Doktorspielchen in der Politik

    • (1) 18.07.11 - 21:30

      Nach K.T. Guttenberg (CSU), Silvana Koch-Mehrin (FDP), Margarita Mathiopoulos (FDP), Jorgo Chatzimarkakis (FDP) ist nun auch einem SPD-Mann der Doktortitel wegen erwiesener Täuschungsversuche aberkannt worden: Uwe Brinkmann.( Muss man nicht kennen, wenn man nicht aus Hamburg kommt.)

      Wirft die Frage auf: Wie wichtig sind Titel in diesem Land, um Karriere zu machen und wieviel sind sie künftig noch wert, wenn man sich ohnehin bei jedem, der sich als Dr. vorstellt, nun erst mal Stirnrunzeln bekommt und seinem Gegenüber gedanklich die Frage stellt: Dich kriegen sie auch noch oder? (Die Hatz auf die Die-die-nicht-konnten-aber-gerne-wollten-Doktoren hat ja gerade erst begonnen.)

      Es wirft nicht die Frage auf, wie wichtig Titel sind, sondern wie blöd eigentlich die Bevölkerung bereits ist. Jüngstes Beispiel: FDP und Steuersenkung... Da wird der Bevölkerung vorgegaukelt, man wolle die Steuern senken, um die unteren Einkommen zu entlasten. Prima.

      Erste Frage: Was sind "untere Einkommen" und wieviel Steuern zahlen die überhaupt?

      Zweite Frage: Um wieviel Euro Steuerlast werden die nach dem Willen der FDP nun tatsächlich entlastet?

      Diese Fragen finde ich persönlich wesentlich spannender!

    Ja, der Gedanke drängt sich auf.

    "Doktor? Ach, da kann ja jeder kommen..."

    Mich beunruhigt, wieviele Menschen wohl tatsächlich ihre Doktorarbeit via copy and paste verfasst haben.
    Und da gehe ich nicht nur von unseren Politikern aus. Sondern so quer durch die Uni geschossen.

    Das macht mich nicht gerade

    mir fehlt das Wort -

    gelassener, vielleicht. Nein. Mein Vertrauen in unsere Gesellschaft schrumpft nur zusehends.

    Muss man in Deutschland einen Titel haben, um Karriere zu machen? In manchen Gebieten wie der Medizin und vielleicht noch Politik wahrscheinlich schon. Aber sonst?

    Es gibt genug Leute, die ein 3er-Abi gemacht haben, aber in ihrem Gebiet so viel drauf hatten bzw. mit anderen Talenten glänzen konnten, dass sie trotzdem und ohne Titel Karriere gemacht haben.

    Ein Mediziner-Doktor wird von mir nie ein Stirnrunzeln bekommen, alle anderen bekommen das von mir schon immer. Doktor der Philosophie - HaHa. Doktor der Rechtswissenschaften - HaHa.

    Ich habe (Asche auf mein Haupt) auch schon darüber nachgedacht, einen Doktor zu machen. In der Wirtschaft ist das nicht ganz so schwer. Doktorvater gesucht, passendes Thema und nach 1,5 Jahren hast du das Teil. Aber warum? Wenn ich nicht gerade in den Aufsichtsrat eines DAX-Konzerns will, habe ich nichts von dem Titel. Bewirbt man sich mit Doktortitel auf eine ganz normale Stelle in der freien Wirtschaft wird man in Deutschland!!! gleich auf den Absagenstapel geschoben. Eben überqualifiziert und so.

    • "Ein Mediziner-Doktor wird von mir nie ein Stirnrunzeln bekommen, alle anderen bekommen das von mir schon immer. Doktor der Philosophie - HaHa. Doktor der Rechtswissenschaften - HaHa. "

      Das ist aber unlogisch. Ein Mediziner"doktor" ist doch regelmäßig wesentlich leichter und schneller zu erreichen als ein anderer Doktortitel.

      Den kann man sogar parallel zum Studium machen.

      Oder meinst Du weil er so leicht ist wird da auch weniger geschummelt da nicht nötig?

      Man kann auch als Dipl. als Arzt arbeiten.

      • Wobei Ärzte normalerweise Staatsexamen (3) haben und dann mit diesen als Arzt arbeiten können.

        Diplomärzte gab es früher in der DDR. Die dürfen natürlich auch weiterhin als Arzt arbeiten.

hmm
also so als mensch gesehen
gebe ich shocn zu wenn ich hörte
Doktor
oder doktoer doktor oder pfrofessor doktor hau mich blau
war man schon beeindruckt usw

aber durch das ganze da oben verliert es sich schon sehrund jetzt schiesst einene eher durch den kopf wieviel hat man den dafür bezahlt

so ändern sich leider die zeiten

Die ganze Debatte schadet in meinen Augen nicht vornehmlich den akademischen Würden, sondern dem Bild deutscher Politiker - von denen wird doch jetzt quasi erwartet, dass alles mehr Schein als Sein ist.

Die Mehrheit von Akademikern arbeitet nach wissenschaftlichen Kriterien und kann auch einer Überprüfung gelassen entgegen sehen. Sowas erfordert jedoch Zeit und - hier kommt nochmal Zeit ins Spiel - einiges an Erfahrung.
Wer allerdings in die Politik geht, der hat wahrscheinlich in seinem Leben anderes um die Ohren - wie Herr von Gutenberg auch selbst in seiner Stellungnahme zugab.
Warum aber dennoch sich mit fremden Federn schmücken?
Weil das doch für unsere Politik zum Standart erhoben wurde.

Wenigstens kann man der Mehrheit bisher zu Gute halten, dass sie danach ihren Hut nahmen und gingen - auch mehr ein Versuch, der Politik nicht noch mehr Schaden zuzufügen. Denn auch wenn es alle tun: Erwischt werden ist nie eine gute Sache.

Ich frage mich ehr, warum so manche Arbeit nicht eingehend geprüft wurde?
Bei Hausarbeiten o. ä. ist es doch mittlerweile schon Standart, via Internet und interner Datenbank und Volltextsuche nach wörtlich übernommenen Textstellen zu suchen.
Aber gut, so manche Arbeit liegt vermutlich auch schon einige Jahre zurück.

Gruß,
Christian

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