Soviel zum Thema "Betreuungsbedarf"

    • (1) 16.10.12 - 15:11

      Hallo!

      Gerade eben habe ich meine Große vom Kindergarten abgeholt und einen Brief in die Hand gedrückt bekommen, den ich gleich hier mal in Teilen abtippen werde.
      Vom Kindergarten wurden uns heute die Schließtage für die nächsten 12 Monate bekannt gegeben - insgesamt 5,5 Wochen + einzelne Brückentage. Fortbildungen etc kommen dann kurzfristiger dazu. Also gute 6 Wochen!
      Das ist ja nun eine Menge Holz für eine Betreuungseinrichtung und bisher gab es für die Kinder berufstätiger Eltern immer Notgruppen - zwar auch nicht über die ganze Zeit aber so, dass man zumindest agieren konnte.

      Nun gab es, gemeinsam mit der Info über die Schließzeiten, gleichzeitg folgenden Brief von der Stadt dazu.

      Ich zitiere:

      ".... Die Erfahrungen der letzten Jahre haben nun gezeigt, dass ein Bedarf, der die Einrichtung einer Notgruppe notwendig macht, eher nicht zu registrieren ist. Bis an die Grenze der Unwirtschaftlichkeit gehen die Besuchszahlen der Kinder in der Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig, in der Woche vor und nach Ostern sowie den Sommerferien zurück. (...) Es wird daher keine Notgruppen während der Schließungszeiten mehr geben.

      ...Der Träger der Einrichtung darf erwarten, dass Sie in den Schließzeiten Urlaub einsetzen, um die Zeit gemeinsam mit ihrem Kind zu verbringen. (...)

      ...Bitte geben Sie die Schließungszeiten Ihrer Einrichtung Ihrem Arbeitgeber bekannt und bitten um entsprechende Berücksichtigung bei der Urlaubsplanung 2013. (...)
      (Ich wiederhole: 6 volle Wochen!!!!!!!!!!)

      Bitte klären Sie Urlaubsfragen bis spätestens 15. Januar 2013 für die gesamte Zeit bis einschl. 15. November 2013. (...) "

      So, dieses Schreiben liegt gerade vor mir auf dem Schreibtisch. Darin steht noch, dass für den Fall das partout kein Urlaub gewährt werden kann, dem Jugendamt eine schriftliche Bescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt werden muss, damit überhaupt eine kleine Möglichkeit besteht, dass Kind vielleicht doch irgendwo unterschlüpfen kann.

      Damit ist eine Vereinbarung von Familie und Beruf in unserer Stadt ohne engagierte Großeltern endgültig beinahe unmöglich geworden. Und es war eh schon so schwer...

      Ich selbst bin noch zu Hause, wollte aber nächsten Sommer, wenn unsere Kleine 2 wird und falls sie tatsächlich einen Platz bekommt (steht noch in den Sternen) wieder arbeiten gehen. Mit großen Magenschmerzen, da wir absolut keine Unterstützung und Betreuungsmöglichkeiten für den Krankheitsfall der Kinder haben. Wenn wir aber jetzt erstmal schon 6 Wochen Schließzeiten abdecken müssen... Puh! Ich hatte gehofft, das erwartet uns erst, wenn die Schule anfängt.

      Ich kann mich nicht mal aufregen, denn anscheinend scheint seitens der Eltern ja schlicht kein Bedarf zu bestehen. Hier wird ja kein gefragtes Angebot gestrichen.

      Falls es wichtig ist: Wir wohnen im ländlichen NRW.

      Eure Meinung dazu? Sind wir die Ausnahme hier oder ist in Euren Gegenden die Nachfrage nach Betreuungsmöglichkeiten auch so gering? Ist das nicht das völlige Gegenteil von dem, was eigentlich immer erzählt wird? In der Gesellschaft, in der Politik...? Es heißt doch, der Bedarf ist immens, viel höher als das Angebot. Es muss weiter ausgebaut werden etc... Und hier schließen sie sogar die Notgruppen für die Schließzeiten, weil kein Schwein die zu brauchen scheint.

      Ist der Bedarf wirklich nur in Großstädten hoch?
      Meine Frage richtetet sich übrigens jetzt ausnahmsweise mal ausdrücklich an die User/innen aus den ALTEN Bundesländern. Das die Situation in Ostdeutschland - sowohl bei Angebot als auch Nachfrage - völlig anders ist sollte jedem bekannt sein.

      Nachdenkliche Grüße

      • Hallo

        Also 6 Wochen sind schon krass. Wir haben im Sommer 2 Wochen zu und zwischen Weihnachten und Neujahr. Dazu kommen ca 3 Tage Fortbildungen.

        Ansonsten ist der Kiga auf. Und es gibt Notgruppen für Berufstätige

        Bianca

        Hallo,
        der Brief ist schon echt krass gerschrieben.

        Ich bin auch aus NRW, kann das aber so gar nicht bestätigen. Liegt vielleicht aber auch daran, daß ich aus einer "Kleinstadt" (ca. 90.000 Einwohner) komme.

        Bei uns im KiGa ist das so geregelt, daß Notplätze in einer anderen Gruppe im KiGa angeboten werden (z. B. bei Elternsprechtagen o.ä.) und in den Ferien (Sommer 3 Wochen/Weihnachten bis Neujahr/Planungstage) in einer anderen Einrichtung. Bevorzugt sind hier natürlich die Eltern die beide berufstätig sind sowie eine frühzeitige Anmeldung zum Notdienst. Nicht berufstätige müssen sich hinten anstellen. Ich finde, obwohl auch wir auf circa 5 Wochen Schließung im Jahr kommen, ist das hier eigentlich sehr gut geregelt, sofern man den Notdienst in Anspruch nehmen möchte. Mein Mann und ich haben das immer so geregelt, daß wir uns die Schließzeiten untereinander aufgeteilt haben.

        Auch was die Betreuungseit angeht (07.30 Uhr bis 16.30 Uhr) kann ich mich nicht beschweren.

        Ich denke mal, daß ich mit dem KiGa echt Glück hatte und kann auch über die Betreuung nichts Negatives sagen. Die Erzieherinnen sind dort alle samt sehr engagiert in ihrem Job und es wird sehr sehr viel mit den Kindern gearbeitet und gefördert.
        Betreut werden Kinder ab 2 Jahren. Auch mit 3 darf das Kind noch mit Windel in den KiGa und wird auch von den Erzieherinnen gewickelt. Sie gehen ganz individuell auf die Bedürfnisse jedes Kindes ein.

        Es gibt ein warmes Mittagessen (auch mal 2 oder 3 Portionen) für die Kinder und 2 Zwischenmahlzeiten in Form von Obst.

        Und wer jetzt denkt, das es ein privater KiGa ist, den muß ich enttäuschen.... es ist ein städtischer KiGa!

        Auch bei Freundinnen, deren Kinder in anderen Einrichtungen sind, ist das ähnlich. Aber anscheinend ist das echt die Ausnahme, nachdem was ich hier bei Urbia schon alles im Forum "Kindergartenalter" gelesen habe. Eigentlich schade.

        6 Wochen Schließung ohne Notdienst ist echt krass, zumal ja auch noch die Krankentage der Kleinen dazu kommen. Und dann wird man ja auch mal selber krank.

        #winke

        Hi,
        zum Bedarf kann ich nur sagen - unsere Schulbetreuung ist während der Schulzeiten ausgebucht.

        In den HErbstferien sind unter 10 Kinder angemeldet. In den Weihnachtsferien (die dritte hessische Woche) wird mangels Nachfrage keine Betreuung stattfinden.

        Und das, obwohl wir mit einem schulpflichtigen Kind ja schlappe 12 wochen organisieren müssen - drei Wochen Ferienbetreuung mehr oder weniger wäre da schon ein Unterschied.

        Die Bewertung kommt für mich ein wenig darauf an was genau passiert, wenn Eltern wirklich angeben, dass sie die Schließzeiten nicht abgedeckt bekommen.

        Offenbar gab es ja ein Angebot. Ein Angebot, dass offenbar so wenig angenommen wurde, dass es sich schlicht und einfach nicht mehr zu lohnen scheint. Was kann man denn erwarten? Irgend jemand muss den Spaß schließlich bezahlen...wärst du bereit, die wirklich vollen Betreuungskosten für z.B. einen Monat zu zahlen (mit voll meine ich nicht den üblichen Kindergartenbeitrag...)?

        Mit noch weniger Kindern hätte es unsere Herbstferienbetreuung auch nicht gegeben. Alternativ hätten wir uns halt mit anderen Eltern zusammengetan - ich nehme 2 oder - je nach Temperament - auch 3 Kinder für ein paar Tage, dafür ist mein Kind den Rest der Ferien woanders zu Besuch.

        So werden wir es übrigens in den Weihnachtsferien machen. Ist das keine Idee für Euch?

        Viele Grüße
        miau2

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          • Du hast vollkommen recht - ohne staatliche Zuschüsse lohnt sich Kinderbetreuung nur in sehr wenigen Ausnahmefällen (die es gibt, aber wer sich die leisten kann hat i.d.R. auch nicht die Probleme der TE).

            Mit "lohnen" war aber die Frage gemeint, bis zu welcher Gruppe es dem Steuerzahler zugemutet werden kann, eineKkindergartengruppe aufzumachen bzw. in den Ferien offen zu halten. Für 2-3 Kinder? Und dafür zwei Erzieherinnen, die - hier zumindest - eh schon mehr als genug Überstunden auf dem Konto haben nicht in den (wohlverdienten und notwendigen) Urlaub schicken? Auch die haben ihren Urlaubsanspruch...und müssen den dann in Anspruch nehmen, wenn der KIGa offen hat und dann der Betreuungsschlüssel noch schlechter ist als (meistens) eh schon. Ich finde, irgendwo muss man auch mal eine Grenze setzen können.

            Dreist hätte ich es gefunden, wenn folgendes nicht im Brief gestanden hätte:

            "Darin steht noch, dass für den Fall das partout kein Urlaub gewährt werden kann, dem Jugendamt eine schriftliche Bescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt werden muss, damit überhaupt eine kleine Möglichkeit besteht, dass Kind vielleicht doch irgendwo unterschlüpfen kann."

            Offenbar gibt es ja eine Hilfestellung, wenn man es selbst nicht organisiert bekommt. Und meine Aussage war "Die Bewertung kommt für mich ein wenig darauf an was genau passiert, wenn Eltern wirklich angeben, dass sie die Schließzeiten nicht abgedeckt bekommen."

            Das Gesetz betrifft einen Halbtagesplatz in "zumutbarer" Entfernung. Für die meisten berufstätigen ist das Pochen auf das, was deutschlandweit Gesetz ist nicht wirklich hilfreich.

            Was mir aber fehlt ist der Wille zur Eigeninitiative. Ich frage mich bei solchen Beiträgen, ob die Elternliste bereits auf der Suche nach einer Problemlösung abtelefoniert wurde - oder nicht.

            Ich bin halt nicht der Typ, dem immer alles perfekt vororganisiert werden muss. Ich nutze es, wenn es ist, ich jammere, wenn eine unmögliche Situation geschaffen wird - aber wenn es (wie dieses Beispiel für mich wäre) irgendwo dazwischen liegt würde ich halt erst mal nach einer Lösung suchen.

            Das waren halt die Gedanken die mir kamen...und immerhin konnte ich ja einen Vorschlag machen, wie man die eine oder andere Schließzeit abgedeckt bekommt.

            viele Grüße
            miau2

      Hallo,

      im Kindergarten meiner Tochter und auch in den Kindergärten, die meine Neffen und Nichten besucht haben, war es ähnlich.

      Schließung 3 Wochen Sommerferien, 1 Woche Osterferien, 1 Woche Pfingstferien, 2 Wochen Weihnachten, 1 Woche Allerheiligenferien + diverse Feiertage.

      Macht 8 Wochen.

      Bei 2 weiteren Wochen (Osterferien/Pfingstferien) wurde eine Liste ausgehängt, wo man sich eintragen konnte, wenn man eine Betreuung wollte.

      Und - oh Wunder - waren da immer nur 4 oder 5 Kinder eingetragen, von ca. 50.

      Da wurde dann gesagt, man solle sich doch für diese Kinder selbst eine Betreuung suchen, denn im Kindergarten sei das zu aufwändig.

      Scheint also hier das Netzwerk der Betreuungsmöglichkeiten doch etwas dichter zu sein.

      GLG

      Ich hoere von allen Seiten, dass der Bedarf an Fremdbetreuung allgemein nicht so hoch ist und nur kuenstlich von der Politik hochgespielt wird ...allseitige Vermutung: um die hochqualifizierten Muetter unter Druck zu setzen....
      Deckt sich mit meiner Erfahrungswelt (in westdeutscher Grossstadt=Stuttgart)

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        • ich weiß nicht was Du mir sagen willst ....

          ich kann Dir sagen MEIN Bekanntenkreis (der natürlich begrenzt ist und keine wirkliche repräsentative Gruppe darstellt) hat keinerlei Probleme mit dem prinizipiellen Angebot (nur (die meisten) mit dem Konzept aller städtischen KiTas, aber das ist ein anderes Thema) #kratz

          es gibt zahlreiche Krippen, Kindergärten und KiTas und jeder, der sich bemüht (das als Voraussetzung), findet irgendwas. #schein
          Finanziell gibts alles von €100 bis €1200 (weniger oder mehr kam mir persönlich noch nicht unter, kann sein, dass es noch billigere oder teurere geben mag, keine Ahnung). wer was wählt sollte doch wohl selbst überlassen sein. #hicks
          das Argument von wegen man verdient zu wenig, dann doch daheim statt Fremdbetreuung habe ich noch nie von irgendeiner Familie gehört #gruebel

          dass der normale Kindergarten über Mittag zu macht finde ich keine Unart, sondern so laufen normale Kindergärten (war bei mir in den 80er Jahren genauso) oder eben nur vormittags oder eben als Kita ganztags zur verschiedenstens Öffnungszeiten #gruebel

          die Vorstellung, dass mein Kind in der Kindergarten geht, weil ich in der Zeit arbeiten will ist mir auch fremd. Meine Kinder werden irgendwann in den Kindergarten gehen, weil ich es als wichtig empfinde, dass Kinder ab einem gewissen Alter in einer Gruppe soziales Verhalten lernen und eben andere Einflüsse unterliegen können als wir daheim bieten - das selbe in der Schulzeit #kratz

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            • ich denke wir reden aneinander vorbei aus Defintionsgründen

              ein KiGa ist ein familienergänzendes Modell. Kinder ab 3 besuchen ihn um andere Kinder um sich zu haben, Gruppe zu erleben, andere Eindrücke zu sammeln etc. das Kind verbringt aber die primäre Zeit in der Familie. darum ist z.B. das gemeinsame Familienmittagessen ein zentraler Punkt, wird aber in den letzten Jahren etwas aufgeweicht zugegebenermaßen

              eine KiTa ist eine Möglichkeit sein Kind unterzubringen solange man arbeitet (oder eben ausm Haus haben will). sie bietet auch die Möglichkeiten eines KiGa, tritt aber an die erste Stelle. Das Kind verbringt also meht Wachzeit in der Kita als in der Familie und wird daher von vielen als familienersetzend angesehen (wobei das Wort von KiTa Vefürwortern ja meist strikt abgelehnt wird)

              es sind also 2 gänzlich unterschiedliche Modelle. Jeder kann (soweit es die finanzielle Seite es zulässt) sich dafür entscheiden zu welchem er tendiert (und das meine ich (auch wenn mir das bie Urbia nie jemand glauben will) absolut nicht wertend!)

              wie ICH mich entschieden habe damit jetzt rein gar nichts zu tun! und ich denke auch nicht mit Stuttgart oder Südbrandenburg - Befürworter des einen oder anderen Modells wird es beiden Gegenden geben - aufgrund der allgemeinen Sozialisation natürlich prozentual anders verteilt #schein

              • Dieser Beitrag wurde von den urbia-Mitgliedern oder den Administratoren als nicht angemessen bewertet und wird deswegen ausgeblendet.

                • jo, also KiTas gibts (würd ich sagen, keine offizielle Statistik) sogar mehr als KiGas .. also die städtischen Häuser haben soweit ich das einsehe eigentlich alle über Mittag auf.

                  vielleicht ist sie sonst mit ihrem KiGa so zufrieden, dass sie nicht wechseln will!? Gibts ja auch unterschiedliche Konzepte etc und nicht nur Öffnungs- und Schließzeiten als Entscheidungskriterium ...

              (15) 18.10.12 - 10:02

              ***
              Das Kind verbringt also meht Wachzeit in der Kita als in der Familie und wird daher von vielen als familienersetzend angesehen (wobei das Wort von KiTa Vefürwortern ja meist strikt abgelehnt wird)
              ***

              Das stimmt nicht.

              Bei uns kann man die Kita-Betreuungszeit zwischen 4 und 12 Stunden pro Tag wählen (wenn man in der Zeit auch arbeitet). Die meisten nehmen 6 oder 8 Stunden.

              Meine Kinder gehen 6-7 Stunden/Tag in die KITA und sind daher ca. die Hälfte ihrer Tageszeit zu Hause.

              Nix familienersetzend. Und bei den Familie, die 4 oder 5 Stunden wählen schon gar nicht.

              Die langen Zeiten werden eh wenig gebucht.

              Nichts gegen Deine Anti-Kitabetreuung-Haltung, aber versuch doch mal bei den Tatsachen zu bleiben! Hier im Forum gibt es niemanden, der so dermaßen unsachlich wettert und jede Gelegenheit nutzt, der "Gegenseite" eins reinzuwürgen!

              LG, Nele

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