Evolution, damals und heute

    • (1) 04.10.11 - 15:38

      Natürliche Selektion, das Überleben der Stärkeren - das ist die gängige Definition der Evolution. Nun könnte man sagen, dass dies nicht mehr notwendig wäre, dass genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, um alle Menschen zu ernähren und ein lebenswertes Leben leben zu lassen.

      Aber dem ist ja nicht so. Täglich verhungern eine Vielzahl an Menschen, werden in Konflikten getötet. Eigentlich kein Unterschied zu dem, was die Natur Urzeiten ausmacht. Selektion.

      Ist das unsere neue Definition der Evolution? Sorgen wir somit dafür, dass unser Planet nicht überbevölkert wird? Ist die Solidargemeinschaft ein Modell, für das wir eigentlich gar nicht geeignet sind? Und haben wir nicht, im Kleinen wie im Großen ein System dass die Starken bevorzugt?

      Das ging mir mal so durch den Kopf.

      • Die Frage, die sich mir dabei zunächst stellt: Ist der Mensch noch Teil dieser Evolution oder steht er außerhalb und kocht sein eigenes Süppchen, parallel zur Natur und ihrer Evolution?

        • Wenn wir die Evolution als Prozedur sehen, die den Stärksten, Fähigsten selektiert, ohne Berücksichtigung der physischen oder intellektuellen Fähigkeiten - dann sind wir noch mitten in der Evolution.

          Ob es eine Variante einer Amöbe ist, die sich gegen andere durchsetzt oder ein Mensch, ist dann egal.

          Man könnte fragen, ob man noch das einzelne Wesen oder einen Verbund von Wesen betrachtet - letzteres könnte ein agressiver Staat sein, der andere militärisch in die Knie zwingt.

          Selektion gehört für mich zur Evolution.

          Daher denke ich doch, dass der Mensch noch Teil der natürlichen Evolution und Auslese ist.

          Große Fische fressen auch kleine Fische und tragen zu derem Verschwinden bei (nur ein einfaches Beispiel). Oder andere kleine Fische lernen sich mit irgendwelchen Hilfsmitteln zu wehren. Alles Evolution...

    Du hast es auf den Punkt getroffen.

    Ist es doch noch immer so, dass die Stärkeren überleben. Evolution halt. Doch die Selektion findet nicht mehr über schiere körperliche Kraft und Überlegenheit statt.

    Wer hat die Waffen?

    Wer hat die Nahrungsmittel?

    Wer hat Bildung und Know-How?

    Wer hat die Rohstoffe und Bodenschätze?

    Sind das nicht die modernen Insignien der "Stärkeren"? Und ja, ich denke, "wir" setzen die Insignien der Stärkeren dafür ein, um möglichst lebens- und konkurrenzfähig zu sein. Und ebenfalls ja, "wir" sind kaum in der Lage dazu (oder Willens?), eine weltweit-gerechte Verteilung anzustreben.

    Warum? Besitzstandswahrung? Ist "uns" überhaupt daran gelegen, dass wir anderen dabei helfen, auf unser Niveau kommen?

    Ein gleichstarker "Mitspieler" bedeutet immer auch einen potentiellen Konkurrenten und eine latente Gefahr für die bisherigen Kräfte- und Machtverhältnisse. Und da hast du es wieder: Der Stärkere setzt seine Pfunde ein, um möglichst weit oben auf den Stufen zum persönlich-egoistischen Olymp zu stehen. Und natürlich betreibt er dadurch auch mittelbar eine Art der Bevölkerungskontrolle.

    • nicht der, der der stärkere ist, sondern laut darwin der "passendere".
      passender insofern, als er mehr nachkommen hinterlässt.
      es geht nicht darum, was vorher, währenddessen und nachher passiert, -
      ob der mensch jetzt besitz hat und wissen und wenn ja, in welcher form ist völlig egal- für die evolution zählt nur, wer sich genetisch für die zukunft durchsetzt ggü der konkurrenz- und das ist nun mal derjenige der am meisten nachkommen hinterlässt.
      ob er und seine nachkommen jetzt mozart hören und drei chalets besitzen oder in einer lehmhütte wohnen ist dabei völlig egal.
      ich würd sogar etwas zynisch sagen, der überlebenstrieb ist in der lehmhütte sicher höher..;-)
      übrigens: der persönlich-egoistische olymp ist für die, die genetisch aussterben wollen, sicher eine tolle und interessante option :-)
      LG
      serafina

"Ist die Solidargemeinschaft ein Modell, für das wir eigentlich gar nicht geeignet sind?"

Das "Erfolg" einer Solidargemeinschaft nimmt mit der zunehmenden Zahl ihrer Mitglieder ab. Je weniger Menschen beteiligt sind, desto erfolgversprechender ist eine natürliche Solidargemeinschaft (im Gegensatz zu einer angeordneten Solidargmeinschaft, z.B. eines Staates)

Ein Fahrgemeinschaft unter Arbeitskollegen wird immer harmonischer und erfolgversprechender sein, als riesige Solidarprojekte wie z.B. die Welthungerhilfe. Warum? Weil die einzelnen Mitglieder dieser Solidargemeinschaften immer um Ausgleich bestrebt sind/sein werden. Bei der Fahrgemeinschaft heißt es dann: "Heute fahre ich, dann fährst morgen du." Fehlt dieser Ausgleich, wird es schwierig für den inneren Halt dieser Gemeinschaft. Denn wenn z.B. immer nur einer fahren muss und der andere sich zum Ausgleich nicht einmal an den Benzinkosten beteiligt, ist der innere Halt sehr schnell gefährdet.

  • Ich stimme Dir zu, aber vielleicht geht es nur zum Teil um die Größe der Gemeinschaft, sondern eher um die Vielfalt, die Heterogenität.

    • Hmm, ich befürchte ich weiß grad nicht, wie du das meinst.

      Ich denke, eine natürliche Solidargemeinschaft ist wohl überwiegend ein Projekt von Philanthrophen und Idealisten - und damit doch eine recht homogene Truppe, oder?

      • Ich meinte eine Mischung von Gutsituierten und Schlechtsituierten. Solange es einigermaßen ausgewogen ist, kann das funktionieren.

        Wenn der Gutsituierte den Eindruck hat, die Zahl der Schlechtsituierten wächst stetig und er muss zuviel zu deren Auskommen beitragen, wird er sich irgendwann querstellen.

Du scheinst nicht wirklich zu verstehen was Evolution ist, dein Posting ist reiner Bloedsinn.

Hier mal ein Einsteigerlektuere Tip
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