Meinungsfreiheit vs. Persönlichkeitsrechten

    • (1) 18.09.12 - 09:37

      ich verstehe nicht so recht, wieso man nicht sowas wie nicht auf legalem Weg entstandene oben-ohne-Fotos aus dem Privatbereich eines Menschen ebenso wie einen dümmlich-provokativen Film verbieten kann, wenn diese Art der Abbildung / Meinungsäußerung die Rechte oder Gefühle anderer verletzt.

      Ist die Meinungsfreiheit ein höheres Gut als alle anderen?

      Ich empfinde das nicht so.
      Und ich frage mich, warum man einen eindeutig auf Provokation angelegten Film nicht ebenso verbieten kann.
      Für mich hat das nichts zu tun mit erpressbar machen.

      Und falls man den nicht verbieten kann, wieso darf ich dann nicht das deutsche "Kulturgut" mein Kampf von Hitler lesen?

      Sorry, aber manchmal denke ich steht sich der freiheitsliebende Mensch wirklich selbst auf den Füßen

          • Das darfst Du antiquarisch legal kaufen (ich habe es aufgrund meines Studiums sogar hier im Regal stehen), es wird nur seit 1945 in Deutschland nicht nachgedruckt.

            2015, wenn das Urheberrecht abläuft, soll wohl eine wissenschaftlich kommentierte Ausgabe kommen.

            "war es nicht so, dass es aktuell in Deutschland nicht verbreitet werden darf?"

            ja, weil wir bayern das urheberecht haben:)

          • Bei Hitlers "Mein Kampf" gibt es, soweit ich mich erinnere, eine Besonderheit: sie ist Eigentum des Staates (wie die gesamte Erbschaft Hitlers). Das heißt: es ist nicht direkt verboten, sondern vielmehr übt der Staat als Erbe das Recht aus, es für sich behalten zu dürfen. So ist das nunmal mit dem Eigentum...

      Ich halte nichts davon, den Film zu vernieten. erstens schaffen Verbote mehr anreiz, sich das verbotene eben darum anzusehen und zweitens finde ich es sinnvoller, wennman an der wurzel des übels anfängt und sich mit dem Thema befasst, statt die Ergebnisse zu verbieten.

      "Mein Kampf" ist nicht verboten, man darf es zum Beispiel in der Bibliothek lesen, aber nicht privat mit nach Hause nehmen. man darf es auch nur dann in einer Bibliothek lesen, wenn man eine Bescheinigung vorlegt, dass man es aus Forschungsgründen oder für eine Dissertation o.ä. benötigt.

    Dann müsste man "Life of Brian" ebenso verbieten. Nur provoziert dieser eine nicht ganz so gewaltbereite Gruppe. Als freiheitsliebender Mensch muss man mit solchen Reaktionen leben. Genau wie mit der Tatsache, dass man Mördern und Triebtätern die Chance auf eine Wiedereingliederung gibt.

    Und ein Verbot würde wegen der sich heute geänderten medialen Verbreitung nichts nutzen. Würde man die Inhalte verbieten, würden sie sich in den entsprechenden Zielgruppen noch stärker verbreiten, weil interessanter. Siehe Streisand-Effekt.

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