Sterbehilfe: Ja oder nein

    • (1) 25.01.12 - 14:17

      Hallo,

      dieser Beitrag:

      http://www.bild.de/news/ausland/sterbehilfe/rugby-spieler-locked-in-syndrom-will-sterben-22251174.bild.html

      hat mich mal dazu bewegt, hier eine kleine Diskussionsrunde zu eröffnen. Wie seht ihr das? Ich selber habe im Februar meine Mutter an Krebs verloren und sie hat mich in den ganzen Jahren voller Schmerzen oft gebeten, man möge sie erlösen. Sie hat mir oft gesagt, dass man ein Tier "hinüberschickt", wenn es zu sehr leidet, aber der Mensch muss warten, bis der Körper von alleine resigniert. Sie hatte ein starkes Herz...

      Ich hoffe ich ecke hier mit meiner Umfrage nicht an. Mich würde nur interessieren, wie es andere sehen.

      LG Lemon007

      • Jeder mag zwar ueber sein eigenes Leben bestimmen wollen, doch andere zur Toetung aufzufordern, und sei es als "Hilfe", oder gar aus der "Sterbehilfe" ein Geschaeft zu machen, finde ich nicht akzeptabel.

        • Nun, da ist dann gefragt, ab wann ist es unzumutbar?

          Ein Beispiel: Wenn ich jetzt in einer Klinik an Maschinen angeschlossen bin, die mich am Leben erhalten. Ich kann diese Maschinen selbst nicht ausschalten, vielleicht bin ich gelähmt, wer weiss.
          Ich habe aber via Patientenverfügung festgehalten, eben so nicht leben zu wollen.

          Dann wird jemand diese Maschinen ausschalten.

          Damit wird er mich genau genommen töten, aber ich will es so.

          Ist diese Situation für dich inakzeptabel?

          • Ich denke, so etwas kann wirklich nur im Einzelfall von den Aerzten gemeinsam mit den naechsten Angehoerigen entschieden werden. Ein Mensch, der z.B. seit Monaten im Koma liegt und nur kuenstlich am "Leben" erhalten wird, ist meiner Ansicht nach nicht mit diesem gelaehmten Mann zu vergleichen.

            Passive Sterbehilfe finde ich daher eher akzeptabel, insbesondere wenn sie strengen Kriterien und Kontrollen unterliegt. Dass dann immer auch finanzielle Interessen eine Rolle spielen und nicht nur Barmherzigkeit wird wohl nicht zu vermeiden sein. Ein Grund mehr, die Huerden hoch zu setzen.

            • Ja, leider entscheiden Ärzte oftmals immer noch für die Klinik, deren finanzielles Auskommen und weniger nach dem, was evtl. einmal in einer Patientenverfügung festgehalten wurde.

              Wie gesagt, Einzelfälle. Es muss immer wieder neu entschieden werden, Dennoch bedarf es eigentlich eines Rahmens, in dem man sich bewegen kann. Ich glaube, es wird unwahrscheinlich schwer sein, diesen Rahmen so abzustecken, dass er für alle gerecht erscheint.

              Das ist ein unwahrscheinlich schweres Thema. Nicht umsonst gibt es unwahrscheinlich viele Varianten der Patientenverfügung, man muss mitunter kleinste Details festlegen, um "auf der sicheren Seite" zu sein, wenn es darum geht, was mit dem eigenen Körper geschieht, wenn man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist, über eben diesen zu entscheiden.

              Niemals, so meine ich, sollte ein Geschäft draus gemacht werden (siehe Dignitas). Zu rasch kann ein Missbrauch entstehen, und die gerade genannte Firma war schon oft in der Kritik eben deswegen, wenn ich nicht irre.

                • Ich hab mal ne Statistik gesehen, die aufzeigte, was Menschen in bestimmten Stadien einer Krankheit bzw des Sterbens für Hilfen wollen. Viele greifen am Ende des Lebens nach dem letzten Strohhalm (den sie evtl. vor der Krankheit abgelehnt hätten).
                  Das ist für mich ein Grund, Niemanden beim Sterben zu helfen!
                  lg julia

            Ein Mensch, der seit mehreren Monaten im Koma liegt, verhungert/erstickt genau so, wie der geklähmte Mann, wenn die entsprechenden Maschinen abgeschalten werden und die Versorgung gekappt wird.

            • Fein, ein Saeugling, das nie gefragt wurde, ob es leben moechte, verhungert ohne Hilfe auch. Ein Blinder wird ohne fremde Hilfe auch kaum lebensfaehig sein: sollte ihm geholfen werden, falls er den Wunsch zu sterben aeussert?

              Meistens handelt es sich eben um unterlassene Hilfe und nur in recht wenigen Faellen (z.B. Koma) mag es Sterbehilfe sein....

              • früher, als Medizin und Forschung noch nicht so weit fortgeschritten waren, gab es, aus heutiger Sicht, unglaublich viele Fälle von unterlassener Hilfeleistung. Damals war das aber in Ordnung, weil es ja noch nicht möglich war, jemanden an Maschinen anzustöpseln oder ihm Medikamente zu geben, damit er weiterleben konnte.

                Und wer sagt dir, dass der Komapatient im nächsten Jahr nicht wieder aufgewacht wäre?

                • niemand...aber mit diesem Einwand rennst Du bei mir offene Tueren ein, denn ich sehe eher die Gefahr leichtfertiger "Sterbehilfe" als das vermeintliche Leiden, das in vielen Faellen das Leiden der Angehoerigen ist und nicht das des Patienten

      Und wenn man aufgrund körperlicher Beinträchtigung andere um "Hilfe" bitten muss?

      Warum sollte das nicht akzeptabel sein?

      • die "Hilfe" besteht darin, einen Menschen zu toeten...ich finde halt, dass es Wuensche gibt, die man vielleicht in sich traegt, aber nicht anderen Menschen auflastet. DAS finde ich nicht akzeptabel....

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