Leihväter dringend gesucht oder neue Männer braucht das Land?

    • (1) 11.05.12 - 10:34

      Es gibt Leihgrosseltern, Leihmütter etc.pp. - warum gibt es keine Leihväter wo doch wirklich ein grosser Bedarf da wäre, wenn ich durch die Foren hier streife?

      http://www.betreut.de/magazin/betreuungsmodell-leihvater-221
      Zitat aus diesem Artikel:
      "So ist der moderne Mann bislang überwiegend in der Theorie gefragt. Doch inzwischen entscheiden sich viele alleinerziehende Mütter ganz bewusst für einen Leihvater, um einer Einseitigkeit des Erziehungsstils vorzubeugen. Denn der Austausch mit dem anderen Geschlecht ist sehr wichtig für Kinder. Studien belegen, dass Kinder, die mit dem männlichen Geschlecht regelmäßig in Kontakt kommen, bessere motorische und geistige Fähigkeiten entwickeln. Auch wird das Sprachvermögen bei Kindern hauptsächlich durch den Vater geprägt. Man hat außerdem festgestellt, dass Väter und Leihväter die Kinder erziehen, entweder selbst vom Vater großgezogen wurden oder gar keine Zuwendung väterlicherseits erhalten haben. Wenn alleinerziehende Mütter einen Leihvater engagieren, ist ein intensiver Austausch zwischen beiden sehr wichtig, um klare Linien bei der Erziehung festzulegen und um von vorne herein Grenzen zu setzen."

      Also Leute:
      Ich habe es nun "amtlich" bestätigt von mehreren Psychiatern - der Vater meiner Kinder kann wohl echt keine Gefühle für sie aufbringen. Sie leiden darunter und wünschen sich eine Vaterfigur und ich bin auch der Meinung, dass meine Mädels dringend eine männliche "Leitfigur" brauchen. Aber wie mache ich das??? Auf Singelbörsen kriegt man nur Abfuhren, wenn man 2 Kinder hat und dann ist da auch immer die Sorge mit den Pädophilen..... Wenn man "Leihvater" googelt, dann kommt man höchstens auf fragwürdige Foren im Bereich "Kinderwunsch" oder "Zuchthengste".... Also wo kriege ich eine männliche Bezugsperson her? Meine Familie kann das leider nicht abdecken, da sind nur Mädels...

      • Ich antworte mal ernsthaft, auch wenn ich mir bei Deinem Beitrag nicht ganz sicher bin, ob es nicht doch ansatzweise ironisch gemeint ist.

        Der Einsatz als "Leihvater" käme bei mir aus den gleichen Gründen nicht in Betracht, aus denen bei mir auch das aufnehmen von Pflegekindern nicht möglich wäre:

        Ich hätte schlicht und ergreifend Angst, dass die Kinder irgendwann wieder weg wären wenn ich meine "Schuldigkeit" getan hätte, und es mir ganz einfach das Herz brechen würde.

        Zudem würde im Fall "Leihvater" auch noch dazu kommen, dass in der Konstellation auch die Sympathie zur Mutter stimmen müsste, was wiederum wahrscheinlich zu weiteren Problemen führen würde...in die eine oder andere Richtung.

        Ansonsten wäre man(n) wohl eher nur eine Art männliches Kindermädchen....und ob das wünschenswert bzw. sogar sinnvoll ist, wage ich anzuzweifeln. Zumindest wäre es nichts für mich.

        Auch die Frage der "Einmischung" in die Erziehung wäre etwas, dass ich nicht unterschätzen würde. Schon als Eltern innerhalb einer funktionierenden Partnerschaft kommt es zu Unstimmigkeiten in Erziehungsfragen, sogar manchmal zu regelrechten Auseinandersetzungen wenn die Meinungen auseinander gehen.

        Wie soll das innerhalb einer solchen von Dir vorgestellten Modells funktionieren? Welche Mutter würde sich von einem eigentlich völlig fremden Kerl reinreden lassen wollen? Oder wie effektiv wäre es, wenn sich der Mann dann brav an die Vorgaben hält, ohne sich selbst einbringen zu können? Dann könnte man das Ganze auch gleich bleiben lassen.

        TJ

        • Danke für Deine Antwort!

          Ja, das sind eben die ganzen Argumente, die mir auch so durch den Kopf gehen. In der Therapie meiner Grossen kommt gerade voll zum Ausdruck, dass ihr echt eine Vaterfigur fehlt und sie sich manchmal wünscht, dass die Väter von Schulkameradinnen ihrer wäre... Selbst mein Vater ist nicht mehr da, er ist leider vor 5 Jahren gestorben.

          In unserem ganzen Umkreis ist irgendwie kein Mann (mehr).

          Ich glaube nun auch nicht, dass meine Mädels grosse Entwicklungsschäden daran nehmen werden wie in dem Artikel behauptet, aber manchmal frage ich mich, wie und wo sie männliche Verhaltensweisen kennenlernen sollen um sich ein generelles Bild über Männer machen zu können? Ihr Männerbild wird doch nur noch durchs Fernsehen vermittelt #zitter

          Wenn ich manchmal komplette Familien auf unseren Ausflügen zuschaue, dann wird mir auch sehr bewusst, dass Männer anders mit Kindern umgehen als Frauen und ich merke, dass ich das nicht vermitteln kann.

          Vielleicht bin ich auch einfach nur so schokiert, dass der Vater meiner Kinder wirklich gar keine Gefühle für sie empfinden kann und ich möchte vermeiden, dass das der "letzte" Eindruck für sie ist bevor sie die Pubertät durch haben.

          Zitat: "Der Einsatz als "Leihvater" käme bei mir aus den gleichen Gründen nicht in Betracht, aus denen bei mir auch das aufnehmen von Pflegekindern nicht möglich wäre:" Zitat Ende

          Das hat man uns auf den Seminaren zur Vorbereitung auf das Pflegeverhältnis, beim Jugendamt, in der Erziehungsberatungsstelle und im SPZ immer wieder verdeutlicht: man darf keine Dankbarkeit erwarten. D.h.: ein Pflegekind aufzunehmen (und vermutlich auch sowas wie eine Leihvaterschaft) sollte eine recht selbstlose Entscheidung sein. Wenn einem das bewusst ist und man sich vor Augen hält, dass man wirklich für einen anderen Menschen und für die Gesellschaft Gutes tun kann, indem man so einem kleinen Wurm hilft, einen guten Start ins Leben haben, dann gibt einem das ganz ganz viel innere Befriedigung.

          Auch die leiblichen Kinder können irgendwann einfach gehen und dir nichts von dem zurück geben, was du in sie an Gefühlen, Liebe und Zeit investiert hast. Aber genauso kann es eben auch sein, dass ein Pflegekind oder ein "Leihkind", dir ein Leben lang verbunden bleibt und für dich da sein wird, wenn du es brauchst. Da steckt man nicht drinnen. Es ist eigentlich wie in allen zwischenmenschlichen Beziehungen - erwarte nichts und schon gar nicht, dass der andere dein Glücklichmacher ist und alles, was du dann bekommst, wird dich glücklich machen und alles, was du nicht bekommst, wird dich nicht unglücklich machen...oder so ähnlich! ;-)

          Wenn du in echt so bist, wie man dich hier liest, wärst du bestimmt ein guter Leihvater, der einem Kind viel mitgeben könnte ins Leben. Schade, dass du diese Chance nicht gibst!

          LG
          Suse

      in den usa gibt es die organisation "big brothers and sisters"
      http://en.wikipedia.org/wiki/Big_Brothers_Big_Sisters_of_America

      habe gerade geschaut und gesehen, daß es wohl auch einen ableger in Deutschland gibt - wie ausgereift ds ist und ob das für euch in frage kommt kann ich natürlich nicht sagen.
      http://www.bbbsd.org/

      ich glaube aber auch, daß männliche bezugspersonen für kinder sehr wichtig sind.
      leider treffen sie weder in kripp, kindergarten noch grundschule auf besonders viele männern. frühestens auf weiterführenden schulen erleben sie männer die ihnen zugewandt sind/ pädagogische aufgaben übernehmen

      schade!

    Seelenspiegel hat schon alles gesagt, was zu dem Thema gesagt werden muss.

    Warum nicht "Leihgroßeltern", die noch nicht so alt sind, aber trotzdem Zeit haben und ordentlich auf Zack sind? Der "Leihopa" kann einem Kind manchmal mehr beibringen als ein 35-Jähriger wegen der Lebenserfahrung und so. Außerdem vermittelt die Generation 60+ immer noch bessere Werte als jüngere Generationen.

    • Naja, eine Oma haben sie ja schon noch und die kümmert sich auch 2 Tage pro Woche um sie. Die Werte der Generation 60+ werden also sehr wohl vermittelt. Kinder tendieren aber vor allem in der Pubertät auch dazu diese Generation als nicht mehr relevant und "komplett verstaubt" abzutun. Es wäre deshalb sicher sinnvoller eine nähere Generation dabei zu haben.

Hallo,

ich glaube nicht, dass Kinder per se schlechter sind, die ohne Vater aufgewachsen sind.

Ich kenne einige, die sehr gut in der Schule waren und alleine von ihrer Mutter aufgezogen wurden.

"Auch wird das Sprachvermögen bei Kindern hauptsächlich durch den Vater geprägt." Was für ein Unfug ist das denn?

In meiner Kinderzeit hatte ich in erster Linie Kontakt zu meiner Mutter, meinen Vater habe ich ab und zu am Wochenende gesehen, weil er permanent geschäftlich unterwegs war.

Deswegen halte ich das auch für fragwürdig.

Sicherlich hat mein Ex keine Gefühle für meine Tochter aufgebracht. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, einen Mann ins Spiel zu bringen, der diese Rolle "spielen" soll. Und was anderes ist das nicht.

Mein Freund hat diese Rolle übernommen, aber nicht leihweise, sondern ernsthaft und für eine lange Zeit (so hoffe ich, wir heiraten im Juli).

GLG

  • Ich denke auch nicht, dass sie entwicklungstechnisch benachteiligt sind dadurch wie es in diesem Artikel steht. Aber ein Männerbild fehlt eben trotzdem und das gehört zur Entwicklung doch auch dazu.

    Du hast Glück, dass Du so einen Mann gefunden hast!

Leihväter braucht man meiner Meinung nach weniger. Eher verantwortungsvolle Frauen die wissen wie man verhütet und sich den zukünftigen Kindsvater mit bedacht auswählen, statt sich vom nächstbesten ein Kind andrehen lassen.

Wer sollte das denn machen?

Und außerdem würde er doch ohnehin verdächtigt ein Pädophiler zu sein.

Ich erinnere nur an die Diskussion wo das Kind mit im Bett von Mutter und Freund schläft, weil die Mutter oder das Kind das so will. Da wurde nicht bemängelt, dass das Kind oder die Mutter das will, sondern dass der Freund da überhaupt dann übernachtet und Pädophilie unterstellt. Als wenn es dazu die Übernachtung in einem Bett bedürfte, die gar nichtmal von ihm ausgeht.

Was sind dann erst "Fremde", die Kinder betreuen wollen?

Genau aus diesem Grund wird das nichts werden. Wer will sich denn ständig rechtfertigen müssen. Und das noch nichtmal mit Erfolg.

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