Gesetzlicher Mindestlohn

    • (1) 20.11.12 - 09:54

      Mich interessiert, ob ihr einen gesetzlichen Mindestlohn befürwortet oder ablehnt?! Einige Agumente wären super hilfreich, nicht einfach "dafür" oder "dagegen" schreiben bitte... #winke

      Ich bin unentschlossen: Sowohl Argumente, die für einen Mindestlohn sprechen kann ich nachvollziehen aber auch Argumente gegen den mindestlohn!

      LG

      • Hallo,

        "sittenwidrige" Löhne sind verboten, aber niemand setzt eine konkrete Grenze fest.

        Ich würde einen gesetzlichen Mindestlohn befürworten. 3,50 € pro Stunde machen keinen Unternehmer pleite.

        LG

        • Dieser Beitrag wurde von den urbia-Mitgliedern oder den Administratoren als nicht angemessen bewertet und wird deswegen ausgeblendet.

          • Ein Mindestlohn muss die unterste Grenze festlegen. Es gibt/gab ja auch 1-Euro-Jobs, da sind 3,50 schon ein Fortschritt. ;-)

            5 Euro pro Stunde für welche Tätigkeit? Wer zahlt mehr für das Produkt?

            Wir kaufen Billigschrott (aus Kinderarbeit) in Textil- und Möbelgeschäften. Da ist der Konkurrenzdruck auch für Unternehmer hierzulande nicht zu unterschätzen.

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              • "Sollten wir nicht eine Vorbildfunktion haben?"

                Wer ist wir?

                Wenn Textilschuppen wie H & M oder kik in Deutschland, die nachweislich mit Kinderarbeit aus Drittweltländern ihre Produkt obszön günstig anbieten und beste Umsätze machen, dann nützt es nichts, sich beim Thema Mindestlohn festzubeissen weil man meint, damit jemandem etwas Gutes zu tun.

                Offensichtlich sind wir ein Volk von billigen Jakobs geworden. Wir dürfen nicht höhere Löhne fordern und gleichzeitig den immer das billigste Anbieter im Netz suchen. Wir sägen an dem Ast auf dem wir sitzen.

                Vorbildfunktion in was also? Sprücheklopfen? Da hast Du die freie Auswahl.....

                "Für die Förderung von deutschen Produkten gibt es übrigens noch andere steuernde Maßnahmen: Geringerer Steuersatz für deutsche Produkte. Erhöhter Steuersatz und Transfergebühren für importierte Ware. "

                Was glaubst Du, was der deutsche Staat an Exportsubventionen allein über Hermes schon nach vorne bringt? Noch mehr Steuergelder als aktuell, möchte ich eigentlich nicht im Export sehen. Übrigens nicht selten zum Leidwesen von Drittweltländern.... Und zum zweiten Teil: Glaubst Du, andere Länder liessen sich das gefallen, wenn wir deren Produkte mit tarifären oder nicht-tarifären Handelsbarrieren belegen? Die werden sich bedanken und machen das gleiche aber uns trifft es u.U. viel härter weil wir bedeutend exportabhängiger sind.

                • ***
                  Offensichtlich sind wir ein Volk von billigen Jakobs geworden. Wir dürfen nicht höhere Löhne fordern und gleichzeitig den immer das billigste Anbieter im Netz suchen. Wir sägen an dem Ast auf dem wir sitzen.
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                  Du hast völlig Recht, aber es gibt Hoffnung bzw. zumindest Studien, die besagen, dass bis zu einem Viertel der Deutschen immerhin im Bereich Lebensmittel neuerdings auf gerecht qualitativ hochwertig produzierte Ware Wert legt.

                  Ich muss immer spucken, wenn Leute seelenruhig Ferrero (produziert mithilfe von Kinderarbeit 8-12-Jähriger an der Elfenbeinküste, die fortwährend misshandelt werden) essen und dann sagen "man kann eben nicht die Welt retten". PFUI.

                  Nichtsdestotrotz brauchen wir auch in Deutschland Mindestlöhne.

                  Das Geheimnis lautet em Ende sowieso: Von allem weniger konsumieren. Eine derartige Massenproduktion von Konsumgütern (egal ob Süßes, Handy oder sonstwas) kann niemals unter gerechten Bedingungen möglich sein.
                  Naja, und wer von allem weniger konsumiert hat hinterher auch nicht das Totschlagargument "ich kann mir fairen Handel nicht leisten".

                  LG, Nele

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              Der Drang danach so wenig wie möglich für ein Produkt zu zahlen, entsteht doch nur aus der Situation heraus, dass man es sich nicht "leisten kann" mehr zu zahlen, aber auf den Konsum nicht verzichten mag. Und das kann nur passieren, wenn die Leute zu wenig verdienen.
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              Ergänzung: Und zu viel konsumieren.

              Es wird ja hier bei Urbia immer lamentiert: Früher konnte sich ein ungelernter Alleinverdiener eine Familie leisten.
              Ja, "früher" hatte man auch weder 2 Autos, noch ein Handy noch hat man Hosen mit Loch weggeschmissen und sich neue gekauft.

              Ich stimme Dir in allem zu, was Du oben geschrieben hast, aber würde gern noch das Maß halten ergänzen.

              Mit Massenkonsum kriegst Du weder gerechte Produktionsbedingungen, noch fairen Handel, noch Tierschutz noch sonstwas hin.
              Das fängt bei 5- die Woche Fleisch an und hört beim Handy, was man angeblich alle 3 Monate neu braucht, auf...

              LG, Nele

              • Dieser Beitrag wurde von den urbia-Mitgliedern oder den Administratoren als nicht angemessen bewertet und wird deswegen ausgeblendet.

                • Och mach mal, das ist eins meiner Lieblingsthemen.

                  Kurioserweise hat der Mittelstand meist kein Problem damit, dass die Kinder mit Flicken auf der Hose rumlaufen oder man die Bücherei nutzt anstatt alles neu zu kaufen.
                  Bei den "einfacheren" Leuten stelle ich fest, dass der Drang nach Neuware größer ist. Wohl aus dem Gefühl heraus, dass man mit Kosum irgendwie dazugehört.

                  Ich habe früher auch ausschließlich auf faire Produktion/bio etc. geachtet und dabei einen Haufen Kohle ausgegeben. Heute denke ich, ich lasse die Hälfte einfach bleiben.

                  Ich habe es beim Fleisch gemerkt: Die weltweiten Flächen zur Viehzucht + Anbau Futterpflanzen reichen einfach nicht aus, wenn jeder Hans und Franz 5x pro Woche Fleisch essen muss. Wer das macht, lässt andere hungern. Als ich das dann gepeilt hatte, war es plötzlich ganz einfach: Gemüse der Saison muss her :-)

          "Es gibt/gab ja auch 1-Euro-Jobs, da sind 3,50 schon ein Fortschritt."

          Diese 1,- Euro Jobs bekommen NUR ALGII-Empfänger. ALGII-Empfänger bekommen aber ohne 1,- Euro-Job bei Arbeitslosigkeit 380,- Euro zum Leben plus die Miete (je nach Bedarfsgemeinschftsgröße sind das 300...800 €). Da 1,- € Jobs aber nicht in einer vierzig Stunden Woche gearbeitet werden, muss man der Fairness halber die Transferleistung auf den 1,- Euro Job draufrechnen. Wenn also jemand in einem 1,- Euro Job arbeitet und das 100 Stunden im Monat tut, dann hat er logischerweise 100,- € + 380,- € (Regelleistung) + 300,- € (Miete) = 780,- € bei 100 Stunden Arbeit = 7,80 € pro Stunde. Das wird leicht vergessen.

    Auch wenn man bei irgendeiner Summe anfangen muss.

    3,50 sind trotzdem eine Karikatur.

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