Volksabstimmung Griechenland

    • (1) 02.11.11 - 07:11

      Guten Morgen.

      Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will das Volk über das Euro-Rettungspaket abstimmen lassen.

      http://www.morgenpost.de/politik/article1812193/Griechenland-riskiert-seine-Euro-Mitgliedschaft.html

      Ist das rechtlich eigentlich einwandfrei? Dürfen die Bürger Griechenlands über den Beschluss der anderen Staaten abstimmen?

      Ist die Konsequenz einer negativen Abstimmung zwingende der Austritt aus der Eurowährungszone? Könnten sie trotz Staatspleite auch einfach drin bleiben? Was würde das genau für die von Krediten besonders stark betroffenen Länder bedeuten, bzw. deren Banken?

      Und, last but not least: Können sie dann einfach die Drachme wieder einführen oder sind sie nicht auch an die Abkommen/Verträge gebunden? Kann man einfach "austreten"?

      Fragen über Fragen.
      Ob der Präsident wohl "zu hoch pokert"?

      Euch einen schönen Tag.

      Die Zahl

      • Nun ja, die Frage ist doch auch, ob man sparmaßnahmen wie sie den griechen "verordnet" wurden wirklich gegen den Willen der eignen Bevölkerung durchsetzen kann.

        Wenn die Griechen sich also als absolut frembestimmt erleben und dagegen massiv protestieren ist dieser schritt der einzig logische.
        somit können die reformen auf eine breite basis gestellt werden und die menschen wieder in den prozess eingebunden werdne, der ihr leben nachhaltig prägen wird.

        entscheiden die Griechen jedoch, daß sie das nicht mittragen werden, dann ist es doch sinnvoll, das so bald als möglich zu artikulieren und neue wege zu suchen.

        Die Eu oder die Eurozone sind ja nicht gottgegeben und unveränderlich.
        und manchmal ist es sicher geschickter selbstbestimmt und selbstverantwortet in die "pleite" (was immer dsa dann auch heißenj würde) zu gehen als sich permanent fremdbestimmt und übergangen zu fühlen und dennoch immer am rande der pleite zu stehen.
        Welche regelungen in welchem falle greifen würde kann ich dir auch nicht sagen- aber auch diese sind ja eben nicht gottgegeben und werden doch grundsätzlich im zuge einer solchen krise wie wir sie im augenblick erleben auf dem prüfstand stehen müssen

        • Hallo!
          seh ich auch so, entweder die Grichen stehen geschlossen dahinter (mit allen Konsequenzen), dann kann im Nachhinein auch keiner meckern, oder sie suchen sich einen anderen Weg. In jedem Fall kann Papandreou sich aus seiner bescheidenen Lage, sein Volk so "quälen" zu müssen, rausmanövrieren.
          Wenn man die Bevölkerung entsprechend über die Folgen beider Entscheidungen informiert, ein ganz schlauer Schachzug, meiner Meinung nach.

          lg julia

            • naja, so hat er wenigstens eine chance, dass die grichen hinter ihm stehen! nur wer verantwortung übertragen bekommt, kann sie auch wahrnehmen!

              Es wäre interessant zu erfahren, ob der Überraschungseffekt gewollt ist oder nicht.
              Giorgos Papandreou hätte die "Beschlüsse" ja realistischerweise nicht schon vor der Einigung der "Troika" unter den Vorbehalt der Volksabstimmung stellen können.

              • naja, ich muss jetzt zugeben, dass nur so naive und wenig informierte Menschen wie ich ueberrascht sein durften. Immerhin, wie ich erst heute gelesen habe, ist ein Gesetz, dass solche Volksabstimmungen erlaubt, erst kuerzlich beschlossen worden. Da wundert es eher, dass die per Definition informierten Kreise sich nun ueberrascht zeigen......

                Ich hoffe jedenfalls, dass diese Taktik (es ist jedenfalls kein "Pokerspiel" !) aufgeht. Eine Zustimmung der Griechen koennte ganz Europa und seinen Regierungen einen neuen Impuls geben....

                • " Immerhin, wie ich erst heute gelesen habe, ist ein Gesetz, dass solche Volksabstimmungen erlaubt, erst kuerzlich beschlossen worden."

                  Weißt Du noch wo das geschrieben wurde? Das muss mir entgangen sein. Ich habe im Moment Urlaub und folglich nicht viel Zeit zum Lesen.

                  • aehm....so entstehen Verschwoerungstheorien...ich muss mich wohl entschuldigen: es muss ein Wachtraum gewesen sein, denn ich war ueberzeugt, dies im spiegel online gelesen zu haben. Offenbar bin ich entweder Opfer eines Missverstaendnis gewesen oder schlicht seniler als befuerchtet. Jedenfalls finde ich die betreffende Stelle nicht...sorry.

          Schlau vielleicht, aber meiner Meinung nach zu spät.

          Wenn er sein Volk nun plötzlich in die Entscheidungsfindung einbinden möchte - hätte er das nicht auch schon ankündigen können, als die versammelten EU-Mitglieder erst vor wenigen Tagen um die Lösung des griechischen Finanzdebakels gerungen haben?! Das wäre denjenigen gegenüber fair gewesen, deren Bürger die Pleite Griechenlands mit ihrer Hände Arbeit verhindern müssen.

          Bei uns wird niemand gefragt, ob man die uns rücksichtslos abgerungenen Steuergelder quasi wie Eulen nach Athen tragen darf. Warum sind wir nur so blöde und gehen nicht auch einmal auf die Straße (die übrigens in einem katastrophalen Zustand ist, aber das Geld, das man u. a. für ihre Sanierung verwenden könnte, geht ja eher zu den Hellenen)?

          Dafür dürfen wir uns dann aber von denen, denen wir helfen müssen, ständig wieder als Nazis bezeichnen lassen.

          Offenbar stinkt auch in Griechenland der Fisch vom Kopf her - wie bei uns.

      Wenn aber die Griechen sich dagegen entscheiden, sind die anderen Länder auf einen Schlag um ziemlich viele Schulden reicher.
      Erscheinen die Griechen, die ja ihre Situation als Gemeinschaft mit verursacht haben, da nicht auch in die Pflicht genommen, über ihren eigenen Tellerrand hinauszusehen?

      Ich bin mir ja selbst nicht klar darüber und sehr zwiegespalten.

      Aber das System Europa ist ja nicht heute so und morgen so. Das kann man nicht wechseln wie die Wäsche. Wenn sie gehen würden, könnten sie wieder zurück?
      Muss eine Gemeinschaft alles mittragen?

      Griechenland müsste seine Banken verstaatlichen, die Drachme wieder einführen, die dann höchstwahrscheinlich sehr abgewertet würde. Kommen sie dann wieder auf die Füsse?
      Oder könnten sie den Euro behalten?

      Egal, ob ich es jetzt in vollem Umfang erfasse oder nicht - wir müssen es nehmen, wie es kommt.

      • nun ja- das ist eben keine "normale" situation, dei so eben auch im vorfeld (ungünstigerweise) nicht vorgesehen wurde.
        daher ist es jetzt wichtig, wege zu finden und zu gehen, die von der bevölerung mitgetragen werden.

        so oder so muß die eurozone einiges an griechischen schulden mittragen- welche lösung die "beste" ist kann ich nicht mal annähernd abschätzen (und ich glaube ehrlich gesagt, daß wenige das wirklich zu ende denken und abwägen können)

        aber ungünstig und langfristig tragbar sind so gravierende Einschnitte mMn eben nur mit dem rückhalt.

        aber wie die griechen wohl entscheiden werden und was wirklich daraus resultiert: KEINE AHNUNG!

        • "wie die griechen wohl entscheiden werden "

          Wenn die Situation nicht so ernst waere, koennte man sich zuruecklehnen und mit akademischen Interesse beobachten, ob und inwieweit Volksentscheide und groessere Demokratie durch eine verantwortungsvolle Bevoelkerung gestuetzt werden koennen oder ob letztlich Ueberforderung und kurzsichtige Partikularinteressen sie eher demontiert. Aber vielleicht geben uns die Griechen doch noch eine Lektion in Demokratie und Verantwortung...

          • nun ja, aber welche situation wäre besser geeignet als eine, die auf allen seiten Überforderung hervorruft?!

            Ich glaube einfach, daß in einer solchen Situation in der sich Griechenland befindet es keine andere Lösung geben kann als ein, die von weiten Teilen der Bevölkerung getragen wird.

            ganz abgesehen davon, daß die Unzufriedenheit weiter bevölkerungsteile sich nicht nur in Griechenland ausdruck verleiht und zum Protest der "99%" wird- also genau das zur forderung hat- nämlich Politik zu machen, die gestützt ist von und abzielt auf die Mehrheit der Menschen in Land

            wäre ja zu hoffen, daß die Unzufriedenheit, mit dem aktuellen system zu einem Demokratieverständnis führt, daß menschen wieder mehr mobilisiert und einbindet.

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