Staat und Kirche...

    • (1) 08.08.12 - 23:14

      Ein sehr lesenswerter Artikel in der FTD, wie ich finde. Den kann man mal ganz in Ruhe auf sich wirken lassen...

      http://www.ftd.de/politik/deutschland/:stellung-der-kirche-mit-glauben-ist-kein-staat-zu-machen/70073520.html

      • ich kann Matthäus-Maier sehr gut folgen in ihrer Argumentation und ich sehe vieles ebenso

        allerdings sollte sie in ihrer Argumentation, die eine Trennung von staat und kirche bedeutet (die ich sehr begrüßen würde) nicht vergessen, daß auch- oder gerade! in einem sekularen staat die Religionsfreiheit einen Platz in der Verfassung braucht

        • "...daß auch- oder gerade! in einem sekularen staat die Religionsfreiheit einen Platz in der Verfassung braucht."

          Ja und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - "Religionsfreiheit" = frei von Religionen...
          Es geht nämlich um einen Staat, der aus lauter irdischen Individuen besteht, die allesamt ganz irdisch zusammen leben...

          • ja, religionsfreiheit ist auch das recht, frei von einer religionszugehörigkeit zu leben.

            dies ist, wie Matthäus-Maier ja ausführt nicht vollständig möglich und widerspricht in diesem sinne Art 3 absatz 3
            "(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. ...."

            das hat aber noch keinne bezug zur beschneidungsdebatte, den sie hier als aufhänger wählt (verständlich, da populär), der aber mit dem rest des artikels wenig zu tun hat

            • Den Bezug zur Beschneidungsdebatte sehe ich für meinen Teil dahingehend, als dass hier seitens der Kirche vom Staat ein Gesetz gefordert wird, welches die Beschneidung straffrei stellt. Genau das aber sollte und darf der Staat (die Politik) nicht tun! Im Staat gilt das Grundgesetz, auf das sich alle Individuen unabhängig ihres Glaubens geeinigt haben und das stellt sowohl die körperliche Unversehrtheit jedes Menschen in den Mittelpunkt, als auch seine EIGENE Religionswahl. Kinder können aber noch gar nicht selbst über ihre Religionszugehörigkeit entscheiden und sobald die Eltern die Entscheidung treffen, ist es schon keine EIGENE Wahl mehr...

              • Kinder entscheiden vieles nicht selber.

                Sämtliche Olympiateilnehmer hatten vermutlich Eltern, die sie zum Sport angemeldet, das finanziert, unterstützt und sie hinkutschiert haben. Oder negativ ausgedrückt, die ihnen durch tägliches Training die Kindheit versaut haben, alles eine Frage der Perspektive.

                Hätte man da auch sagen sollen, die Kinder können ja die Folgen gar nicht absehen, erst ab 18 darf man ein Hobby mehr als zweimal die Woche ausüben, um jaaaaaaaaa keine voreilige Entscheidung zu treffen?

                Und wie sollte man Kinder überhaupt von der Religion ihrer Eltern "unbeeinflußt" lassen? Weihnachten (Zuckerfest, Jom Kippur ...) rausschicken und alleine feiern?#kratz

Top Diskussionen anzeigen