Energiepreise - ab wann muss etwas getan werden?

    • (1) 22.02.12 - 11:44

      Hallo zusammen!

      Mich würde Eure Meinung zum Thema Energiepreise interessieren.

      Der ADAC hat gefordert die Pendlerpauschale aufgrund der expoldierenden Spritpreise zu erhöhen.

      http://www.focus.de/finanzen/steuern/teures-benzin-adac-fordert-hoehere-pendlerpauschale_aid_716545.html

      Was haltet Ihr davon?

      Und seid Ihr generell der Meinung, dass die Politik in Bezug auf die Energiekosten in Deutschland etwas unternehmen muss?
      Der Spritpreis ist etwas ganz Alltägliches. Etwas, dass wir sofort spüren und uns jeden Tag ins Auge sticht.
      Aber auch die Heiz - und Stromkosten sind ja bald kaum noch zu bezahlen.

      Ich habe manchmal das Gefühl das die Energiekosten uns bald auffressen.

      Und eine Besserung ist nicht in Sicht - eher das Gegenteil, wenn man sich allein die Situation im Iran ansieht.

      Wie ist Eure Meinung dazu?
      Muss die Politik an dieser Stelle einschreiten oder ist das eine Angelegenheit der Privathaushalte, die eben zusehen müssen wie sie die dramatischen Preissteigerungen aufgefangen kriegen?

      Ich weiß, an dieser Stelle sollte meine Meinung stehen aber ich gestehe, dass ich mir selbst ziemlich unsicher bin.

      Einerseits denke ich: Ja, der Staat muss seinen Bürgern helfen, da viele von uns durch die hohen Kosten für Mobilität, Heizen, Strom... wirklich langsam in die Enge getrieben werden. Die Erhöhung der Pendlerpauschale wäre da ein Ansatz.
      Mein Verstand sagt: Das ist angesichts der momentanen Krise, Staatsverschuldung, dringlicheren Problemen... nicht möglich.
      Andererseits würde eine Entlastung der Bürger sicher konjunkturstärkend ausfallen.

      Was denkt Ihr?

      LG

      • Solange hier spritfressende SUVs etc gekauft werden, sollte man das nicht gießkannenartig über Steuerentlastungen regeln.

        Es gibt andere Ansätze wie z.B. den ÖPNV zu fördern - aber das wird wohl nicht vom ADAC kommen.

        Ach ja: Das mit dem "Sprit, der immer teurer wird" muss man ein bisschen differenziert sehen: http://www.zeit.de/auto/2011-08/benzinpreis-verbraucher

        • Der ÖPNV ist grundsätzlich super - leider ist für Familien mit Kindern das Auto oft billiger und oft ist man auch viel schneller am Ziel.

          Daher haben wir jetzt - leider! - auch 2 Autos, obwohl ich eigentlich Öffi-Fan bin und in der Großstadt wohne.

          Ich brauche mein Auto dienstlich zum Hin- und Herfahren und mein Mann braucht zu seiner neuen Arbeit mit der Bahn 1:20 min für eine Strecke (mit dem Auto nur 30-40 min). Daher haben wir schweren Herzens 2 Autos angeschafft und werden die Monatskarten für die Öffis kündigen.

          Ich würde viel lieber nur ein Auto und Monatskarte haben. Aber wenn man am Stadtrand wohnt und auf dem Land arbeitet ist das Auto praktischer....

            • Ich hatte die Diakussion mit meinem Bruder, ob es günstiger ist ÖPNV zu fahren, wenn man gar kein Auto hat (also auch keine Versicherung, Reparaturen etc). Könnte mir das in dem Fall gut vorstellen.

              Er hatte die These aufgestellt, dass deren Auto teurer ist als 100% Bahnfahren wäre (die beiden brauchen ihr Auto nicht beruflich).

              Aber wenn man eh ein Auto hat und nur Benzin vs. Fahrkarten rechnet, ist das Auto mit wachsender Familiengröße immer günstiger.

              Und dann ist da immer noch der Zeitfaktor.

              • Ein Ticket für Düsseldorf und Umgebung kostet hier 90 Euro - am Wochenende und abends können wir auch zusammen fahren. Auch mit zwei Tickets und gelegentlichem Bahnfahren bleibt der ÖPNV noch lange günstiger.

                Das Argument "man hat eh ein Auto" zählt m.E. nicht - man muss die Anschaffungskosten auf die Zeitdauer umrechnen.

                Ebenso Steuer, Reparaturen, Wartung.

                Trotzdem bin ich froh, dass ich gerade wieder Auto fahren kann. Bleiben mir knapp 2 Stunden mehr mit der Familie. Das Argument zieht bei urbia immer ;-)

                • Stimmt :-)

                  Bei uns wäre es sogar so, dass die Kinder 1 - 1,5 Stunden länger in die Kita müssten, wenn mein Mann mit den Öffis fährt.

                  DAS zieht erst richtig ;-)

                  ***
                  Das Argument "man hat eh ein Auto" zählt m.E. nicht

                  ***

                  Bei mir wäre kein Auto aber auf jeden Fall ein Jobwechsel - ich arbeite auf dem Land und muss immer Termine auf den Dörfern machen. Das geht nicht ohne Auto.

                  Ich hätte auch Schwierigkeiten überhaupt einen Job zu finden, wo ich kein Auto brauche...

        "Das Nordsee-Öl Brent kostete im Juli 1981 je Barrel (159 Liter) rund 97 Euro – heute sind es etwas über 76 Euro."

        Das stammt aus dem von Dir verlinkten Zeitartikel, der aktuelle Preis liegt allerdings bei knapp 93 €.

        Tja ÖPNV - nicht jeder wohnt in der Nähe seines Arbeitsplatzes, ich fahre 45 km eine Strecke = ca 35 Minuten. Mit Bus und Bahn müßte ich 3 mal umsteigen und noch ein ganzes Stück zu Fuß gehen und wäre pro Strecke über 2 Stunden unterwegs, das ist für mich nicht machbar. Umziehen geht nicht, mein Mann kann von hieraus zu Fuß ins Büro und wir haben Eigentum.

        Ich finde, die Spritpreise wären dann Privatsache, wenn der Staat nicht so unverschämt viel an ihnen verdienen würde.

        Gruß
        GR

    Hi,

    ich bin immer wieder erstaunt, dass der tägliche Umgang mit der Energie doch in keinem Verhältnis zu den Klagen steht, die so kommen.

    Wenn man sich mal umschaut, wie viele Leute mit spritfressenden Autos rumfahren (ich selbst gehörte bis vor kurzem auch dazu - ich steh aber auch dazu und mecker nicht über die Preise) und wie viel das Auto genutzt wird obwohl es andere Alternativen gibt, dann scheinen Benzin und Diesel durchaus noch erschwinglich zu sein.

    Es wird zwar gemeckert wie verrückt.

    Aber sparsame Autos, ÖPNV, Fahrgemeinschaften oder für kurze Strecken das Fahrrad stehen für sehr viele Leute überhaupt nicht zur Debatte.

    Wenn ich sehe, von woher die Leute mit dem Auto z.B. zum HSV-Spiel anreisen (und dann im Wohngebiet alles zuparken, weil sie die 4 oder 5 Euro Parkgebühr dann nicht mehr haben :-D) denke ich manchmal, das Gejammer ist nur Show.

    Ich gönne jedem seine Freizeit und sein Auto, aber den Eindruck, dass man hierzulande deswegen finanziell am Ende seiner Kräfte ist, habe ich dadurch nicht gewonnen...

    Ich denke, wenn es ein richtiges Problem mit den Preisen gäbe, würde man das als erstes daran merken, dass die Leute ihr Auto weniger benutzen.

    LG, Nele

    • Du, die meisten Leute parken während eines Fußballspiels in Wohngebieten, weil sie nach dem Spiel nicht mehr von den großen Parkflächen am Stadion weg kommen und ewig im Stau stehen. Das hat mit dem Parkgebühren wenig zu tun. *g* Weiß jetzt aber nicht, wie es in Hamburg ist.

      Mir ging es in dem Beitrag gar nicht ausschließlich um die Spritkosten - obwohl das nun einmal das zuerst Spürbare ist.
      Bin ganz bei Dir (bei Euch) was Spritfresser, ÖPNV usw geht.

      Nur was ist dort, wo es keinen ÖPNV gibt.

      Also, hier fahren vielleicht drei Busse am Tag. Und da ist der Schulbus eingerechnet.
      Ich könnte hier nicht mal einkaufen ohne Auto, seit der letzte Aldi im Dorf dicht gemacht hat.
      Fahrrad fahren ist leicht gesagt für ne Hamburgerin. *gg* Wohn mal da, wo es "hügelig" ist... #rofl
      Aber grundsätzlich hast Du natürlich recht.

      Was bei uns z.B. neben den Spritkosten richtig reinhaut sind die Heizkosten.
      Wir wohnen in einem Zweifamilienhaus (wir oben, Vermieter unten) und als der Vermieter uns letztes Jahr die Rechnung des Öllieferanten präsentiert hat stand ich kurz davor in Tränen auszubrechen.
      Das waren mal locker fast 500€ mehr als im Jahr davor. Und gute 1000(!!)€ mehr als im Krisenjahr 2008 - auch wenn das natürlich kein genereller Maßstab war.
      Aber es ist so bitter...

      Und die Verbrecher von der Stromgesellschaft haben auch wieder erhöht. *seufz*

      Tja, da bleibt wohl nur: Ab in den Busch und back to the roots. #ole

      • Also das Wohngebiet, dass ich meine, ist genauso im Stau wie die Parkflächen, da der Weg nach draußen über dieselbe verstopfte Straße führt. Und dann haben die Leute noch je nach Standort 1-2- km zu latschen.

        Die Heizkosten nerven mich auch immer wieder - zumal die meisten Stromkonzerne ja wirklich Verbrecher sind und ihre Preispolitik nach Gutdünken betreiben. Als Verbraucher kann man da wenig machen. Das ärgert mich mehr als die Spritpreise.

        Es gibt ja Bundeskartellamt, -netzagentur usw. die das Ganze auf Verhältnismäßigkeit / Wettbewerb beobachten sollen. Mir ist aber nicht ganz klar, was für eine Rolle die im Preiskarussel haben.

        Ich bezahle gern etwas mehr für ein gutes Produkt wie Ökostrom. Aber nicht für absolute Gewinnmaximierung irgendwelcher Strombosse....

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