Frauen dürfen abtreiben, Männer haben keine Wahl?

    • (1) 09.01.13 - 12:59

      Hallo ihr,

      ich möchte mal einen Gedanken, der mich immer mal wieder "quält", zur Diskussion stellen.

      Und zwar haben Frauen ja das Recht bis zur 12.Woche abzutreiben und, sollte das Kind behindert sein, dürfen sie es sogar bis zur Geburt noch "abtreiben". Weil man ja von ihnen nicht verlangen kann, dass sie ihr Leben auf sowas einstellen müssen usw. Die Männer haben da schlimmstenfalls kein Mitspracherecht und müssen es hinnehmen, wenn die Mutter abtreibt.

      Ebenso haben sie aber auch "schlimmstenfalls" umgekehrt kein Mitspracherecht, sie müssen also zB ewig für ein (behindertes?) Kind zahlen, auch wenn sie es nie gewollt hätten. Für ein Kind, das sie, wären sie eine Frau, dann auch sicher abgetrieben hätten, was ja auch ihr "gutes Recht gewesen wäre", Ist das gerecht? Sollten nicht auch Männer die Möglichkeit haben eine Vaterschaft auf ausdrücklichen Wunsch abzubrechen? Also nicht durch Abtreibung, sondern durch zB einen Antrag der sie für ewig von allen Rechten und Pflichten dem Kind gegenüber entbindet?

      Meine Meinung zu dem Thema: Ich bin absolut dagegen wenn lediglich aufgrund einer Behinderung abgetrieben werden soll. Auch sehe ich (mittlerweile) die "normale" Abtreibung zwiespältig.

      Die Befürworter dieser Abtreibungspolitik pochen aber auf das gute Recht der Frau über ihr Leben bestimmen zu dürfen. Konsequenterweise müssten sie aber auch dem Mann ebenso selbstverständlich zugestehen, sein Leben frei von einem Kind, das sie nie wollten , zu halten.

      Was sagt ihr dazu? Oder kann mir jemand vielleicht helfen diese "Doppelmoral" zu verstehen und nicht mehr als solche zu sehen? Ich hoffe auf beidseitige Gedankenanstöße.

      Mein Ziel dieses Threads ist NICHT darüber zu diskutieren OB eine Frau ein behindertes Kind abtreiben dürfen soll oder nicht. Sondern lediglich darüber ob man nicht auch dem Mann ähnliche Rechte geben müsste und wie man sie umsetzen könnte. Natürlich müssen evtl Argumente, die FÜR eine Abtreibung sprechen, herangezogen und auf den Mann übertragen werden und umgekehrt.

      Ich hoffe es entartet nicht in eine Grundsatzdiskussion von Abtreibung.

      LG
      S.

      PS: mir fällt grade ein: kann ein Mann sein Kind zur Adoption frei geben, auch wenn es bei der Mutter lebt? Wenn das möglich ist, dann wäre meine komplette Frage hinfällig.#winke

      • ich kann leider nicht viel dazu beitragen, finde das aber eine sehr spannende frage, über die ich schon des öfteren nachgedacht habe

        eine wirkliche lösung des dilemmas ist mir bisher nicht gekommen, ich funde die möglichkeit der "entbindung von der elternschaft" aber eine mögliche.

        Ich empfinde es ebenfalls als sehr schieirg, daß diese entscheidung die frau alleien treffen kann, während der mann kein mitspracherecht hat.
        daß man einer frau nicht zumuten kann ein kind abzutreiben, daß sie gerne bekommen möchte, de mann aber nicht, ist ja sicher klar, aber was ist im umgekehrten falle?!
        Kann man einer frau zumuten ein kind zu bekommen, das sie nicht möchte, das aber der vater bekommen möchte?

        schwierige frage.... muß ich mir erst noch ein paar gedanken drüber machen

        • ***Kann man einer frau zumuten ein kind zu bekommen, das sie nicht möchte, das aber der vater bekommen möchte?***

          War zwar eigentlich nicht meine "Frage" aber läuft durchaus auf der gleichen Schiene. Ich finde diese Frage durchaus auch überdenkenswert.

          Ich habe einen Fall mitbekommen, da hat eine Frau wegen Trisomie 21 abgetrieben obwohl der Mann das Kind wollte. Für mich eigentlich ein Unding, allerdings weiß ich nicht was noch dahinter steckte (evtl Kuckuckskind etc)

          Selbstverständlich kann es andererseits nicht sein, dass eine Frau die ungewollt schwanger wird aber GENERELL KEIN KIND AUSTRAGEN MÖCHTE, dazu gezwungen wird dies zu tun. Das wäre in meinen Augen ein absoluter Rückschritt unserer Kultur.

          • ja, ich habe ja eben auch keine antwort auf die frage, aber ich würde sie durchaus gerne generell überdenken.

            neben der frage auf das "recht auf leben" des kindes gegenüber dem recht der frau eben auch den Vater nicht völlig zu vergessen.
            Natürlich ist das nicht einfach zu regeln, denn es gäbe natürlich eine menge gründe, die gegen ein generelles veto des mannes bei einer abtreibung sprechen, aber ich empfinde es auch als unbefriedigend, daß Väter generell gar kein mitbestimmungsrecht haben

            wenn ich dich richtig verstehe geht es dir aber um die spezialfrage der spätabtreibung und um den abtreibungsgrund: "behinderung des kindes"

            das ist natürlich noch schwieriger, denn es könnte ja theoretisch auch um eine schwangerschaft im 9. monat gehen, die sofort durch einen kaiserschnitt beendet werden könnte. somit wäre in diesem speziellen fall dem recht der frau genüge getan kein kind weiter auszutragen, das sie nicht bereit ist weiter auszutragen, es wäre aber auch gleichzeitig dem recht des mannes (das es ja so nicht gibt) genüge getan, darüber zu entscheiden, ob er das kind nicht dennoch bekommen möchte...
            schließt sich dann natürlich die frage an: wie lange zeit darf eien frau dann gezwugen werden das kind auszutragen? einen tag? eine woche ein monat, 5 monate?
            darf nurMissio r grund "leben mit behindertem kind erscheint unmöglich" als voraussetzung gelten, daß väter ein mitbestimmungsrecht haben?

      Hallo,
      das hat was mit der Besonderheit des Austragungsortes eines Kindes zu tun. Weils nunmal im Körper der Frau statt findet. Deshalb steht den Frauen das Recht zu, ein Kind abzutreiben. Und deshalb kann kein Mann eine Frau zwingen, ein Kind aus zutragen. Ob ein Vater sein Kind noch im Mutterleib zur Adoption freigeben kann, wenn kein anderer Mann da ist, der es adoptieren will, weiss ich nicht. Ist auch schwer vorstellbar

      • ***das hat was mit der Besonderheit des Austragungsortes eines Kindes zu tun. Weils nunmal im Körper der Frau statt findet. Deshalb steht den Frauen das Recht zu, ein Kind abzutreiben.***

        Diese Argumentation greift aber doch nur, wenn die Abtreibungsmotivation in den 9 Monaten der Schwangerschaft begründet ist. ("Mein Bauch gehört mir")

        Für mich bei Spätabtreibungen bis kurz vor die Geburt keine befriedigende Antwort. Zum einen, weil der Zeitraum, den das Kind noch im Mutterleib beanspruchen würde, extrem kurz sein könnte, aber auch weil die Abtreibung ja meist damit begründet wird, dass das zu erwartenden Leben MIT dem Kind unzumutbar wäre/ist.

        Haettest du lieber eine Situation wie in Irland, wo Frauen noch nicht mal bei Behinderungen die mit Leben nicht vereinbar sind (z.B Anencephalie/fehlendes Hirn) abtreiben duerfen, sondern den Wurm komplett austragen muessen? Das eine Schwangerschaft die nach 25 Wochen beendet ist den Koerper weniger belastet als eine die nach 40 Wochen beendet ist, ist doch auch logisch.

        Haettest du lieber eine Situation wie in Irland, wo Frauen noch nicht mal ihre Schwangerschaft beenden duerfen, wenn eine Komplikation ganz klar zeigt dass das Baby keine Chance hat, so wie im Fall Savita Halappanavar, die elendig an ner Infektion verreckt ist, weil man ihre Schwangerschaft erst dann beenden wollte, als der Herzschlag vom Baby ganz weg war?

        • das ist doch völliger quatsch.

          Wenn ich dagegen bin, dass man einen Menschen einfach so aus Lust und Laune verprügeln darf, dann bedeutet das doch keineswegs, dass Notwehr verboten werden sollte.

          Und mir geht es in dieser Diskussion ja auch nicht um Pro/Kontra Abtreibung, sondern um die Gleichberechtigung des Mannes.

          • Kein Mann sollte das Recht haben ueber den Koerper einer Frau zu verfuegen, und da endet die Diskussion auch schon.

            • ***Kein Mann sollte das Recht haben ueber den Koerper einer Frau zu verfuegen, und da endet die Diskussion auch schon. ***

              Der Mann verfügt nicht über den Körper einer Frau, wenn sie ein Kind austrägt.

              • Wenn er bestimmen will ob sie das Kind austraegt oder nicht wuerde er darueber verfuegen wollen.

                • Dann verfügt ja eher das Kind über die Frau und nicht der Mann.

                  Warum sollte ein Kind, dessen Vater ihm eine Zukunft bieten will, nicht ein paar Wochen (oder gar nur Stunden) im Bauch der Mutter bleiben dürfen? Zumindest wenn die Mutter einer Schwangerschaft nicht grundsätzlich entgegensteht.

                  Diese zeitlich begrenzte "Verfügung" des Kindes steht der endgültigen "Verfügung" der Mutter über das LEBEN des Kindes gegenüber.

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