Warum wollen Griechen keine Schulden zurück zahlen?

    • (1) 15.05.12 - 09:48

      Hallo!

      Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch und verstehe es einfach nicht...
      Warum sind die Griechen so gegen die Sparpläne?
      Warum ist für sie das Sparen so schlimm?
      Fühlen sie sich von dem Resteuropa (sprich Deutschland) irgendwie reingelegt oder was? #kratz

      Eine Frage des Stolzes oder was ganz anderes?

      Ich habe zwar auch andere "Sorgen" zur Zeit ;-), aber die Griechen gehen mir öfter durch den Kopf...

      Danke schon mal für die Aufklärung!

      LG #tasse

      • Hallo,

        vielen Menschen fällt es schwer, Fehler einzugestehen. Warum sollte es bei den Griechen anders sein?

        Allerdings ist es für die anderen europäischen Staaten dumm, die alles versucht haben, den Griechen zu helfen.

        Doch ich glaube, es wäre wahrscheinlich besser, sie würden ihren Arsch alleine wieder aus dem Dreck ziehen, notfalls auch unter Verzicht auf den Euro.

        GLG

      Hallo,

      hierzulande gehen viele Menschen in Privatinsolvenz und achten darauf, ihr Einkommen so klein zu halten, dass auch ja kein Cent für die Gläubiger übrig bleibt.

      Warum wohl?

      Schulden begleichen ist mit Arbeit und Aufwand verbunden.

      Gruß

    • "Warum ist für sie das Sparen so schlimm?"

      Weil es erstens kein Sparen ist und zweitens die Volkswirtschaft in Griechenland mit den jetzigen Maßnahmen regelrecht zugrunde gerichtet wird und die Demokratie an sich in Gefahr ist.

      Die Gesellschaft bis hoch in die Politikerkaste hat eine Bakschischmentalität in Griechenland und die verheerenden Fehler der greichischen Politik aber auch aller Europäer, die das jahrzehntelang geduldet haben, soll nicht vergessen werden.

      Aber (Ein)Sparen an sich ist noch keine Tugend, die einen nach vorne bringt.

      Im Fall von Griechenland bedeutet es den Ruin. Und wer soll dem jetzt eigentlich nützen?

      Keine Ahnung, wo die sparen sollen/wollen. Interessiert mich auch nicht.

      Aber stelle dir mal vor, Deutschland muss sparen. Das könnte Folgendes heißen:

      - Kindergeld wird um 20€ pro Kind gekürzt
      - Hartz 4 bekommen nur welche, die mind. 2 Jahre in ihrem Leben am Stück gearbeitet haben
      - Zuschüsse für Hartz-Vierler wie z.B. für Vorhänge und Waschmaschine gibt es nicht mehr
      - Die Zahlung der Pendlerpauschale wird auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
      - Andere steuerlich absetzbare Ausgaben kann man bei der EInkommenssteuererklärung auch nicht mehr geltend machen.
      - Die viel diskutierte Solarförderung fällt komplett weg (was ich befürworten würde).
      - Steuern werden erhöht.
      - usw. usw. usw.

      Jetzt klar, warum die Griechen nicht sparen wollen?

    • Naja,

      man könnte annehmen das die Griechen es schlicht nicht wahrhaben wollen das plötzlich nicht mehr funktionieren soll sich mit Betrügereinen durchzumogeln.

      Sie haben sich mit gefälschten Zahlen in die EU gemogelt,
      sie haben die bisherigen Kreditgarantien mit falschen Versprechungen erschlichen,

      da kann es ja jetzt mal gar nicht sein das jetzt plötzlich jemand auf die Einhaltung von Zusagen pocht.
      Schon die Anküdigung das eine Linksregierung sämtliche Verträge als nichtig betrachten würde zeigt doch eindeutig welchen Geistes Kind man dort ist.

      Griechenland hat bereits in der Vergangenheit zahlreiche Kürzungen im sozialen Bereich vorgenommen. Die Auswirkungen sind bekannt. Die Wirtschaftsleistung ist eingebrochen, die Zinslast und die Verschuldungsrate haben sich erhöht. Weitere Kürzungen hätten den gleichen Effekt und würden die politische Situation noch unkontrollierbarer machen als sie ohnehin schon ist. Die Griechen wollen also einen Weg nicht weiter verfolgen, der sich als falsch erwiesen hat.

      Die Problembehandlung, die vor allem die deutsche Regierung verfolgt erinnert ein wenig an den mittelalterlichen Arzt, der den Aderlass als Allheilmittel für alle denkbaren Leiden betrachtet – und gleichzeitig seine Kopfschmerzen mit einer Lobotomie behandelt hat (auch wenn Lobotomie jetzt nicht MA ist).

      • "Die Griechen wollen also einen Weg nicht weiter verfolgen, der sich als falsch erwiesen hat."

        Naja, vielleicht haette man nicht die Erwartung schueren duerfen, dass die "Heilung" schnell eintritt. Dass der andere Weg, naemlich eine zu hohe Verschuldung (zumal offenbar nicht fuer Investitionen), falsch war, wissen wir ja.

        • (10) 15.05.12 - 12:51

          "Dass der andere Weg, naemlich eine zu hohe Verschuldung (zumal offenbar nicht fuer Investitionen), falsch war, wissen wir ja. "

          Um im medizinischen Jargon zu bleiben:

          Zur Lösung des Problems, dass und alle angeht muss der Patient zunächst vom Notarzt stabiliert werden, danach von den Krankenhausärzten therapiert und anschliessend geht es in die Reha. So macht man es normalerweise. Fr. Merkel hat aber nun dèn Krankenwagenweg zugeparkt und möchte direkt mit der Reha beginnen. Wie wird das wohl ausgehen?

          • "Zur Lösung des Problems, dass und alle angeht"

            Diese Politikerfloskel hört man seit Beginn der Krise.

            Offensichtlich von den gleiche Leuten, die seinerzeit bei Ländern wie Griechenland nur zu gerne weggeschaut haben um nicht die ökonomische Logik zuzugeben, dass gewisse Länder nicht reif für die Währungsunion sind.

            Was soll denn hier passieren wenn Griechenland die Währungsunion verlässt, ja selbst wenn sie ihre Schulden nicht zurückzahlen?

            Mich persönlich geht die Krise in Griechenland ökonomisch betrachtet NICHTS an. Ich sehe nur mit Schrecken, wie dort Tag für Tag Existenzen vor die Hunde gehen.

            Gebt den Griechen endlich ihre Drachme zurück und warten wir 1-2 Generationen ab, die sie als EU-Mitglied die notwendigen Strukturen haben, um halbwegs mit den bereits weiter fortgeschrittenen Teilen Europas Schritt zu halten.

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