Dürfte man eigentlich für die eigenen Kinder Organempfang ablehnen?

    • (1) 07.11.12 - 18:06

      Angeregt durch die Diskussion unten und die Meinung "Wer keine Organe spenden will, müßte auch für sich und seine Kinder Organempfang ablehnen" ...

      Hat jemand eine Ahnung, ob man das für die Kinder eigentlich ablehnen DÜRFTE, wenn es um Leben und Tod ginge?

      So weit ich weiß, gibt es Fälle, wo Zeugen Jehovas lebensnotwendige Bluttransfusionen für ihre Kinder abgelehnt haben, und da wurden dann Jugendamt und Gerichte eingeschaltet, so daß die Kinder dann gegen den Willen der Eltern doch behandelt wurden ...?

      • huhu.

        also mal ganz rein theoretisch müsste das gehen. die ärzte können mich ja nicht zwingen dass ich mein kind einer organspende unterziehe, auch wenn sie lebenswichtig wäre. ich denke schon dass man als eltern dies verweigern kann. abgesehen davon müsste dein kind eh auf eine organspendeliste, und ich denke auch hier kann man dich als mutter nicht zwingen das kind darauf zu setzen.

        ich finde diese frage schon ein bisschen seltsam, wieso sollte eine mutter nicht das leben des kindes retten wollen?

        lg babyboom

        • Wie gesagt, das bezog sich auf das in der Diskussion unten geforderte "wer selbst kein Spender sein will, darf auch nicht Empfänger sein und seine Kinder auch nicht."

          Daß man das für sich selber verweigern kann, ist klar - gilt ja für jeden medizinischen Eingriff. Aber wenn man z.B. eine Bluttransfusion fürs Kind nicht aus religiösen Gründen verweigern darf, dann müßte das ja theoretisch bei Organen ähnlich sein?

          "wieso sollte eine mutter nicht das leben des kindes retten wollen?"

          Das ist aus meiner Sicht falsch formuliert und klingt nach einer Mutter, die aus Faulheit mit dem Kind gar nicht erst zum Arzt geht. Aber es gibt ja - bei Erwachsenen wie Kindern - Situationen, wo man abwägen muß, um welchen Preis ein Leben gerettet bzw. verlängert wird, siehe z.B. hier:

          http://www.gesundheitstipp.ch/themen/beitrag/1019337/Kann_unser_Sohn_die_Transplantation_ablehnen

          • hmm

            ich denke schon das es möglich ist. als eltern muss man ja auch zb zuerst was unterschreiben bevor das kind operiert wird. und so wird es auch bei einer organspende sein, mit der unterschrift willige ich ein eingriff ein. eigentlich logisch oder???

            und da brauch ich mir auch kein bbeitrag zu lesen , denn der satz "wieso sollte eine mutter nicht das leben des kindes retten wollen?" mein ich schon so wie es da steht. hätte wirklich noch erwähnen müssen dass es sicher einzelfälle gibt wo man sich evlt dagegen entscheidet (ausnamen bestätigen ja die regel), ich gehe aber von einem "normalen" fall aus, wo das leben nach der organspende lebenswerter wird bzw deutlich verlängert wird. konntest ja nicht wissen, mein fehler :-).

            lg babyboom

            • Wie gesagt, wenn z.B. Zeugen Jehovas nicht für ihr Kind unterschreiben bzg. Transfusion, dann dürfen die Ärzte das evtl. trotzdem machen.

              • zeugen jehovas hin oder her. wenn ich, weiss gott wieso, nicht möchte dass mein kind eine blutransfusion erhält dann sollte es auch so sein! mein kind, und auch ich muss mit den möglichen konsequenzen bzw nebenwirkungen klarkommen. eben abwägen ist da die frage, aber ich habe das trotzdem selbst zu entscheiden und nicht der arzt!(sofern natürlich sorgerecht & co nur in meinen händen liegt)

                lg

                • Und in so einem Fall kann eben das Sorgerecht für den medizinischen Bereich den Eltern abgenommen werden ...

                  • hmm, das hat mein mann mir auch gerade gesagt #gruebel

                    aber ob dies wirklich richtig bzw vertretbar ist auch wieder eine andere sache...

                    wenn zb die eltern sich voll bewusst und handlungsfähig sind, und nicht wollen das es gemacht wird sollte es auch nicht gemacht werden. wenn andererseits die eltern unter "schock" stehen und nicht wirklich zurechnungsfähig sind dann könnte ich es verstehen wenn ihnen das sorgerecht im medizinischen bereich entzogen wird.

                    • "wenn zb die eltern sich voll bewusst und handlungsfähig sind, und nicht wollen das es gemacht wird sollte es auch nicht gemacht werden."

                      Nein, das sehe ich nicht so dass die Eltern so eine Entscheidung über fremdes Leben auch wenn es ihr Kind ist, treffen.
                      Das sieht der Gesetzgeber auch so und entzieht Eltern, die durch eine Entscheidung gegen bzw. unterlassen einer medizinischen Hilfe, die mit aller Wahrscheinlichkeit zu einer Gesundheitsverbesserung oder zu einer Heilung führt, ansonsten eventuell zum Tode, sofort das Sorgerecht in medizinischen Dingen.

                      Das geht innerhalb von wenigen Stunden per einstweiliger Anordnung.

                      Gruß
                      Demy

                      • Hallo,
                        wie ist das dann mit Eltern, die nicht damit fertig werden, dass ihr Kind ein *fremdes* Organ im Körper hat? Psychologische Betreuung?

                        • "Psychologische Betreuung? "

                          Das wäre wohl das beste.

                          Ich bin mir auch sicher, das Eltern dringend psychologische Hilfe benötigen, wenn sie ihr Kind lieber sterben lassen wollen, als ein fremdes Organ anzunehmen.

                          Gruß
                          Demy

                          • meinst du damit
                            Transplantationsablehnung = ab zum Psychologen?

                            • hi.

                              ich denke auch dass das eine möglichkeit wäre, denn für mich selbst scheint es unnormal dass eine mutter einem kind helfen will, vorallem dem eigenen kind. ich selbst würde alles tun um das leben meines kindes zu retten, sofern dieses leben auch noch lebenswert ist. wenn es aber anschliesend zb zu solche konsequenzen wie zb geistige behinderung mit sich ziehen würde, sodass das kind gar nichts merh alleine machen kann und wirklich auf fremde hilfe nur noch angewiesen ist, evlt nichtmehr lachen kann, oder überhaupt gefühle zeigen kann, dann würde ich darüber nachdenken. nicht aus "egoismus" sondern ob es für das kind überhaupt noch schön wäre so zu leben.

                              also es müsste schon sehr heftige konsequenzen haben dass ich eine organspende nicht in betracht ziehen würde.

                              wenn aber eine organspende das leben meines kindes rettet oder gar gesundheitlich besser leben lässt und ich als mutter ablehnen würde, dann hoffe ich das mich jemand zum psycho bringt und der mir eine hirnwäsche verpasst. denn normal finde ich das nicht unbedingt.

      (14) 07.11.12 - 20:45

      Ich glaube,wenn dein Kind ein Organ brauch um zu Überleben ,dann denke ich wird das keiner ablehnen.

      • Man sollte auch denken, daß keine lebensnotwendige Transfusion abgelehnt wird, passiert aber trotzdem.

        Oder es gab mal den Fall (ich glaube in Großbritannien) wo von siamesischen Zwillingen nur einer eine Überlebenschance hatte bei Trennung und der andere dann definitiv sterben würde. Die Eltern wollten der Natur ihren Lauf lassen (es wären dann irgendwann beide gestorben), aber ihnen wurde das Sorgerecht entzogen und die Operation fand statt.

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