trotzdem: Die Erklärung der Lehrerin klingt ehrlich gesagt irgendwie seltsam und sehr weit hergeholt... eigentlich ist es ihre Aufgabe, dein Kind da abzuholen, wo es steht, und passende Lernangebote zu machen. Genauso wie sie im Blick haben sollte, dass niemand aufgrund seiner Schulleistungen von anderen fertig gemacht wird... wirkt irgendwie komisch, dass sie da einen Schulwechsel empfiehlt.
Eine Montessori-Schule ist keine Förderschule und zudem zu 95% eine Privatschule, das heißt mit hohen monatlichen Kosten für euch verbunden....

Was ich sagen will: Montessori-Schulen können toll sein (es gibt leider auch schwarze Schafe), und ich erzähle dir gern alles, was du darüber wissen möchtest. aber hier würde ich erstmal tiefer ins Gespräch mit der aktuellen Schule gehen, z.b. auch mit der Schulleitung sprechen, wie dem Kind am besten geholfen werden kann.

Liebe Grüße!

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Unsere letzten beiden Kinder besuchten eine Montessori Grundschule. Anschließend eine Regelschule, danach 1Jahr Homeschooling und anschließend eine freie Schule ( ohne Klassen, ohne Zensuren, ohne Hausaufgaben, ohne Arbeiten usw)
Rückblickend brachte die Entscheidung für die Montessori Schule einen guten Grundstein für das eigenständige Lernen.
In der Regelschule war es eine Katastrophe.
Jetzt in der freien Schule läuft es super.
Ich denke die Montessori Schule gibt die Möglichkeit Lernstoff auf verschiedene Art und Weise zu erfassen.

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von einer normalen Schule auf die Montessori? hm... das freie Konzept könnte nicht wirklich fördernd für sie sein - im Gegenteil. Wie begründet er das? Jemand mit Lernschwäche in ein freies System ohne Bewertung zu schieben ist meiner Meinung nach für die Zukunft das falsche, denn sie erhält da keine fachgerechte Förderung. Montessori ist ja auf Eigenantrieb und selbständiges Lernen ausgerichtet. Jemand mit Förderbedarf ist da eigentlich falsch.

Wenn Sie eine Lernbehinderung hat, dann ist sie auf einer Förderschule besser aufgehoben, da hier besser ausgebildete Fachkräfte unterrichten und ihr helfen, die Defizite zu bearbeiten.

Bearbeitet von tr357
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Erstens Mal müsste man eine Montessorischule in erreichbarer Nähe haben. Du willst ja auch nicht stundenlang in die Schule fahren müssen.
Zweitens klingt es so, dass deine Tochter erstmal eine ausführliche Diagnostik nötig hätte.
Wenn man jetzt einfach die Schule wechselt und sie kommt dort auch nicht zurecht, wäre das sicher schwierig für sie.
Warum ist sie zu langsam ?
Hört und sieht sie gut ?
Hat sie Probleme mit der Feinmotorik, mit dem Verständnis ?
Malt und bastelt sie gern ? Kann sie gut Texte abschreiben ?
Kann sie sich konzentrieren ? Kann sie dem Unterricht folgen ?

Besprich es mit deinem Kinderarzt, was die Lehrerin gesagt hat.
Er sollte die entsprechenden Untersuchungen und Tests in die Wege leiten.
Wenn tatsächlich eine Lernschwäche ( wer hat das gesagt?) diagnostiziert werden würde, wäre sie auf einer normalen Montessorischule wohl nicht gut aufgehoben. Dann passt eher eine Förderschule, falls es das bei euch noch gibt.
Es ist dringend, hier eine passende Beschulung für sie zu finden, wenn sie jetzt schon unter der Schule leidet.

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Ich finde das schwierig und hätte erstmal ein Problem mit der Lehrerin, da ich ihre Art, mit "Schwierigkeiten" umzugehen, völlig daneben finde!

Ich habe mir damals vor der Einschulung meines Kindes eine Montessori angeschaut und habe mich schnell gegen die Schule entschieden. Was hinter dem Konzept steckt, finde ich grundsätzlich nicht schlecht, für mein Kind wäre es allerdings eine Katastrophe.
Ich habe mir aber damals gedacht, für Kinder, die vielleicht insgesamt etwas mehr Zeit brauchen, wäre die Schule nicht verkehrt. Diese Meinung habe ich mittlerweile allerdings auch geändert, nachdem ich mitbekommen habe, dass gerade diese Kinder völlig untergegangen sind. Ich kenne zwei solche Fälle. Für die Eltern war es schwierig einzuschätzen, wie ihre Kinder vorankommen und als sie es mitbekommen haben (inzwischen Abschlussjahr), ist es schlicht zu spät, um da noch etwas machen zu können.
Das eine Kind hätte in einer Regelschule mit Lernbegleitung bestimmt größere Erfolge erzielt und das andere Kind mit Nachhilfe.

Wenn dein Kind gerne in diese Schule geht und für sich keine Probleme sieht, würde ich die Lehrerin in die Pflicht nehmen um erstens dafür zu sorgen, dass deine Tochter NICHT gehänselt wird und zweitens, dass sie auf deine Tochter eingeht und ihr gezielte Übungen gibt, bzw. euch berät, wie ihr eure Tochter etwas fördern könnt.
Ich kenne es aus unseren Grundschulen hier so, dass die Kinder in den ersten 3 Monaten der ersten Klasse etwas genauer unter die Lupe genommen werden und dann, bei Bedarf, in Förderkurse kommen. Unsere GS hatte damals sehr viele unterschiedliche Förderkurse, von richtiger Stifthaltung üben, über Zahlenverständnis bekommen, bis etwas schneller schreiben lernen. Manchmal waren die Kinder nur für einen Monat in so einem Kurs, manchmal länger und mit der Zeit wurde noch gezielt auf LRS usw. geachtet.
Bei Bedarf wurde dann noch mit den Eltern besprochen, ob eine Lernbegleitung erforderlich wäre.

Ich finde es ehrlich gesagt unglaublich, dass eine Lehrerin eine erste Klasse nicht so weit in den Griff hat, dass die Kinder sich im Unterricht nicht gegenseitig hänseln!