Betreuungsgeld

    • (1) 12.10.11 - 15:23

      Liebe urbia-Mütter und -Väter,

      Familienministerin Kristina Schröder hat neue Vorschläge zum geplanten Betreuungsgeld gemacht (siehe unseren Artikel: http://www.urbia.de/magazin/familienleben/politik-und-gesellschaft/kommt-das-betreuungsgeld). Bisher war geplant, das Betreuungsgeld von monatlich 150 EUR ab 2013 an Eltern zu zahlen, die ihre Kleinkinder nicht in einer staatlich geförderten Einrichtung, sondern zu Hause betreuen (lassen). Kristina Schröder möchte diese Zahlung nun auch auf Teilzeit arbeitende Mütter ausweiten, dafür aber nur ein Jahr lang zahlen.

      Was haltet Ihr vom Betreuungsgeld? Findet Ihr es sinnvoll, Eltern Geld dafür zu zahlen, dass sie ihr unter dreijähriges Kind nicht in einer (staatlich geförderten) Einrichtung anmelden, sondern es zu Hause erziehen? Oder seid Ihr, wie z.B. die FDP, gegen das Betreuungsgeld? Wir sind gespannt auf Eure Meinung!

      Übrigens: Vielleicht interessiert Euch auch unser neues Interview mit einem renommierten Familien-Forscher: http://www.urbia.de/magazin/familienleben/politik-und-gesellschaft/betreuungsgeld-nicht-sinnvoll

      Petra Fleckenstein
      urbia-Redaktion

      • "Was haltet Ihr vom Betreuungsgeld?"

        Ueberhaupt nichts.... es ist nicht Fisch noch Fleisch. Man sollte aber vielleicht Unternehmen mit eine Mindestzahl von Angestellten dazu verpflichten, Betreuungsstellen (mindestens) fuer die Kinder ihrer Angestellten zur Verfuegung zu stellen. Aber jeder staatliche Anreiz, nicht arbeiten zu gehen, sollte vermieden werden...

        Das ist ein zweischneidiges Schwert und die 150,-€ lösen überhaupt nichts von dem bestehendem Problem.
        In Deutschland wird es einen Anstieg für fehlende Arbeitskräfte geben. Ein Betrieb kann es sich gar nicht leisten, seine gut ausgebildeten Frauen für Jahre in die Erziehungszeit gehen lassen.
        Für 150,00 kann sich niemand eine Tagesmutter leisten, die ins Haus kommt.

        Ich finde, unterhalb einer Obergrenze sollte jeder, der einen Arbeitsplatz nachweisen kann, seine Kinder kostenfrei betreuen lassen können, mitfinanziert durch die Arbeitgeber. Ob halb-, ganz- oder dreivierteltags sollte vom Beschäfigungsverhältnis abhängen.

        Wer glaubt, dem Kind zu Hause gerechter zu werden, der muss sich diesen Luxus leisten können wollen.
        Ich glaube, wenn die kostenlose Kinderbetreuung ab einem Mini-Beschäftigungsverhältnis gilt, werden wir einen sprunghaften Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse haben.

        Grundsätzlich ist mein Traum dahingehend allerdings Utopie, denn so viele Betreuungsplätze kriegt Deutschland in den nächsten Jahren nicht geregelt.

        Und ich glaube, dass es für alle Kinder ab einem Jahr sehr förderlich ist, in einer Betreuung mit mehreren Kindern zu sein. Sie lernen furchtbar schnell und erleben tolle Sachen, die man zu Hause oft so gar nicht realisieren kann.

      liebe urbia redaktion

      leider funktioniert euer link nicht:)

      Nein ,ich finde es fatal, frauen geld dafür zu bieten, daß sie ihre kinder selbst betreuen- und möchte dennoch nicht in einem atemzug mit de fdp genannt werden

      meine meinung begründe ich
      -zum einen mit meiner persönlichen erfahrung, die mir gezeigt hat, daß Kinder sehr von einer frühen fremdbetreuung profitieren
      - zum anderen damit, daß Frauen so noch mehr dazu gedrängt werden länger zu pausieren, damit noch schlechtere chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, noch mehr in minijobs und tätigkeiten mit wenig Aufstiegsmöglichkeiten gedrängt werden

      - damit ,daß wir uns angesichts eines bevorstehenden (und zum teil schon akuten) Fachkräftemangels es uns gar nicht leisten können, auf Elternteile mit kleinen Kindern als an der Erwerbsarbeit beteiligten zu verzichten

      - damit, daß ich es eine schäbige und billige variante finde, den krippenausbau nur halbherzig voranzutreiben, denn eigentlich geht es ja um einsparmaßnahmen, die die ausgaben für den anspruch auf einen krippenplatz ab 2013 minimal halten sollen.

      - und zu guter letzt damit, daß es genau die Kinder trift, dei am meisten von einer solchen betreuung profitieren würden: Kinder aus Familien mit gerninger bildung, mit wenig berufschancen.
      diese Kinder ,die am meisten von der frühen fremdbetreuung profiteiren würden sind diejenigen, die noch weiter davon fern gehalten werden, denn die mutti ohne ausbildung kann nicht einfach auf die 150€ verzichten (und zudem noch 150€ für die krippe zahlen)
      diese kinder werden also noch stärker als bisher hinterherhinken und "sozialhilfedynastien" werden noch stärke gestützt..

      lisasimpson

      • ich bin ganz deiner Meinung (vor der FDP graust mir weniger als vor der FPÖ)

        Kinder brauchen soziale Kontakte ausserhalb der Familie. Sie sollen möglichst früh deutsch und den Umgang mit anderen Menschen lernen. In Ö versucht man Sprachdefizite in einem verpflichtenden Vorschuljahr zu mildern.

    • und besonders:
      ##
      - und zu guter letzt damit, daß es genau die Kinder trift, dei am meisten von einer solchen betreuung profitieren würden: Kinder aus Familien mit gerninger bildung, mit wenig berufschancen.
      diese Kinder ,die am meisten von der frühen fremdbetreuung profiteiren würden sind diejenigen, die noch weiter davon fern gehalten werden, denn die mutti ohne ausbildung kann nicht einfach auf die 150€ verzichten (und zudem noch 150€ für die krippe zahlen)
      diese kinder werden also noch stärker als bisher hinterherhinken und "sozialhilfedynastien" werden noch stärke gestützt..
      ##
      Da werden auch die sozialschwachen Ausländerkinder erst recht zuhause bleiben und die Sprachprobleme nicht gerade besser.

Hallo,

die Idee an sich ist gut.

Man sollte einer Mutter die Wahlmöglichkeit geben, ob sie zu Hause ihre Kinder betreuen möchte oder nicht. Diese Wahl haben viele Mütter aber nicht, weil akuter Geldmangel entsteht, wenn Kinder da sind.

Aber da sind 150 € nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und wenn nicht die Möglichkeit besteht, dass mehr gezahlt wird, würde ich sagen, dann kann man es gleich lassen.


LG

Dieses Betreuungsgeld setzt die falschen Anreize und ist angesichts der knappen Kassen unfassbar frech.

Besser wäre es, das Geld in Projekte zu stecken, die wirklich helfen, z. B. Tagesmütterfortbildungen oder Zuschüsse für die Tagesmutterbetreuung.

Es gibt doch Elterngeld. Wozu jetzt noch ein Verwaltungsmonster schaffen?

Gruß

Manavgat

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