13.08.1961/ 50 Jahre Mauerbau & fast 22 Jahre Mauerfall

    • (1) 16.08.11 - 01:44

      Eigentlich bin ich ja fast ein wenig enttäuscht, dass am 13.08. so gar gar keine Beiträge hier erfolgt sind.
      Wie schauts denn aus, Wessi´s, Ossi´s, Wossi´s?
      Was wäre Euch aus (HEUTIGER) Sicht lieber?

      Mauer zurück? Am Besten noch 2m höher?
      Oder: Zum Glück isse weg?
      Oder die Hoffnung: Es wächst zusammen was zusammen gehört:sprich: Wir sind ein Volk?

      Erzählt mal bitte: Eure (Familien-) Mauerbau-Trennungsstorrys, Wieder-Vereinigungsgeschichten. Und so weiter und so fort.
      Ich möchte hier keinerlei STREIT: nur Meinungsäußerungen! Bitte! Am Allerliebsten mit gescheiten Pro& Kontra- Argumenten!


      Loli




      • Vorneweg: Ich bin ein Ossi.

        Nein, ich will die Mauer nicht zurück haben.

        1989 war ich 8 Jahre alt. Wir waren damals in Ungarn im Sommerurlaub und hatten die Chance zu fliehen. Aber warum? Später war ich nur traurig, dass ich das rote Halstuch nicht mehr bekommen habe.

        Ich denke nicht, dass wir ein Volk sind. Bei den Leuten unter 20 Jahren, die die Teilung nicht mehr miterlebt haben, ist diese Trennung weniger bis gar nicht spürbar. Aber gerade bei den Älteren ist die Mauer nach wie vor da. Wir als Ossis haben häufig immer noch den Eindruck, dass der Wessi auf uns hinabschaut. Ich will den Ossi sicherlich nicht in Schutz nehmen. Hier gibt es noch genug Dussel, die die Mauer zurückhaben wollen. Die denken, dass alles toll in der DDR war. Diese Leute kapieren aber nicht, wie dort die "Wirtschaft" lief, warum es Vollbeschäftigung gab. Die gab es nur auf dem Papier.

        Ich und meine Familie hatten nie Probleme in der DDR, haben mit und in ihr gut gelebt. Meine Mutter hat nur einen bestimmten Studienplatz nicht bekommen, weil sie getauft wurde.

        Positiv am Sozialismus war, dass das Miteinander einfach liebevoller und geselliger war. Es gab kein "Das habe ich, das hast du" - weder auf der Arbeit, noch in der Schule.

        An der Wiedervereinigung negativ war, dass die ostdeutsche Wirtschaft zum Erliegen kam. Aber wie gesagt, die wäre auf längere Sicht sowieso in die Brüche gegangen so wie sie geführt wurde. Dadurch gab es viel Abwanderung und noch mehr Arbeitslose. Westdeutsche Firmen/neue Firmen wurden/werden mit günstigen Konditionen in die neuentstandenen Industrieparks gelockt. Viele davon gibt es nicht mehr. Und die,die es heute noch gibt, wollen qualifizierten Arbeitern nichts zahlen. Das hat eine weitere Abwanderung von Arbeitskräften zur Folge - selbstherbeigeführter Fachkräftemangel nenne ich das. Auch ein Pole stellt sich für 50% weniger Netto gegenüber Westverhältnissen nicht mehr hin.

        Positiv finde ich die Reisefreiheit, irgendwo auch die Meinungsfreiheit (obwohl es die auch nur eingeschränkt gibt) und den uneingeschränkten KOnsum, sprich dass man alles bekommen kann (obwohl das für die Charakterbildung auch negativ sein kann).

        Letztendlich will ich die Mauer nicht zurück.

        • Hi,

          ich bin ein Wessi, als die Mauer fiel ,war ich 10.

          Noch heute ärger ich mich, dass ich davon so gut wie gar nichts mitbekam, weil meine Mutter "den Wiedervereininungskram" total kacke fand.
          Ich war 1990 einmal in Sachsen-Anhalt und erschrocken, wie es da aussieht. Und in unsere Klasse kamen ein paar Jungs mit total gruseligen Klamotten und noch schlimmerem Englisch :-) Mehr habe ich nicht mitbekommen.

          Inzwischen würde ich behaupten, dass ich keine Mauer im Kopf habe, das hat aber auch seine 12,13 Jahre gedauert. Davor fand ich Ossis komisch und fremd, ich hatte kein Interesse, mal "rüber" zu fahren. Die kosten doch nur Geld, zu sehen gibts da drüben nichts.

          2002 machte ich ein Praktikum in Hamburg und lernte auf einen Schlag gefühlte Hundert Ossis kennen. Die waren einfach offener als die anderen Hamburger, auch wenn ich die "Mülschnudeln", die ich bei meinem besten Kumpel immer bekam, bis heute nicht mag. Aber ich begann mich zu interessieren. Ich besuchte Leipzig und Dresden, begann DDR-Reportagen zu gucken. Inzwischen habe ich die Bilder von 89 so oft gesehen, dass sie mir so bekannt vorkommen, als ob ich selbst dabei war :-)

          Meiner Meinung nach haben vor allem die Jahrgänge bis ca. 1970 die Mauer noch extrem im Kopf. Und auch den Eisernen Vorhang im weiteren Sinne. Noch heute höre ich von gebildeten kundigen Menschen mittleren Alters, wie es in meinem Urlaub in "Jugoslawien " war. Wenn ich von meiner Campingtour nach Malchow erzähle heißt es "echt, Du hast im Osten Urlaub gemacht"??
          Ich denke, die Mauer existiert in den Köpfen, solange diese Jahrgänge am Leben sind, ganz einfach :-)
          Ist ja auch verständlich. Der Zustand, den man in jugendlichen Jahren kennen lernt, der prägt einfach.

          LG, Nele

          • Das Problem ist, dass kaum einer richtig gute Milchnudeln kochen kann. Das ist hohe Kunst der einfachen Gerichte ;-)

            Nudelauflauf mit Milch und Ei ist genauso lecker #mampf

            (8) 16.08.11 - 15:35

            Ja, mein Kumpel ist damals fast vom Stuhl gefallen, dass ich die nicht kenne.... er meinte, das isst einfach JEDER und das sei ja wie Milchreis .... #schock Na, Geschmäcker sind ja verschieden, ich fands schlimm. Genauso wie das Knäckebrot mit Schokolade drum #putz

            Aber sehr schön, dass mein Kumpel immer nach der Plasmaspende für mich gekocht hat. Naja, und ungefragt MEIN Auto in die Wochenpläne SEINER WG eingeteilt #rofl
            Das war doch so typisch OST. Andersherum meinte er, meine arrogante abweisende Art auf Partys sei eben typisch Westtusse.

      hallo,

      ich bin berlinerin aus dem ostteil der stadt

      als die mauer fiel war fast 15 jahre alt

      ich war sehr beeinflusst durch mein sehr kommunistisches umfeld
      mir wurde regelrecht angst gemacht das ich keine ausbildung bekommen würde,und überhaupt alles ganz schwer sein wird


      meine schwester ist drei jahre älter

      sie fand ihre ausbildung auch nicht einfach
      sie hat ihre wunschausbildung auch nicht bekommen
      mit 18 wurde sie gedrängt in die partei einzutreten
      meien schwester war ein rebell,sie hing viel mit musikern rum
      anfang 1989 wurde sie gefragt ob sie etwa kontrarevolutionäre gedanken hätte
      nein sie war nur ein teenager mit ganz viel fernweh


      ich ahb meine wunschausbildung bekommen
      keiner hat mich gefragt ob ich immer für den sozialismus und die partei da sein werde
      ich konnte hingehen wohin ich wollte
      die agnze welt stand mir offen und hab mcih doch für meine heimatstadt entschieden
      ohne zwang

      für die machthaber der DDR war die mauer sicher notwendig

      für das volk war es schlicht und ergreifend ein großes gefängnis


      ich kenne viel die in die scheinbare sicherheit des sozialismus zurückwollen
      zu dem arbeiter und bauern staat

      aber viele vergessen das sobald ein arbeiter oder bauer an die macht kommt ,dieser kein arbeiter oder bauer mehr ist und von der macht genauso eingenommen wird wie jeder andere auch


      wer heute schreit er will die mauer zurück hat gar nichts gelernt




      Hi,

      ich komme aus dem Westen (bzw. Norden ;-)) und habe auch keinerlei Verwandschaft im Osten. Dennoch hat mich der Mauerfall damals sehr bewegt, und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich schaue mir gerne die Reportagen an, und mir kommen immer noch ab und zu die Tränen. Was für eine Leistung, die Mauer friedlich zu Fall gebracht zu haben... Es hätte auch ganz anders ausgehen können, und inzwischen weiss man ja auch, wie "knapp" es war.

      Natürlich wünsche ich mir nicht die Mauer zurück. Es hätte nur jedem (sowohl im Westen als auch im Osten) klar sein müssen, dass so eine Wiedervereinigung nicht reibunglos und nicht kostenlos von statten gehen kann.

      Ich kenne nicht viele aus dem Osten, ehrlich gesagt, aber ich denke trotzdem, dass das Land so langsam aber sicher zusammen wächst. Meine Nichten und Neffen kennen Deutschland nur wiedervereinigt, insofern wird es die Generation, die nach 1989 geboren ist, schon richten. Dass wir alten noch manchmal in Ost und West denken, finde ich normal.

      Ich lebe in einem ehemaligen Zonenrandgebiet. Ein paar Minuten Fahrt, und wir sind in McPom. Ich freue mich regelrecht, wenn wir Richtung Osten fahren und es "nicht merken".

      Ossis im viel zitierten Sinne gibt es für mich nicht. Ich bin ein stures Nordlicht, und egal ob die anderen aus Sachsen oder aus Bayern kommen, ich finde die alle seltsam#schein...

      LG Ally#klee

      • <<<Ossis im viel zitierten Sinne gibt es für mich nicht. Ich bin ein stures Nordlicht, und egal ob die anderen aus Sachsen oder aus Bayern kommen, ich finde die alle seltsam...
        <<<

        #rofl#rofl#rofl
        #freu

    Hallo,

    ich #bitte darum demnächst doch bitte ordentlich in Norden und Süden zu unterscheiden. Da sind die Unterschiede größer.

    Wir sind nicht "ein Volk" - das geht gar nicht #nanana

    Man kann nicht multikulti-einVolk sein. (man sehe sich nur die Sorben und Wenden an)

    Gruß

    • Lach#freu. Natürlich du hast Recht!
      Selbst Schwaben, Bayern und Friesen sind eigene Völker;-).
      Mir ging es aber nur um die Zweiteilung des Landes und mundsprachlich ist das nun mal die Ost-West-Teilung gewesen.

      Aber #danke für deine Anmerkung.

      Loli

Hallo,

ohne den Mauerfall gäbe es meinen Sohn nicht. Mein ganzes Leben wäre vermutlich anders verlaufen.

Ich habe auch einige Freunde gewonnen, die ich nie kennen gelernt hätte, wenn die Mauer noch da wäre.

Aber: Leider gibt es jetzt wieder Leute, die die ehemalige DDR in rosarot sehen und deswegen auch Die Linke wählen.

Und wenn es danach ginge, wäre es besser, wenn es die Mauer noch gäbe.



LG

  • "ohne den Mauerfall gäbe es meinen Sohn nicht."

    Das sagt uns jetzt was?

    Dass der Mauerfall gut oder schlecht war? Deinen Sohn kennen wir ja nicht. #cool

    Ich flüster dir mal was zum Nachdenken: Ohne den 2. WK hätten meine Großeltern sich nie kennengelernt.

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