Arbeitslosengeld 2

    • (1) 11.11.12 - 13:58

      Hallo

      ich schreibe selten hier bei Urbia, aber wir haben gestern im Freundeskreis eine Diskusion gehabt die mich tierich aufgeregt hat.
      Es geht darum das eine Bekannte AG 2 bezieht und meint alle anderen wären doch doof sich für ihr Geld abzurackern.

      Ich finde, wenn man Ag2 (nicht Ag1) bezieht dem Arbeitsmarkt wirklich zur Verfügung stehen muss und auch was für sein Geld tun sollte. Wenn jmd 30 Std. angibt sollte er z.B. 20 Std. gemeinnützige Arbeiten machen müssen ( nicht Kinderbetreuung o.ä.)
      ZUm Beispiel Im Herbst Laub kehren, Schnee schippen, Müll Sammeln, bei der Tafel helfen oder andere Arbeiten die dem normal arbeitenden Menschen allgemein Arbeit abnehmen würde. Natürlich nichts womit anderen Arbeitsplätze weg genommen werden könnten.

      Die restliche Zeit die der Ag2 bezieher angegeben hat dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, kann und sollte für Aktive Jobsuche etc. benutzt werden.

      So würden meiner Meinung nach ein grosser Anreiz geschaffen werden sich schnellst möglich einen vernünftigen Job zu suchen und sich nicht jahrelangein schönes Leben auf Staatskosten zu machen. Meine Bekannte meinte das fände sie ja total bescheuert und es wär ja ihr gutes Recht alles vom Staat auszunutzen und wir wären doch blöd, wenn wir für nur wenig mehr den ganzen Tag arbeiten gehen würden. Sie geht nebenbei noch ein Putzen und kann sich so einiges zusätzlich leisten, wenn sie jetzt füe Ag2 was tun müsste hätte Sie dafür ja gar keine Zeit mehr.

      Ich würde jetzt gerne mal eure Meinungen dazu hören. Also es Geht hier nur um Ag2 bezieher und nicht um Ag1

      Grüsse farinasophie

      • "So würden meiner Meinung nach ein grosser Anreiz geschaffen werden sich schnellst möglich einen vernünftigen Job zu suchen und sich nicht jahrelangein schönes Leben auf Staatskosten zu machen."

        ich glaube, daß jemand, der denkt, daß man mit 370€ ALG2 ein "schönes Leben" führen kann, tatsächlich ein paar Anregungen nötig hat, um zu sehen, wie viel mehr das leben bieten bieten kann- neben mehr Einkommen, schönerer, größerer Wohnung, keiner Überwachung der Konten usw eben auch Erfüllung, Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, Anerkennung im Beruf, gesellschaftliche teilhabe usw

        ob man das mit deiner Idee verwirklichen könnte weiß ich nicht- ich glaube aber durchaus, daß so mancher durch einen "1€ job" oder ähnliche Maßnahmen wieder ein gefühl dafür bekommen hat, wie wertvoll ein andere Lebensbereich ist in dem man sich nochmal anders erlebt und anders wahrgenommen wird und in dem man ganz neue seiten sich entdecken kann

        daß aber dafür viel weiter vorher Bildung, hoffnung, Zutrauen, Mut und die Chane auf Ausbildung und einen Job mit ausreichend einkommen sehr viel wichtiger wären als irgendwelche "zwangsmaßnahmen", das dürfte ja ebenso klar sein

        Das sehe ich wie du, aber deiner Bekannten scheint es ja nichts auszumachen von dem bißchen zu leben, wenn sie sogar noch für erstrebenswert hält.

        > Meine Bekannte meinte das fände sie ja total bescheuert und es wär ja ihr gutes Recht alles vom Staat auszunutzen und wir wären doch blöd, wenn wir für nur wenig mehr den ganzen Tag arbeiten gehen würden. <

        Nein, sie hat Recht, Wer für wenig Geld viel arbeiten geht, ist wirklich bescheuert. Dadurch werden nämlich die Löhne gedrückt. Bedenke: Wenn DU nicht für 6,- € die Stunde die Arbeit erledigt, die wirklich zu erledigen ist und es auch kein anderer tut, dann steigt die Nachfrage an Arbeitskraft. Mich würde echt mal interessieren, wer das Grundprinzip der Marktwirtschaft, nämlich Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, noch nicht verstanden hat.

        Von den ganz wenigen, die tatsächlich nur zu faul zum arbeiten sind, spreche ich hier nicht. Da Deine Bekannte aber so argumentiert, hat sie es offensichtlich verstanden, warum sie ihre Arbeitskraft nicht billig verkauft.

        Im Übrigen schließe ich mich lisas Meinung an.

        • Und was glaubst du, wie lange es dauern würde, bis die Marktwirtschaft bereit ist, mehr zu zahlen? Also wie lange müsste die TE und natürlich alle anderen ALG2 beziehen, bis ihr eine vernünftig bezahlter Job angeboten wird?

          • Probiere es aus. Gewerkschaften nennen das "Streik". Jeder, der in keiner Gewerkschaft ist, muss halt selbst für sein Recht kämpfen (solange die Verantwortlichen in der Politik nichts unternehmen). Wenn JEDER das begreift, dann geht das Überangebot an Billigarbeitskräften, die für 4,- € pro Stunde arbeiten, drastisch zurück. Arbeit, die gemacht werden muss, wird dann auch gemacht. Es muss keiner Angst davor haben, dass alle Gebäudereinigerfirmen, Friseurgeschäfte oder Bäckereien deswegen nach China auswandern.

            Die Politiker begreifen das leider nicht. Statt dafür zu sorgen, dass jeder von seiner Hände Arbeit leben und für seine Altersvorsorge sparen kann, debattiert man lieber über einen Zuschuss für Billiglohnarbeiter und Leute, die aufgrund des geringen Einkommens in die Altersarmut fallen.

            • Ich muss es zum Glück nicht ausprobieren. Und für Menschen, deren Lebensunterhalt trotz Niedriglohn von diesem Job abhängt und die ohne diesen Job ALG2 beziehen würden, ist ein "Probiere es aus" leider auch nicht besonders viel versprechend. Ein Umdenken wird nicht innerhalb kurzer Zeit zu erzielen sein, selbst wenn die TE diese jobs ablehnt, das sollte selbst dir klar sein.

              Es ist immer elicht, ratschläge zu geben, wenn man selbst nicht betroffen ist.

              • ... und weil alle so denken, macht keiner den Anfang. #aha

                Genau so funktioniert die Politik der ach so "sozialen Marktwirtschaft"

                • Weil alle so denken? Du tust so, als wenn es hier um was Banales geht. Es geht bei vielen aber schlicht ums Überleben.
                  du schreist immer nur danach, dass alle was ändern können, wenn sie nur einfach mal streiken.Sowas dauert aber und geht nicht von heute auf morgen. Mach doch einfach mal einen konkreten Vorschlag, wie lange du glaubst, dass so etwas dauert und was diese Menschen in der Zwischenzeit machen sollen?

                  • Ich bin sicher, dass es schneller gehen würde, als gedacht. Kennst Du die Geschichte um den Mauerfall der DDR? Hätte damals keiner für möglich gehalten, wenn nicht ein paar mutige und engagierte Leute den Anfang gemacht hätten! Aber heute ist sowas natürlich unter keinen Umständen mehr denkbar, nicht wahr?

                    • Witzig. Du windest dich wie eine Schlange. Nochmal: wie lange wird es dauern und was sollen die Menschen stattdessen machen, um ihrem Lebsnunterhalt zu verdienen?
                      Und um dein Beispiel aufzugreifen: Schon während der Anfänge der Mauerbaus gab es Leute, die Widerstand geleistet haben. Wie lange hat es noch mal gedauert, bis die Mauer vom Bau bis zum Fall stand?

                      • An Deiner Argumentation spiegelt sich ganz wunderbar die typisch deutsche Naivität wider. "Ich kann je eh nichts ändern und deswegen tue ich auch nichts." Solange keiner zuckt, wenn man ihn auf den Kopf schlägt, tut es auch nicht weh...

                        Glaubst Du im ernst, es würde 50 Jahre bis zu spürbaren Veränderungen brauchen, wenn mal alle ALGII-Aufstocker und Niedriglöhner geschlossen ihre Arbeit niederlegen würden? Glaubst Du wirklich im ernst, dass man 50 Jahre Montag für Montag zu mehreren Hunderttausenden demonstrieren müsste, bis sich etwas tut und glaubst Du wirklich, dass man 50 Jahre keine Büros mehr putzen, keine Haare mehr schneiden und keine alten Leute mehr pflegen muss, damit es einen gewaltigen Ruck gibt?

                        • Und immer noch keine Antwort: nochmal... wenn es keine 50 Jahre dauert, wie lange wird es dann dauern?
                          Übrigens ist deine Argumentation genauso flach. Du stellst irgendwelche Forderungen auf, projizierst damit für die Betroffenen neue Probleme, machst aber trotz mehrmaliger Fragen keine Aussage dazu, wie lange die Betreoffenen durchhalten sollen bzw ihre Probleme zumindest für den Übergang lösen können.
                          Und ich kann mich gut erinnern, dass du schon bei der letzten Diskussion zum anderen Thema zwar demonastrieren wolltest, aber nicht bereits warst, diese Demonstration in die Wege zu leiten. Für mich bist du ein Geschichtenerzähler, der viele Ideen für die Situationen anderer hat, aber keine Lösung für daraus resultierende Probleme.

                          • Willst Du von mir ernsthaft wissen, wieviele Wochen es dauern würde? Das kann ich Dir nicht beantworten, aber es dauert mit Sicherheit keine 50 Jahre! Ich wette, es würde nicht einmal ein einziges Jahr dauern. Nochmal (auch auf die Gefahr hin, dass Du das wieder nicht begreifst): wie lange waren in der DDR die Montagsdemontrationen, bis plötzlich das Regime nachgab?

                            Und was das Demonstrieren angeht - warum soll ICH für etwas demonstrieren, wenn diejenigen, die es in erster Linie betrifft, ihren Hintern nicht hoch bekommen? Weder bin ich Robin Hood noch unterstütze ich die Bequemlichkeit anderer.

                            • Ne, du bist nur ein Klugscheißer. Von mir aus lass den Zeitrahmen weg und bring den Betroffenen Lösungen, wie sie die Zwischnzeit finanzieren sollen. Nicht mal das bekommst du hin. aber ist ja nicht dein Kühlschrank der leer bleibt, weil man kein Geld hat, sich was zu kaufen.

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