Irgend etwas machen Frauen doch falsch oder?

    • (1) 06.03.12 - 20:37

      Gerecht oder ungerecht?

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,819389,00.html

      Wenn ungerecht, warum klappt es nicht mit der gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit?

      Sind die Männer schuld, die Frauen klein(er) halten wollen?
      oder sind es Frauen, die Frauen geringer bezahlen?
      Oder wollen Frauen gar nicht mehr verdienen?

      Was machen Frauen grundsätzlich falsch?

      • Hallo,

        es ist nicht korrekt - auch wenn es immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wird - dass Frauen über 20 % weniger verdienen als Männer. Wenn man differenzierter vergleicht kommen "nur noch" 8 % Differenz heraus.

        http://www.sueddeutsche.de/karriere/maenner-und-frauen-gehaltsunterschied-von-wegen-benachteiligt-1.1021530

        Dieses ist zum Großteil darin begründet, dass Frauen sich einfach schlechter verkaufen als Männer und mit weniger zufrieden sind. Außerdem suchen sich Frauen sehr häufig Berufe aus, die einfach schlecht bezahlt werden. Verkäuferin, Arzthelferin, Krankenschwester, Altenpflegerin u.s.w.

        Es ist in den meisten Frauenköpfen immer noch die alte Ideologie verbreitet, dass der Mann der Ernährer ist und Frau "nebenher" arbeiten geht. Die Hauptaufgabe sehen viele Frauen in ihrer Rolle als Mutter und "Familienmanagerin". Da kann frau dann natürlich keine riesigen Gehaltssprünge erwarten.

        Zudem macht die Wirtschaftswelt es Müttern auch nicht gerade einfach, Muttersein und Karriere zu verbinden. Auch werden Väter da immer noch zuwenig mit einbezogen. Ein Mann, der wegen der Kinder zu Hause bleibt, wird oft noch schräg angeschaut und es schadet seiner Karriere unter Umständen.

        Meiner Meinung nach muss keine Frauenquote her, sondern es müssen mehr flexible Kinderbetreuungs- und Arbeitszeitmodelle angeboten werden. Große Unternehmen könnten zum Beispiel einen Betriebskindergarten und ähnliches für die Mitarbeiter anbieten.

        Dann sollte man das Ehegattensplitting abschaffen und auch die kostenlose Krankenversicherung für Ehepartner, wenn entweder keine Kinder oder Kinder ab 3 Jahren im Haushalt sind. Schon würde sich das arbeiten für Frauen auch wieder "lohnen" und es wäre vielleicht ein Anreiz da, sich neben der Familie auch für die eigene Karriere zu engagieren.

        Letztendlich bin ich aber der Ansicht, die meisten Frauen wollen überhaupt keine Karriere machen.

        Daher kann ich über diese ewige "Jammerei", wie schlecht es doch den Frauen geht nur müde lächeln. Die Möglichkeiten sind da. Frau muss sie nur nutzen.

        Gruß Litha

        • (3) 07.03.12 - 12:20

          Ich bin im Großen und Ganzen der gleichen Ansicht, habe aber trotzdem noch einige kleine Gedanken:

          „dass Frauen sich einfach schlechter verkaufen als Männer“

          Ist das tatsächlich so? Lässt sich „die Fähigkeit zum Selbstverkauf“ überhaupt in irgendeiner Weise messen, statistisch erheben oder vergleichen?
          Ich finde das Argument eher ziemlich oberflächlich und diffus. Ich denke, es wird immer wieder angebracht um eine Diskussion zu beenden oder erst gar nicht entstehen zu lassen.

          „suchen sich Frauen sehr häufig Berufe aus, die einfach schlecht bezahlt werden. Verkäuferin, Arzthelferin, Krankenschwester, Altenpflegerin u.s.w.“

          Damit kommen wir der Sache schon näher. Ich halte Alten- und Krankenpflege für gesellschaftlich wertvoll. Der gesellschaftliche Wert einer Tätigkeit spielt aber so wie es ausschaut bei der Lohnfindung keine Rolle.
          Ich halte das für einen Fehler, denn wir sollten gerade hier einen hohen Standard an Qualität anstreben und erhalten. Gehaltsfindungen werden gerne als Resultat von Angebot und Nachfrage begründet was sich über Qualifikationen auslesen lässt. Das trifft es aber nur zum Teil.

          „mehr flexible Kinderbetreuungs- und Arbeitszeitmodelle“

          Dazu wird es vermutlich nur kommen, wenn es in Zukunft mal einen Mangel an Arbeitskräften geben sollte.

          Zur Zeit aber haben wir ca. 10 Millionen Menschen, die nicht arbeiten, in Maßnehmen stecken, aufstocken müssen oder gerne mehr arbeiten würden.
          Daher unternehmen die Firmen nichts in dieser Richtung – und Staat & Kommunen sollen ja (kurzsichtigerweise) nur noch sparen.

          „Dann sollte man das Ehegattensplitting abschaffen und auch die kostenlose Krankenversicherung für Ehepartner, wenn entweder keine Kinder oder Kinder ab 3 Jahren im Haushalt sind“

          Da swürde nichts bringen, da wie gesagt nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und man den Betroffenen dann vermutlich Sozialleistungen zugestehen müsste.

          „Letztendlich bin ich aber der Ansicht, die meisten Frauen wollen überhaupt keine Karriere machen“

          Was bedeutet „Karriere machen“ überhaupt.? Wo liegt die Grenze zwischen „einer Erwerbsarbeit nachgehen“ und „Karriere machen“?
          Ist der Begriff nicht mittlerweile mit einer fast schon obsessiven romantischen Vorstellung verbunden, den die Arbeitswelt für die Mehrzahl der Menschen nicht zu erfüllen vermag?

          • "st das tatsächlich so? Lässt sich „die Fähigkeit zum Selbstverkauf“ überhaupt in irgendeiner Weise messen, statistisch erheben oder vergleichen?"

            Natürlich ist das so!

            Messbar am Grad der Zielerreichung. Jemand der bei gleichen Fähigkeiten und gleichen Alter 1000 Euro mehr als ein anderer in Gehaltsverhandlungen erzielt, ist erfolgreicher. Und das lässt sich bequem in Geldeinheiten messen.

            Frauen verkaufen sich oft um Längen schlechter als Männer. Beim Mann wird ein 4-wöchiger Urlaub in Kalifornien zum dedizierten Sprachurlaub, eine Frau würde gar nicht auf das schmale Brett kommen, dies auch nur in ihren Unterlagen zu erwähnen und es dann auch noch als Sprachurlaub zu verkaufen.

            Männer machen aus weniger eine Menge, Frauen aus dem vielen zu wenig.

            • „Jemand der bei gleichen Fähigkeiten und gleichen Alter 1000 Euro mehr als ein anderer in Gehaltsverhandlungen erzielt, ist erfolgreicher.“

              Dann dürfte derjenige aber auch erfolgreicher in seiner Arbeit sein, oder?

              Wenn jemand mit gleichem ALTER und gleichem BILDUNGSABSCHLUSS in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber ein um 1000 EUR höheres Gehalt heraushandelt, dann nutzt er oder sie eine vorhandene FÄHIGKEIT (Verhandlungsgeschick, Selbstbewusstsein), die der oder die Andere in dem Maße nicht hat. Diese Fähigkeiten werden dann auch im beruflichen Alltag genutzt, was zu besseren Arbeitsergebnissen für das Unternehmen führt und den Gehaltsunterschied rechtfertigt. Wenn diese Fähigkeit nicht erforderlich ist, wird sich das Unternehmen für die wirtschaftlichere Lösung entscheiden – sofern es rational handelt.

              „Beim Mann wird ein 4-wöchiger Urlaub in Kalifornien zum dedizierten Sprachurlaub, eine Frau würde gar nicht auf das schmale Brett kommen, dies auch nur in ihren Unterlagen zu erwähnen und es dann auch noch als Sprachurlaub zu verkaufen“

              Ich kenne keinen Personaler, der das nicht spätestens im ersten Gespräch entlarvt.

              Das dürfte schwer nach hinten losgehen.

              „Frauen verkaufen sich oft um Längen schlechter als Männer“

              Ich kenne sowohl weibliche als auch männliche „Poser“ und „Mäuschen“.

              Zumindest in meinem Erfahrungsbereich hält sich das Verhältnis in etwa die Waage.
              Ich sehe den verbleibenden statistischen 8%-Gehaltsnachteil von Frauen eher

              darin, dass sie sich verstärkt in unterbewerteten Berufszweigen tummeln.

              • "Dann dürfte derjenige aber auch erfolgreicher in seiner Arbeit sein, oder?"

                Warum? Es geht darum sich zu verkaufen und nicht um die Arbeit an sich. Und die Grenze zwischen Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung resp. Blenderei ist fließend.

                "Ich kenne sowohl weibliche als auch männliche „Poser“ und „Mäuschen“."

                Prima. Die Erfahrungen einschlägiger Recruitement- und Personamanagement-Agenturen sprechen eine andere Sprache. Hier geht man per se davon aus, bei den männlichen Kandidaten etwas abzuziehen und bei den weiblichen Aspirantinnen eindringlicher nachzufragen.

                Posing ist dann doch eher ein typisch männliches Attribut. Naturgegeben aber eben typisch männlich Und um erhlich zu sein, weibliche Blender kenne ich eigentlich gar keine.

                "Ich sehe den verbleibenden statistischen 8%-Gehaltsnachteil von Frauen eher
                darin, dass sie sich verstärkt in unterbewerteten Berufszweigen tummeln. "

                Die herunter gespielten 8% bezweifel ich im Übrigen auch.

                Insbesondere im Niedriglohnsektor trifft man weitaus mehr Frauen an. Und das hat nicht nur etwas mit fehlender Qualifikation zu tun.

                • ***
                  Hier geht man per se davon aus, bei den männlichen Kandidaten etwas abzuziehen und bei den weiblichen Aspirantinnen eindringlicher nachzufragen.
                  ***

                  Na wunderbar :-) Wenn man also zu der Minderheit der posenden Frauen gehört wie ich, hat man also gute Chancen #freu

                  • Es ist wie bei allem. Das Produktversprechen sollte dem Produkt entsprechen..... und zumindestens nichts Falsches enthalten.

                    Gerade bei dem Soft Skills wird Männern nach oben und bei Frauen nach unten gemogelt.

                    Ich habe aktuell 4 jungen Frauen zwischen 25 und 29 in meinem Umfeld, die definitiv in ihrem Job als Produktmanagerinnen sehr gut sind, was die Hingabe zu ihren Produkten und die Markt- und Wettbewerberkenntnisse sowie das Wissen um Technik-Trends angeht. Leider sind mindestens 3 von ihnen viel zu defensiv, lassen sich gar eigene Erfolge von männlichen Kollegen kapern, die damit hausieren gehen als wären es ihre Errgungenschaften.

                "Es geht darum sich zu verkaufen und nicht um die Arbeit an sich..."

                Das was Du "sich zu verkaufen" nennst ist ein Teil der Persönlichkeit/Fähigkeit, den man nicht isoliert von den anderen beruflichen Kompetenzen betrachten sollte. Es spielt im Umgang mit Kunden, Lieferanten, Kollegen und Vorgesetzten eine Rolle ist ist nicht ein einmal jährlich auftretender Impuls der sich nach den Gehaltsverhandlungen wieder schlafen legt.

                "Die Erfahrungen einschlägiger Recruitement- und Personamanagement-Agenturen"

                Wenn Du dazu etwas weisst, dann heraus damit. Ich bin sehr interessiert.

                "weibliche Blender kenne ich eigentlich gar keine"

                Dann müsstest Du hier mehr lesen.

                "Die herunter gespielten 8% bezweifel ich im Übrigen auch"

                Die strukturellen Korrekturen in den neueren Statistiken auf die sich die Süddeutsche bezieht führen meiner Auffassung nach zu präziseren Ergebnissen. Worin liegen Deine Zweifel begründet?

                • Natürlich ist ein Teil der persönlichkeit aber nicht in jedem Berufsfeld ist "dick auftragen" zielführend. In Marketing und Sales mag das ja in Teilen noch zutreffen.

                  Diskretion und Bescheidneheit sind ebenfalls unschätzbare Tugenden für die Gesamtheit einer Unternehmenskultur. Auch nach außen hin zum Markt und zu den Kunden.

                  "Dann müsstest Du hier mehr lesen."

                  Dann würde ich gerne mal einen Link haben, wo eine Frau sich hier beruflich exponiert.

                  Denn darum geht es ja. Berufliche Chancen bei Männern und Frauen.

                  Ich habe in meinem Leben schon eine ganze Reihe von personalgesprächen führen dürfen und zwei Wahrheiten haben sich wenigstens für mich im Bereich Marketing & PR als Tendenz herauskristallisiert:

                  1. Männer verlangen im Schnitt für eine Stelle mehr Geld bzw. geldwerte Vorteile (z.B. Thema Dienstwagen)
                  2. Männer treten selbstbewusster auf und die Grenze zum Aufschneiden ist fließend. Bsp.: Englischkenntnisse sind "exzellent" in der Bewerbung. Schwenkt man dann im Gespräch auf die englische Sprache, stellt sich heraus, die Kenntnisse sind allenfalls "gut". Bei einer weiblichen Bewerberin in 20 Jahren nicht einmal passiert. Und das war nur ein Beispiel.

                  "Die strukturellen Korrekturen in den neueren Statistiken auf die sich die Süddeutsche bezieht führen meiner Auffassung nach zu präziseren Ergebnissen. Worin liegen Deine Zweifel begründet? "

                  Die alltägliche Praxis zeigt mir ein anderes Bild. Gepaart mit dem im Spiegel erwähnten Daten halte ich einen Gehaltsunterschied von 15% + für bedeutend realistischer.

                  Doch selbst wenn nur 8% wären, es bleibt eine ungerechte und unbequeme Wahrheit.

                  • „Dann würde ich gerne mal einen Link haben, wo eine Frau sich hier beruflich exponiert“

                    Ich werde niemanden an den Pranger stellen oder über bestimmte Userinnen plaudern.

                    Das halte ich nicht für angemessen.

                    „1. Männer verlangen im Schnitt für eine Stelle mehr Geld bzw. geldwerte Vorteile (z.B. Thema Dienstwagen)“

                    Zwischen Verlangen und erhalten gibt es einen Unterschied. Das hatte ich an anderer Stelle bereits erwähnt.

                    „2. Männer treten selbstbewusster auf und die Grenze zum Aufschneiden ist fließend. Bsp.: Englischkenntnisse sind "exzellent" in der Bewerbung. Schwenkt man dann im Gespräch auf die englische Sprache, stellt sich heraus, die Kenntnisse sind allenfalls "gut". Bei einer weiblichen Bewerberin in 20 Jahren nicht einmal passiert. Und das war nur ein Beispiel.“

                    Wenn sich Angaben oder Behauptungen in Zeugnissen oder Gesprächen als nicht haltbar oder übertrieben erweisen, wirkt sich das sehr schnell zum Nachteil für den Betroffenen aus. Meist erkennt man das bereits in Zeugnissen und Lebensläufen. Kein Unternehmen hat ein Interesse daran, für eine Leistung einen überhöhten Preis zu zahlen. Daher gibt es ein vitales Interesse solche Dinge aufzudecken, was zumeist auch gelingt, da der Personaler den Wert der Stelle besser einschätzen kann und eine größere Erfahrung in Personalgesprächen hat.

                    „Die alltägliche Praxis zeigt mir ein anderes Bild. Gepaart mit dem im Spiegel erwähnten Daten halte ich einen Gehaltsunterschied von 15% + für bedeutend realistischer.“

                    Wie an anderer Stelle bereits erwähnt sind die 8% ein Durchschnittswert. 10-20% sind in einigen Berufszweigen & Hierarchiestufen realistisch, aber eben nicht durchgehend in der gesamten Arbeitswelt. Das ist genau der Fehler in alten Statistiken und Presseberichten.

                    „es bleibt eine ungerechte und unbequeme Wahrheit“

                    Es gibt eben diesen einen „Malus“ bei Frauen, der sich für ein Unternehmen schnell als Kostenfaktor herausstellen kann. Leider unterliegt da das Streben nach Gerechtigkeit dem Streben nach Gewinn/Rendite.

                    • "Wenn sich Angaben oder Behauptungen in Zeugnissen oder Gesprächen als nicht haltbar oder übertrieben erweisen, wirkt sich das sehr schnell zum Nachteil für den Betroffenen aus"

                      Nicht unbedingt. Denn das setzt voraus, dass in diesen Gesprächen auf der anderen Seite des Bewerbunsgtisches immer fachkompetente HR-Profis sitzen. Ist aber flächendeckend nicht so. Letztlich sitzen dort v.a. immer Menschen und die lassen sich in die eine oder Richtung beeindrucken. Auch Bescheidenheit kann theoreitsch beeindrucken.

                      Und in den allerwenigsten Firmen, in denen ich tätig war, haeben auf der anderen Seite Profis im bereich HR gesessen. Meinstens waren es Geschäftsführer und die haben letztlich nach dem Bauch entscheiden.

                      Man merkt ja schon allein an der Struktur eines Gespräches sehr schnell, sitzt da ein HR-Pro oder nicht.

                      Du gehst viel zustark vom Idealfall eines Bewerbungsgespräches aus. Die gibt es. Aber in vielen kleinen und mittleren Unternehmen ist dieses Fachkompetenz beim Recruiting nur im Ansatz, wenn überhaupt, vorhanden.

                      "Es gibt eben diesen einen „Malus“ bei Frauen, der sich für ein Unternehmen schnell als Kostenfaktor herausstellen kann. Leider unterliegt da das Streben nach Gerechtigkeit dem Streben nach Gewinn/Rendite."

                      Es gibt diesen Malus bei Frauen nicht, höchstens bei den Unternehmen selbst, die unfähig sind, durch intelligentes Source Mining die Kapazitäten von Frauen oder generell solchen Menschen zu fördern und für Unternehmen nutzbar zu machen.

                      Die Unfähigkeit oder Uneinsichtigkeit mancher (nicht aller) Unternehmen im Sinne einer sinnvollen Personalpolitik für Frauen lässt sich ja auch noch an anderen Beispielen ablesen. In meinem jetzigen Unternehmen setze ich mich mit Kollegen (witzigerweise alles Männer) seit einem Jahr inetnsiv dafür ein, an jedem der drei Standorte einen Betriebskindergarten einzurichten. Kosten je Standort wären etwa 80 - 90 k per anno inkl. einer fachkompetenten Kindergärtnerin. Das kein Geld im Vergleich zu den Kosten, die entstehen, wenn das Unternehmen Frauen, die Kinder haben, verliert, weil ihnen die Unterbringungssituation zu unsicher ist.

                      Bisher ist die Geschäftsleitung nicht überzeugt.

                      • "Du gehst viel zustark vom Idealfall eines Bewerbungsgespräches aus."

                        Ich gehe von dem aus, was ich als Durchschnittsstandard mittelgroßer Industrieunternehmen kennengelernt habe. Das kann ich durch meine eigenen Erfahrungen und regelmäßigen Informationsaustausch mit Kollegen recht solide belegen.

                        Kleine Unternehmen sind statistisch nicht erfasst. Die werden meist patriarchisch, also nach Gusto des Inhabers geführt. Im Mittelstand gibt es solche Unternehmen auch noch.
                        Die führen häufig zu statistischen Ausreissern - gelegentlich zu sehr kuriosen.

                        "Meinstens waren es Geschäftsführer und die haben letztlich nach dem Bauch entscheiden."

                        Mag sein, aber auch Geschäftsführer können sich fortbilden oder autodidaktisch die notwendigen Fähigkeiten erwerben. Menschenkenntniss und Lebenserfahrung sollten vorhanden sein. Das wirkt dann vielleicht nicht so professionell, muss aber nicht ineffektiv sein. Sie haben in der Regel auf jeden Fall die Kosten im Auge und stehen bei falschen Entscheidungen in der Verantwortung. Bei Schlüsselpositionen nehmen sie dann auch oft genug Hilfe in Anspruch. Das wird bem Betrachten der Stellenanzeigen in Zeitungen und Internet immer wieder deutlich.

                        "Es gibt diesen Malus bei Frauen nicht, höchstens bei den Unternehmen..."

                        14 Wochen Weiterzahlung inkl. Urlaubsanspruch in dieser Zeit
                        + eventuelles Berufsverbot
                        + erneute Einarbeitungszeit mit entsprechender personeller Belastung
                        + erneute Auschreibungskosten unter ungünstigeren Voraussetzungen (Befristung)
                        + möglicherweise 3 Jahre Planungsunsicherheit
                        + erneute interne und externe Schulungskosten.

                        Rechne mir das bitte mal auf Null, und zwar so dass mein Controller dazu nickt (macht der fast nie).

                        Für den Kindergarten wünsche ich Dir viel Glück. Die Kosten scheinen mir etwas niedrig angesetzt. Dazu kommen ja auch noch die Einrichtungsinvestitionen, die sicher nochmal den 3fachen Betrag ausmachen dürften.

                        Der größte Kindergarten hier in der Nähe ist 5-fach überbucht. Das war abzusehen seit die Engländer weg sind. Geschehen ist aber trotzdem nichts.

                        "Das kein Geld im Vergleich zu den Kosten, die entstehen, wenn das Unternehmen Frauen, die Kinder haben, verliert"

                        Wie hast Du das ausgerechnet?

                        • "Ich gehe von dem aus, was ich als Durchschnittsstandard mittelgroßer Industrieunternehmen kennengelernt habe. Das kann ich durch meine eigenen Erfahrungen und regelmäßigen Informationsaustausch mit Kollegen recht solide belegen.

                          Kleine Unternehmen sind statistisch nicht erfasst. Die werden meist patriarchisch, also nach Gusto des Inhabers geführt. Im Mittelstand gibt es solche Unternehmen auch noch.
                          Die führen häufig zu statistischen Ausreissern - gelegentlich zu sehr kuriosen."

                          Ich kann diese Professionalität im Mittelstand im Bereich HR beileibe nicht bestätigen. Wobei sich auch nicht jede Methodik mir immer erschliesst. Die schlechtesten Erfahrungen dieser Art ahbe ich z.T. mit sog. Profis aus der HR-Brnache gemacht. Kienbaum ist da ein Negativ-Beispiele erster Güte. Wobei es auch andere Beispiele vond er anderen Seite des Spektrums gibt.

                          "4 Wochen Weiterzahlung inkl. Urlaubsanspruch in dieser Zeit
                          + eventuelles Berufsverbot
                          + erneute Einarbeitungszeit mit entsprechender personeller Belastung
                          + erneute Auschreibungskosten unter ungünstigeren Voraussetzungen (Befristung)
                          + möglicherweise 3 Jahre Planungsunsicherheit
                          + erneute interne und externe Schulungskosten."

                          Zum Thema Ausfallzeiten Männer vs. Frauen habe ich bereits weiter unten etwas geschrieben.

                          "Wie hast Du das ausgerechnet? "

                          Laufende Kosten Kinderbeteruung vs. Opportunitätskosten bei weggefallenen Kolleginnen + Einarbeitungskosten Aushilfe/Ersatz

                          Umd nochmal zur TE zu kommen.

                          Vier Grundsäulen, die weiblichen "Erfolg" hinsichtlich Gehaltsausgleich verhindern:

                          1. Frauen machen mehr als Männer eine Ausbildung in Berufen, die später keine Anstellung in klassischen Produktivberufen zur Folge haben.
                          2. Frauen sind zu defensiv wenn es um's Fordern geht und um die Übernahme nach mehr Verantwortung (wird irgendwo ein Gruppenleiterposten frei, schreien 7 von 10 Männern "HIER!" aber nur 2 von 10 Frauen).
                          3. Frauen wollen die Form von Karriere, die Männer machen, mehrheitlich oder im Vergleich zu Männern, nicht bzw. weniger häufig einschlagen.
                          4. Es gibt immer noch Entscheider, die einer Frau weniger zahlen als einem Mann auf dem gleichen Posten (alles andere ceteris paribus)

                          • „Die schlechtesten Erfahrungen dieser Art ahbe ich z.T. mit sog. Profis aus der HR-Brnache gemacht. Kienbaum ist da ein Negativ-Beispiele erster Güte.“

                            Die Philosophie von Kienbaum passt nicht zu jedem Unternehmen. Ein Unternehmen das Beratung benötigt muss sich natürlich individuell den passenden Partner dafür aussuchen.

                            „Zum Thema Ausfallzeiten Männer vs. Frauen habe ich bereits weiter unten etwas geschrieben“

                            Vermutlich hast Du es noch nicht gesehen: Darauf habe ich heute morgen geantwortet.

                            Kurz noch zu den "3 Grundsäulen":

                            Punkt 1: grundsätzliche Zustimmung – aber mir gefällt der Begriff „Produktivberufe“ nicht.

                            Punkte 2-3: Ich schließe mich hier der Argumentation von Zeitblom an, dass Frauen zur Erreichung ihrer Ziele etwas andere Methoden anwenden, die aber nicht weniger effektiv sein müssen. Ich vermute sogar, dass der „weibliche Weg“ bei Dir sehr gut funktioniert.

                            Falls die Punkte wie beschrieben zutreffen sollten - dann ist der Punkt 3 die Erklärung für den Punkt 2. Wer etwas nicht wünscht, der wird logischerweise nicht „hier“ schreien.

                            Punkt 4: Klar gibt es diese „Entscheider, die einer Frau weniger zahlen als einem Mann auf dem gleichen Posten (alles andere ceteris paribus)“.

                            Ansonsten gäbe es ja die viel diskutierten Gehaltsunterschiede nicht. Unser Dissenz besteht nur darin, dass Du davon ausgehst, dass es (überspitzt formuliert) grundsätzlich Fehleinschätzungen aufgrund männlicher Überlegenheitsfantasien sind.

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