BGE

    • (1) 05.01.13 - 18:42

      Hallo zusammen,

      das Thema wurde hier ja schon öfter thematisiert.
      Soweit ich informiert bin, setzt sich bei den Parteien nur die Piratenpartei dafür ein.

      Hab folgende (von Bundestag abgelehnte Petition) bei change.org entdeckt:

      https://www.change.org/de/Petitionen/das-startgeld-zum-bedingungslosen-grundeinkommen-1-euro-monatl-pro-b%C3%BCrger-2

      Ich finde die Idee gut, auch wenn hier das BGE zusätzlich gezahlt werden soll, anders als z.B. beim Vorschlag von Götz Werner.

      Was haltet Ihr von der Petition? Bislang gibt es erst sehr wenige Unterzeichner.

      Grüße
      ballroomy

      Ich finde auch, dass das bedingungslose Grundeinkommen eine faszinierende Idee ist.

      Aber nun stelle dir mal vor, Griechenland hätte dieses bedingungslose Grundeinkommen. Da würde vermutlich doch ziemlicher Druck ausgeübt werden, dieses Grundeinkommen abzuschaffen.

      Oder wäre Griechenland mit dem bedingungslosen Grundeinkommen gar nicht in die Lage gekommen, in der es sich aktuell befindet?

      So richtig traut sich niemand ran. Es fehlt leider ein Beispiel, wo man es versucht hat und der Beweis, dass es funktioniert. Und man kann das auch nicht so richtig schrittweise einführen. Das geht vermutlich nur mit einem "Big Bang".

      • Überlegen für eine Schrittweise Einführung gibt es aber. (Siehe Götz Werner)

        Meine Idee wäre folgende:

        Einführung in Höhe von 184 Euro bei gleichzeitigem Wegfall des Kindergeldes.
        Die Familienkassen könnten dann die Verwaltung des BGE übernehmen.

    Dieser Beitrag wurde von den urbia-Mitgliedern oder den Administratoren als nicht angemessen bewertet und wird deswegen ausgeblendet.

    Ein oft gebrachtes Argument gegen das BGE ist, dass dann keiner mehr etwas arbeiten würde und niemand mehr etwas erwirtschaftet.

    Daher frage ich mal, wer von den Gegnern des BGE denn selbst zu Hause sitzen und mit dem wenigen Geld sein Leben einrichten würde?

    In http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwilligensurvey werden Zahlen dafür genannt, dass das Engagement nicht an eine Bezahlung gebunden ist. So liest man beispielsweise "36 % (1999: 34 % / 2004: 36 %) aller Bürger im Alter ab 14 Jahren engagieren sich in Deutschland freiwillig in Verbänden, Initiativen oder Projekten. Weitere 35 % (1999: 32 % / 2004: 34 %) sind öffentlich aktiv in einem Verein oder einer Gruppe tätig, ohne jedoch dort bestimmte freiwillige Aufgaben zu übernehmen. Somit waren 2009 insgesamt 71 % der Bevölkerung ab 14 Jahren in gesellschaftliche Gruppierungen eingebunden und aktiv beteiligt.

    In Deutschland sind bereits ca. 70% aller Menschen ab 14 Jahren ehrenamtlich (also ohne Bezahlung) tätig. Würden die zu Hause bleiben, wenn sie jetzt auch noch Geld umsonst bekämen? Ich bezweifle das. Wer nicht für Geld arbeitet, der tut das vielleicht für Anerkennung und das gute Gefühl, gebraucht zu werden.

    Von daher halte ich die Idee mit dem BGE durchaus für interessant und nachdenkenswert.
    Es könnte auch helfen, den Arbeitsmarkt aufzubrechen, denn wer mehr als das BGE haben möchte, wird sich auch noch mehr bemühen. Wenn er dafür Arbeitskräfte benötigt, dann muss er mehr bieten, als das BGE und auch die Arbeit, die unbedingt gemacht werden muss, wird dann sicher höher honoriert, um Interessenten zu finden.

    • Kann Dir nur zustimmen!

      Es gibt 12 Millionen Menschen in Deutschland, die ehrenamtlich tätig sind. Das sind knapp 15% der Bevölkerung. Davon sind aber nur 34%, also 5% der Bevölkerung, verbindlich tätig (ungefähr genausoviele sind mehr als 5 Stunden pro Woche ehrenamtlich tätig, der Rest maximal 5 Stunden oder nur ab und zu).

      Und dann ist die Frage was zählt als ehrenamtlich? Gilt der Elternsprecher einer Schulkalsse oder der Vorstand des Schützenvereins auch als Ehrenamt? Oder jemand der mal unentgeltlich babysittet? Auch gibt es viele ehrenamtliche Jobs die trotzdem etwas vergütet werden, eine "unkopstenpauschale", die keineswegs niedriger ist als der Lohn von einem Billiglohnarbeiter. (Meine "Ehrenamtliche", 6 Stunden pro Woche tätig, bekommt 7,50 Euro pro Stunde Unkostenerstattung)

      Ich bezweifle dass diese unentgeltliche stundenweise Einsatzbereitschaft auch nur annähernd die Arbeit von 48% Erwerbstätigen ersetzen würde.

      Ich zB arbeite jetzt Vollzeit, habe einen Spitzenverdienst, aber mit den ganzen arbeitsnahen Aufwendungen bleibt nicht viel übrig. Ich würde mit 1000€ pro Kopf zuhause bleiben und mich mit den Dingen beschäftigen die mir wichtig sind und die mir Spaß machen. Ich habe mein leben lang Ehrenämter ausgeübt, diese würde ich sicher ausbauen weil ich mehr Zeit dafür hätte. Ein bisschen würde ich auch in meinem "Job" arbeiten, aber nur zu meinen Bedingungen (Arbeitszeiten, Kundenwahl etc) und vermutlich nur in eigene Tasche.

Top Diskussionen anzeigen