Und wie sieht es aus mit Patientenverfügungen für Kinder?

    • (1) 09.11.12 - 11:58

      Hi,
      nun lehne ich mich mal an den Beitrag mit der Organspende-Verweigerung für Kinder an - was ist mit einer Patientenverfügung für Kinder? Ich habe in meiner PV lebensverlängernde Maßnahmen für bestimmte Fälle ausgeschlossen, ebenso Magensonde für bestimmte Fälle etc.

      Wenn ich so etwas für mich nicht möchte, möchte ich das ja auch für mein Kind nicht - also, dass das Leben unter allen Umständen verlängert wird. Wie sieht es denn da aus mit dem Sorgerecht? Wird einem dass dann auch entzogen, nur um das Kind am (sehr fragwürdigen) Leben zu erhalten?

      Lg, carana

      • Hallo,
        *denn über die Behandlung von Babies, wie auch von Kindern und Jugendlichen mit schweren Mehrfachbehinderungen, die sich nicht mit Sprache verständigen können, entscheiden grundsätzlich die Eltern. Wenn sie in Konflikt mit den Ärzten geraten oder umgekehrt, die Ärzte ganz anderer Auffassung sind als die Eltern, müssen Gerichte die Entscheidungen überprüfen.*
        http://faz-community.faz.net/blogs/biopolitik/archive/2009/03/26/wenn-kinder-sterben-helfen-patientenverfuegungen.aspx

        Eine Patientenverfügung dient dazu, dass man in urteilsfähigem Zustand verfügt, wie man medizinisch behandelt werden möchte, wenn man nicht mehr urteilsfähig ist und sich in einer medizinisch lebensbedrohlichen Lager befindet.
        Da Kinder noch nicht als urteilsfähig gelten, können sie logischerweise keine Patientenverfügung erstellen.

        Wenn Patientenverfügung, dann ist sie ja nur sinnvoll für ältere Kinder, die für sich durchaus Entscheidungen treffen könnten und die gleichzeitig nicht konform mit ihren Eltern gehen.

        Ansonsten ist es bei schwerkranken Kindern in der Regel so, dass die Eltern den Prozess begleiten und keinen Wisch brauchen, wenn etwas entschieden werden soll. Da wird dann GEREDET! Bei schwerwiegenden Entscheidungen wird auch mehrmals geredet und es gibt den Ethikkommission, die mit entscheidet, wenn Eltern und Ärzte sich nicht einig werden können.

        Auch Patientenverfügungen bei Erwachsenen ersetzen nicht das Gespräch. Ergänzend zu so einer Verfügung sollte man IMMER mit seinen Angehörigen im Gespräch bleiben. Nur so können den mutmaßlichen Willen des Erkrankten kennen und ggf. die Verfügung ergänzen.

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