Mindestlohn Ja o Nein?

    • (1) 24.09.11 - 18:21

      Hallo liebe urbianer,

      mich würde mal interessieren wie Ihr es mit Mindestlohn seht, ist ja doch bei den Löhnen momentan aktuelles u wichtiges Thema wie ich selbst finde.

      Ich bin nach einem Job im Call Center (Wurde zum 30.06.2011 gekündigt) wieder auf Arbeitssuche u muss erschreckend feststellen wie niedrig doch die Bezahlung der Löhne in so ziemlig jeder Branche sind (Kann mich in mehreren Branchen bewerben da Ausbildung Gastronomie u Umschulung im Büro.).

      Es kann doch nicht sein, das man für eine 40ig Std. Woche inkl. "Überstunden" wie oft bei steht 1000€ u weniger im monat Netto zur Verfügung hat u man noch beim Amt anklopfen muss um den rest aufstocken zu lassen. Zumindest müssen die Meisten dies o arbeiten in Zwei Jobs.:-[:-(

        • es geht auch darum, dass die sozialen Kassen nicht weiter ausbluten.

          Wenn jemand mehr verdient, dann wird da auch mehr eingezahlt, selbst wenn noch (kleine) soziale Hilfen erforderlich sind.

          Gruß

          Manavgat

          • Das ist - Verzeihung - volkswirtschaftlich betrachtet, völlig irreleavant.

            Bei den Mindestlöhnen geht es v.a. um den sog. Niedriglohnsektor. Was da durch Anhebung an zusätzlichen Einnahmen in die Sozialkassen käme - bemessen an den Mindestlöhnen, die diskutiert werden - ist absolut zu vernachlässigen.

            Sinnvoller wäre es, eben auch Einkünfte aus Kapitalerträgen sozialversicherungspflichtig zu stellen. Hier durch liessen sich nach konservativen Schätzungen ca. 40 Mrd. Euro zusätzlich in die Sozialkassen einfahren.

            • Ein gesetzlicher Mindestlohn beträfe - je nachdem wie hoch man ihn ansetzt - 1,5 bis 4,9 Millionen Beschäftigte. Das würde ich nicht als "volkswirtschaftlich irrelevant" bezeichnen.

              Zu Punkt 2: #danke

              • Die Anzahl derer, die davon profitieren ist die eine Sache, die Summe, die den Sozialkassen zugute käme, eine andere. da es sich eben um Niedriglöhne handelt, wäre der positive Effekt weit geringer als Beispiel 2.

                Für mich ist das jedenfalls kein besonders zwingendes Argument FÜR den Mindestlohn.

                • Der Effekt pro einzelnen Beschäftigten mag vielleicht nicht so hoch sein, aber in Summe wäre es für jeden einzelnen Sozialversicherungszweig eine ernstzunehmende Größe - mal ganz abgesehen von der Steuerkasse, aus der die derzeitigen Aufstockungen betrieben werden müssen.

      ich habe mich lange mit den Vor- und Nachteilen auseinandergesetzt und bin (trotz einigen Bedenken) definitiv dafür.

      Ich bin aber auch - achtung und jetzt wird es abenteuerlich - der Ansicht, das der alte (und von mir eigentlich gar nicht so verehrte) Karl Marx Recht hatte mit seinem Satz: Proletarier aller Länder vereinigt euch.

      Jeder Mensch sollte in der Lage sein, mit der eigenen Hände Arbeit sich einen menschenwürdigen Lebensunterhalt zu sichern.

      Und es kann nicht sein, dass es in Deutschland Menschen gibt, die eine ordentliche allseits anerkannte Arbeit machen und davon nicht leben können.

      Aber dafür müssen wir uns auch alle an die eigene Nase fassen (ich auch), alles wollen wir so billig wie möglich.

      • "Und es kann nicht sein, dass es in Deutschland Menschen gibt, die eine ordentliche allseits anerkannte Arbeit machen und davon nicht leben können. "

        Es kann auch nicht sein, dass 1 Milliarde Menschen auf diesem Planeten täglich hungern und 2 Milliarden Menschen mit weniger als 50 Euro im Monat auskommen müssen.

        Menschen handeln nicht moralisch sondern handeln nach ihrer Gier.

        Wer Mindestlöhne fordert, sollte den Menschen bitte auch ehrlicherweise mitteilen, dass es einen Teil dieser betreffenden Jobs nach Einführung eines (auskommenswürdigen) Mindestlohns dann gar nicht mehr existieren wird.

        • "Wer Mindestlöhne fordert, sollte den Menschen bitte auch ehrlicherweise mitteilen, dass es einen Teil dieser betreffenden Jobs nach Einführung eines (auskommenswürdigen) Mindestlohns dann gar nicht mehr existieren wird."

          Nur rein interessehalber: Du hast diese Weisheit bestimmt aus den belastbaren Statistiken, aus denen auch zweifelsfrei nachzuweisen ist, wieviele Arbeitsplätze durch den Mindestlohn zum Beispiel in Frankreich, Luxemburg, den Niederlande oder Belgien vernichtet wurden, oder? Könntest Du uns bitte einen entsprechenden Link zur Verfügung stellen?

          • Gleich eine Gegenfrage: Kann man diese Länder (mit einer anderen Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsdynamik etc) mit Deutschland vergleichen, was solch ein Szenario betrifft?

            • Gegenfrage: Muss man zwingend immer den schlechteren Weg wählen (unserer führt zu massenhafter Altersarmut! Schon mal darüber nachgedacht?) oder kann man auch mal bei den Nachbarn schauen, wie es vielleicht besser wäre?

              • Natürlich kann und soll man bei den Nachbarn schauen, was man adaptieren kann.

                Trotzdem bleibt die Frage, ob das, was beim Nachbarn funktioniert, auch bei uns Erfolg hat.

                Und das mit dem "schlechteren Weg" - worauf basiert das? Dein Gefühl? Oder ist es nicht einfach nur die logische Konsequenz aus der wirtschaftlichen Entwicklung?

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