Die FDP - der Neue

    • (1) 15.12.11 - 08:35

      Nur eine kurze Frage: Kann es sein, dass der arme Kerl Angst hat? Ich hatte furchtbares Mitleid mit ihm gestern, als ich ihn in den Nachrichten sah. (typisch sozialer Beruf, schon klar)

      Nicht, dass mir die FDP sympathisch wäre, weit gefehlt.

      Aber der Mensch da vor den Kameras sah mir so aus, als sei er nicht bereit dazu, ein derartiges Amt zu übernehmen.

      Souveränität geht anders.

      Was sagt ihr?

      • Ich glaube nicht, dass der Typ mit vorgehaltener Waffe zur Übernahme des Amtes gezwungen wurde.

        Ich finde es viel schlimmer, dass der Liberalismus in Deutschland auf dem Fußboden herumliegt und sich niemand findet, der ihn aufheben mag.

        • Derjenige, der ihn aufhebt muss ja nicht zwingend aus dieser Partei kommen.

          • Natürlich nicht.

            Aber ich sehe eben auch in den anderen Parteien niemanden, der ihn aufheben mag.

            Mit Freiheit und Selbstverantwortung kann man wohl keine Herzen erwärmen.

            Da macht man lieber aus Liberalismus Neoliberalismus und beschwört die böse soziale Kälte, die um sich greift.

            Und erwärmt sich am "guten fürsorglichen" Staat, der sich seiner armen unmündigen Bürger annimmt.

            • Freiheit und Sozialstaatlichkeit passen eigentlich perfekt zusammen. Es ist meines Erachtens ein schwerer Denkfehler, die beiden Begriffe als Gegensätze darzustellen.

              "Und erwärmt sich am "guten fürsorglichen" Staat, der sich seiner armen unmündigen Bürger annimmt"

              Was hat die Politik denn in den letzten Jahres für Maßnahmen ergriffen, um dieses Bild in Deinem Kopf entstehen zu lassen?

              • "Was hat die Politik denn in den letzten Jahres für Maßnahmen ergriffen, um dieses Bild in Deinem Kopf entstehen zu lassen? "

                Mir fiele dazu spontan ein: Anschnallpflicht, Rauchverbot, Pflegeversicherungspflicht, Lebensmittelkennzeichnungspflicht.... aber vielleicht ist fuer dieses Bild weniger die Politik verantwortlich als der brave "kleine Mann", der von der Politik Idealloesungen fuer alle Weltprobleme und von den Politikern Charaktereigenschaften von Heiligen erwartet...

                • "Anschnallpflicht, Rauchverbot, Pflegeversicherungspflicht Lebensmittelkennzeichnungspflicht"

                  Ich weiss nicht, inwieweit die genannten Dinge die Freiheit des Einzelnen beschränken.

                  Beim Rauchverbot wird die Freiheit des Einen zu Gunsten der Freiheit von Anderen reduziert. Ich halte es für richtig, die Freiheit der Nichtraucher stärker zu gewichten - zumal viele Raucher mittlerweile im eigenen Zuhause nicht mehr rauchen.

                  Lebensmittelkennzeichnungspflicht ordne ich eher Bürokratie oder Clownerie aus Brüssel zu.

                  Die anderen beiden Dinge würde ich nicht grundsätzlich negativ bewerten.

                  "...der von der Politik Idealloesungen fuer alle Weltprobleme und von den Politikern Charaktereigenschaften von Heiligen erwartet"

                  Ich bin da - wie vermutlich die Mehrzahl unserer Zeitgenossen - deutlich bescheidener.
                  Ich erwarte einfach nur, dass die Parlamentäre im Interesse der Bürger arbeiten und sich auf diese Aufgabe konzentrieren. Das erwartet auch jedes Unternehmen von seinen Mitarbeitern. Wenn ich mir die Nebentätigkeiten von H. Döring anschaue

                  http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/D/doering_patrick.html

                  dann frage ich mich, wie er überhaupt noch Zeit für seine politischen Tätigkeiten finden möchte. Ich bin gerne bereit die Bezüge der Politiker zu verdreifachen, wenn sie sich dafür hauptamtlich zur Verfügung stellen.

              http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsquote

              In den "letzten Jahrzehnten" trifft es eher.

              Als aktuelles Beispiel sei das Elterngeld genannt. Der Staat glaubt hier, zu Lasten der Steuerzahler die Frauen in Gebärmaschinen verwandeln zu können.

              • Die Staatsquote ist im internationalen Vergleich gering und zudem tendentiell rückläufig.
                Die Ausschläge nach oben in den 70ern und 90ern und zuletzt 2009 lassen sich mit konkreten Ereignissen in Verbindung bringen und ich wage mal zu behaupten dass die staatlichen Eingriffe aus gesamtwirttschaftlicher Sicht eher nützlich als schädlich waren.

                Bedenken sollte man auch, dass eine Reduzierung der Staatsquote und damit u. U. eine Verlagerung in den privaten Sektor nicht in jedem Fall im Interesse der Bürger ist - und das trifft für viele Maßnehmen der letzten 10-15 Jahre zu.

                "Elterngeld"

                Man kann in jedem Budget über Einzelposten streiten. Ich halte das Elterngeld ebenfalls nicht für sinnvoll.

      (10) 15.12.11 - 23:07

      Hallo Grafzahl,

      <ich finde es viel schlimmer, dass der Liberalismus in Deutschland auf dem Fußboden herumliegt und sich niemand findet, der ihn aufheben mag>

      hier irrst Du, m.E..

      Was zurecht am Boden liegt und niemand aufzuheben wagt, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, ist der Neoliberalismus, der sich in der Partei breitgemacht hat.

      Der Bürgerrechtsliberalismus eines Herrn Hirsch oder Herrn Baum und (ironischerweise) die Westerwellesche Vision der Achtzehnprozentpartei der Besserverdienenden wurde doch nach und nach von den Grünen erfolgreich aufgehoben. Was ansonsten noch am Boden rumliegt, klauben derzeit die Piraten auf.

      Die außenpolitische Reputation eines Herrn Genschers, die ja auch eine gewisse Tradition hatte, hat Guido W. in Rekordzeit dermaßen in den Straßendreck gestampft, dass es seitens der Liberalen nichts mehr aufzuheben gibt, ohne sich die Fingernägel abzubrechen.

      Einige weitere Anhänger der von den Marktliberalen propagierten Deregulierung der Märkte haben in der Banken- und Finanzkrise ihre schmerzliche Lektion gelernt.

      Wer bleibt also, um die von Dir beschriebenen Fragmente vom Fußboden aufzukratzen?
      Kleinunternehmer, die aus Tradition und Verzweiflung der FDP zugetan sind, einige niedergelassene Ärzte (als Klientel des Herrn Rösler) und Rechtsanwälte sowie die Kernzielgruppe der sich noch die Hände reibenden Hoteliers.

      Summa summarum ein Wählerpotential von unter vier Prozent, was dem derzeitigen Erscheinungsbild der einstigen Spaßpartei entspricht. Der grandiose Start des Herrn Döring (wie von lassiter verlinkt) passt nahtlos ins Bild.

      Viele Grüße

      Ralf (der hier Schadenfreude als die schönste Freude empfindet)

      (11) 16.12.11 - 14:55

      Der Neoliberalismus liegt zu Recht am Boden, mein Schatz :-)

Beim Anblick seiner leuchtend roten Apfelbäckchen musste ich gleich schmunzeln. So sieht also die erste Garde der FDP aus.

Was er im Interview erzählte stand meines Erachtens im krassen Gegensatz zu seiner Körpersprache und Mimik. Allerdings ist er selbst damit weitaus sympatischer als dieser linkische Lindner.

Mal sehen, wer zuerst geht: Döring oder Rösler.

Tschüss, FDP!

Kaum im Amt, schon ist er auf der Schlachtbank.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,803883,00.html

Josef

Hi,

mir ist außer den leicht schwabbeligen Zügen nichts Besonderes aufgefallen... wohl aber tat mir der Lindner immer Leid. Der Arme musste doch immer vor die Kameras, wenn die FDP sich mal wieder irgendwo blamiert hatte. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass er als Belohnung noch ein wenig aufsteigt ...

LG, Nele

Ich glaube, zur FDP gibt es nicht mehr sehr viel zu sagen.

http://www.stern.de/panorama/jahresrueckblick/jahresrueckblick-2011/jahresrueckblick-2011-die-peinlichsten-fdp-momente-1767892.html

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