Zu wenige Kinder in Deutschland

    • (1) 18.12.12 - 12:44

      Hallo,

      heute habe ich folgenden Artikel gelesen:

      http://www.n-tv.de/politik/Kinder-als-Megaprojekt-article9811006.html

      und frage mich, ob es in Deutschland wirklich mehr Kinder geben würde, wenn die Kinderbeutreuung besser geregelt wäre.

      Ich/wir haben ein Kind und würden auch keine weiteren bekommen, selbst wenn eine kostenlose Kinderbetreuung eingeführt werden würde. Als Gründe würde ich mal für mich/uns aufführen, dass die beste Kinderbetreuung nichts nützt, wenn das Kind krank ist, denn dann kann/darf es ja in keine Masseneinrichtung. Ein Kind bekommt man immer mal irgendwo "geparkt" aber wer betreut schon gerne und fleissig 3 kranke Kinder ?

      Hinzu kommt, dass man mit Kind irgendwo immer eingeschränkt ist. Auch hier denke ich, es liegt an der Gesellschaft. Man hat als erwachsener Mensch soviele Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten mit immer außgergewöhnlicheren Hobbies. Aber wohin in der Zeit mit den Kindern ?

      Hinzukommt, dass es heute für Otto-Normalverdiener nicht immer möglich ist eine Familie mit einem Gehalt zu ernähren. Also muss Frau mitverdienen. Ich könnte es mir für mich nicht vorstellen zu arbeiten UND nebenher noch die Wäsche von 3 Kindern zu waschen, für 5 Personen jeden Tag zu kochen und einzukaufen. Die 3 Kinder möchten dann noch Hobbies ausüben und 3xmal müssen Hausaufgaben gemacht/überprüft und Vokabeln gelernt werden. Sind die Kids dann um 8:00h im Bett, brechen die Eltern auch total erschöpft zusammen - tolle Vorstellung - für mich wie gesagt nicht.

      Aber was könnte man tun, dass die Deutschen wieder gebärfreudiger werden ?

      Ich könnte mir vorstellen, dass man die Mehr-Gerationenhausshalte etwas fördern könnte oder Familien steuertechnisch oder gehaltstechnisch so darstellt, dass auch ein Alleinverdiener (ohne Studium) eine Familie ernähren könnte.

      Wie gesagt, ich habe nur 1 Kind, gehe halbtags arbeiten und bis nach der Arbeit alles getan ist (von Mittagessenkochen, über Einkaufen, Hausaufgaben überprüfen, Fahrtdienste zu Vereinen oder Freunden, Arzt- und Frisörbesuche etc.) bleibt nicht mehr viel vom Tag übrig. Wenn ich mir jetzt überlege, ich hätte das ganze mal zwei oder drei ? Ich wüßte gar nicht, wo ich die Zeit hernehmen soll. Und dies ist ja auch nur der Idealzustand, wenn keines der Kinder krank oder behindert ist. Denn das weiß man ja bei der Planung eines weiteren Kindes noch gar nicht.

      Hätte ich Oma und Opa im Haus, die bei der anfallenden Arbeit sowohl Erziehungs- als auch Haushaltsarbeit unterstützen würden, hätte ich vielleicht mehr Kinder bekommen. Aber so, sind die Großeltern auch noch berufstätig oder wohnen weit weg von den Enkeln, weil man wegen der Arbeit umziehen musste und wieder hat man das Problem, dass man mit den Kindern alleine darsteht.

      Nun aber mal die Frage an Euch. Wäre alleine der Ausbau der Kinderbetreuung für EUCH ein Grund mehr oder überhaupt Kinder zu bekommen ?

      Liebe Grüße
      Tiffy

      • ***Als Gründe würde ich mal für mich/uns aufführen, dass die beste Kinderbetreuung nichts nützt, wenn das Kind krank ist, denn dann kann/darf es ja in keine Masseneinrichtung. Ein Kind bekommt man immer mal irgendwo "geparkt" aber wer betreut schon gerne und fleissig 3 kranke Kinder ?***

        Andere Länder haben hier viel familienfreundlichere Regelungen. In Schweden zB bekommt man bis zu 120 Tage im Jahr Kinderkrankfrei mit 80% Lohnfortzahlung. Sogar wenn die Tagesmutti krank ist, kann man zuhause bleiben und sein Kind selbst betreuuen.

        Vermutlich sind uns die anderen Ländern auch in anderen Bereichen hier um einiges Voraus...

        Andererseit verstehe ich angesichts der Weltüberbevölkerung gar nicht, warum unsere geringe Fortpflanzungsrate so problematisiert wird.

        • Wegen der rentenversorgung. Die jungen kommen für die alten auf und wenn wir alt sind und es weniger junge menschen gibt haben wir ein problem im alter.

          • Wir haben genug kinderreichen Zustrom von außen, der sich über Arbeit freuen wird.

            Und mit Sicherheit wird dieser Zustrom noch größer werden, insbesondere wenn die Aussichten angesichts der wenigen Arbeitnehmer hier gut sind.

      (5) 18.12.12 - 14:19

      Ich wollte immer nur ein kind haben und da würde auch eine bessere betreuung oder mehr geld nichts dran ändern. Eine geburt tue ich mir kein zweites mal an.

      Das wäre zwar lobenswert, aber es wäre definitiv kein Grund, ein weiteres Kind zu bekommen, wenn ich eigentlich "genug" habe.

      Sollte ich noch ein drittes Kind bekommen, werde ich es bekommen, weil ich und mein Partner es uns wünschen und nicht, weil die Betreuung gut geregelt ist. Das würde einiges erleichtern, na klar, aber das wäre kein Grund, nein.

    • (7) 18.12.12 - 14:54

      ich denke der Denkansatz der Regierung bzw der Auftrag geber der Studie ist falsch .... und zwar grundlegend.

      mehr Kinder könnte es geben, aber nicht, weil es eine bessere Betreuungsmöglichkeit durch "Nichteltern" gibt, sondern dadurch, dass Kinder und der Erziehung von Kindern wieder mehr Bedeutung bekommt. dass es wertvoll ist Zeit mit seinen Kindern zu verbringen!

      die aktuelle Propagandasituation ist ja so - Frauen, geht wieder schnell arbeiten, (wir brauchen Eure Steuern) und wir geben Euch dafür KiTa Plätze so früh wie möglich. Und weil wir wissen, dass das Mutterherz zerreißt tun wir so als bräuchten Babys und Kleinkinder Bildung und nicht Bindung und tun so als wäre das ganze auch noch gut!
      damit wird doch jeder, der beschließt seine Kinder daheim zu behalten, Familie und Bindung wichtig findet als Totalversager hingestellt. als Rabeneltern, die den Kindern keine Bildung zukommen lassen. oder nur soziale Krüppel erziehen, die später nur Nachteile haben werden

      mit der Grundeinstellung - warum sollte man da (mehr) Kinder bekommen?

      Den Erwachsenen wird doch suggeriert total unfähig zu sein und andere könnten bessere Erzieher sein. Die Kinder werden so früh wie möglich aus der Familie gerissen und die Familie an sich ist unwichtig bzw nur zum Bezahlen gut.
      eine Schwangerschaft ist kein Zuckerschlecken. Kinder kosten nen Heidengeld - warum sollte ich (mehr) Kinder bekommen, die mir nur Arbeit machen und viel kosten? die meine doch so wichtige Individualität gefährden?

      DA ist aus meiner Sicht der Hebel, den man GANZ LEICHT umlegen könnte .... nur will das keiner - also solen sie aufhören zu meckern und damit leben, dass es in ein paar Jahren keine echten Familien mehr geben wird, dass die Kosten für psychiatrische Erkrankungen immer mehr steigen, dass die jungen Menschen keinen Gemeinschaftssinn oder soziale Einstellung mehr haben.... und sich die Alten (die genug im Leben verdient haben und privat vorgesorgt haben) dann mit bezahlten Pflegekräften aus Asien oder Afrika den Tag verbringen und die anderen .... tja - keine Ahnung was mit denen passieren wird...

      • *** sondern dadurch, dass Kinder und der Erziehung von Kindern wieder mehr Bedeutung bekommt. dass es wertvoll ist Zeit mit seinen Kindern zu verbringen!***

        Ich wohne in den alten Bundesländern und kann deine Ausführung in keinster Weise bestätigen. Im Gegenteil. Ich arbeite Vollzeit und muss mich regelmäßig dafür rechtfertigen, dass ich nicht, wie viele andere Mütter, mein Kind die ersten drei Jahre zuhause beglucke.

        Erst gestern musste ich mir von einer frischgebackenen Supermutti das Gewäsch von "wertvoller Zeit 24/7 mit den Kindern" etc anhören.

        Ich hoffe inständig dass diese Einstellung nicht noch von der Politik unterstützt wird, denn es würde mir Arbeiten trotz Muttersein noch schwieriger machen. Da ich GsD einen Beruf habem der sich relativ gut mit einer Familie vereinbaren lässt, habe ich noch einen weiteren Kinderwunsch. Ich hätte ihn nicht, wenn ich einen "schwierigeren" Beruf hätte.

        "die aktuelle Propagandasituation ist ja so - Frauen, geht wieder schnell arbeiten, (wir brauchen Eure Steuern) und wir geben Euch dafür KiTa Plätze so früh wie möglich. "

        Fragt sich nur zu welchem Preis wenn ich mir so ansehe, was nur im Umkreis Frankfurt am Main an Preiserhöhungen kommen soll für diese Plätze.
        Ist natürlich auch eine Methode Leute von ihrem Rechtsanspruch abzuhalten, einfach die Preise so hoch schrauben das sich die Arbeit nicht mehr lohnt.

        Andersrum wird ein Schuh draus - Einstellungen wie deine, dass es ganz furchtbar ist Kinder abzugeben, wenn Muttern doch eigentlich an den Herd gehoert fuehrt dazu, dass Frauen eingeredet wird, dass sie, wenn sie eine Karriere haben wollen, keine Kinder haben duerfen.

        Frauen werden da vor eine Entscheidung gestellt, mit der Frauen, die in Laendern leben, in denen es fuer Frauen normal ist zu arbeiten *und* Familie zu haben nicht kaempfen muessen.

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