Fair Trade, Mülltrennung, Energiesparen, Veganismus etc.

    • (1) 06.09.11 - 21:38

      Hallo!

      Meint Ihr, man kann ruhiger schlafen, wenn man solche Produkte kauft und sich vegetarisch oder vegan ernährt? Kann man doch den Verfall des Planets hinauszögern?

      Es gibt so viel Leid auf dieser Welt und wenn ich ein Tröpfchen für eine bessere Welt beitragen kann, ist das dann genug?

      Was mich zu dieser Frage bewegte, war ein Satz, der heute Morgen von meiner 7-jährigen Tochter kam. Es gibt nun "Bio-Kaba" (von "Kaba") und sie möchte, dass ich es kaufe, damit keine Kinder arbeiten und sich dabei auf den Kakaoplantagen vergiften lassen müssen. Ich kaufe Fair Trade - Kakaogetränk, aber das kommt ja nirgendwo in der Werbung vor. Aber "Kaba" dafür.

      Meine Kinder möchten kein Fleisch essen. Und sie trinken immer weniger Milch, essen kaum noch Eier und Milchprodukte, weil sie wissen, dass Tiere dafür leiden müssen

      Das ist alles für mich kein Problem. Und ich schlafe wirklich ruhiger, seit ich weiss, was wir alles tun. Wir machen wenig Müll, wir trennen Wertstoffe (was damit letztendlich passiert wissen wir nicht wirklich), wir fahren selten Auto, eher Fahrrad, wir putzen mit umweltfreundlichen Mitteln, wir kaufen regional... Klar, viele machen das und ich bin froh darüber. Aber irgendwann fühlt man sich dann doch wie der berühmte Hamster in seinem Käfig. Was bringt mein Tröpfchen, wenn einer einen ganzen Eimer Drecksbrühe entgegen schleudert?

      Sorry, diese Gedanken kommen mir ab und an, wenn mir mal wieder klar wird, wie der Mensch mit der Umwelt umgeht. Auch mit anderen Mitmenschen, Tieren... mit allem. Und dann bekomme ich Angst und schlechtes Gewissen, weil unsere Kinder (damit meine ich nicht nur meine) eine unschöne Erbschaft bekommen...

      • Hallo,

        viele Tröpfchen ergeben auch einen Eimer voll ;-)

        O.K. mein Beitrag für die Umwelt könnte größer sein, aber lieber wenig als gar nichts. Wir kaufen vermehrt regionale Produkte, Bio und Fairtrade. Wir versuchen, nicht ständig überflüssigen Plunder zu kaufen, haben schon lange LED-Lampen statt Glühbirnen und trennen den Müll.

        Ich komme allerdings schwer ins Grübeln, wenn ich Bio-Kürbisse aus Neuseeland und Bio-Äpfel aus Chile sehe. Bio ist leider nicht immer öko.

        Meiner Meinung nach können Einzelne zwar nicht die Welt retten, dazu sind globale Anstrengungen nötig, aber wir müssen ja nicht Ressourcen verbrauchen, als ob es kein Morgen gäbe.

        VG

        • Hallo!

          Mir ging es so mit den Kartoffeln aus Ägypten. Warum soll ich die im Laden kaufen, wenn die gleich drübern in der Pfalz wachsen?

          Hast Du eine Idee, wie man die Ressourcen sparen könnte, bzw. die Menschen dazu bringen? Preise erhöhen? Manchen scheint es absolut egal zu sein

          LG #tasse

          • Ha, lustig über die bin ich auch schon gestolpert. Gibts bei unserem Edeka - Biokartoffeln aus Ägypten. Da kauf ich dann doch lieber die nicht Bio aus Brandenburg.
            Ansonsten - ein schwieriges Thema das mich auch immer wieder umtreibt. Letztlich denke ich mir, die Welt retten werde ich damit nicht, dass ich Bio und Fair Trade kaufe, kein Fleisch esse und kein Auto fahre. Aber vielleicht kann ich dazu beitragen dass es ein paar ganz konkreten Kakaobauern in Südamerika und ein paar Kühen ein bisschen besser geht in ihrem Leben. Und das ist immerhin schonmal etwas.
            LG
            meram

          • Hallo,

            leider habe ich auch keine zündende Idee. Umdenken kann man nicht erzwingen.

            Preiserhöhungen treffen vor allem Haushalte mit geringem Einkommen, die sowieso kaum über die Runden kommen. Wer ein gutes Einkommen hat, konsumiert wahrscheinlich weiter wie gehabt.

            Benzinpreiserhöhungen belasten Pendler - z.B. mich: 43 km zur Arbeit und meinen Mann: 36 km zur Arbeit. ÖPNV ist keine Alternative, da ich mehr als 1,5 Std. pro Strecke bräuchte und mein Mann im Schichtdienst arbeitet.
            So sind viele auf das Auto angewiesen und können es gar nicht einfach stehenlassen.

            Allerdings denke ich, dass es Vielen schlicht egal ist und bleibt, da sie keine direkten Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Ausbeutung spüren.

            Vielleicht hilft permanente Aufklärung etwas, in den Schulen, den Medien usw.

            VG #winke

      Ich kaufe nicht extra Biozeug.

      Ich esse weiterhin Fleisch, trinke Milch, esse Eier.

      Ich fahre so wenig wie möglich Auto. Aber das eher aus finanziellen Gründen. Ich habe auch LED-Lampen. Aber auch aus finanziellen Gründen.

      Ich trenne Wertstoffe seit ich laufen kann, weil uns das zu DDR-Zeiten schon im Kindergarten eingebläut wurde.

      Ich denke, wir Deutschen tun einiges für die Umwelt. Gerade auch was die Energiegewinnung/-verwertung betrifft, ist Deutschland den meisten Staaten voraus. Die Müllverwertung ist i.O. Das kannst du glauben. Doch leider wissen die Wenigsten wie sie richtig die Wertstoffe trennen.

      Lebensmittel sind in Deutschland meist von guter bis sehr guter Qualität (Ausnahmen gibt es immer). Gerade bei Fleisch sind aber die Qualitäten sehr unterschiedlich. Ich kann preiswert kaufen und habe gute Qualität. Ich kann teuer kaufen und habe überdurchschnittlich viel Wasser im Fleisch (oder auch in der Wurst). Aber bei uns gibt es gerade bei Fleisch, Eiern und Milch nur regionale Produkte.

      Was ich aber bei dir bedenklich finde, dass deine Kinder keine Milch mehr trinken und keine Eier mehr essen wollen. Vielleicht findet ihr bei euch einen Bauernhof oder ähnliches, wo ihr Eier und Milch von "glücklichen" Tieren kaufen könnt. Sprich, wo die Kinder die Tiere sehen können. Denn Eier und Milch sind was ganz Natürliches, obwohl man das bei der Milch so oder so sehen kann. ;-)

      Ich denke, die deutschen Kinder haben kein schlechtes Erbe, wenn sich nicht Deutschland und Europa stark verschlechtern. Sehe ich aber Boomländer wie China, dann fängt man an zu denken. Was da an Dreck jeden Tag in die Luft geschleudert wird...

      • Hallo!

        Ich selber habe nichts gegen Milch, da ich sämtliche Ferien bei meiner Oma auf dem Bauernhof verbracht habe. Und meine Milch hole ich von einem Bauer. Leider habe ich mich da oben etwas ungeschickt ausgedrückt: die Kinder wollen nur die Milch vom Bauer, bei dem sie die Kühe selber sehen können (und denen geht es gut dort)

        LG #tasse

        kuhmilch ist für viele ein reines genussmittel udn alles andere als wichtiges lebensmittel. von daher find ich es eher besser, wenn kinde weniger davon zu sich nehmen.

        lg

    Ich persönlich kämpfe nicht für die Rettung der Welt. Es ist mir auch egal, was mein Nachbar oder meine Freundin für die Umwelt tut.

    Für mich zählt einzig und allein mein Einsatz. Wenn ich eines Tages mein Leben resümieren werde, möchte ich für mich in den Spiegel schauen können und sagen:
    Du hast im Rahmen deiner Möglichkeiten umweltverträglich gelebt und ökologisch vernünftig konsumiert.

    • *unterschreib*

      Hallo!

      Danke Dir. Darum ging es mir. Jeder der etwas tun möchte und kann und es dann auch innerhalb seiner Grenzen tut, tut schon genug

      Ich denke, unser Einsatz ist ausreichend, so dass wir uns nicht vor unserem Spiegelbild schämen müssen.

      Aber eine Frage hätte ich noch zu Deinen Freunden/Nachbarn. Ist es Dir auch egal, wenn sie etwas GEGEN die Umwelt tun?

      LG

      • Ja.

        Denn jeder ist sich selbst Rechenschaft schuldig. Solange es nicht ungesetzlich ist, was sie tun, werde ich niemanden missionieren.

        Fair trade und viele andere Dinge sind auch nur bei finanziell ausgeglichenem Haushalt möglich.

        Wenn Altreifen ( BSP.) verbrannt werden, würde ich mich sicher einschalten.

    (13) 09.09.11 - 20:37

    Da hast du so recht... der Spiegel, das ist die Instanz, benutzen muss man ihn allerdings von Zeit zu Zeit!
    Wofür brauchen wir eigentlich Kant? Kriegen wir doch auch in einem Forum hin #pro

    (Entgegen der Einschätzung vieler, ist das nicht sarkastisch gemeint!)
    Lg
    l-c

Hallo!

Ich halte es ähnlich wie Du: ich selbst bin Vegetarier (der Rest der Familie nicht - nur zuhause ;-)), wir kaufen zu 90% Bio bzw. Fairtrade, wir trennen den Müll, besitzen kein Auto, kaufen Kinderkleidung entweder Bio/Fairtrade oder Second Hand (bei Kleidung für Erwachsene stößt man da allerdings sehr schnell an Grenzen) usf.
Ich glaube nicht, dass ich persönlich damit die Welt retten kann. Ich glaube allerdings schon, dass ein Umdenken zunächst beim Verbraucher und letztendlich in der Industrie eine Menge zum Besseren bewegen könnte.

Mein Sohn (5) isst und liebt Fleisch, ebenso Milchprodukte und Eier, und das soll er alles haben. ABER: ich mache ihm sehr klar, dass es sich dabei nicht um Massenprodukte handelt, die man in rauhen Mengen konsumieren kann, wie man gerade lustig ist. Er weiß, dass wir Produkte kaufen, für die die Tiere nicht übermäßig leiden müssen (ja, ich weiß, ganz ohne Quälerei geht es auch in der Bio-Erzeugung nicht...) und dass dies eben seinen Preis hat. Deswegen werden diese Produkte in Maßen gekauft und verzehrt. Das akzeptiert er.
Ich halte es für unbedingt notwendig, dass den Kindern eine gewisse Achtung vor Nahrungsmitteln und Ressourcen insgesamt vermittelt wird.

Und ja, dieses Verhalten lässt mich in der Tat ruhiger schlafen. Nicht, weil ich glaube, dass ich damit den Planeten rette, sondern weil mir Produkte, bei deren Erzeugung Kinder ausgebeutet werden, Tiere aufs grausamste gequält werden und ganze Regionen in anderen Erdteilen verarmen, schlaflose Nächte bereiten würden.
Hat hier jemand die Wiesenhof-Reportage letzte Woche gesehen? Ich finde, in Anbetracht dieser Grausamkeiten ist der Kauf von Bio-Geflügel oder der komplette Verzicht auf diese Produkte kein naiver Idealismus sondern ein Gebot der Menschlichkeit.

Viele Grüße!

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