Wird Deutschland doch langsam als Schurkenstaat entlarft ?

    • (1) 07.07.11 - 07:20

      UNO "tief besorgt" über deutsche Sozialpolitik

      Laut dem neuen Staatenbericht der Vereinten Nationen würden in Deutschland Migranten diskriminiert, ein Armutsbekämpfungsprogramm fehle gänzlich. Das Arbeitsministerium weist die Kritik zurück.

      Quelle: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/675523/UNO-tief-besorgt-ueber-deutsche-Sozialpolitik?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do

      Wundert mich das darüber hier noch garnix steht.

      Aber ich finde es gut, dass jetzt wenigstens auch mal Außenstehende bemerken, was Betroffene in Deutschland seit Jahren tagtäglich predigen.

      • Hartz 4 ist für mich ein Armutsbekämpfungsprogramm für arbeitsunwillige junge Leute. Wer noch nie in seinem Leben gearbeitet hat und ein Kind nach dem anderen ansetzt, sollte auch kein Anspruch auf STaatsgelder haben. Das wird in anderen europäischen Ländern so gemacht und sollte auch in Deutschland gemacht werden.

        In Deutschland muss kein junger Mensch arbeitslos sein. Die ARbeit liegt nicht auf der Straße, aber sie ist da. Aber mit Hartz 4 bekommt man leider häufig mehr als mit einer regulären Arbeit.

        In Deutschland muss auch kein Kind ohne Frühstück zur Schule gehen. Das ist eine Frage der Erziehung. Wenn so was passiert, müssen Schulen und Kindergärten reagieren, nicht die Politik.

        Ja, Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Die deutschen Frauen sind doch stolz drauf, dass sie 1 bis 3 Jahre zu Hause bleiben können. Warum sollte sich ein Arbeitgeber sowas antun wollen? In Griechenland, Frankreich, USA (das sind Beispiele, die ich kenne) bleiben die Mütter 3 bis 4 Monate zu Hause und bleiben damit attraktiv für den Arbeitsmarkt. Die Kinderbetreuung muss ausgebaut und vom Staat gefördert werden. Auch wenn die DDR viel schlechtes hatte, aber die Kinder - selbst Säuglinge - waren immer gut aufgehoben. KITAs und Hort-Betreuung waren immer und für jeden möglich. Dafür konnten die Eltern arbeiten gehen.

        Und was ist ein angemessener Lebensstandard? Sollen Hartz 4- Empfänger den gleichen Lebensstandard haben wie Vollzeitarbeiter - mal abgesehen von Alg2-Beziehern, die aufgrund ihres Alters keine Arbeit mehr finden? Das kann ich nicht nachvollziehen.

        • "Hartz 4 ist für mich ein Armutsbekämpfungsprogramm für arbeitsunwillige junge Leute. "

          Und was ist H4 in Deinen Augen für alle anderen, die es beziehen (müssen)?

          "Wenn so was passiert, müssen Schulen und Kindergärten reagieren, nicht die Politik."

          Wer steuert denn Kindergärten und Schulen wenn nicht Kommunal- und Landespolitik?

          Selbstverständlich ist es eine Aufgabe der Politik durch Maßnahmen und Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, dass in diesem Land kein Kind ohne ordentliche Mahlzeit in die Schule geht.

          "Das ist eine Frage der Erziehung."

          Und was machst Du dort, wo die Eltern offensichtlich überfordert sind? Da bleibt doch nur der Staat bzw. die Gesellschaft als Ganzes. Was für eine Aufgabe hat denn ein zivilisierter Staat nach Deinem Verständnis, wenn nicht dafür, sich um die Schwächeren der Gesellschaft zu kümmern?


          "Und was ist ein angemessener Lebensstandard? Sollen Hartz 4- Empfänger den gleichen Lebensstandard haben wie Vollzeitarbeiter -"

          Es sollte einen Mindestandard geben, der für ALLE gilt. Erstmal unabhängig davon, ob in Erwerbsarbeit oder nicht.

          • >Selbstverständlich ist es eine Aufgabe der Politik durch Maßnahmen und Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, dass in diesem Land kein Kind ohne ordentliche Mahlzeit in die Schule geht.<

            Hättest du dem Satz ein "möglichst" spendiert, könnte ich ihn unterschreiben.
            Meiner Meinung nach wird die Frage zu wenig bedacht, mit welchen Möglichkeiten denn "die Politik" den Sättigungsgrad so vieler Kinder überwachen und/oder sicherstellen könnte.
            Und genau hier muss auch nach der Situation der Eltern gefragt werden, was sicher wiederum einen Zusammenhang mit der Bildungssituation von sowohl Eltern als auch Kindern herstellen wird...

            Der Staat oder die Politik ist verantwortlich in irgendeiner Weise. Nur wie die Verantwortung definiert ist, das bleibt in all diesen Diskussionen merkwürdig schwammig!

            Ganz ehrlich? Wenn ich in einem Projekt verantwortlich bin, dann hätte ich ganz gerne auch Controlling-Mechanismen, die allerdings in solchen Diskussionen mit Hinweis auf die Selbstbestimmung jedes Menschen immer gern außen vor gelassen oder gar abgelehnt werden.
            (Wenn ich jetzt noch ein bisschen über genetische Zusammenhänge schwadroniere, könnte ich wohl Sarrazin Konkurrenz machen!).

            Nur als Beispiel eine beliebte Forderung:
            'Auch arme Kinder müssen die Möglichkeit haben, Nachhilfe zu erhalten!'

            Sollte nicht ein Bildungssystem so funktionieren, dass Nachhilfe die Ausnahme ist und nicht die Regel?
            Nun hat man ein System eingeführt, dass auch Ausgaben für Nachhilfe abdecken kann, aber natürlich ist das wieder nicht recht, denn man muss dafür
            a) einen Antrag stellen
            und
            b) wäre es doch schöner, wenn nicht eine Stigmatisierung durch die Art der Bezahlung für diese Leistung stattfände.

            Nun mal ehrlich: Als ich zur Schule ging, war man schon stigmatisiert, wenn man tatsächlich Nachhilfe benötigte.

            Und nun zu etwas vollkommen anderem:
            Förderung ist wichtig. Die Politik hat hier Verantwortung. Blinde Förderung nach dem Gießkannenprinzip ist unsinnig und wenn "die Politik" oder wohl eher "die öffentliche Hand" im Einzelfall Geld zur Verfügung stellt, dann muss auch kontrolliert werden können, wie dieses Geld verwendet wird.

        Du bist also für eine Fremdbetreuung ab dem 3-4 Monat...
        Mal abgesehen davon, dass ich es für befemdlich halten würde ein noch zu stillendes Kind in eine Kita zu bringen.
        Hast du mal überlegt wer das finanzieren wird.
        Bei so kleinen Kindern reicht der Betreuerschlüssel nicht aus. Bei uns hat man schon jetzt Probleme bei 3 Betreuer auf 13 Kinder wenn viele Kleine dabei sind und da meine ich Kinder ab 9 Monate.
        Weil alle gefüttert gewickelt werden müssen die anderen beschäftigt usw.
        Hast du eine Ahnung was da teurer für den Staat ist?
        einen Kippenplatz zu finanzieren oder ein Jahr Elterngeld zu bezahlen...

        Deine Definition von gut aufgehoben hätte ich gerne.
        DDR Krippen waren Aufbewahrungsstellen wo für individuelle Bedürfnisse von Babys kein Raum/keine Zeit war!
        (So lieb auch immer die "Krippentanten" gewesen sein mögen)

        Karna

        • ***
          einen Kippenplatz zu finanzieren oder ein Jahr Elterngeld zu bezahlen...
          ****

          Das ist eine interessante Überlegung... bei uns kostet der Krippenplatz 1049 Euro für ganztags. Ich bekomme zwar mehr Elterngeld, aber es gibt ja auch viele, die drunter liegen.

          LG, Nele

        • Alos ich muss sagen, auch ich habe mehr Elterngeld bezogen als ein Krippenplatz kostet.

          Auch finde ich deine Aussage stark überzogen das DDR Krippen nur Aufbewahrungsstellen waren.

          Gruß

          • Also mit dem Elternbeitrag sind ja nicht alle Kosten gedeckt :-)
            http://www.erziehungstrends.de/node/525
            Hinzu kommen ja auch die Kosten für die Schaffung der benötigten Krippenplätze.

            Ich habe selber in einer DDR Krippe gejobbt und es war sogar eine Betriebskinderkrippe eines Krankenhauses- also schon mal nicht für die "Masse" und selbst da fand ich es furchtbar.
            Für meine Kinder hätte ich das nie gewollt.

            Ich stimme dir jedoch zu, dass dies subjektives Empfinden ist und nicht jede Krippe gleich gewesen sein wird :-)

            LG
            Karna

            • Hi,

              ich weiss sehr wohl das ein Kitaplatz mehr als der Elternbeitrag kostet, dennoch habe ich mehr Elterngeld bekommen.

              meine Mutter fand unsere DDR Krippe sehr gut, diese hatte schon damals einen guten betreuungsschlüssel und auch für meine Söhne hatte und hat unsere Kita einen sehr guten Betruungschlüssel und somit kann ich sagen, das es kein Sammellager ist.
              Für 10 Kinder sind 3,5 Betreuer wohl sehr gut und sie gehen sehr liebevoll und familär mit den Kindern um.

              Gruß

      das die kinder in der ddr immer gt aufgehoben waren in der krippe und kindergarten bezweifel ich sehr



      ich kann mcih an ohrfeigen,"klapse"auf den hintern und essensentzug erinnern


      aber das lag vielleicht auch an den gängigen erziehungsmethoden der 70er jahre

      wer weiß das schon



      ich persönlich denke ehr die kinder waren so früh im kindergarten um möglcihst früh ideologien vermittelt zu bekommen
      aber auch das nur ein gerücht



      • -ich kann mcih an ohrfeigen,"klapse"auf den hintern und essensentzug erinnern-#schock

        Die Erziehungsmethoden in den 80ern waren aber schon andere, ich kann das überhaupt nicht bestätigen.

        LG

        • es gab mit sicherheit auch einrichtungen in denen solch erziehungsmethoden nicht praktiziert wurden


          ich hatte eben das pech

          und es wurde ehr toleriert

          Hallo.

          Leider war es auch im "Westen" bzw ehem Westberlin so, dass es auch hier
          Kitas und Einrichtungen gab die Mitte Ende der 90er noch so Methoden
          hatten wie Mittagsschlag als Strafe oder Essen bis der Teller leer ist.

          So musste es mein Sohn erfahren. Und ich habe es leider zu spät
          erfahren.

          Grunsdätzlich sind die Kitas/Einrichtungen verbesserungswürdig,
          ob in der Ausstattung, Betreuungsschlüssel, Personal.

          Meine Meinung.

          Grüße
          kaffee.tante

          • Ich weiß nicht, ob es mich jetzt wirklich beruhigt, zu wissen, daß es das bei "Euch" auch gab. Ich kenne solche Geschichten nur meiner Mutter. Damals in den 50ern war so etwas durchaus normal. Da mußten Kinder ihr Erbrochenes wieder aufessen#schock. Aber das war damals selbst für diese Zeit too much, die Erzieherin durfte beizeiten gehen.
            Aber ob nun Stalins oder Winnie Poohs Bild an der Wand hängt, spielt bei der Problematik offensichtlich keine Rolle. Nicht schön, das zu lesen.

            LG Sandra

    Hartz 4 ist höchstens ein Armutserhaltungsprogramm, das ganz sicher NICHT für den Ausstieg aus dem sozialen Abstieg sorgt. ALG2 Bezieher werden ausgegrenzt, diskrminiert und für hingehalten.

    In Deutschland gibt es nicht genug Arbeit für jeden und schon gar nicht so bezahlt, das man kein ergänzendes ALG2 braucht, denn genau auf diesem Kombilohn Modell ruhen sich verdammt viele Arbeitgeber aus.
    Aber als ich 12 war hatte ich diese Illusion auch mal...

    Wer lenkt denn Schulen und Kindergärten? Aha #aha Die Politik

    Frag sie doch mal die französischen Frauen wie zufrieden sie sind. Da formiert sich grad eine ganze Horde Frauen zu einer Bewegung, die es ihnen ermöglicht länger bei ihren Kindern zu bleiben. Denn glücklich sind damit eben nicht alle und offensichtlich auch nicht der Großteil.
    Die Griechische Familienstruktur lässt sich 0 mit der deutschen Vergleichen.
    Und die USA sind ja wohl auch kaum ein Vorbild mit ihrer Sozialpolitik (die sie nicht haben)

    Frag sie doch mal, die DDR Kinder. Die waren oft nicht glücklich über ihre Fremdbetreuung, die haben sich als kleine Kinder oft zu ihrer Mama gewünscht (darüber gibt es ja genug Filmmaterial). Töpfchentraining, Klapse auf den Po, daran erinnern sich auch Leute in meinem Umkreis noch. Das nennst du gut aufgehoben?

    Einen Grundstandard muss jeder Mensch haben. Und dazu gehört auch, vom Amt nicht auf getragene Unterhosen verwiesen zu werden

Top Diskussionen anzeigen