Frustriert, Noten werden trotz lernen + Nachhilfe nicht besser

Ich hab hier schon ein paar mal gepostet. Mein Sohn 14 ist im Gymnasium, 8.Klasse. Er hatte schon in der 7.Klasse, die er allerdings noch geschafft hat, eine Realschulempfehlung in seinem Zeugnis stehen. Da er aber absolut nicht wechseln wollte und wir ihn nicht gegen seinen Willen dort hin verfrachten wollten und wir noch Hoffnung hatten, dass er vielleicht doch noch die Kurve kriegt, blieb er auf dem Gymnasium. Das Halbjahreszeugnis war dann aber eine einzige Katastrophe. Ich denke er ist überfordert und nun auch vollkommen de-motiviert. Jedoch wollte er immernochnicht wechseln. Seit Dezember geht er in Franz. und Mathenachhilfe (Schülerhilfe) und ich helfe so gut ich kann in Englisch etc. Er lernt auch in den Ferien, aber die Noten werden trotz aller Anstrengungen einfach nicht besser. Nochnicht einmal ein bissle. Das ist soooooooooooooooo frustrierend. Es wächst nun in ihm zumindest die Einsicht, dass er auf der Realschule wohl doch besser aufgehoben sein wird. Er wird sitzenbleiben und dann die 8.Klasse in der Realschule wiederholen. Ich hoffe nur, dass er dort dann gut Fuß fassen kann und es dann für ihn besser läuft, damit sich wieder schulische Erfolgserlebnisse einstellen.

Ich bin frustriert, dass man an deutschen Schule so wenig Hilfen für die schlechteren Schüler bekommt. Das ist zumindest mein Eindruck. Bei uns wechseln die Schüler fast massenweise vom Gymnasium zur Realschule. So empfinde ich es zumindest. In seiner Klasse bereits 2 und nach diesem Schuljahr, mindestens nochmal 3, mindestens! Außerdem wird ja bei uns (Rheinschiene - Grenze zu Frankreich) ab dem nächsten Schuljahr im Gymnasium mit der Fremdsprache Französisch begonnen, während in der Realschule weiterhin mit Englisch begonnen wird. Dann wird es für die kids, die wechseln müssen noch schwerer! So blöde, oder?!

Eine frustrierte Mutter

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Hallo,

lasst Euch alle mal drücken! Die 8. Klasse ist nun mal (jedenfalls war es bei uns so) eine "Aussortierklasse". (Ich erinnere mich an einen Lehrer, der jeden Tag mit den Worten hereinkam: "Was wollt Ihr hier? Das Abitur schafft Ihr (alle) sowieso nicht")

Nun ja: Ich glaube fest daran, dass es deinem Sohn auf der Realschule viel leichter fallen wird, da er bisher ganz andere Techniken zum Lernen hatte. Wenn es noch so ähnlich wie zu meiner Schulzeit ist, dann wird er auf der Realschule etwas mehr "an die Hand" genommen. Und das Lerntempo wird nicht so hoch sein. Nur fleissig sollte er trotzdem bleiben. (Jeden Tag Hausis, Vokablen). Er wird es schaffen (wenn sein Schulfrust ihn nicht überrennt.)

Mit der Nachhilfe würde ich erstmal weitermachen. Er muss ja Lücken schließen. Und ich finde es toll, dass er die Energie aufbringt, zusätzlichen Unterricht wahrzunehmen. Sag ihm das nochmal!

Einige der "Absteiger" wurden später zu "Aufsteigern". Einige meiner Jahrgangkollegen haben erst ein Jahr später als üblich das Abitur gemacht. Und mein Bruder hat erst einen Realschulabschluß gemacht, dann eine Lehre, dann das Abitur und schließlich an der Filmhochschule studiert. Abschluß mit Auszeichnung. Das hätte keiner während seiner Schulzeit (immer mittelmäßige bis schlechtere Noten) keiner gedacht. Er ist der einzige unserer Familie, der seinen eigenen Weg gegangen ist und jetzt das beruflich macht, was er sich immer wünschte. Auch Umwege führen zum (eigenen) Ziel. Und machen vielleicht glücklicher.

LG - auch an deinen Sohn
emma

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Dank dir, für deine tröstenden Worte. Ich weiß, dass aus einigen Absteigern später noch Aufsteiger werden können. Ich selbst kenne eine Psychologie-Professor, der in der 9.Klasse sitzengeblieben ist und später ein Super-Abi hingelegt hat und nun eine Super-Karriere. Und ich kenne noch mehr solche Beispiele. Das lässt hoffen! :-)

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Erstmal mein Mitgefühl für deinen Sohn, es ist sicher nicht leicht für ihn, da er ja unbedingt auf dem Gymnasium bleiben wollte.

"Ich bin frustriert, dass man an deutschen Schule so wenig Hilfen für die schlechteren Schüler bekommt. "

Ähm, du läßt deinen Sohn die schwerste Schullaufbahn machen, und wunderst dich, daß einem Schüler wie deinem Sohn nicht auf Brechen und Biegen geholfen wird, daß Gymnasium zu durchlaufen?!?!
Wie gesagt, es tut mir leid für deinen Sohn, aber offensichtlich hat er nun mal nicht die Fähigkeiten, Abitur zu machen (bzw. die 8.Klasse Gymnasium zu bestehen) - wie sollte da eine deutsche Schule deinem Sohn helfen können???

Deine Aussage klingt für mich so, als sollten die dümmsten Schüler das Gymnasium besuchen dürfen, und das jeweilige Gymnasium hätte die Pflicht, dafür zu sorgen, daß auch der dümmste Schüler durchs Gymnasium kommen könnte.

LG,
Juniorette

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Natürlich haben die jeweiligen Gymnasien nicht die Pflicht die dümmsten Schüler zum Abitur zu führen. Was für ein Blödsinn! Aber entschuldige bitte mal, wie du das Ganze ausdrückst, find ich auch heftig.

Mein Sohn kam ins Gymnasium weil sein Notendurchschnitt bei 2,0 lag und die Lehrerin meinte, er gehöre auf alle Fälle ins Gymnasium. Warum soll er dann bitte nicht dorthin? Natürlich soll den Schülern nicht auf Biegen und Brechen geholfen werden, aber geholfen werden sollte ihnen an den Schulen meiner Meinung nach eben schon. Deutschland ist dafür bekannt, dass die Schüler aus ausländischen Familien und aus der Unterschicht benachteiligt sind, jedenfalls viel mehr als in anderen europäischen Ländern, die uns umgeben. Wahrscheinlich weil wir nur Vormittags-Unterricht haben. An den Privatschulen an denen Ganztags-Unterricht stattfindet und an denen keine beamteten Lehrer unterrichten läuft es mit der Hilfe für schwächere Schüler jedenfalls offensichtlich besser. Nur muss man sich das eben auch leisten können. Und wenn man in diesem Lande schon aussondiert nach der 4.Klasse (Hauptsch.- Realsch.-Gymnasium) und es finden dann immernoch viele, viele Wechsel statt, dann sollte man vielleicht auch mal unser Schulsystem hinterfragen. ;-)


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hallo,

hm, was für eine unterstützung der schule hättest du dir denn gewünscht? es scheint ja so, als hätte dein sohn bereits intensive nachhilfe und würde sich zuhause auch bemühen zu lernen. noch mehr lernen verdirbt dabei doch gänzlich den spaß an der schule. man kann doch besser mit weniger stress einen guten realschulabschluss machen, als mit hängen und würgen durchs gymnasium "geprügelt" zu werden.

ich denke mal die entscheidung zum schulwechsel ist bestimmt richtig gewesen.

dir und deinem sohn alles gute!

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Mit Interesse hab ich Eure Beiträge gelesen und danke Euch dafür.
Mein Sohn ist bestimmt nicht hochbegabt, aber auch nicht dumm, jedoch tendiere ich inzwischen zu der Meinung, dass er tatsächlich überfordert ist am Gymnasium. Nur kann er sich das einfach nicht selber eingestehen. Solange er sich durchschlängelte wollte ich ihn nicht gegen seinen Willen vom Gymnasium nehmen. Aber inzwischen sind seine Noten wie schon erwähnt trotz Nachhilfe etc "unter aller Sau" und er wird sitzen bleiben und dann auf der Realschule die 8.Klasse wiederholen.

Gerade gestern kam er wieder mit einer 5-6 in Mathe heim und das obwohl die Mathenachhilfelehrerin sagt er macht gut mit und hatte nach ihren Erklärungen, die Aufgaben, die sie ihm gestellt hat lösen können. Fragt sich halt, was da momentan so komplett schief läuft.

In Französisch das Gleiche. Letzte Note 5-6 (ich könnt grad heulen) trotz Nachhilfe, obwohl der Nachhilfelehrer sagt er macht gut mit, ich ihn die Vokabeln regelmäßig abfrage........

Ich frage mich, was läuft da grade so komplett schief? Klar hat er Riesenlücken aufgebaut, ist inzwischen völlig demotiviert und frustiert. Gestern hat er nach der Mathearbeit für sich leider die fatale Schlussfolgerung gezogen, dass es ja eh alles nichts wird, da er sich jetzt (ich sage mal für seine Verhältnisse) anstrengt und tut und macht und es wird nur noch schlechter. Jetzt hat er gar keine Lust mehr und sagt, dann kann er ja genauso gut gar nicht machen, wenn es eh nichts bringt. Ich hoffe, dass ich ihn von dieser Schlussfolgerung abbringen kann. Ich mach mir inzwischen echt große Sorgen.

Am 7.Mai haben wir einen Termin bei einer Schulpsychologin, wo er sich überreden ließ mit mir hinzugehen, um nichts unversucht zu lassen. Er sagt, er bräucht nicht wirklich psycholgische Hilfe. Er steckt alles "an der Oberfläche" erstaunlich gut weg. Ich hab halt Angst, dass er jetzt in eine "Null-Bock-alles-ist-sinnlos" Haltung verfällt.

Er ist Klassensprecher all seits super beliebt, ein guter Sportler (Fußballverein, Halfpipe-bmx-Rad-fahrer) aber in der Schule klappt gar nichts mehr.

Ich tue mein Bestes um ihm zu helfen und hoffe dass alles wieder in die "richtigen Bahnen" kommt.

Gruß Suzan