Fahrdienst zur Förderschule *länger*

Hallo! Ich hoffe ich kann mein Problem hier verständlich schildern, und ihr könnt mir vielleicht helfen.

Also auf Grund seiner Entwicklungsverzögerung wird mein Sohn (6j.) auf einer Förderschule mit Schwerpunkt Lernen eingeschult. Nun ist diese Schule von unserem Wohnort etwas weiter entfernt und er muss mit öffentlichen Verkehrmitteln dahin fahren, was in dem alter natürlich unmöglich ist. Es gibt auch keinen Schulbus der dort hinfährt.

Natürlich könnte ich meinen Sohn jeden Morgen hinbringen und auch wieder abholen, was aber auch mit Kosten verbunden wäre da ich kein Auto besitze und mir so eine Monatskarte kaufen müsste (welche wohl in irgendeinerweise unterstützt werden würde).

Nun erwarten wir aber im Oktober Nachwuchs und ich stelle es mir sehr schwierig vor das unter einen Hut zubekommen zumal so kleine Würmchen sich ja nicht an Essenzeiten halten.

Nun sagte mir die Schulleiterin auch, das es unter Umständen möglich wäre, das mein Sohn von einem Taxi abgeholt wird. Ich müsse von seinem behandelnden Arzt eine Bestätigung bekommen in welcher steht aus welchen Gründen mein Sohn auf keinen Fall allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann. Ich bin zwar der Meinung das allein sein Alter schon Begründung genug ist aber es muss wohl mehr vorliegen.

Mein Sohn hat eine starke Konzentrationsschwäche so das er vermutlich auf halbem Weg vergessen würde warum er im Bus sitzt und sich dann die Gegend anschauen, und evtl. an der falschen Haltestelle austeigen, zumal er glaub ich auch noch umsteigen muss. Da bin ich allerdings nicht sicher weil die Busse morgens anders fahren.

Nun meine Frage: Was könnten das für Gründe sein, das mit die Bescheinigung augestellt wird?
Meint ihr seine Konzentrationsschwäche und die Tagsache das er mit seiner Entwicklung auf dem Stand eines ca 5 Jährigen ist reicht aus ?
Habt ihr ähnliches erlebt ?
An wen kann ich mich noch wenden evtl.?

Ich bin auf keinen Fall zu faul meinen Sohn morgens zur Schule zu bringen, aber die Busse sind Morgens so überfüllt das es eine Zumutung ist mit zu fahren, und das auch noch mit Kinderwagen.
Ich bin auch sicher wenn wir das halt jeden morgen machen merkt sich mein Sohn irgendwann den Weg und kann alleine fahren, aber ich möchte halt alle Möglichkeiten ausprobieren bevor wir uns den Stress antun. Ich wäre tägl. 3h damit beschäftigt Bus zu fahren, und ich finde das die Schulbehörde das eigentlich niemandem zumuten kann. Aber naja. Wir werden sehen.

Vielen Dank schonmal fürs lesen auch wenn ihr mir vielleicht nicht helfen könnt, is ja doch etwas lang geworden.

LG Nadine

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Hallo Nadine,

wende dich an das Schulamt. Ein Nachbarkind besuchte auch eine Förderschule und wurde von einem Sammeltaxi jeden Tag an der Haustür abgeholt und später wieder abgesetzt.
Die Kosten hierfür trägt das Schulamt. (Fahrkostenerstattung).
Wenn das bei uns auf dem Land in Hessen so ging, dann wird es in Dortmund bestimmt auch so etwas geben. Es gibt ja schließlich mehr Kinder, die eine Förderschule (oder auch dieselbe) besuchen und nicht alleine durch die Stadt fahren können. (Hätte ich meinen Kindern in der ersten Klasse auch nicht zugetraut.)

Attest: Das Kind kann aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen (Schulweglänge, Unzumutbarkeit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel etc.) weder zu Fuß noch mit öffentlichen Verkehrmitteln bewältigen. (gefahrlos) Das müsste langen.

LG und viel Erfolg
emma

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Hallo Nadine,

es überrascht mich, dass on Deinem Sohn bereits im ersten Schuljahr verlangt wird, dass er mit dem öffentlichen Bus zur Schule fährt. Bei uns werden auch die Kinder der umliegenden Dörfer mit dem Schulbus gebracht, aber das sind meist nur einige Stationen, außerdem passen die größeren Kinder auf die kleineren auf.

Meine größere Tochter geht auch zur Förderschule, Schwerpunkt Sprache, und wird jeden morgen mit einem Kleinbus abgeholt und mittags wieder gebracht. Wir wohnen in Niedersachsen, Großraum Hannover, und mit dem öffentlichen Bus müsste sie zweimal umsteigen, was Sechsjährigen wirklich nicht zuzumuten ist. Es gibt eine Förderschule für den gesamten Ostkreis Hannover und die Kinder werden alle mit Kleinbussen zur Schule gebracht. Rede nochmals mit der Rektorin und ansonsten wende Dich an das Schulamt. Erinnere die Herren vom Schulamt auch an die Schulpflicht, und dass die Behörde die Erfüllung der Schulpflicht gewährleisten muss. Wenn weiter nichts hilft, schreibe einen Brief an den Bundespäsidenten, in dem Du Deine Probleme mitteilst. Du glaubst gar nicht, was solch ein Brief bewirken kann.

Das Problem ist, dass Förderschulen keine Lobby haben. Wenn an Gymnasien Stunden gestrichen werden oder unzumutbare Zustände herrschen, ist gleich der Wissenschaftsstandort Deutschland in Gefahr. Förderschulen führen da ein Schattendasein, deshalb muss man als Eltern für viele Dinge lange kämpfen.

Aber um auf Deine Frage zurückzukommen: Ich denke mal, wenn der Arzt attestiert, dass Dein Sohn nicht in der Lage ist, sich die Aus- und Umsteigeorte zu merken, ist ausreichend dargelegt, dass es für Deinen Sohn unzumutbar ist. Vielleicht gibt es noch andere Kinder, die mit dem Taxi gebracht werden. Frag doch deren Eltern mal, wie sie es begründet haben.