Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt

    • (1) 04.09.11 - 20:26

      Was sagt das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern über die Parteiprogramme und -akzeptanz aus? Was sagt das Wahlergebnis über die Wähler aus?

      Fast drei Prozent für die FDP finde ich wirklich gut, aber über fünf Prozent für die NPD ist schon erschreckend. Die Linke hat sich etabliert und sie Grünen sind stark hinzugekommen. Wenn ich an alte Debatten mit den neoliberalen Marktfetischisten hier zurückdenke und deren Meinungen von wegen "die Linke wird schnell wieder in der Versenkung verschwinden", dann kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ich war damals schon anderer Meinung, habe wohl Recht behalten und kann mich auch einer gewissen Schadenfreude über die in der Versenkung Verschwundenen nicht ganz verwehren. #freu

      Ich grüße dann mal freundlich zu Benedikte und Schleppi, die ganz sicher hier noch mitlesen (unter anderem Namen selbstverständlich) und schaue gespannt auf die nächsten Wahlen... #winke

      • (2) 04.09.11 - 21:04

        Hallo Adalgisa,

        <Was sagt das Wahlergebnis über die Wähler aus?>

        Mehr als das Wahlergebnis sagt die Wahlbeteiligung (mal wieder) über die Wähler aus.

        Stell' Dir vor, es ist Demokratie und keiner macht mit . . .

        Gruß

        Ralf

        • (3) 04.09.11 - 21:44

          Die Wahlbeteiligung ist ein Indikator dafür, wie eingelullt oder resigniert das Volk schon ist. Nur, wer noch an die Demokratie und deren Möglichkeiten glaubt, geht zur Wahl. Für viele ist das leider keine Option mehr in der heutigen Zeit, denn die Wirtschaft und das Kapital haben die Zügel fest in der Hand. Leider.

          • "das Volk", das arme passive Opfer, Objekt boser Maechte.... mir kommen die Traenen!

            Im uebrigen belegt meiner Ansicht das Wahlergebnis einmal mehr, wie wenig liberales und d.h. auch tolerantes Denken zur Zeit en vogue ist. Zum Feiern oder gar zur Schadenfreude sehe ich keinen Anlass.

          • (5) 05.09.11 - 21:28

            Hallo nochmal,

            < . . . denn die Wirtschaft und das Kapital haben die Zügel fest in der Hand.>

            Wenn etwas mehr Wirtschaft(skraft) und investiertes Kapital nach MVP fließen würden, wäre das der Stimmung im Land sicher nicht abträglich.

            Gruß

            Ralf

        #pro

        Das ist das, was mir am meisten Sorge bereitet!
        Natürlich bin auch ich manchmal frustriert über politisches Geschehen.
        Am meisten nervt mich immer, dass niemand mehr wirklich Politik zu machen scheint (dann nämlich könnte ich als Wähler entscheiden, ob mir diese Art Politik zusagt oder nicht), sondern dass sich jeder permanent im Wahlkampf und sowieso immer in der Opposition zu allen anderen Parteien befindet.
        Also frage auch ich mich bei mancher Wahl, ob ich als Wähler die richtige Wahl getroffen habe, ABER gar nicht Hingehen, das ist das Schlimmste was man tun kann! Andere Völker kämpfen derzeit für ihre demokratischen Rechte und das Wahlrecht ist das Urrecht sozusagen.
        Und sich mit Frust rauszureden ist gelinde gesagt echt daneben!

        Lg

    Ach Uwe,

    finde ich toll, dass du noch ganz viel an mich denkst.

    Um und bei 18% für die Linken in einem Ostzonenbundesland - also Erfolge sehen wohl anders aus.

    Das Ergebnis der Linksextremisten und Rechtsextremisten ist mal ´ne Visitenkarte für die Bürger in McPomm. Ich hatte ohnehin nicht vor, in absehbarer Zeit meinen Urlaub in diesem Bundesland zu verbringen.

    Ich habe hier bei Urbia glaube ich ca. 2004 begonnen.

    In den letzten 7 Jahren bin ich wohl altersweise geworden. Ich finde die Linksextremen und die Rechtsextremen immer noch richtig scheiße. Aber das mein Herz an den übrigen Parteien in der Mitte hängt, kann ich nun auch nicht mehr sagen.

    Und nächste Woche zur Kommunalwahl gehe ich nur, um unseren Kindern ein Vorbild zu sein. Wahrscheinlich werde ich mir 4 Lose basteln - und wen ich aus dem Lostopf ziehe, den wähle ich.

    Wer glaubt, dass die Damen und Herren Politiker tatsächlich gestalten können, dem möchte ich auch den Glauben an den Weihnachtsmann nicht nehmen.

    LG
    Christian

    P.S.:
    was aus Benedike geworden ist, weiß ich gar nicht. Vielleicht sollte ich ihr einfach mal eine eMail schreiben.

    • Hach Christian :-)

      "finde ich toll, dass du noch ganz viel an mich denkst."

      Natürlich denke ich bei jeder Wahlschlappe der FDP an Dich. Für mich bist Du mit Deiner marktradikalen Meinung das Sinnbild des kurzsichtigen Lemmings schlechthin. Wer wirklich über Kapitalismus, Gesellschaft und vor allem über soziale Gerechtigkeit nachdenkt, der muss früher oder später das linke Auge öffnen. Alleine die Wirtschafts- und Finanzkrise(n) sind ja hausgemacht #freu Aber ich halte Dich für intelligent genug, dass Du spätestens auf dem Sterbebett in frühestens 60 Jahren zur Einsicht kommst und Deinen Irrtum begreifst.

      Was in McPomm mit der FDP passiert ist, freut mich ehrlich. Wieder einmal hat man die Großkotze und Dummschwätzer dahin verbannt, wo sie hingehören - ins Off.

      In einem Punkt gebe ich Dir Recht: Unsere derzeitigen Politiker sind durch die Bank weg wirtschaftshörig und haben noch nicht genug Rückgrat, um Politik im Interesse der Gesellschaft zu machen. Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf, dass auch das eines Tages kommen wird. Vielleicht warten wir weitere 5...10...20 Jahre und falls ich dann noch hier bin, werde ich erneut winken...

      #winke

      • "Wirtschafts- und Finanzkrise(n) sind ja hausgemacht"

        Wie bitte? Das sind globale, hochgeschaukelte Probleme. Hat Deutschland diese Probleme verursacht? Nein. Dass Deutschland überall reinbuttert, finde ich besch... Aber hausgemacht? Das ist totaler Blödsinn.

        Die FDP ist eine gute Partei mit guten Ansätzen für die arbeitende Bevölkerung. Ihr Problem: sie haben schlechte Politiker in ihren Reihen. Das musste schief gehen.

        Und ja, die Politiker sind zu wirschaftshörig. Aber wer gibt uns Arbeit? Wer bringt das Geld ins Land? Eine Politik im Interesse der Gesellschaft würde noch größere Neuverschuldungen bedeuten. Dann hast du am Ende auch nichts davon.

        Für mich bist du ein kurzsichtiger Lemming, der das System nicht versteht.
        Das System, dass du haben willst, nenne ich Sozialismus á la DDR. Das war bis zu einem gewissen Punkt schön und gut (bin selbst Ossi), aber die DDR gibt es nicht mehr...

        Ich würde mich auch freuen, weniger Steuern zahlen zu müssen und gegen Unwägbarkeiten abgesichert zu werden vom Vater Staat. Die Kinderbetreuung ist unter aller Sau (ach, wie schön war es zu DDR-Zeiten) und der Krankenkassenmist schiebt sich immer mehr in Richtung USA-Niveau (für das, was wir dafür bezahlen).

        Aber so lange 20-Jährige Hartz-4ler vom Staat durchgefüttert (und häufig genug auch deren Nachwuchs) werden, ist dein Sozialstaat doch noch omnipräsent.

        • Ich helfe Dir gerne mal weiter:

          "Wie bitte? Das sind globale, hochgeschaukelte Probleme. Hat Deutschland diese Probleme verursacht? Nein. Dass Deutschland überall reinbuttert, finde ich besch... Aber hausgemacht? Das ist totaler Blödsinn."

          Nee, isses nicht. Das kapitalistische System ist die Ursache und je liberaler (also je freier die Märkte), desto größer die Krise, weil mit Geld Geld verdient wird und die Selbstbedienungsmentalität im Großkapital unerhört ist. Aus diesem Grund muss man mit scharfen Steuereinschneidungen auch gegensteuern, was eben die Liberalen vehement verteufeln. Also doch hausgemacht und zwar vom System.

          "Die FDP ist eine gute Partei mit guten Ansätzen für die arbeitende Bevölkerung."

          #rofl Die FDP ist weder eine gute Partei noch hat sie für die arbeitende Bevölkerung gute Ansätze. Es ist eine gute Partei für die Besserverdienenden, um die ärmeren und eventuell auch naiveren Bildungsschichten kräftig zur Kasse zu bitten. Beispiel 1: Mindestlohn wird verweigert, damit man eben noch billigere Arbeitskräfte bekommt. Beispiel 2: Steuersenkungen für kleine und mittlere Einkommen ist eine inhaltsleere Floskel, weil jeder, der sich mit der Steuertabelle befasst, die "Steuerlast" der kleinen Einkommen vergebens suchen wird. Was wir brauchten wäre eine Entlastung bei den Sozialausgaben und da erhöht die FDP lieber die Beiträge zu den Gesundheitskosten...

          "Für mich bist du ein kurzsichtiger Lemming, der das System nicht versteht."

          Na Hauptsache, Du hast es verstanden! #rofl

          Allerdings habe ich da berechtigterweise erhebliche Zweifel!

          Selbstverständlich ist die Finanzkrise (die man auch weiterhin so nennen sollte, denn die „Schuldenkrise“ ist nur ein neues Kapitel des gleichen Buchs) hausgemacht. Dass diese nicht allein von Deutschland verursacht wurde, versteht sich von selbst. Der negative Beitrag, den Deutschland zur derzeitigen Entwicklung geleistet hat, ist allerdings enorm. Nur hat das hierzulande kaum jemand registriert. Der Deutsche gefällt sich leider allzu sehr in seiner Rolle als Oberlehrer, der die Kompetenzführerschaft für sich alleine reklamiert. Dabei wird bei uns wirtschaftspolitisch so ideologiebehaftet und eindimensional gedacht wie in keinem zweiten Land.

          „Die FDP ist eine gute Partei mit guten Ansätzen für die arbeitende Bevölkerung.“

          Das ist ein Irrglaube. Ich habe grundsätzlich Sympathien für einige
          Teilaspekte des Liberalismus, allerdings spielen diese in der Partei momentan keine erkennbare Rolle mehr. Die heutige FDP macht eine Teeparty-Politik im Chicago-Style mit einigen Manchester-Elementen. Für die arbeitende Bevölkerung hat sie nichts zu bieten. Bei der letzten Bundestagswahl sind leider sehr viele Wähler auf den Slogan „Leistung muss sich wieder lohnen“ reingefallen. Sind unterlagen dem Irrtum, dass die FDP Arbeit im herkömmlichen Sinn als Leistung versteht.

          • "hausgemacht"

            aber global? Falls es denn stimmt, dass die Krise durch den boesen Kapitalismus bzw. durch die Finanzbranche verursacht wurde (was ich nur zu einem kleinen Teil akzeptieren wuerde), dann duerfen sich die Kritiker ja befriedigt die Haende reiben: die Bankaktionaere haben in den letzten zwei Jahren erhebliche Verluste verkraften duerfen....

            Zur Beurteilung der "jungen" Garde der FDP muss ich Dir beistimmen: ein Trauerspiel!

            • „hausgemacht“ ist vielleicht ein etwas unglücklicher Begriff. Es geht um Konstruktionsfehler innerhalb eines Systems, um Regelungslücken die sich in den letzten 15-20 Jahren aufgetan haben. Diese führten zu dem aufgeblähten, intransparenten, ressourcenverschwendenden und bisweilen auch manipulativen Konglomerat das wir zurzeit vorfinden. Da spielt es keine Rolle, ob die Akteure in London, New York, Tokio oder Frankfurt ansässig sind. Die Strukturen sind grenzübergreifend.

              Ich bekenne mich zur Marktwirtschaft in der auch das Kreditwesen und die Finanzwirtschaft seinen Platz und seine Aufgaben haben. Allerdings ist es zwingend erforderlich die Schwächen und Fehler zu beseitigen, ansonsten wird das derzeitige System vermutlich nicht mehr viele Chancen bekommen.

              „die Bankaktionäre haben in den letzten zwei Jahren erhebliche Verluste verkraften dürfen....“

              Es ist ehrenvoll, sich um die Aktionäre zu sorgen, aber sinkende Aktienkurse sind keine Verluste. Die Bewegungen des Aktienmarktes lassen sich rational nicht mehr erklären. Wer geduldig ist und auch mal eine ausbleibende Ausschüttung verkraften kann, muss seinen Einsatz nicht verlieren.

              Aber da fällt mir noch ein Zeitungsartikel ein, den ich vor einigen Wochen gelesen habe:

              http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/stille_enteignung_der_bankaktionaere_1.11591683.html

              In nahezu allen Branchen ist es üblich, dass die Einkünfte der Unternehmer stärker steigen als die der Arbeitnehmer. Das Bankgeschäft aber scheint eine Ausnahme zu sein. Ich vermute, die Situation in der Schweiz lässt sich auch auf Deutschland übertragen.

              Was ist also euer Trick? Wie können wir dieses Erfolgsmodell auf andere Wirtschaftsbereiche übertragen?

              • "sinkende Aktienkurse sind keine Verluste."

                Naja, wenn dem so waere, haetten wir keine Banken- und Schuldenkrise. Die fallenden Kurse der Staatsanleihen wuerden nicht die Bankbilanzen belasten. Und wer vor 20-25 Jahren japanische Aktien kaufte und hielt, mag einen langen Atem bewiesen und seine Verluste nicht realisiert haben, aber reicher ist er nicht geworden.
                Ich erwaehnte die Bankaktionaere (die wohl tatsaechlich ahnungsloser und wirtschaftsferner sein muessen als "echte" Aktionaere), weil oft der Ruf gehoert wird, wer fuer den Schaden verantwortlich ist, muesse auch dafuer einstehen.

                Die schweizer Situation ist wohl teilweise auch auch Dtl uebertragbar, mit Sicherheit und im groesseren Maße aber in den Staaten. Und dies ganz ohne Gewerkschaft... vielleicht ist das der Trick???

                • OK, wer Aktien im Firmenvermögen hat muss diese natürlich möglicherweise abwerten. Die Finanzkrise ist allerdings nicht von sinkenden Aktienkursen ausgelöst worden. Hinter den Aktien steht immer ein Wert, ein Unternehmen mit Aktiva, Passiva und Mitarbeitern, Kunden Und Know-How. Das ein Unternehmen in wenigen Wochen seinen Wert vervierfacht und in ebenso kurzer zeit wieder verlieren kann ist ausgeschlossen. Genau das ist aber in den letzten 15-20 Jahren in den Börsencharts ein paar mal passiert. Auf dem Aktienmarkt befinden sich zumindest keine hohlen Nüsse mehr, das ist seit der Dotcom-Blase vorbei.
                  Das kann man nicht von allen Produkten des Kapitalmarktes sagen.

                  Zu japanischen Werten kann ich nicht viel sagen. Ich meine aber noch zu wissen, dass der Nikkei genauso Achterbahn fährt wie andere Indizes, in den letzten 5 Jahren bestimmt auch zwischen 8000 und 18.000.
                  Die Aktionäre von Sony, Panasonic und Hitachi dürften in den letzten 25 Jahren sicher auch die eine oder andere Ausschüttung bekommen haben.

                  "Und dies ganz ohne Gewerkschaft... vielleicht ist das der Trick???"

                  Ich habe eine andere Theorie.

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