Glückspilze und Pechvögel

    • (1) 25.05.12 - 10:55

      Ist Glück haben Einstellungssache? Ansichtssache? Oder gibt es doch Menschen die einfach oft Glück haben und andere bei denen meistens schief geht was schief gehen kann?

      Das Glas ist halbvoll oder es ist halbleer- das stimmt. Aber was ist mit denen, deren Glas ständig umverschuldet umgeworfen wird? Und mit denen, deren Glas sich von alleine durch Zufälle füllt?

      Es ist hier nicht gemeint temprär glücklich sein- sondern überwiegend Glück bzw. Pech haben.

      Freue mich auf Antworten!

      • Glück ist m.E. eine Mischung aus

        - Einstellungssache - man kann sich vieles schönreden, um sich das Leben besser vorzugaukeln. Oder die eigenen Ansprüche sind niedrig genug, dass man schon mit wenig glücklich ist.

        - Zufall: Es gibt zwingenderweise Menschen, denen alles zufliegt und andere die die Arschkarte gezogen haben.

        • aber ist dein punkt zwei nicht auch einstellungssache?

          vielleicht würdest du über mich/ mein leben, meine situation urteilen: arschkarte und ich sehe mich als Glückspilz?

          wenn ich an meine freundin denke, die gerade mitten im hausbau steckt denke ich: "oh die arme"- sie selbst ist überglücklich..

          ich kenne menschen mit schweren krankheiten, traumatischen erlebnissen,...- die sind im durchschnitt meines erachtens nicht weniger glücklich/ zufrieden als Menschen ohne solche Schicksalsschläge

          ich würde meinen, daß es einstellungssache ist, ob man sich selbst als grundsätzlich zufrieden einschätzt und ob man sein leben so wertet, daß man den fokus auf das "glück" legt oder eben auf das "pech"

          • Es ist natürlich schwierig, ein Lebensereignis in Entitäten zu zerlegen - aber ich kann doch Ereignisse als gut oder schlecht bewerten, in dem ich die Folgen dieses Ereignisses erst einmal außer acht lasse.

            Ein Autounfall ist schlecht. Wenn ich durch diesen Autounfall eine enorm hohe Versicherungssumme kassiere und mir das Leben im Rollstuhl nichts ausmacht, weil dieses auch vorher schon vorzugsweise auf der Couch verbracht habe, ist das gut.

            Es ist also abhängig von den Folgeereignissen - die ich aber durchaus einigermaßen neutral einordnen kann.

      natuerlich ist das Glueck, im Lotto einen Millionenbetrag zu gewinnen, keine Einstellungssache...doch damit gluecklich zu sein sehr wohl.

      Ich denke, wenn es gelaenge, sich WIRKLICH bewusst zu machen, dass das Leben kurz und schoen ist, dann gelaenge es auch, sich oefters gluecklich zu fuehlen. Und wenn dies etwas mit "schoenreden" zu tun hat (eine bereits pessimistische Auffassung), bitteschoen...

    Was war nochmal Glück #heul....

    ich denke, daß es ereignisse gibt, die in aller regel als "glück" oder "pech/ schicksalsschlag" erlebt werden.
    kaum ein mansch wird sich über den tod des eigenen Kindes freuen und wir alle empfinden zuneigung, liebe, verbliebtsein als Glück/glückliche ereignis.

    Und natürlich gibt es menschen, denen in ihrem leben häufiger glückliche ereignisse zu teil werden und menschen, die häufiger mit schwierigen situationen konfrontiert werden.

    jedoch glaube ich nicht, daß das eine oder das andere auswirkungen auf das grundsätzliche lebensgefühl hat.

    da die Interpretation viel entscheidender ist als das Erlebnis an sich wird langfristig die Einstellung darüber entscheiden, ob wir unser leben als glücklich, uns selbst als glückspilz oder zumindest als zufriedenen menschen erleben oder eben nicht

    - Zufall: Es gibt zwingenderweise Menschen, denen alles zufliegt und andere die die Arschkarte gezogen haben.

    Und was haltet ihr davon?

    Es geht nicht darum, zu beurteilen, ob jemand in seiner Situation glücklich sein kann oder nicht.

    • aber damit setzt du doch eine bewertungsinstanz voraus.
      wer soll den "arschkarte" bewerten?
      doch nur der der sie zieht.

      und um auf deine frage einzugehen: ja, ich glaube, daß machen menschen einfach rein aus zufall etwas zufliegt, das anderen verwehrt bleibt (schon alleine, daß ich in einem reichen, aufgeklärten land geboren wurde, daß ich immer ausreichend zu essen hatte, daß ich nie verfolgt wurde und keinen krieg am eigenen leib erleben mußte, daß ich mich nicht verschleiern muß und von Beschneidung verschont bin, daß ich eine schule und eine Universität kostenfei besuchen durfte... all ds ist reiner zufall und nur auf meiner geburt in einem solchen land, zu eienr solchen zeit in einer solchen familie geschuldet)

      und: es gibt menschen, die negativ ans leben rangehen (bzw. positiv) und damit auf menschen ebenso wirken. diese werden dann vermutlich mehr mißerfolge erleben (bzw. erfolge), was sie in ihrer annahme bestärkren wird und sie beim nächsten mal wieder negativ/ positiv eingestellt an die nächste herausforderung herangehen lassen wird

      • Hallo,

        "wer soll den "arschkarte" bewerten? doch nur der der sie zieht."

        also ich kenne aus meinem Bekanntenkreis einige, die objektiv betrachtet tatsächlich mehr Glück im Leben hatten als andere und andere haben "Pech" - vom Mann getrennt, Krise grad überwunden, dann Job verloren und Brustkrebs diagnostiziert...

        Ok ich glaub auch dass manche negative Dinge anziehen (falschen Partner etc.) aber Jobverlust und Krankheit???

        Sicherlich ist der Umgang mit Glück/Pech unterschiedlich, aber es gibt schon viele, die einfach mehr abkriegen als andere.

        Die Mutter einer Schulfreundin musste erst den Tod ihres Mannes verwinden, dann starb die Tochter bei einem Verkehrsunfall.

        Ein Elternpaar verliert ein Kind durch Krebs, der zweite Sohn stirbt bei einem Motorradunfall. Ob die jetzt die negativen Ereignisse in ihr Leben gezogen haben? Ok - vielleicht als Lektion zum Überwinden von Krisen - aber das finde ich jetzt sehr esoterisch.

        Gruß snowwhite

        • ich glaube du mißverstehst mich.

          es gibt kein objektives glück/ pech und noch viel weniger bedeuten Lebensereignisse, daß sich ein mensch grundsätzlich als glücklich/ glückspilz wahrnimmt oder eben nicht.

          es gibt ganz sicher Lebensereignisse, die beinahe alle menschen als schrecklich/ schlimm/ pech.. wahrnehmen würden (tod des eigenen kindes...)
          aber das bedeute noch lange nicht, daß diese menschen schlußfolgern, sie wären "pechvögel" oder ihr gesamtes leben wäre weniger von glück geprägt als dsa von anderen.

          nur die subjektive Einschätzung des eigenen lebensglückes kann doch gelten. d.h. es gibt keine objektive Instanz, die sagt, daß lisasimpson eher ein "pechvogel" oder ein "glückspilz" ist.

          meine beobachtung von menschen sagt mir, daß es eine relative konstanze einschätzung des eigenen glücks/ der eigenen stimmung gibt.

          es gibt psychische erkrankungen, die uns da kurz-mittel- oder langfristig rausreißen können (depressionen...), und/ oder es gibt lebensereignisse, die diesen level kurzfristig beeinflussen (schicksalsschläge, freudige ereignisse)
          in aller regel pendelt sich das danach aber wieder auf ein level ein, das dem ursprünglichen nahe kommt.

          niemand wiedr immer jubilierend und glücklich sein, aufgrund eines lebensereignisses. die hochzeit, die geburt eines kindes, die gehaltserhöhung, der schulabschluß... das alles kann uns kurzfristig ein hoch bescheren- mittel- und langfristig wird sich am emotionalen zustand nicht viel ändern.
          wie wir mit schicksalschlägen umgehen, hängt maßgeblich davon ab, wie wir uns und unser leben einschätzen.
          sehen wir uns grundätzlich als vom leben benachteiligt, werden wir einen weiteren schicksalsschlag anders werten al wenn wir grundsätzlich uns als glücklich und ausgeglichen wahrnehmen.

          natürlich hängt diese grundsätzliche wohlbefinden AUCH von äußeren bedinungen ab. wir vergleichen uns immer mit unserem umfeld.
          Sind wir verglichen mit unserem umfeld
          - weniger vermögend
          - weniger gbildet
          - weniger erfolgreich
          - weniger attraktiv,
          weniger....
          dann wird sich mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit das auf unserer grundsätzliche Selbstbild auswirken.

          wenn wir die gleichen menschen sind und bewegen uns aber in einem umfeld in dessen Relation wir uns als
          - vermögender, gebildeter, attraktiver, erfolgreicher... wahrnehmen, dann wird das ebenso einfluß auf unsere Einstellung zu uns selbst haben.

          aber es gibt sicher auch andre Faktoren, die eine rolle spielen bei der entwicklung des eigenen Selbstbildes.
          und nur dieses entscheidet darüber wie wir mittel- und langfristig mit Lebensereignissen umgehen, die uns aus dem alltag reißen

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