Hat der Mensch einen freien Willen?

    • (1) 10.04.12 - 18:16

      Damit wir uns nicht zu sehr in Grass oder Religionen festfahren, hier eine philosophische Frage in den Raum geworfen: "Hat der Mensch einen freien Willen?"

      Was glaubt Ihr?

      Auf einen spannenden Gedankenaustausch!

      • Ich denke schon. Ich weiß nicht, aber der Gedanke, die Marionette einer höheren Macht zu sein, nicht selbst entscheiden zu können und nur das zu tun, was diese höhere Macht meint, was für mich richtig ist, würde mir gar nicht gefallen.

        Hmmm, okay, aber warum "höhere Macht"? Könnte doch genauso auch ein Code oder Programm sein, dass Deine Entscheidungen trifft.

        Könntest Du zum Beispiel aus freien Stücken so lange die Luft anhalten, bis Du tot bist? Ich glaube nicht, denn da springt irgendwann ein Programm an, was Dich zum Atmen zwingt. Ein Programm? Vielleicht ein Instinkt oder der Selbsterhaltungstrieb. Das scheint aber trotzdem irgendwie vorprogrammiert, oder?

        Klar, Du kannst natürlich frei entscheiden, ob Du morgen Pommes isst oder Pizza, aber wovon hängt diese Entscheidung ab? Vielleicht von Deinem Appetit, vom Kühlschrankinhalt oder ob Du zum einen oder anderen eingeladen wirst... Aus meiner Sicht ist das eine Ursache-Wirkung-Geschichte.

        Aber Doc-Allwissend wird uns sicher schon bald und ganz aus freiem Willen umfassend aufklären :-)

        (6) 10.04.12 - 19:37

        Höhere Macht deshalb, weil ich an Gott und ein Leben nach dem Tod im Himmel glaube. Ich denke, dass es Gott gibt und das er uns erschaffen hat und uns einen freien Wiillen gegeben hat.

    Hallo,

    ich finde nicht dass der Mensch einen freien Willen hat, man wird doch in irgendein System reingeboren, sei es der Glaube der dann Regeln mit sich bringt an die die Menschen sich mehr oder weniger halten, sei es die Gesellschaft und die damit verbundenen Gesetze an die man sich halten muss, aber auch die Natur oder der Mensch und sein Verfallsdatum an sich spielen eine Rolle.

    Die Freiheit des eigenen Willen ist dann noch staffelbar, je nachdem ob man Geld hat oder nicht, oder einfach gegen geltende Konventionen verstößt weil man ne ganz andere Lebensmoral hat.
    Zum Beispiel Punks die das Leben leben wie es kommt, sind sicherlich irgendwie freier, als ein Geschäftsmann der sich an Termine halten muss, aber selbst der tiefste Waldmensch kann nicht solange schlafen wie er will, weil er irgendwann durch den Hunger gezwungen wird an Geld zu kommen, oder jagen zu gehen.

    So wirklich frei ist keiner und jede errungene Freiheit(die jeder für sich selbst bestimmt) bringt eine Konsequenz mit sich.
    Ein reicher Mann, der sich viel leisten kann, wird viel um die Ohren haben und immer buisy sein.
    Ein Mensch der den freien Willen hat keinen Bock zu arbeiten, der wird sich mit Behörden rumschlagen müssen und nie ein Leben nach gewissem Standard führen, ein religiöser Mensch der sich trotz der Religion nicht an die Regeln hält wird am jüngsten Tag dafür bestraft, inwiefern wer daran glaubt oder eben nicht sei dahingestellt.

    Geld macht auch einiges leichter, man kann seine Entscheidungen freier treffen, aber eben auch nur in dem Spielraum der vorgegeben ist, alles Geld der Welt wird einem auch nicht die Freiheit geben z.B.fliegen zu können wie ein Vogel.

    Was für den einen freier Wille ist, ist für den anderen unvorstellbar, sei es kulturell, finanziell, oder religionsbedingt.
    Aber am Ende stoßen wir alle, egal wie frei wir gelebt haben, an die selben Grenzen, weil wir nie wirklich frei waren, warum auch immer.

    LG
    Selma

    • (8) 10.04.12 - 19:43

      Freier Wille ist für mich per definition, das ich tun kann, was ich will, weil ich es will. Konsequenzen daraus sind logisch, aber nur wegen den konsequenzen die das mit sich zieht, habe ich doch immer noch die freie wahl. ICH entscheide, OB ich etwas esse, WAS ich esse (ich könnte auch gras essen, wenn ich wollte, das ist allein MEINE wahl), WANN ich esse, WIE ich esse.

      ICH entscheide, ob ich lebe, wie ich lebe und was ich daraus mache. Eine Wahl hat man immer. Und das ist das entscheidende.

      • (9) 10.04.12 - 19:50

        Hallo,

        ja okay, selbst nach der Definition des freien Willen, dass man tun kann was man will, weil man es will, sage ich dass der Mensch nicht in allen Bereichen einen freien Willen hat.

        Jemand anderes schrieb doch dass man nicht einfach aufhören kann zu atmen weil man es will, das ist doch ein gutes Beispiel.

        >>ICH entscheide, ob ich lebe, wie ich lebe und was ich daraus mache. Eine Wahl hat man immer. Und das ist das entscheidende<<

        Ja schon, ich gebe dir ja Recht, aber du entscheidest nicht ob du geboren wirst oder nicht und eine Wahl so zu leben wie man es möchte hat auch nicht jeder.

        • (10) 10.04.12 - 19:53

          Gut, gewisse dinge unterliegen nicht dem freien willen, zumindest nicht dem eigenen. ob man geboren wird oder nicht, entscheidet z.B. die Mutter.

          Aber jeder mensch kann sich aussuchen, was er mit seinem Leben machen will. geld spielt nur untergeordnet eine rolle.

          • "Aber jeder mensch kann sich aussuchen, was er mit seinem Leben machen will. geld spielt nur untergeordnet eine rolle."

            Das würde ich so nicht bestätigen, denn dann hätten wir die absolute Chancengleichheit und ob jemand arm oder reich ist, hängt letztendlich von vielen Faktoren außerhalb ab. Den Hartz IV - Empfängern zum Beispiel kann man ja nicht allen vorwerfen, dass sie nur Opfer ihres eigenen freien Willens sind. Sie entscheiden letztendlich auch nicht mehr, ob sie Nudeln oder Lachs essen.

            • Ich sage ja "untergeordnet", nicht, dass es gar keine Rolle spielt. Aber ob man lieber auswandern und im kenianischen Busch leben oder in deutschland unter einer Brücke schlafen oder in einer Wohnung wohnen will, das sucht man sich selbst aus.

              • "Ich sage ja "untergeordnet", nicht, dass es gar keine Rolle spielt. Aber ob man lieber auswandern und im kenianischen Busch leben oder in deutschland unter einer Brücke schlafen oder in einer Wohnung wohnen will, das sucht man sich selbst aus."

                Hmmmmmmm, #kratz ich weiß nicht, ich weiß nicht...
                Kann man sich das wirklich "frei" aussuchen oder wird es da nicht irgendwo Parameter und Fakten geben, welche eine Entscheidung in anderer Richtung gar nicht zulassen?

                Kenianischer Busch (ich weiß, das ist nur ein Beispiel) setzt ja voraus, dass man über entsprechendes Interesse und die nötigen Mittel verfügt. Auch ein Teil der Obdachlosen (längst nicht alle) lebt auf der Straße, weil sie keine Wohnung bekommen oder die Hürden dafür zu hoch sind. Andere leben sicher absichtlich auf der Straße, aber auch dafür haben die eine rationale Erklärung (Freiheit?) und damit ist die Entscheidung nicht mehr wirklich frei, sondern die einzige "bequeme" Konsequenz auf Ausgangsbedingungen.

                In vielen unserer Entscheidungen wirken doch auch Umwelteinflüsse und Paradigmen mit.

                Nimm mal zum Beispiel zwei gleichaltrige Menschen. Der eine wächst auf in einer wohlhabenden Familie, bekommt immer alles, was er will und ist es gewohnt, dass er alles darf. Ein anderer ist in einer armen Familie aufgewachsen, hat viele Geschwister und kennt das Elend. Ich bin sicher, dass beide sich in der gleichen Situation unterschiedlich entscheiden würden. Für beide sieht das jeder für sich nach einer freien Entscheidung aus, aber letztendlich hat ihre soziale Herkunft sie zwangsläufig so programmiert...

        Hallo,

        das Atmen spielt sich aber nicht im Großhirn ab. Und im Großhirn hat nun auch die Ratio ihren Platz.

        GLG

    "ICH entscheide, OB ich etwas esse, WAS ich esse (ich könnte auch gras essen, wenn ich wollte, das ist allein MEINE wahl), WANN ich esse, WIE ich esse."

    Und ob Du das bewusst entscheidest, da fängt die Illusion an!

Top Diskussionen anzeigen