Deutsche Botschaft im Sudan gestürmt

    • (1) 14.09.12 - 18:17

      Hallo!

      Scheinbar noch nicht Thema hier, aber ich möchte nachfolgenden Link gerne mal
      einstellen:

      http://tagesschau.de/ausland/freitagsgebete104.html

      Wie der Betreff schon sagt, handelt es sich um die Krawalle vor der Deutschen Botschaft
      aufgrund des islamfeindlichen Films. Ich gestehe, ich kenne nun hier die Hintergründe des
      Filmmaterials nicht, und würde gerne ein paar nähere Details hierzu erfahren.

      Und was geht in euch vor, nach dieser Berichterstattung?

      Ich findes es sehr befremdlich zu sehen, wie das Botschaftsschild (Aufschrift Bundesrepublik
      Deutschland) wütend und voller Hass niedergetrampelt und verbrannt wird.

      Grüße
      kaffee.tante

      • Hier mal die Erklärung, warum auch die deutsche Botschaft angegriffen wurde:

        "Zum Marsch auf die deutsche Botschaft hatte der bekannte Scheich Mohammed Dschisuli aufgerufen. So sollten die Demonstranten gegen mutmaßlich anti-islamische Graffiti an Berliner Moscheen demonstrieren und anschließend vor der US-Vertretung gegen das im Internet aufgetauchte islamfeindliche Schmähvideo. "Amerika ist seit langem ein Feind des Islam und des Sudans", sagte Dschisuli im staatlichen Rundfunk. Das sudanesische Außenministerium hatte Deutschland auch dafür kritisiert, dass Islamgegner im August Mohammed-Karikaturen zeigen durften. Zudem hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Laudatio, als Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard vor wenigen Tagen mit dem Potsdamer Medienpreis geehrt wurde."

        http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-09/deutsche-botschaft-sudan

        Hallo,

        ich finde nicht nur den Angriff auf dei Deutsche Botschaft befremdlich, sondern auch den Angriff auf Amerikanische Diplomaten am 11.09.12.

        Bei allem Respekt gegenüber verletzten religiösen Gefühlen finde ich die Reaktionen beängstigend. Zwischen Demonstrieren und Krawallen besteht ein Unterschied (in manchen Berichterstattungen wird von "Demonstrationen" gesprochen.

        Ich bin der Meinung, dass es hier noch erhebliches Konfliktpotential vorhanden ist.

        Fanatismus jeglicher Art finde ich befremdlich und beängstigend.

        Viele Grüße

        Sakirafer

        • "Bei allem Respekt gegenüber verletzten religiösen Gefühlen finde ich die Reaktionen beängstigend."

          Beängstigend ja, aber auch durchschaubar. Die "Welt" hat das ganz gut kommentiert:
          http://www.welt.de/debatte/kommentare/article109246816/Der-Islamismus-strebt-nach-der-Weltherrschaft.html

          Da heißt es zum Beispiel: "Wer sich zudem von Rückzug und Nachgeben gegenüber der ebenso pauschalisierend wie romantisierend so genannten "muslimischen Welt" Entgegenkommen, gar innerliche Läuterung und Mäßigung von Seiten islamistischer Extremisten versprochen hatte, wird durch die Gewaltwelle in Ägypten, Libyen, Tunesien, Jemen und Sudan schmerzhaft belehrt."

          Und weiter: "Das Ziel der islamistischen Erweckungsbewegung ist nicht bloß die "Befreiung" islamischen Bodens von fremden Eindringlingen, es ist die Weltherrschaft des Islam, wie sie ihn verstehen: als totalitäre religiöse Diktatur.

          Der Westen hat sich zu beugen", weil "Der Islamismus strebt nach der Weltherrschaft" (weniger der Islam, wie man oft vermutet).

          Im Westen lebt man nach dem Grundsatz "wenn Dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch noch die linke hin". Vielleicht ist man sogar bereit, seine Mutter zu opfern, wenn man seinen Vater verloren hat? Der Islam ist da geradlieniger und konsequenter und genau aus diesem Grund wird er irgendwann auch die einzig wahre Religion sein. Der Stärkere setzt sich durch...

      Der Zentralrat der Muslime hat die Angriffe zwar verurteilt, und dann?

      Keinerlei friedliche Gegendemonstrationen in Deutschland, obwohl hier Hunderttausende leben! Es gibt einige muslimische Mitglieder hier! Wieso habe ich noch kein einziges Statement, daß sie sich gegenüber einer solchen Gewalt abgrenzen, gelesen?

      Ich bin deshalb mittlerweile soweit, daß ich davon ausgehe, daß die Muslime hier in Deutschland die Gewalt im Sudan, etc. vollkommen gutheißen und absolut mit ihnen einig sind. Von dieser Meinung lasse ich mich erst abbringen, bis in Deutschland hunderttausende Muslime friedlich gegen die Gewalt protestieren.

      Viele Grüße
      Trollmama

    • ja, so wie jeder gute Katholik jeden tag demonstrieren geht gegen die (wieder aufkeimende) Gewalt in Nordirland.

      p.s. wie viele demos mit "hunterttausend" teilnehmer hast du gesehen, die sich gegen rechten terror in Deutschland wenden ?
      wenn du von (etwa?) 6 millionen Muslimen in deutschland erwartest, daß "hunderttausend" sich auf die strasse bewegen (also einen prozentsatz von ca 2 %, dann sprechen wir in relation bei etwa 80 millionen Deutschen von demos mit 1,6 millionen teilnehmern, die du forderst, damit eine ganze bevölkerungsschicht DIR deutlich macht, daß sie nicht einverstanden ist mit einer aktion/ mit verrückten, kriminellen oder terroristen?)

      Also ich war auf keienr demo- heißt das jetzt, dß ich ein heimlicher sympatisant des "nsu" bin?

      • Sehr gute Argumentation!

        #danke

        ***Also ich war auf keienr demo- heißt das jetzt, dß ich ein heimlicher sympatisant des "nsu" bin? ***

        der vergleich hinkt. Das eine sind Taten einer terroristischen Vereinigung, das andere eine wütende Meute von zigtausend Menschen, aufgestachelt von einem Führer.

        Aber bleiben wir mal bei deinem Vergleich. Fändest du es richtig die Taten der NSU ähnlich zu "entschuldigen" wie manche dies jetzt bei den Krawallen tun?

        Fändest du es richtig wenn die Taten der NSU ähnlich kontrovers diskutiert worden wären wie jetzt die Krawalle?

        • sag mir EINEN vernüftigen menschen, der gewalt gegen menschen gut findet-
          sowohl im zusammenhang mit rechtsextremem terror in deutschland als auh mit andern extremistischen gewalttaten gegen Menschen aufgrund irgend eienr anderen ideologie?

          und ja: ich finde es wichtig- in beiden fällen zu beleuchten, woher diese gewaltbereitschaft kommt und wie wir im dem begengen sollten, ebenso wie eine offenen diskussion darüber, wie in zukunft beides verhindert werden könnte

          • ***und ja: ich finde es wichtig- in beiden fällen zu beleuchten, woher diese gewaltbereitschaft kommt und wie wir im dem begengen sollten, ebenso wie eine offenen diskussion darüber, wie in zukunft beides verhindert werden könnte ***

            Richtig, Im Falle der Krawalle wird ausgiebig darüber diskutiert woher es kommt und im Falle der NSU wird ausgiebig darüber diskutiert wie man dem begegnen soll.
            (Eine Ursachendiskussion fand doch hier überhaupt nicht statt, oder habe ich da was verpasst?)

            In beiden Fällen wäre vermutlich eine ausgewogenere Diskussion hilfreich und erfolgsversprechender.

        Bezogen auf die Ursache, mag der Vergleich hinken.

        Bezüglich der Auswirkungen und dem verhalten hat die Usern aber vollkommen recht. Nur weil man nicht öffentlich z.b. Per Demo zeigt, dass man dagegen ist, ist man noch lange nicht dafür.

        Zumindest ich finde diesen Rückschluss auch reichlich absurd.

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