Konfliktauslöser Fanatismus, Religion und Atheismus

    • (1) 11.12.12 - 10:59

      Ich habe mal ca. 5 Minuten zu diesem Thema recherchiert, solle also eine fundierte Meinung sein.

      Was sind denn die größten Auslöser für Konflikte? Ich lese immer wieder "Religiös-fanatisch motivierte Taten". Hilfreich ist schon der Begriff "Fanatisch", denn nur aus der Religion und dem gelehrten Glauben lässt sich schwerlich zündeln.

      Betrachtet man atheistische Führer, so brachten diese auch einiges zustande:
      - Bei Mao schätzen manche Quellen die Toten auf über 50 Millionen (großer Sprung, Enteignungen, etc)
      - Hitler: Ca. 60 Mio. im 2. Weltkrieg
      - Lenin, Stalin, etc

      Ich bin mir nicht sicher, ob das alles Atheisten waren. Aber die Konflikte hatten keinen religiösen Hintergrund.

      Eine weitere Frage: Wieviele Konflikte wurden denn durch Religion verhindert? Sei es durch eine friedliche Grundeinstellung einer Bevölkerung. Oder durch Zivilcourage, die religiös bedingt war? Hier wird es keine konkreten Zahlen geben, aber Eure Einschätzung würde mich interessieren.

      • Schwierige Frage.

        Ich zerschlag mal den gordischen Knoten: Wo zieht man die Grenze zwischen "Religion" und "Weltanschauung". Hatten nicht Nationalsozialismus, Leninismus/Stalinismus/Maoismus objektiv betrachtet auch den Status von Religionen?

        Für mich wird es immer dann gefährlich, wenn Menschen nicht mehr als Menschen handeln, sondern in einem irgendwie definierten "größeren Auftrag". Wenn Individualismus aufgegeben wird zugunsten Gefolgschaft.

        Solange Menschen egoistisch handeln, solange wird es wohl weniger Leid geben. Alles große Leid ist von Menschen ausgegangen, die glauben oder zumindest vorgaben, für andere und für etwas anderes zu handeln.

        Inwiefern eine Religion eher dazu angeraten sein sollte, friedliebend zu sein und Zivilcourage zu zeigen als reine Ethik und Mitgefühl, das erschließt sich mir nicht.

        • Deswegen möchte ich die Religion vom Fanatismus weghaben. Denn Fanatismus geht auch ohne - siehe Dein zitierter "Großer Auftrag". Es braucht nicht mal eine ausgegorene Idee, nur charismatische Menschen, die verführen können.

          "Inwiefern eine Religion eher dazu angeraten sein sollte, friedliebend zu sein und Zivilcourage zu zeigen als reine Ethik und Mitgefühl, das erschließt sich mir nicht. "

          Ja, aber das Mitgefühl basiert auf etwas - das kann Ethiklehre oder Religion sein. Was besser oder schlechter geeignet ist, dazu kann ich keine Aussage treffen.

      ich glaube es pielt keine Rolle, welches große Ziel Menschen benutzen um Kriege zu führen
      Ob es nun um Ideologien, weltanschauungen, Religionen, Territoriale Ausbreitung, Volk,m nation, Ethnie geht, um die beste "rasse", die beste religion, ...

      Ich glaube, daß wir Menschen aber so etwas haben wie eine "beißhemmung", auch wenn uns gewalt als mittel immer zur verfügung stand und steht.
      Um diese beißhemmung aufzuheben müssen wir unsere potiellen Opfer erniedrigen, entmenschlichen und/ oder uns erhöhen, (und mehr recht in bezug auf territorium, bodenschätze, ausbreitung unserer Ideologie, religion, herrschaftsform....).

      da wir dies schlechter aus uns selbst heraus ableiten können, eigenen sich große entwürfe, die über uns als menschen hinausgehen zu legitimation unserer handlungen.
      Ob also nun Nationalsozialismus, "herrenrasse", Kommunismus oder Religion- es gibt eine Bestimmung, ein Ziel, eine vervollkommenung des menschen unter die alles andere untergeordnet werden muß.

      aber: wir menschen brauchen eben auch solche "höreren", über uns selbst hinausgehenden Konzepte, wir suchen spiritualität und Transzendenz

      insofern kann eben dies zu "selbstlosem" verhalten führen.
      einerseits eben zum selbstmordattentäter- andereseits zur aufopferung aufgrund eines höhren zieles.

      es sind also zwei seiten eienr medaillie und ich glaube wir menschen können ohne diese höheren konzepte nicht auskommen. die frage ist nur, wofür wir sie einzsetzen.

    Schön geschrieben. Da kann ich jetzt auch nix mehr hinzufügen.

    • (15) 11.12.12 - 13:10

      Lisa hat die ganze Diskussion abgewürgt. #schock

      Aufgrund zu kluger Kommentare gepaart mit geschickt eingesetzter fehlerhaftem Getippse (dies läßt dem Verursacher harmloser, und somit sympatischer erscheinen)hat sie diesen Threat zu Grabe getragen.

      „Principiis obsta. Sero medicina parata, cum mala per longas convaluere moras.“

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