Wie sollte ein Mensch sein?

    • (1) 05.07.11 - 08:41

      Hallo Ihr Lieben,

      vor ein paar Tagen habe ich mir aus der Uni-Bibliothek ein sehr umfangreiches Werk zum Thema Persönlichkeitsstörungen ausgeliehen. Darin sind, wie der Titel verrät, alle möglichen (?) Persönlichkeitsstörungen aufgeführt, beginnend mit den paranoiden und schizoide über dissoziale und emotional instabile bis hin zu histrionischen, narzisstischen, ängstlich-vermeidenden, dependenten, zwanghaften, passiv-aggressiven und affektiv-depressiven Störungen.

      Diese Vielzahl an möglichen Störungen wirft für mich die Frage auf: Wie sollte ein Mensch sein? Wann gilt ein Mensch als ,,gesund''? Wann ist ihm keine Persönlichkeitsstörung zuzuordnen?

      Ich bin gespannt auf Eure Beiträge.

      Herzlich
      mofi #klee

      • Hallo,

        gesund bist du, wenn du von allem ein bisschen hast.

        Krank bist du, wenn eine Störung überwiegt.

        Gruß Marion

        • (3) 05.07.11 - 11:11

          Das impliziert, dass es jemanden gibt, der eine Störung auch als Störung definiert - und somit als Abweichung der Norm.

          Beispiel: Ein überdurchschnittlicher begabter Mensch entspricht nicht der Norm. Nur wird er meist nicht als störend, als Störung empfunden.

          Ist also ein Mensch mit z.B. Tourette Syndrom krank, weil uns das stört? Wäre er gesund, wenn wir ein bisschen toleranter wären?

          • (4) 05.07.11 - 13:41

            "Beispiel: Ein überdurchschnittlicher begabter Mensch entspricht nicht der Norm. Nur wird er meist nicht als störend, als Störung empfunden. "

            Nur wird er meist doch als Störung empfunden. Überdurchschnittlich begabte Menschen haben meist auch ein überdurchschnittliches Defizit vorzuweisen. (Lässt sich übrigens mit Ritalin und Co. ausgleichen: das Defizit wird auf Kosten der Begabung wegtherapiert)

            Ein Mensch mit Tourette Syndrom ist nicht krank, weil uns das stört, sondern weil ein Mensch mit Tourette Syndrom Probleme hat, die IHN so sehr stören, dass er zum Arzt geht und sich einen Diagnose stellen lässt.

                • >Sie haben beispielsweise motorische Defizite und/oder Probleme im emotionalen und/oder sozialen Bereich. <

                  Bedeutet frei übersetzt: hochintelligente Menschen sind unsportlich, emotional verkrüppelt und zu sozialen Bindungen nicht fähig.

                  Ossis sind übrigens weinerliche Jammerlappen.

                  Es lebe das Klischee!

                  • Bisschen angepisst heute? #augen

                    richtig übersetzt bedeutet das:

                    Wer "zu früh" zum Bücherwurm mutiert, hat kaum eine Chance auf Bäume zu klettern. Wer kein Umfeld hat, das ihn versteht, hat kaum eine Chance dauerhafte soziale Kontakte zu knüpfen.

            (9) 05.07.11 - 17:17

            "Ein Mensch mit Tourette Syndrom ist nicht krank, weil uns das stört, sondern weil ein Mensch mit Tourette Syndrom Probleme hat, die IHN so sehr stören, dass er zum Arzt geht und sich einen Diagnose stellen lässt. "

            Machst Du es daran fest, ob es den Betroffenen stört oder dessen Umfeld?

            • (10) 06.07.11 - 07:57

              Im Grunde ist es doch so:

              Wenn ein Betroffener als Erwachsener zum Arzt geht...
              Wenn ein Betroffener als Kind vom "Umfeld" zum Arzt geschleppt wird...

              Am Ende ist es immer der Arzt, der eine Diagnose stellt.

              Also mache ich es am Arzt fest.

    Ich würde sagen, gesund ist, wer trotz kleiner "Macken" mit sich, seinem Alltag und seiner Umwelt klarkommt. Krank ist, wer nicht mehr klarkommt und daher Hilfe braucht.

    Gibt ja nicht nur krank und gesund. Gibt auch sozial kompetent oder nicht. jemand kann durchaus sein Leben auf die Reihe bringen ansonsten aber komplett sozial inkompetent sein.

    Ich denke es spielt auch eine Rolle, inwieweit man selbst bzw. die Umwelt unter den Störungen leidet und ob einem die Störung trotzdem noch ermöglicht sein Leben selbst bewältigen zu können!
    lg luise

    Wie hier schon sehr treffend beschrieben wurde, ist "gesund" (selbst Du schreibst es in " " *schmunzelt*) eine gesunde Mischung aus allem, und "krankhaft" ein im Übermaß auftretendes einzelnes Symptom....quasi ein Ungleichgewicht.

    Ein Mensch gänzlich ohne Störungen/Eigenarten/Macken (wie immer es auch betitelt werden mag) gibt es meines Erachtens nach nicht.

    Die Ausprägung allein entscheidet letztendlich, ob wirklich eine Störung vorliegt, die vom medizinischen Standpunkt aus auch als solche erachtet wird.

    Wie bei einigen anderen Dingen, liegt auch hier vieles im Auge des Betrachters.

    Das gleiche Krankheitsbild aus verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte aus gesehen, wird verschiedene Auslegungen zur Folge haben.

    Oder in kleinerem Maßstab: Selbst verschiedenen Ärzte werden u.U. unanhängig voneinander völlig verschiedene Diagnosen stellen, gerade wenn es um psychische Erkrankungen geht.

    So what?

    <<<Wie sollte ein Mensch sein?>>>

    Gibt es darauf wirklich eine Antwort? :-)

Top Diskussionen anzeigen