Der pure Hohn

    • (1) 04.08.11 - 13:15

      Hallo,

      es ist für die Eltern des ermordeten Kindes ein Schlag ins Gesicht.

      Es erschüttert mich, macht mich wütend und traurig.


      http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,778343,00.html.


      Ein Mörder dessen Menschenwürde verletzt wurde....

      ...mir fehlen die Worte.


      Trixi


      "Es erschüttert mich, macht mich wütend und traurig. "

      Wow- warum ist das so?

      Es geht ja nicht darum, daß der Möder frei gelassen wird, daß seien strafe nicht gerechtfertig ist, daß er nicht schuldig gesprochen wird für die tat, die er begangen hat.

      aber darf ein straffälliger nicht gleichzeitig auch opfer einer straftat werden?
      was ist, wenn ein mörder ausgeraubt wird? darf er dann keine aufklärung erwarten?
      nach deinem empfinden hat also jeder das recht mit einem schuldig gesprochenende mörder zu tun und zu lassen, was er gerne möchte?
      das heißt, wenn du diesen menschen nun tötest dann darfst du dafür nicht zur rechenschaft gezogen werden und für erlittenes leid hat er keinerlei anspruch auf schmerzensgeld (was aber jedem anderne zustünde?)
      verstehe ich dich da richtig?

      diese idee ist nicht nur absurd und eines rechtsstaates unwürdig- mich irritiert weiterhin dein satz, indem du die gefühle beschreibst, die ein solches urteil bei dir auslösen

      lisasimpson

      • Wow...

        ...das klingt ja so unglaublich, was ich fühle.

        "Wow- warum ist das so?
        Es geht ja nicht darum, daß der Möder frei gelassen wird, daß seien strafe nicht gerechtfertig ist, daß er nicht schuldig gesprochen wird für die tat, die er begangen hat."

        Es ist nunmal mein Empfinden, was ich hier zum Ausdruck bringe.

        Mir ist vollkommen klar, dass es nicht darum geht...ich habe hier meine Gefühle aufgeschrieben und nicht die reelle Situation eines objektiven und neutralen Beobachters, der ein Protokoll schreibt.

        Ich kann mich nur so ausdrücken, dass ich es auf eine Art und Weise absurd finde und geschockt bin. Der Mörder, hier in dem Fall der Mörder und Entführer eines kleinen Kindes, dessen Menschenwürde verletzt wurde...
        ...klagt auf Schmerzensgeld...und was war/ist mit der Würde des Ermordeten/dessen Eltern?

        Mir ist klar, dass ich mit Gefühlsausbrüchen und Entsetzen keine solche Diskussion führen kann, aber tut mir leid, in dem Fall bin ich sowas von wütend.

        "diese idee ist nicht nur absurd und eines rechtsstaates unwürdig- mich irritiert weiterhin dein satz, indem du die gefühle beschreibst, die ein solches urteil bei dir auslösen"

        Ich habe in keinster Weise eine diesbezügliche Idee geäußert.

        Und ist es für Dich so unglaublich und irritierend, was ich beschreibe?

        • es ist nicht unglaublich ,aber mich irritiert es, wenn ein völlig unbeteiligter "erschüttert" ist von einem urteil, welches einem menschen 3000€ Schmerzensgeld zuspricht, der nachweislich mit folter bedroht wurde und das von mehreren Polizisten!

          daß es dich !wütend und traurig" macht?
          was denn genau?

          daß eine straftat an einem straftäter ebenfalls als solche gewertet wird?

          ich kann dir da nicht recht folgen.

          Wie die familie des ermordeten Kindes damit umgeht kann ich nicht sagen - aber das tut auch in keiner weise etwas zur sache, denn die gefühle von angehörigen können nun mal nicht einfluß nehmen auf einen gerichtsprozess in einem völlig anderen fall.

          mich würde es auch nicht verwundern, wenn ich die begriffe "erschüttert, wütend und traurig" aus dem nahfeld der familie hören würtde- aber von jemandem, der da (so wie ich vermute) völlig unbeteiligt ist, verwundert mich das schon


          lisasimpson

          • Du sprichst mir aus der Seele.

            Mir sind Erschütterung und Empörung in solchen Sachen immer etwas verdächtig, weil ich mich schwertue, mir vorzustellen, warum man im Alltag Menschen als recht gleichgültig gegenüber fremdem Leid erleben kann, dieselben Menschen dann aber bei medienwirksamen Straftaten auf einmal an der eigenen Empathie fast ersticken.

            Für mich kanalisiert sich da das im Menschen wohl immer vorhanden Quantum Hass auf eine Gruppe Menschen, die man einfach und unwidersprochen hassen darf, und da sind Kinderschänder und Kindesmörder einfach die konsensfähigste Gruppe.

            • Ich finde schon, dass man sich die Kausalität ansehen muss. Hier wurde ein Mensch nicht zum Opfer sondern es wurde versucht, einen Täter dazu zu bewegen, den Aufenthaltsort seines Opfers preis zu geben, in der Hoffnung das Opfer noch lebend aufzufinden. Der Täter ist hier ein erwachsener Mann und das Opfer ein 11jähriges Kind.

              Und im Übrigen wurde die Folter "nur" angedroht und nicht vollstreckt. Das Kind aber wurde verlor sein Leben durch den Täter.


              • aber das hieße doch in der letzten Konsequenz, daß man mit einem mutmaßlichen Mörder machen kann was man möchte, wenn es nur einem gutem Zwecke dient.
                was dieser gute zweckt ist ,darf auch im einzelfall jeder entscheiden, der den mutmaßlichen entführer zu fassen bekommt, oder?!

                ich kann doch in einem falle täter und dennoch in einem andern falle opfer sein (auch wenn die beiden fälle nicht völlig seperat zu sehen sind.

                es geht hier auch in keiner weise darum, die tat zu schmälern.
                aber die frage ist doch, ob eine tat, so grausam sie auch sein man, den Staat und seien institutionen dazu berechtigt, jedes mittel anzuwenden nur weil sie ein gutes Ziel vefolgen.
                Ich denke doch :nein.
                Und unsere Justiz gott sei dank auch.

                Die 3000€ spielen für die familie des opfers sicher keine rolle- sie spielen aber eine rolle wenn es darum geht, daß Menschenrechte eben einfach universell gelten und nicht außer kraft gesetzt werden dürfen, nur weil man es mit einem mutmasslichen entführer zu tun hat.

                aber völlig ab von der sachebene- irritiert hat mich die wortwahl der TE, die sich selbst als traurig, wütend und erschüttert bezeichnet hat, ob der rechtssprechung, die nichts anderen sagt als: die würde des menschen ist unantastbar

                lisasimpson

                • Danke für diesen Beitrag, er nimmt mir die Worte aus dem Mund.

                  Nein. Das heißt gar nicht, dass man mit einem mutmaßlichen Mörder mit jedem Mittel machen kann, was man möchte. Ich verweise nochmal auf die Kausalität. Der bereits überführte Entführer hat sein Opfer versteckt und weigert sich, das Versteck preis zu geben. Die Ermittler wissen, dass die Wahrscheinlichkeit das Opfer dieses Täters lebend zu finden größer ist, um so schneller sie es finden. Sie drohen dem Täter an, wenn er den Aufenthaltsort (den er verweigert zu benennen) nicht preis gibt, wird er die Konsequenzen zu tragen haben, die angewendet werden, um zu erreichen, dass er dem Leid des Kindes ein Ende verschafft. Es hätte sich entscheiden können, ob er die Konsequenzen trägt und seine Tat noch verschlimmert oder ob er dem Kind eventl (so dachten ja die Ermittler) die Chance gibt, am leben zu bleiben.

                  Hallo. Es ging um das Leben eines Kindes! In DIESEM Fall empfinde ich dieses Urteil auch als puren Hohn. Es ging hier ja nicht darum, Diebesgut oder andere Sächlichkeiten zu finden, sondern es ging darum, das Leben eines unschuldigen Kindes zu retten.

                  • "nicht preis gibt, wird er die Konsequenzen zu tragen haben, die angewendet werden, um zu erreichen, dass er dem Leid des Kindes ein Ende verschafft. Es hätte sich entscheiden können, "

                    nein, ich glaube da verstehst du etwas falsch.
                    es wurde ihm folter angedroht, wenn er den Aufenthaltsort nicht preisgibt.

                    Wenn wir dies also so tolerieren, dann können wir also wenn der zweck die mittel heiligt auch foltern, um zum ziel zu kommen?!

                    Das Problem ist nur, daß die Geständnisse, die durch folter erzwungen wurden in seltensten fällen wirklich hilfreich waren (ausgenommen natürlich die hexen, die als solchen überführt wurden- da war es sinnvoll)

                    lisasimpson

                    • ...um das Leben eines Kindes zu retten, wenn man weiß, dass der Täter einfach nur dich macht. Ja in so einem Fall heiligt der Zweck das Mittel einer Drohung (Folter wurde ja nicht ausgeübt).

                      Wenn du argumentativ nicht weiter weißt, scheinst du unsachlich zu werden. Anders kann ich mir dein dummes Geschwätz am Ende deines Beitrages nicht erklären.

                      • "Wenn du argumentativ nicht weiter weißt, scheinst du unsachlich zu werden. Anders kann ich mir dein dummes Geschwätz am Ende deines Beitrages nicht erklären. "

                        hmm-- ob ich das einfach so zurückgeben kann?
                        oder sind begriffe wie "dummes geschwätz" und der vorwurf der unsachlichkeit denn kein zeugnis von argumentatsionsarmut.

                        hier meien argumente, die du offenabr nicht verstanden hast
                        1. du behauptest, es ginge darum einem täter optionen aufzuzeigen- ich wiedersprach und verwies darauf, daß dem täter mit folter gedroht wurde, was etwas anderes ist, als dein satz "wird er die Konsequenzen zu tragen haben, die angewendet werden, um zu erreichen, dass er dem Leid des Kindes ein Ende verschafft. " vermuten läßt
                        2. die menschenwürde ist unantastbar. daher kan nauch der zweck nicht die mittel heiligen, wenn dabei der grundsatz unserer gesellschaft über bord geworfen wird
                        3. selsbt wenn man davon ausgeht, daß in diesem fall es nachvollziehbar war, daß der beamte so gehandelt hat, darf das nicht zu einer maxime unseres rechtssystems werden, denn neben der unantastbaren würde stellt sich doch das grundsätzliche problem der erzwungenen geständnisse.
                        wenn du dich mit unserer geschichte in den letzten 100 jahren besschäftigst wirst du eine reihe solcehr geständisse finden- ob sie der wahrheitsfindung gedient haben, wage ich zu bezwifeln.
                        die hexen haben auch als kleine überspitze darstelunng erwähnt umdie logische konsequenz der forderung :folter, wenn sie angebracht ist" darzustellen


                        lisasimpson

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