Da könnte ich mal wieder so richtig abkotzen!

    • (1) 04.09.12 - 11:55

      Da muss man lesen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Altersarmut höher als bisher vermutet sein wird. Dass jeder Arbeitnehmer, der 35 Jahre lang gearbeitet hat und ein Bruttoeinkommen von 2500,00 € nach Hause brachte, nicht mehr Rente als eine Grundsicherung von gerade mal läppischen 688,00 € bekommen wird. Und...dass jeder Arbeitnehmer zusätzlich dafür sorgen soll/muss (?) dass seine finanzielle Lage im Alter zumindest fürs Nötige reicht - was bei dem genannten Einkommen recht schwierig sein dürfte.

      Und in diesem Zusammenhang nenne ich jetzt mal einen Namen: Christian Wulff! Nach nur 1,5 Jahren Dienstzeit bekam er bisher jährlich - und da bleibt mir immer wieder die Luft weg - 199.000 € "Ehrensold". Ab 2013 dann 217.000€ zuzüglich Büro + Angestellte (die er nicht selber bezahlt sondern wir Steuerzahler) + Dienstwagen + Chauffeur.

      Zitat Welt online: "Die Bezüge des Bundespräsidenten steigen derzeit, weil sie an die der Kanzlerin gekoppelt sind und sich die Regierung nach zwölf Nullrunden die Gehälter - analog zu den Bundesbeamten - erhöht hat. Davon profitieren ebenso die Altbundespräsidenten, die lebenslang einen Ehrensold erhalten, "in Höhe der Amtsbezüge". Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2013 sind für das Staatsoberhaupt - und dessen Vorgänger - Bezüge von 217.000 Euro jährlich vorgesehen, bisher lagen diese über viele Jahre hinweg bei 199.000 Euro." Zitat Ende

      Dass dieser Mann überhaupt noch in den Spiegel schauen kann! :-[

      • die Verknuepfung dieser beiden Themen deutet darauf hin, dass Dir der Neid (oder Dein Ungerechtigkeitsgefuehl) wichtiger ist, als das wirklich ernsthafte Problem der moeglichen Altersarmut. Besser waere die Eroeffnung zweier threads gewesen....

        • Ach Zeitblom - du nun wieder. *seufz*

          Warum sollte ich auf Herrn Wullf neidisch sein? An seiner Stelle würde ich vor Gram zugrunde gehen. Wenn man eine Ungerechtigkeit aufzeigt, muss das nicht gleichbedeutend mit neidischen Gefühlen sein.

          Und warum sollte es nicht möglich sein, gleichzeitig diese Ungerechtigkeit zu sehen UND sich Gedanken über Altersarmut zu machen? Und ich finde, das man das sehr gut in einen Thread packen kann - einfach um den Unterschied deutlich zu machen; einmal 1,5 Jahre Arbeit und dafür eine "Rente" von jährlich 217.000 € + weiterer kostspieliger Dreingaben und auf der anderen Seite der "gemeine " Arbeitnehmer der nach 35 Jahren Tätigkeit eine monatliche Rente von gerade mal dem Sozialhilfesatz bekommt. #aha

          • Das Problem der drohenden Altersarmut wird weder geloest noch gemindert, streichte man die Verguetungen der Alterspraesidenten.

            Meiner Meinung nach wird das Problem der Altersarmut mit dem Verweis auf Politikerbezuege nur verwaessert und letztlich wird davon abgelenkt.

            • Da hast du Recht, dass mit der Streichung bzw. Anpassung der Vergütungen der Altpräsidenten das Problem der Altersarmut nicht gelöst wäre - das habe ich auch nicht behauptet.

              Warum wird das Problem der Altersarmut verwässert, wenn man eine so gravierende Ungleichbehandlung aufzeigt? Gerade durch den direkten Vergleich wird deutlich, dass es hier eine enorme Schieflage gibt zwischen Politikern und Arbeitnehmern. Mit welcher Berechtigung ist das so?

              • "Warum wird das Problem der Altersarmut verwässert, wenn man eine so gravierende Ungleichbehandlung aufzeigt?"

                Weil es keinen sachlichen Zusammenhang gibt; weil es einfacher ist, sich ueber Ungerechtigkeiten aufzuregen, als ueber die Ursachen und moeglichen Loesungen nachzudenken; weil Einzelfaelle (z.B. Bundespraesidenten) betroffener machen als der "Normalfall"...

                • Wieso sollte denn das eine das andere ausschließen? Und aber natürlich gibt es da einen sachlichen Zusammenhang. Das sind bei beiden Parteien die Bezüge, die sie nach ihrer Berufstätigkeit als Ruhestandsgeld beziehen. Ja, wenn du da keinen Zusammenhang siehst...ich weiß ja nicht....#gruebel

      Ich bin wie Zeitblom der Ansicht, dass das 2 getrennt voneinander zu behandelnde Themen sind.

      Um bei deinem eigentlichen(?) Anliegen "Altersarmut" zu bleiben:
      Manchmal ist es interessant, eine Gegenrechnung zu machen, einen Vergleich. (Der besseren Vergleichbarkeit wegen nehmen wir einfach die gleichen Zahlen wie Frau von der Leyen)

      Frau v.d.Leyens Rechnung lautet: Nach 35 Jahren Erwerbstätigkeit bei 2500 € brutto hat der Rentner nur eine Mini-Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro zu erwarten.

      Schauen wir mal, was raus kommt, wenn wir die Rentenversicherungspflicht spaßeshalber mal streichen: Fangen wir auf der grünen Wiese an und legen wir den Rentenversicherungsbetrag (19,6% vom Brutto) stattdessen monatlich bei unserer Bank an - zu 2,5% Zinsen.

      Annahme: 35 Arbeitsjahre
      Bruttoverdienst: 2.500 €
      Monatlicher Sparbetrag (19,6 %): 490 €
      Rentenbeginn: mit dem vollendeten 67. Lebensjahr
      Tod: Das versicherungstechnisch durchschnittliche Sterbealter sei 85 Jahre.
      Inflation, Preissteigerung, Lohnerhöhungen seien nicht berücksichtigt.

      Nach 35 Jahren Arbeit hat der Mensch insgesamt 205.800 € zu seiner Bank getragen. Mit Zins und Zinseszins ergibt sich nach 35 Jahren eine Summe von 329.186,54 €!
      Bei dem genannten durchschnittlichen Sterbealter von 85 Jahren bezieht der Arbeitnehmer dann 17*12 = 204 Monate Rente.

      329.186,54 : 204 = 1613,66 €

      Regelmäßig und diszipliniert angelegt hätte ein Rentner demnach monatlich über 1600 Euro zur Verfügung. Derzeit würde ihm jedoch bei der gleichen eingezahlten Summe nur eine Rente in Höhe von 688 € ausgezahlt werden.

      Zugegeben, ein sehr theoretisches Gedankenmodell, aber interessant sind die Zahlen allemal:
      Staatliche Rente: 688 €
      Eigenverantwortliche Rente: 1608 €.
      .
      .
      .

      Weitere Gedankenmodelle:

      1. Würde sich der Rentner bei dem Bankenmodell von den 329.000 € jeden Monat nur das "genehmigen", was der Staat ihm an Rente zugesteht (688 €), hätte er mit 85 Jahren immer noch 188.834 € auf der hohen Kante.
      Oder anders ausgedrückt: OHNE weitere Zins- und Zinseszinsberechnung ist das Geld erst verbraucht, wenn der Rentner 107 Jahre alt ist. Mit Zinsrechnung darf er noch ein paar Jahre älter werden.

      2. Derzeit teilen sich ja Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Rentenversicherungsbetrag 50 : 50.
      Angenommen, wir verzichten auf den Arbeitgeberanteil - selbst dann(!) hätte unser Rentner noch eine monatliche Auszahlung von über 800 € zu erwarten. Selbst ohne AG-Anteil läge die Rente also noch höher als bei der staatlichen Rente.
      Die Arbeitgeber könnten für das Geld ja dann neue Arbeitsplätze schaffen oder den AN den Lohn erhöhen. #rofl

      • 3. Gedankenmodell:

        Selbst bei 0% Zinsen... wenn man sich das Geld zu Hause in die Matratze stopft... darf man sich im Alter zwischen 67 und 85 jeden Monat 1008,83 € nehmen (staatliche Rente: 688 €)

        Du hast bei der Rechnung etwas Entscheidendes nicht beachtet !

        Wenn Du diesen Fehler entdeckst, dann wirst Du auch merken, wie Fr. vdL manipuliert!

        • Scheinbar bin ich blind, ich entdecke den Fehler nicht. Klär mich bitte auf.

          • siehe meine Antwort an Zeitblom.

            Ich bitte um Verzeihung, dass ich es hier nicht noch einmal wiederholen möchte.#sorry

            • Du sagst, ich hätte bei meiner Rechnung etwas Entscheidendes nicht beachtet. Mir erschließt sich immer noch ganz, was das sein soll.

              "Die veröffentlichte "Schock-Tabelle" beruht auf ceteris paribus-Rechnungen des Sozialministeriums. Die 688 EUR wurden ermittelt auf Basis aktueller Nettolöhne."

              Du sagst es selbst: ceteris-paribus = Alles andere bleibt gleich
              http://de.wikipedia.org/wiki/Ceteris_paribus

              Auch meine Rechnung ist eine ceteris-paribus-Rechnung und ist von daher durchaus vergleichbar. Ich habe im ersten Beitrag sich verändernde Rahmenbedingungen sogar explizit ausgeschlossen: "Inflation, Preissteigerung, Lohnerhöhungen seien nicht berücksichtigt", um wenigstens annähernd eine Vergleichbarkeit zu den Zahlen v.d.Leyens zu gewährleisten.

              • Die Zahlen wären vergleichbar(er), wenn man die Verzinsung weglässt, wie Du das in dem nachfolgendem Beitrag dargestellt hast (den ich mir aber erst heute angeschaut habe).

                Die Differenz von rund 30% erklärt sich durch die weitergehenden Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung (z. Bsp. Hinterbliebenenrente, Rehabilitation, Erwerbsminderung) und den Umstand, dass die Zahlen aus den Tabellen des Sozialministeriums wohl noch stärker „bearbeitet“ wurden, als ich dies für möglich gehalten hätte (Die Süddeutsche berichtete heute).

      Diese Rechnungen sind immer wieder schön aber dennoch heisst es Äpfel mit Birnen verglichen.

      Bei der privatwirtschaftlichen Variante geht es ums Sparen.

      Unser Rentensystem ist kein Sparsystem. Es geht von der Hand in den Mund. Reserve liegt bei einem Zeitraum von 1 oder 2 Monaten (?). Du gibst dein Geld den heutigen Rentnern. Da wird nichts gespart.

      Und deswegen liegt das Problem sinkender Renten ürbigens nicht so sehr in der mangelhaften Lohnentwicklung der letzten 10 - 15 Jahre sondern ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass es einfach immer weniger Beitragszahler gibt. Und die verdienen auch noch immer weniger. Die Lohnentwicklung in der Breite hat also vielmehr einen Verstärkereffekt.

      Diese und auch alle anderen Vorgängerregierungen haben weder in der Familien- noch in der Zuwanderungs- noch in der Bildungs- und schon gar nicht in der Steuerpolitik die Maßnahmen ergriffen, die es möglich machen, dass es auch in Zukunft ausreichend Beitragszahler mit ausreichend Einkommen in Deutschland gibt.

      Ich halte die Zahlen bezüglich des Einkommensniveaus von 2500 € sogar noch für geschönt.

      Das diese Person v.d. Leyen nun kommt und den Menschen auch noch, entschuldigung, Scheisse für Gold verkaufen will, ist für mich ähnlich skandalös wie das jahrelange Vorbeten der sicheren Rente ihres Vorvorvorvorgängers Blüm.

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