wie wärs denn,

    • (1) 06.06.12 - 19:00

      wenn man statt eines mind. harmlosen, evtl. aber sogar schädlichem Betreuungsgeldes und kostenpflichtigen Kitas lieber allen Müttern, die nach 12/18/24 Monaten (das wäre eben zu verhandeln bzw. die Höhe würde mit steigendem Kiga-Eintritssalter des Kindes sinken) und ihre Kids dann eben betreuen lassen, einen befristeten Bonus zahlen würde und die Kita umsonst wäre?

      Das hätte doch folgende Vorteile:

      1. wieder-arbeitende Mütter zahlen in die Sozialkassen ein, zahlen Steuern, konsumieren (ökonomisch sinnvoll)
      2. der Wiedereinstieg wird im Gegensatz zu heute wieder attraktiv: Überlegen sich viele Mütter derzeit, ob es sich lohnt, zu arbeiten, wo doch Betreuungsgebühren, Fahrtkosten und die meist so unattraktive Steuerklasse 5 fast alles "auffressen", gäbe es dann einen Anreiz, zu arbeiten. 400 €-Jobs würde ich von dieser Regelung allerdings ausnehmen.

      3. Wenn der Bonus ausläuft, wäre das Kind schon im Ü-3-Alter, wo die meisten Kinder hierzulande eh den Kindergarten besuchen.

      4. Der Bonus würde arbeitenden (!) Müttern auch gezahlt werden, wenn sie die Betreuung ihrer Kinder durch Familie/Freunde/Au-Pair oder private Kindergärten organisieren.

      Was haltet ihr davon?

      • ich persönlich wär dafür alle Leistungen, die eltern dafür beziehen, daß sie Eltern sind (elterngeld, kindergeld, betreuungsgeld) gar nicht ausbezahlt bekämen, sondern in einer art bildungsgutschein zur verfügung gestellt würde (und ersatzlose streichung der finanziellen priviligien, die ehepaare dadurch haben, daß sie ehepaare sind)

        mir ist durchaus klar, daß das ein verwaltungstechnisches problem wäre- und daher unrealistisch, aber vom grundgedanken her ginge es mir darum, daß diese bildungsgutscheine könnten entweder für kita, kiga, musikschule, sportverein, essen im kiga, schule, ... ausgegeben werden oder angespart als bafög/ ausbildungsunterstützung,...

        mir wäre es zudem wichtig, die transparenz für transferleistungen in diesem bereich zu erhöhen.
        wie viele eltern, wissen, was ihr kita/ kiga platz WIRKLICH kostet? wie viele eltern denken ,der elternbeitrag alleine würde diesen finanzieren?
        wie viele eltern wissen, was ein schulplatz kostet?
        wie viele menschen (die 500€ pro semester als zu hoch empfinden) wissen was ein studienplatz kostet?

        ich glaube, daß wir uns bewußter werden sollten darüber, was bildung kostet, was sie wert ist und was wir dafür erwarten und einfordern können.

        im gegenzug dafür sollte sich das staat absolut raushalten aus der Steuerung von familienmodellen- d.h.
        abschaffung des elterngeldes, Verhinderung des betreuungsgeldes, abschaffung des ehegattensplittings und der 400€ jobs...

        all diese steuerungsinstrumente, die nur kosten verursachen und dafür sorgen verkrustete strukturen aufrechtzuerhalten bzw., es nicht schaffen neue zu gestalten haben ausgedient

        soweit mein modell

        • hallo,

          ehegattensplitting gehört ganz schnell abgeschafft! und erst recht die beitragsfreie mitversicherung der ehefrau in der gesetzl. Krankenkasse (die der kinder würde ich beibehalten).

          minijobs sollten max. für studenten erlaubt sein.

          und natürlich muss es ein bewusstsein dafür geben was tatsächlich krankenversicherung, kita, studienplatz und öpnv kosten und wie wenig der bürger dafür zahlt.

          ich wäre für 1-2 vorschuljahre, siehe

          http://www.zeit.de/2012/05/C-Frueherziehung/komplettansicht

          Verblüffend, oder:

          Einem Kind aus der Mittelschicht werden 1.700 Stunden bis zur Einschulung vorgelesen oder Bilderbücher gezeigt. Kinder aus sozial schwachen Milieus kommen in diesen Jahren im Durchschnitt nur 25 Stunden in diesen Genuss.

          Quelle: mckinsey-bildet
          http://www.archiv-der-zukunft.de/downloads/materialien/mck/mck-booklet-inhalt.pdf

          Büchereiausweis ist für Kinder in den meisten Städten kostenfrei.

          • ja ich kenne die ganzen Studien

            daher ist für mich das betreuungsgeld wirklich der gipfel der dummheit und ich habe ehrlich gesagt bisher nicht daran geglaubt, daß es durchkommt.

            ich bin dafür, daß der Staat die strukturen schafft und diese transparenter gestaltet (wie du schon aufgeführt hast)
            die menschen sollen ein gutes gefühl haben "geld zu sparen"/ geschenkt zu bekommen wenn sie bildung in anspruch nehmen (bei uns bekommen die kinder sogar nach 10 mal ausleihen ein kleines geschenk- was denkste wie oft ich in der bücherei bin:)

            aber ich bin dafür, daß wir menschen zu kompetenten, selbständig denkenden eigenverantwortlichen, mündigen menschen erziehen.
            daher sehe ich jede bevormundung rein "prophylaktisch" als problematisch an.

            ich bin froh und glücklich, daß ich wirklich frei entscheiden konnte, welches lebensmodell ich leben möchte, daß ich mich ohne finanziellen druck für oder gegen krippe, für oder gegen frühen wiedereinstieg ins beruflsleben, für oder wider karriere, kinder, küche oder alles zusammen entscheiden konnte.

            bei deinem modell stört mich, ebenso wie beim betreuungsgeld der versuch der steuerung und die damit verbundenen "Kollateralschäden"

            • "daher ist für mich das betreuungsgeld wirklich der gipfel der dummheit und ich habe ehrlich gesagt bisher nicht daran geglaubt, daß es durchkommt."
              genauso ist es. wenn ich dann herrn dobrindt und frau müller reden höre (wie letzten sonntag bei jauch) dann muss ich ganz stark annehmen, dass diese herrschaften in einer welt leben die mit meiner nicht im geringsten etwas zu tun hat.. ganz ganz schlimm.
              gruß, britta

              • oh ich war letzten sonntag noch im urlaub und hab jauch geschwänzt:)

                "dann muss ich ganz stark annehmen, dass diese herrschaften in einer welt leben die mit meiner nicht im geringsten etwas zu tun hat."

                klärst du mich daher auf?

          • ***daher ist für mich das betreuungsgeld wirklich der gipfel der dummheit und ich habe ehrlich gesagt bisher nicht daran geglaubt, daß es durchkommt.***

            #pro genauso geht bzw ging #aerger es mir auch!

            ***(bei uns bekommen die kinder sogar nach 10 mal ausleihen ein kleines geschenk- was denkste wie oft ich in der bücherei bin:)***

            das ist eine schöne idee...

            ich fände es toll wenn Kursangebote auch kostenlos wären. Kochen, Malen, vielleicht auch ein Lesekurs, udn diese dann vielleicht auch sogar mit einer Kleinigkeit beohnt werden.

            Kostenlose Kurse für Eltern (Säuglingspflegekurs, Kochen, Haushalt, Erziehung, "Wie verbringe ich sinnvolle Zeit mit meinem Kind") fände ich übrigens auch sinnvoll!

            Das würde zwar unmengen an Geld kosten, aber jeder cent den wir in Erziehung und Bildung unserer Kinder stecken zahlt sich auf Dauer mehrfach aus.

            Ach ja und die "Kosten" wär ja auch gar kein rausgeschmissenes Geld, sondern würde Arbeitsplätze schaffen und somit würde der Staat an anderer Stelle sparen, zB beim Arbeitslosengeld.

            Aber leider denkt jede Regierung kostenmäßig nur maximal 4 Jahre weit ...

        ***minijobs sollten max. für studenten erlaubt sein.***

        ja ok, Minijobs für Menschen in Ausbildung nicht nur für Studenten.

        Vielleicht noch in privathaushalten zulassen... wobei sich da dann sicherlich wieder schöne schlupflöcher für findige Unternehmer finden lassen...

        • ich würde minijobs wirklich nur für studenten erlauben. wenn überhaupt. sie verdrängen echte Teilzeit- und Vollzeitstellen und rechnen sich für den Staat einfach nicht.

          ich bin gegen alles, was schlupflöcher zu einfach macht.

          ach so, und dann würde ich noch ganz fix leiharbeit zu dem machen, was sie eigentlich sein sollte und den leiharbeiter für seine flexibilität belohnen, anstatt ihn zum arbeiter 2. klasse zu machen

          und die generation praktikum würde ich so auch nicht mehr möglich machen: unternehmen (gerade in der medien-branche) nutzen praktikanten wie normale arbeitskräfte und zahlen max. ein taschengeld oder sogar gar nichts...

    Hallo,

    ich persönlich zahle vom Kindergeld die Musikstunde oder das Reiten.

    Einen "Bildungsgutschein" halte ich vielleicht für Eltern interessant, die das Kindergeld anderweitig ausgeben sollten.

    Aber Eltern hier unter Generalverdacht zu stellen, finde ich nicht in Ordnung.

    GLG

1. machen sie, WENN sie mit Baby/Kleinkind einen Job versicherungspflichtigen Job finden. Noch immer gelten Mütter mit kleinen Kinder als Risikofaktor in einer Firma. Die Arbeitslosenrate spricht für sich und bei 400 Euro-Jobs kommt wohl nichts in die Rentenkasse.
Zu bedenken ist dabei auch, dass die Kindererziehung dann vorrangig in staatlicher Hand ist und da gehört sie meiner Meinung nach nicht hin!

2. siehe 1 und die Tatsachen, das die Betreuungszeiten immer noch sehr unflexibel und zu kurz sind. Bei Eltern im Schichtsystem geht dann das Kind von 9- 16 Uhr obwohl eine Betreuung nur von 13 bis 16 Uhr nötig wäre und das Ganze wöchentlich wechselnd
Abgesehen davon, dass noch nicht mal ausreichende Kitaplätze zur Verfügung stehen und ausreichend qualifiziertes Personal (womit auch Krankheitsfälle ausgeglichen werden können) vorhanden sind

3.Das ist beim Betreuunggeld auch so vorgesehen

4.Auch das ist beim Betreuungsgeld so vorgesehen.

Karna

  • hallo,

    die Mutter, die VOR der schwangerschaft einen job hatte, hat ihn ja durch die elternzeit danach auch noch.

    ich finde nicht, dass die erziehungsleistung vollständig in staatlicher hand liegt, wenn ein kind für 25, 35 oder 45 stunden pro woche in den kindergarten geht. eine woche hat 168 stunden. Ist also nur ein kleiner Teil.

    nun, betreuungszeiten müssten eben ausgebaut werden, genauso wie personal und kitaplätze. aber mit etwas vorlaufzeit kann sowas doch mittelfristig eingerichtet werden (5-10 Jahre).

    zu 3+4: bis auf die tatsache, dass "mein Modell" nur bei arbeitenden Müttern greifen würde und nicht die klassische Hausfrauen-Versorger-Ehe bevorzugt

    • Deine Rechnung geht aber nicht auf, wenn man bedenkt, dass ein Kind ein durchschnittliches Schlafbedürfnis von 12 Stunden am Tag hat oder mehr (es geht um unter 3 jährige) dann bleiben nur noch 84 Stunden übrig. Abzüglich 45 Stunden sind es gerade noch 39 Stunden, die die Eltern mit dem Kind verbringen können, was weniger Zeit ist, als es im Kindergarten verbringt.

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