Pflichtbesuche für alle vom Jugendamt,was haltet ihr davon?

    • (1) 05.09.11 - 11:27

      Es geht um folgendes:

      Bei uns im Landkreis wurde vom Kreis eine Initiative gestartet.
      Alle frisch gebackenen Eltern bekommen Post.

      Dort wird zum Kind gratuliert und geschrieben,dass man ja gerne persönlich gratulieren möchte und deshalb eine Mitarbeiterin vorbeischickt (Termin ist auch gleich mit dabei)

      Dies wird von einem freien Träger durchgeführt, der im Auftrag des Kreises und des Jugendamtes fungiert.(das steht natürlich nicht mit dabei;-) )
      Kann man aber nach langem Suchen auf der Homepage des Kreises nachlesen.

      Das heisst mit dem Deckmantel der "Neugeborenenbegrüßung" kommen Sozialarbeiter ins Haus und sollen sich mal umschauen ob sie was auffälliges entdecken#gruebel

      Ich finde das hat schon was von Überwachung,die ich persönlich nicht möchte.

      Natürlich kann man sagen,wer nichts zu verbergen hat,kann sie doch reinlassen.
      Aber kommt euch das nicht bekannt vor?

      Genau das gleiche wurde damals bestimmt von der Stasi vor ner Hausdurchsuchung gesagt.

      Das U-Untersuchungen zur Pflicht geworden sind,kann ich verstehen,aber das geht eindeutig zu weit.:-[

      Welche Meinung habt ihr dazu?

      • Geht garnicht!!!

        Dann könnte man ja auch sagen, in jedes Kinderzimmer kommt eine Überwachungskamera, ist ja nur zum Wohl des Kindes.

        Man muss schon was tun, aber an anderer Stelle.
        Wenn die Leute vom Jugendamt so viel Zeit haben, dann sollen sie sich doch mal eine Woche in einen Kindergarten setzten und die Kinder "beobachten". Da kann man dann vielleicht auch schon Auffälligkeiten sehen.
        Ich meine, gut, dafür sind die Erzieher da, aber vielleicht hat jemand, der möglicherweise eine spezielle Ausbildung hat, da einen anderen Blick für.

        Lg paula

        Hallo,

        diese Besuche sollen der Prävention dienen und den frischgebackenen Eltern die Möglichkeiten geben, ganz ohne Rennerei einen Ansprechpartner für ganz viele Belange zu finden.
        Diese Damen kommen mit vielen regionalen Informationen zu den Themen, Kinderbetreuung, Freizeitgestaltung, Mütter-Treffs, Kinderärzten etc. und sie helfen einem bei Anträgen und haben einfach mal ein offenes Ohr.
        Es soll die Hemmschwelle senken, sich bei Problemen an Fachleute zu wenden und nicht zu warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen.

        Die Mitarbeiter des Jugendamtes sind keine Unmenschen und sind auch nicht immer der Feind. Sie wollen in erster Linie Familien und Kindern helfen.

        Und wenn bei so einem Besuch tatsächlich festgestellt werden sollte, dass da Not am Mann ist, kann frühzeitig gehandelt werden, bevor wieder alle Geier sich auf die Nachrichten von vernachlässigten Kindern stürzen.

        Es soll ein Angebot an Eltern sein und keine Bespitzelung alla Stasi. Aber das sieht man wohl nur, wenn man mal das Jugendamt nicht immer nur als die schlechteste Behörde von Deutschland sieht. Mittlerweile sind ja sogar schon die Finanzbeamten beliebter.

        In diesem Sinne
        M.

      • Prävention sollte in allererster Linie durch Hebammen stattfinden, die die Familien nämlich wirklich kennen lernen. Aber die werden durch unsere Politik ausgelöscht, so schnell kann man gar nicht gucken.


        Wer hilfe braucht, sollte sich an Fachpersonal wenden und nicht ans Jugendamt. Die wollen ganz viel und können ganz wenig

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          Prävention sollte in allererster Linie durch Hebammen stattfinden, die die Familien nämlich wirklich kennen lernen. Aber die werden durch unsere Politik ausgelöscht, so schnell kann man gar nicht gucken.
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          An die Hebammen oder vielmehr an "meine" Hebamme damals habe ich als erstes gedacht.
          Sie kam schließlich jeden Tag vorbei.


          Du hast recht, sie und ihre Arbeit sind inzwischen schon erledigt, wenn es um die Nachsorge geht.

          Und wie viele Frauen haben überhaupt noch täglichen Kontakt mit einer Hebamme, besonders eben nach der Geburt?

          Viele bleiben einfach eine Weile im Kh, wo sie selbstverständlich das Kind bekamen und zuhause ist dann nichts mehr. :-(

          • Der Kontakt mit den Hebammen wird immer mehr eingeschränkt. Oft werden sie durch Ärzte gar nicht empfohlen.

            Dann gibt es natürlich auch die, die ihre Wöchnerinnen abarbeiten und denen das drumrum im prinzip egal ist.

            Hebammen müssten viel länger in den Familien bleiben können und von Beginn an der Ss begleiten. Denn auch da entstehen ja bei ganz vielen Frauen Ängste, die man schon im Vorfeld eindämmen kann mit Gesprächen etc.

            Ganz ganz erschreckend finde ich, das in Lübeck Familienhebammen arbeiten, die aktive Sektenmitglieder sind! Und das sind sog. Familienhebammen des Jugendamtes! Da hat es mich wirklich gegruselt. Da wird schon auf den Homepages der werten Damen fleißig mit Lichtarbeit, Deksha und Co geworben!

            Und sowas gefördert vom Jugendamt! das sich allerdings keinerlei Schuld bewusst ist und das völlig normal findet

            lg

        Hallo,

        es gibt keine Pflicht sich eine Hebamme zu suchen.

        Gruß Marion

      Die Einschätzung der Umstände allein den Hebammen zu überlassen ist nicht ausreichend, denn häufig verschinden die nach einigen Wochen und das war es dann.

      Und warum arbeitet beim Jugendamt kein Fachpersonal? Oder bezog sich das allein auf den medizinischen Aspekt?

      • Ich schenke mir noch ein w. Es sollte "verschwinden" heißen.

        Die Hebammen müssten viel länger in den Familien bleiben können. In den ersten Wochen sehen sie bei häufigen Besuchen allerdings sicherlich immernoch mehr als bei einem einzigen Willkommensbesuch vom Jugendamt.

        Im Gegensatz zum Jugendamt darf eine Hebamme ein tatsächlich gefährdetes Kind sofort in Obhut nehmen. Dieses Gesetz stammt noch aus der Reichsversicherungsordnung. Sie hat da also ebenfalls ausreichend Möglichkeiten.


        lg

        • Warum darf das Jugendamt kein Kind direkt in Obhut nehmen?
          Wo hast du diese Information her?

          • Das Jugendamt lässt man doch viel eher vor der Tür stehen als die Hebamme. Natürlich kann es, mit viel Tamtam, ein Kind in Obhut nehmen. Die Hebamme hat es da aber viel leichter und hat vor allem viel viel mehr Einblick in die Situation!

            Gegen das Jugendamt kann mann allerdings einstweilige Verfügungen erwirken (wer macht das schon bei seiner Hebamme?) und DANN sollen sie dir mal was nachweisen

            lg

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