Armut politisch gewollt?

    • (1) 18.12.12 - 19:39

      Man mag vom Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung halten, was man will, aber nun kommt die Nationale Armutskonferenz (NAK) und behauptet, die Armut (in Deutschland) sei politisch gewollt.

      "Die Botschaft ist klar. „Armut ist politisch gewollt“, sagte Michaela Hofmann, stellvertretende Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz (NAK) am Dienstag in Berlin."

      ...

      "7,6 Millionen Menschen bekämen staatliche Leistungen, um ihre Existenz sichern zu können. Das wären 9,3 Prozent der Bevölkerung.

      Die Zahlen stammen aus dem „Schattenbericht“, den die NAK – ein Zusammenschluss aus Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Gewerkschaften und Betroffeneneinrichtungen – als Reaktion auf den umstrittenen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zusammengestellt hat."

      Klar, was sollen Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften oder Kirchen auch anderes in ihren Bericht schreiben?

      Ich frage provokativ: Kan man denn wirklich von Armut sprechen und verbreitet die NAK eine Verschwörungstheorie? Oder kann man sowohl Armut als auch deren eine politische Absicht feststellen?

      • Definititonssache.

        Es gibt in Deutschland keine Armut im existenziellen Sinn - also keine Armut = Leute verhungern.

        Sehr wohl gibt es aber Armut, sie ist hier, in unserer Wohlstandsgesellschaft anders definiert:
        Armut = mangelnde Teilhabe, Ausgrenzung, Abstand zum Durchschnittslebensstandard etc.

        Und natürlich gibt es Menschen, die deshalb arm sind, weil einfach keine Leistungsträger. Nicht so gut in der Lage "sich mal eben einen Job zu suchen", wie Befürworter der "In-Deutschland-ist-niemand-arm"-Theorie gern von sich geben.

        Denn wenn man erstmal gesellschaftlich unten ist, geht es los mit Diskriminierung und Bashing.

        LG, Nele

        • >>Denn wenn man erstmal gesellschaftlich unten ist, geht es los mit Diskriminierung und Bashing<<
          was nur möglich ist durch Armut an anderer Stelle

          • Wie meinst Du das genau?

            • ich meine dieses Warum gebasht wird. Warum wird jemand diskriminiert wenn er, egal aus welchen Gründen, gesellschaftlich "abgestiegen" ist. Warum verliert so jemand die Chance, wieder hoch zu kommen?

              • Viele scheinen wirklich der Auffassung zu sein, dass z.B. ein suchtkranker Obdachloser sich "einfach mal ne Wohnung suchen soll".

                Ich denke daher, es ist Unkenntnis. Die Leute sehen nur, dass es ja ein Anrecht auf Wohnung und Sozialleistungen gibt und denken dann, dass es ja ein Leichtes sein muss, dieses Recht auch wahrzunehmen.

                Dass es in der Praxis anders läuft und immer wieder Leute durchs Raster fallen, wird nicht einkalkuliert. "Selbst Schuld" ist auch einfacher.

                LG, Nele

                • oh, ich meinte nicht das durchs Raster fallen, sondern z. B. bedingt durch Jobverlust musste eine andere, preiswertere Wohnung genommen werden. Diese befindet sich "in der falschen Gegend" und schon hat derjenige es um ein vielfaches schwerer wieder einen seinem Können entsprechenden Job zu bekommen. Und selbst wenn er einen guten Job ergattert, wie wirkt es sich u. U. auf die Kollegen aus, wenn heraus kommt, wo er wohnt?

                  Ich meinte die Armut im Geist.

    Hallo,

    also im Vergleich zu den Menschen in anderen Ländern gibt es bei uns sicher keine armen Menschen. Aber im internen Vergleich gibt es sicher arme und reiche Menschen. Man muss doch immer die Maßstäbe beachten, die für eine Definition herhalten müssen.
    Was wurden denn für Gründe angegeben, warum Armut von der Politik gewollt wird?

    vg, m.

    Das ist mir irgendwie zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen. Welche Gründe soll es denn für "Armut ist politisch gewollt" geben?
    Klingt ja toll plakativ, aber ich komm nicht drauf....warum?

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