Sind wir etwas "wert", weil wir "kaufen"?

    • (1) 21.11.12 - 13:29

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      • Ich frage mich gerade warum Dacia oder die Smartphones vom Discounter als (Negativ)Beispiele genannt werden. Den grundsätzlichen Aspekt des Konsums kann man auch anhand des iPhones oder des Porsche Cayenne führen.

        Der Hinweis auf Kinderarbeit zieht auch nicht wirklich, denn bei Apple sieht es kaum besser aus – und für den Benzfahrer ist bereits ein VW Billigschrott.

        Ich glaube nicht, dass die „Unterschicht“ stärker auf Konsum fixiert ist als die „Mittelschicht“
        und ich entdecke in der Mitteschicht auch kein erweitertes Bewusstsein oder Gewissen, eher schon eine gewisse Entfremdung.

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          • Gerade beim Thema KFZ bin ich mir auch bei den hochpreisigen Modellen nicht sicher ob sich jeder sein gewähltes Modell auch leisten kann. Auch bei Privatkunden werden 80%-90% der Neufahrzeige geleast oder finanziert und das Angebot an Leasingrückläufern nimmt für mein Gefühl zu. Dieser Markt ist aus meiner Sicht völlig gaga, sowohl von den Herstellern als auch von den Kunden. Da erscheint mir die Entscheidung für einen Dacia noch vergleichsweise vernünftig.

            „Ich habe den Eindruck, dass die Menschen früher eher bereit waren auf etwas zu verzichten, wenn sie es sich nicht leisten konnten, anstatt sich eine Billigvariante des Produktes zu besorgen. Aber das lag vielleicht nur an den Möglichkeiten und sie hätten es auch früher getan, wenn sie dazu in der Lage gewesen wären?“

            Vermutlich wirken die heutigen technischen Möglichkeiten der Vermarktung beschleunigend. Wobei das subjektive Gefühl auch ein wenig trügerisch sein könnte, denn die Umsätze des Einzelhandels deuten zumindest in Deutschland nicht unbedingt auf einen Konsumrausch in letzter Zeit hin.

            Vielleicht sind die Menschen auch mehr widersprüchlich und weniger stereotyp als man glauben möchte?

            Ich entdecke in unserer Stadt vermehrt kleinere Läden in Randlagen, neue second-Hand-Shops und eine höhere Dichte an Flohmärkten. Ich war auch ziemlich überrascht, wie viele Leute sich vor ein paar Monaten für meinen 20 Jahre alten Kleiderschrank interessierten.

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            Ich habe den Eindruck, dass die Menschen früher eher bereit waren auf etwas zu verzichten, wenn sie es sich nicht leisten konnten, anstatt sich eine Billigvariante des Produktes zu besorgen. Aber das lag vielleicht nur an den Möglichkeiten und sie hätten es auch früher getan, wenn sie dazu in der Lage gewesen wären?
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            Gute Frage, es gab ja kaum No-Namewaren als ich zb noch ein Kind war.
            Da hatte dann eben jeder eine AEG, Miele oder Boschwaschmaschine.

            Wenn ich zurück denke, sehe ich aber, daß man früher nicht so über seine Verhältnisse gelebt hat. Wer hat denn schon alles auf Raten gekauft?
            Kaum jemand, entweder hatte man das Geld oder nicht.
            Und heute verschulden sich unheimlich viele Menschen bis sie den Überblick verlieren und PI anmelden müssen, aber Hauptsachen kaufen, am besten alles, was gerade neu und IN ist.

            • "Und heute verschulden sich unheimlich viele Menschen bis sie den Überblick verlieren und PI anmelden müssen, aber Hauptsachen kaufen, am besten alles, was gerade neu und IN ist. "

              Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

              Die Anbieter werben heute bedeutend aggressiver als noch vor 25 oder 30 Jahren.

              Ein Grund für das, was wir heute Finanzkrise nennen, sind Kredite, die Banken ihren Kunden geradezu aufgedrängt haben, wissentlich, dass die nie und nimmer diesen Kredit werden tilgen können.

              Sowohl der Konsum als auch der Verkauf sind anhand vielschichtigster Rabattierungs- und Kreditmodelle zum Teil völlig aus dem Ruder gelaufen.

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                Die Anbieter werben heute bedeutend aggressiver als noch vor 25 oder 30 Jahren.
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                Ja, das ist allerdings wahr.
                Und auch die Banken werben stark mit Kleinkrediten. Ich bekomme dauernd irgemdwelche Angebote für Kredite #augen
                Und alles wird auch mit Ratenzahlung beworben.

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                Ein Grund für das, was wir heute Finanzkrise nennen, sind Kredite, die Banken ihren Kunden geradezu aufgedrängt haben, wissentlich, dass die nie und nimmer diesen Kredit werden tilgen können.

                Sowohl der Konsum als auch der Verkauf sind anhand vielschichtigster Rabattierungs- und Kreditmodelle zum Teil völlig aus dem Ruder gelaufen.

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                #pro Absolut!

                Meine Worte. Gerade flatterte mir mal wieder so ein Angebot ins Haus:

                "Wollen Sie sich zu Weihnachten mal so richte etwas gönnen? Gehen Sie noch heute so richtig shoppen mit unserem Privatkredit! Wir stellen bereit: 10.000 €, zu unglaublich günstigen Konditionen!!!"

                So oder so ähnlich hat es geklungen. Wir sollen Kredite aufnehmen, um Geld auszugeben, das wir nicht haben, um Dinge zu kaufen, die wir uns nicht leisten können, um die Wirtschaft anzukurbeln, ja, um sie regelrecht zu verfälschen.

                Aber in unserer Gesellschaft, eigentlich in allen Ländern dieser Erde ist alles nur auf Wachstum ausgelegt. Damit es uns gut geht, muss alles immer mehr werden.

                Stagnation ist eine Katastrophe.

                Ich will KEINEN Kredit, wenn ich nicht ein Haus kaufe. Ich überziehe mein Bankkonto nicht, weil ich noch dringend vor dem nächsten Gehalt irgendeinen Mist kaufen muss.

                Mein ewiges Mantra. Gebt nur das Geld aus, das ihr auch wirklich in der Hand haltet.

                Island ist da ein ganz gutes Beispiel dafür, was in einer kreditüberladenen Gesellschaft geschehen kann.

                L G

                White

        >>Der Hinweis auf Kinderarbeit zieht auch nicht wirklich, denn bei Apple sieht es kaum besser aus...<<

        Es ist immer wieder erstaunlich, daß der Zulieferer Foxconn ausschließlich mit Apple in Verbindung gebracht wird. Dabei fertigt er auch für Samsung, Sony, Motorola, Microsoft, usw. Oder ist es nur schlimm, wenn Arbeiter für Apple ausgebeutet werden, für die anderen Firmen aber nicht?

        Schon komisch, daß beim iPhone der moralische Zeigefinger ganz hoch gereckt wird, während man gleichzeitig mit seinem auch bei Foxconn unter den gleichen Bedingungen gefertigtem Samsung S 3 telefoniert.....

        Viele Grüße
        Trollmama

        • Wenn ich mich nicht irre, ist die Gewinnmarge bei Apple Produkte am größer als bei anderen Endgeräten. Das, verbunden mit der ganz speziellen Werbestrategie und dem dadurch erzeugten Image einer heilen, cleanen Welt ruft natürlich besonders Kritik hervor.

          Und natürlich Berichte wie diese:
          Im vorliegenden Ethik-Test haben die beiden südkoreanischen Konzerne Samsung und LG die Konkurrenz aus Europa oder den USA weit hinter sich gelassen. Das Ranking der sozialen Verantwortung zeigt Samsung mit der Note B einsam an der Spitze, LG folgt mit Respektabstand, während sich Apple, Nokia & Co mit einem E zufriedengeben mussten, was einem „nicht zufriedenstellend“ im Produkttest entspricht. Die Diskrepanz zeigt sich erst richtig in der Punktewertung: Während Samsung fast 80 Prozent der Kriterien erfüllte, hat keine der Kultmarken auch nur einen Wert von 20 Prozent erreicht. [...]

          http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318874937591

    Ich denke, dass sich jeder unbewusst über den Konsum definiert... Zumindestens zum Teil. Wenn ich nur günstige Produkte kaufe denke ich mir etwas dabei, aber auch wenn ich zB. nur Fairtrade kaufe. Is ne ziemlich philisophische Frage die du da stellst #winke

    Ich definiere mich durch meine Wertvorstellungen und meinen Platz in der Gesellschaft. Klar fühlt es sich schön an mit einem Mercedes durch die Gegend zu fahren... Aber ein BMW erfüllt diese Aufgabe ja genauso gut haha!

    Konsum hat neben der reinen Bedürfnisbefriedigung (bei Mobilität z.B. ein Automobil) den Belohnungseffekt. Also ich kaufe mir dies oder das weil ich es a.) verdient habe und b.) weil ich es mir leisten kann. Wobei b.) mit Einschränkung zu genießen ist, da sich Konsumenten eben auch notfalls verschulden um dies oder jenes konsumieren zu können.

    Deine Frage geht ja aber auch mehr in Richtung Statussysmbol und ich wage die Behauptung, dass sich nahezu jeder Mensch mit Reliquien seiner Facon umgibt, die seinen Status respektive seine gesellschaftliche Haltung und seine Weltanschauung manifestieren und dokumentieren sollen.

    Sich dem "Konsumterror" zu entziehen ist nahezu unmöglich. Viele Menschen, die ich getroffen habe, behaupten sie ließen sich eben nicht durch die modernen Marketing- Methoden beeinflussen und begründen emotionale Kaufentscheidungen mit strikten Sachargumenten (iphone Besitzer z.B. mit der Sicherheit von iOs gegenüber Android #rofl). Dabei wird entweder bewusst oder unbewusst gelogen.

    Je jünger die Zielgruppe und je einfacher der Bildungsabschluss, desto eher wird die rein emotionale Entscheidung zugegeben.

    Im Grunde hat sich an dem Wesen des Konsums bzw dem Zeigen der Errungenschaften in den letzten 20.000 Jahren der Memschheitsgeschichte auch wenig geändert. Die Produkte, klar, aber sonst?

    Auf dieser Basis funktioniert letztlich Werbung.

Hallo,

ein Smartphone kostet in der Produktion ohne Kinderarbeit inkl. Transport nach Europa satte 7,50 Euro. Da können einen 80 Euro natürlich aufregen.

Ein SUV macht dann Sinn, wenn man einen SUV braucht. Wenn es nur für einen Dacia reicht, kauft man eben einen Dacia. Was spricht denn gegen Dacia?

Viele Konsumprodukte erleichtern einem das Leben enorm. Deshalb will ich sie ALLE.

Meinen Wert definiere ich weder über meinen Konsum noch über mein Einkommen.

LG

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