Diskrimiert, weil Kind nicht in U3-Betreuung

    • (1) 12.11.12 - 09:43

      Ich glaube ich fühle mich mittlerweile diskriminiert, weil unser Kind nicht in der U3-Betreuung war...

      sondern selbst von den Eltern erzogen wurde....

      ...obwohl ich keine Erzieher-Ausbildung habe
      ...es bei der Hausarbeit einfach dabei war
      ...Bilderbücher - ohne Ausbildung - betrachtet wurde
      ...gebastelt wurde
      ...Zeit an der frischen Luft verbracht wurde
      ...gekocht wurde - ohne spezielle Anforderungen

      Können denn Eltern heutzutage nichts mehr selbst ?

      Gruß
      Gotschie

      • Die einen können nicht, die anderen wollen nicht und die nächsten fühlen sich diskriminiert. Meine Güte, kein Selbstbewußtsein?

        Hallo,

        ich habe mich nie diskriminiert gefühlt.

        Wahrscheinlich, weil meine Tochter in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem Kinder erst ab 3 Jahre in einen Kindergarten gegangen sind.

        Ich persönlich kenne gar kein Kinder, die eine Krippe besucht haben.

        Doch halt, die Enkelin einer Bekannten ist jetzt in die Krippe gekommen, weil sich die Tochter von ihrem Mann getrennt hat und meine Bekannte selbst noch in Schichten arbeitet und daher die Betreuung nicht übernehmen kann.

        Es ist immer ein Riesen-Drama, die Kleine (sie ist 2 Jahre) morgens in die Krippe zu verfrachten.

        GLG

        Meine Kinder sind auch nicht in einer Krippe gewesen, sondern erst mit 3 bzw 3,5 Jahren in den Kindergarten gegangen. Sie haben sich gut entwickelt, das Abitur gemeistert und sind auf gutem Weg.

        Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht. Hätte ich auch heute nicht. Jeder muß sich von den Angeboten das für ihn Beste und Passende bzw. für die Kinder, um die geht es ja in erster Linie, heraussuchen. Es ist nichts schlechter oder besser. Auch wenn es viele gibt, die es einem einreden wollen, das nur ihr Modell gut sei.

      • Hallo,

        ich werfe mal ganz provokant ein:

        ..oder wollen heute nicht mehr selbst

        Sondern sich selbst verwirklichen im Beruf oder sonst wo..., weil sie ewig studiert haben und dann möglichst schnell zurück in den Beruf, etc., p.p..

        Ich spreche jetzt nicht von denen, die arbeiten gehen müssen, wie Alleinerziehende oder Frauen aus Familien, denen das wegfallende Gehalt richtig wehtun würde oder gar kein Auskommen mehr da wäre.

        In unserer Familie ist eine Mutter, mittlerweile alleinerziehend, mit 2 Kindern. Dem ersten Kind hat es definitiv nicht gut getan, schon mit einem knappen Jahr in die Betreuung zu kommen, weil sonst da Geld hinten und vorne nicht gereicht hätte. Das Mädel kam überhaupt nicht richtig zur Ruhe, konnte die vielen Eindrücke gar nicht so schnell verarbeiten, wie immer neue kamen. Dem Kind hätte einen viel besseren Start gehabt, wenn es daheim mit der Mutter hätte bleiben können.

        So hängt es sicherlich auch noch von den Kindern ab, aber ich bin der Meinung, wenn es eben möglich ist, ist ein Kind bis 3 Jahre gut daheim bei der Mutter aufgehoben (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel).

        So jetzt dürfen die Steinbrocken kommen;-)

        • Ich hoffest bist nicht allzu enttäuscht, wenn man keine Steine wirft, sondern dich nur mal ermutigt mitzudenken.

          Hier heisst es immer, dass nur wenn Mütter arbeiten müssen aus finanziellen gründen es nachvollziehbar ist, dass sie in den Job zurückkehren. Und dann wird irgendein Beispiel genannt von einem Kind, das ja sooo gelitten hat, weil es in die Krippe musste.

          Ja klar, das kann ich mir gut vorstellen, das das Kind damit nicht klarkommt, wenn Mama eigentlich gar nicht arbeiten will und schweren Herzens ihr Kind morgens in der Krippe abgibt.

          Ich habe so oft die Beobachtung gemacht, dass Kinder da ganz sensible Antennen haben und wenn Mama das Gefühl hat ihr handeln ist nicht gut für das Kind merken die das sofort und fühlen sich unsicher.

          Genauso merken es die Kinder, wenn die Eltern die Erzieherin nicht leiden können.

          Ansonsten finde ich es wie immer sehr schade, dass es natürlich nur die karrieregeilen Mütter geht, die ihre Kinder im Stich lassen, die Vaeter sind da ja aus jeder Verantwortung raus.

      Ich frage mich manchmal wo die Menschen geblieben sind, die ihr Leben nach ihren Vorstellungen alleine wuppen ohne dafür Beifall oder Popopudern erwarten.

      Mein Gott tu doch was du willst und/aber steh dazu. Ich kenne niemanden der sich darüber aufregt, aber das andre sich für sich dieses Leben nicht vorstellen und dahingehend nicht nachvollziehen können ist genauso respektabel.

      Du Krux ist doch vielmehr dieses ewige Bekriegen welches der bessere Weg ist. Auch du versuchst dagegen zu wettern, dass andre ihren Weg anders gehen.

      Auch alle die arbeiten und ihre Kinder auch nebenher in eine U3-Betreuung geben

      haben nicht alle eine Erzieher-Ausbilung
      hatten ihre Kinder bei der Hausarbeit dabei
      haben mit Ihnen Bilderbücher geschaut, gebastelt und waren an der frischen Luft

      Zugegeben die Sache mit dem Kochen verstehe ich nicht^^ Aber sei es drum!

      Das alles sind keine Aktivitäten, die nur "Selbstbetreuerinnen" ausfüllen - statistisch gesehen ist die Zeit in der sich Eltern mit ihrem Nachwuchs aktiv beschäftigen fast gleich - vollkommen egal welches Lebensmodell sie gewählt haben. Das sollten sich hier viele mal hinter die Ohren schreiben.

      Und dann dieses ewige "Heutzutage"!! Früher wurden Kinder nicht nur von ihren Eltern betreut sondern von einem ganzen Familien-/Dorfverbund - die Tatsache, dass es dies nicht mehr gibt hat zu dem Auftauen flächendeckender externer Betreuungseinrichtungen geführt.

      • ***
        Ich frage mich manchmal wo die Menschen geblieben sind, die ihr Leben nach ihren Vorstellungen alleine wuppen ohne dafür Beifall oder Popopudern erwarten.
        ***

        Die TE führt schon länger mit der einen und der anderen Methode ihren Feldzug gegen die U3-Betreuung...

    Ich bin immer wieder fasziniert, über was man sich heutzutage alles Gedanken machen "muss".

    Mal ganz ehrlich....nicht auf Deinen Beitrag bezogen, aber wen interessieren die von Dir aufgelisteten Punkte denn in der Realität wirklich? Irgendwelche überdrehten und realitätsfremden Erzieher/innen? #kratz

    Irgendwelche überkandiddelten "Übermuttis" mit zu viel Tagesfreizeit?

    Oder habe ich da nur den ironischen Unterton nicht gehört weil bei uns gerade ne Baustelle mit viel Krach vor dem Fenster ist?

    (10) 12.11.12 - 11:49

    Komisch, das alles mache ich auch mit meiner Tochter, die jetzt in den KiGa geht und ab ca. 1,5 Jahren in der U3-Betreuung war (stundenweise, vormittags).
    Zusätzlich arbeite ich noch und sie wird teilweise von tollen Erzieherinnen und super Großeltern betreut.
    Diskriminiert fühle ich mich nicht.

    Aber irgendwie scheinen alle zu galuben, wenn man ein Kind U3 betreuuen lässt, dass es dann von morgens 7.00 Uhr bis abends 18.00 Uhr dorthin geht.

    Wir haben hier eine tolle Kinderkrippe zum einen und wenig komplett berufstätige Mütter zumaAnderen.
    Trotzdem ist die Krippe voll belegt, da es unzählige Möglichkeiten gibt. Von 2 Vormittagen à 4 Stunden, bis Vollzeit, ist alles dabei, wobei die meisten Plätze vormittags vergeben sind (dort gibt es auch Sharing-Plätze, etc.)
    Die wenigsten Kinder dort haben berufstätige Eltern (hier reicht in der Regel 1 Verdienst, da die Gehälter sehr hoch sind). Trotzdem haben diese Eltern erkannt, dass es dem Kind durchaus gut tun kann, wenn es unter Gleichaltrigen ein paar schöne Stunden verbringt - ohne Mama.

    ...Können denn Eltern heutzutage nichts mehr selbst...
    doch, können sie. Aber offensichtlich gibt es auch Eltern, die nicht loslassen können (wenn man an Diskussionen denkt, wo 4-jährige noch nie für 2 Stunden bei Oma und Opa waren, weil die Mutter das nicht will....)

    • (11) 12.11.12 - 12:12

      ##
      Aber irgendwie scheinen alle zu galuben, wenn man ein Kind U3 betreuuen lässt, dass es dann von morgens 7.00 Uhr bis abends 18.00 Uhr dorthin geht.
      ##
      #pro
      Kommt mir auch immer so vor.

      (12) 12.11.12 - 12:54

      "Aber irgendwie scheinen alle zu galuben, wenn man ein Kind U3 betreuuen lässt, dass es dann von morgens 7.00 Uhr bis abends 18.00 Uhr dorthin geht."

      Und selbst wenn, was willst du machen, wenns nicht anders geht. *schulterzuck*

      Unser Kindergarten macht schon um 6.00 Uhr auf, der Nachbarkinderkarten hat sogar bis 21:00 Uhr geöffnet und - halt dich fest, fall nicht vom Hocker - es gibt hier sogar 24-h-Kindergärten. #rofl

      • (13) 12.11.12 - 13:01

        Das weiß ich alles;-)
        Und das es oftmals nicht anders geht, ist ja eben ein Problem, was viele "nur" Hausfrauen irgendwie zu übersehen scheinen.
        Ich glaube kaum, dass Mütter ihre Kinder gerne teilweise über Nacht in einer dauergeöffneten KiTa lassen.
        Aber soll jetzt die alleinerziehende Krankenschwester im Schichtdienst kündigen und ALG II beziehen, nur weil es angeblich fürs Kind besser ist, wenn es rund im die Uhr von der Mutter betreut wird??
        Die Frage geht nicht speziell an Dich - ist eher Allgemein.

        • (14) 12.11.12 - 13:13

          Bei uns gibt es eine Kita am KH, wo auch tatsächlich die KH-Angestellten im Schichtdienst ihre Kinder unterbringen können. Sie nehmen sie abends oder morgends oder eben mittags mit und sie Kleinen haben Betten, einen Schlafraum und gehen dann dort auch ins Bett.
          Ich fürchte aber, daß es nicht so viele von der Sorte gibt, die ihren Angestellten so eine Möglichkeit anbieten.

          • (15) 12.11.12 - 13:21

            Jep. Hier im Süden von Baden-Württemberg sind die Kassen der Kommunen zwar teilweise noch recht gut gefüllt (die Gemeinde in der ich arbeite hat keine Schulden), trotzdem waren wir mit dem KiTa-Ausbau recht spät dran.
            Betriebskindergärten??? Es gibt 2 im ganzen Umkreis.

            Als unsere Krippe gebaut wurde, gab es seitens des Gemeinderates Gegenstimmen, da die Herren der Meinung waren, dies sei nicht nötig. Vermutlich hatten sie nur ihr eigenes Familienbild vor Augen - Mann verdient top, Frau kann daheim bleiben.
            Dann wurde angefangen zu bauen (4-gruppig), danach!!! wurde eine Bedarfsermittlung gemacht und - oh wunder - es war noch im Bau klar, dass die Plätze nicht ausreichen. Egal ob die Eltern berufstätig sind oder nicht - sie wollen das Angebot einfach annehmen.
            Jetzt wurde aufgestockt und wir haben nun 8 Gruppen zur Verfügung, für 80 Kinder. 2 Vollzeitgruppen (nicht komplett belegt) und ne Menge Teilzeitgruppen mit unterschiedlichen Betreuungsmodellen.

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