Wasser ist Menschenrecht

    • (1) 25.01.13 - 13:44

      Liebe Familien, Kinderwünschlerinnen, Schwangere...

      gerade im Hinblick auf die Zukunft unserer KInder möchte ich einen Link für eine, wie ich finde wirklich wichtige Petition hier einbringen.
      Es geht um die durch eine gesetzliche Hintertür geplante gesetzliche Legitimierung der Privatisierung der Wasserbetriebe.
      In Portugal ist das schon passiert-mit der Folge einer Vervierfachung des Wasserpreises.
      Diese Entwicklung würde den Wasserpreis und damit den Trinkwasserpreis zu einem Spekulationsgut für die Börsen und große Firmen machen.

      Ich hoffe es ist okay diesen Link hier zu posten: www.right2water.eu/de

      Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch alle fleißig beteiligt #danke

      • Hallo,

        ich habe die Petition schon in der vorigen Woche unterschrieben.

        Und ich hoffe sehr, dass sich da noch etwas tut.

        GLG

        Ich werde die Petition nicht unterschreiben, weil ich nichts dacvon halte, durch Klicks im Internet die Welt retten zu wollen.

        Fakt ist, dass Wasser ein Knappes Gut ist, das im 221. Jahrhundert zu Kriegen und Migrationsströmen führen wird. Die Frage ist doch, wie die dringend notwendigen Investitionen in die Wasserversorgung der Zukunft aufgebracht werden sollen. Gerade die DDR-Vergangenheit hat doch gezeigt, dass staatliche Organisationen die Versorgung der Bevölkerung mit knappen Gütern nicht unbedingt bessere bereitstellen können als privatwirtschaftlich geführte Unternehmen.

        • Soweit ich weiss, hatten wir zu DDR-Zeiten keine Probleme mit Wasser und Strom. Auch nicht mehr als heute. Andere Verknappungen gehören nicht zu diesem Thema. Wir wurden alle satt und lebten auch gesund. Es gab zwar vieles nicht oder selten oder zu wenig, aber die Versorgung mit dem wichtigsten hat immer geklappt.

      • Ich glaube, Du solltest Dich erst einmal richtig mit dem Thema beschäftigen, denn so harmlos, wie es womöglich klingen mag, ist es leider nicht.

        LG

        • Mhh...ich kann nun nicht erkennen wo er es verharmlost.

          Ich sehe es aber ähnlich:

          Mit virtuellen Kerzen und Klicks auf eine Internetseite ändert man nichts, und solange Leute nicht bereit sind, WIRKLICH etwas zu tun....und sei es nur, in diesem Fall damit anzufangen zu Hause Wasser zu sparen.....bringt so eine Unterschriftensammlung rein gar nichts....auser vielleicht einigen Leuten einen besseren Schlaf zu bescheren, weil sie ja durch den Klick "etwas getan haben".

          Das wäre genauso, wenn man sich im TV einen Spendenaufruf anschaut in dem hungernde Kinder gezeigt werden, und solidarisch eine Träne für diese armen Menschen vergisst.....den TV ausmacht und erst mal zum Kühlschrank rennt, weil es einem so nahe gegangen ist, dass man erst mal einen Pudding verdrücken muss um die Nerven wieder zu beruhigen.

          • Von virtuellen Klicks oder gar virtuellen Kerzen habe ich noch nie etwas gehalten.

            Die besagte Seite ist j auch nicht dazu da, um einfach mal rein zu schauen, sondern aktiv etwas zu tun. Man muss nicht nur einen kleinen Butten drücken und die Stimme wurde gezählt. Man kann auch Unterschriften sammeln.

            Egal, darum geht es mir gerade nicht einmal.
            Wir sind ein 9-Personen-Haushalt und ich weiß, was wir hier an Kosten haben. Und jeder versucht, ob es nun Wasser oder Strom ist, alles halbwegs gering zu halten.

            Hast Du Dich schon informiert, wie es in den Ländern aussieht, in denen die Wasserversorgung privatisiert wurde???
            Ganz klar, ich will das nicht und setze mich auch aktiv hier in unserer Stadt dafür ein. Nicht durch die Internetseite, aber dennoch ist diese nicht schlecht!

            LG

      (10) 29.01.13 - 12:56

      "Die Frage ist doch, wie die dringend notwendigen Investitionen in die Wasserversorgung der Zukunft aufgebracht werden sollen"

      Das Beispiel England Ende der 80er hat bereits eindrucksvoll belegt, dass private Unternehmen gerade NICHT für eine angemessene Instandhaltung der Infrastruktur sorgen ( von Investitionen mal ganz abgesehen)

      In England haben private Betreiber damals eine vollkommen intakte Infrastruktuer übernommen und innerhalb von 10 Jahren dermaßen verrotten lassen, dass die Wasserversorgung durch Leitungsverluste massiv eingeschränkt war (von den Schäden durch auslaufendes Wasser die natürlich der Steuerzahler zu tragen hatte mal ganz abgesehen).

      Als dann durch die englische Regierung Investionen zur Wiederherstellung der Versorgungsqualität vorgeschrieben wurden verließen die privaten "Investoren" das Spielfeld - leider mit prallgefüllten Taschen.

      "Gerade die DDR-Vergangenheit hat doch gezeigt, dass staatliche Organisationen die Versorgung der Bevölkerung mit knappen Gütern nicht unbedingt bessere bereitstellen können als privatwirtschaftlich geführte Unternehmen. "

      Selbst die DDR konnte ihre Bürger Bürger besser mit Wasser versorgen als England nach nur 10 Jahren privater Versorguzngstätigkeit Ende der 90er Jahre - und die DDR ist beileibe kein Musterbeispiel staatlicher Versorgungseffizienz.

      "Gerade die DDR-Vergangenheit hat doch gezeigt, dass staatliche Organisationen die Versorgung der Bevölkerung mit knappen Gütern nicht unbedingt bessere bereitstellen können als privatwirtschaftlich geführte Unternehmen. "

      Eben nicht.

      Energie, Wasser und andere Leistungen, die eindeutig Grundversorgung sind gehören nicht unter die Flagge von Profitmaximierung und anderen rein ökonomischen Zielen sondern in dessen Hände, welcher für eine einigermaßen gerechte Verteilung dieser Güter sorgt. Und das kann dann nur der Staat sein.

      Die derzeitige Verteuerung der Energiepreise in Deutschland und die ganze Fehlentwicklung der letzten 20 Jahre auf diesem Gebiert zeigt doch eindeutig die Fehlentwicklung wenn der Staat und die Bevölkerung zur Geisel privatwirtschaftlicher Oligarchen werden.

Ich habe auch schon vor Tagen "unterschrieben"!

Ich habe auch unterzeichnet. Sind inzwischen über 800.000 Stimmen zusammen gekommen.
Ich bin gespannt, wann die 1.000.000 erreicht wird.

Die moegliche "Vervierfachung des Wasserpreises" halte ich fuer den falschen Grund, gegen eine moegliche Privatisierung zu sein: solange eine grosse Mehrheit der Ansicht ist, was nichts/wenig kostet, sei nichts wert, bin ich in jedem Fall fuer die Erhoehung des Trinkwasserpreises. Im uebrigen muss die Qualitaet eines Unternehmen nicht von der Eigentuemerstruktur abhaengen....

  • "Im uebrigen muss die Qualitaet eines Unternehmen nicht von der Eigentuemerstruktur abhaengen.... "

    Dem kann grundsätzlich ich nur zustimmen.

    Bei dem Thema Wasserversorgung findet man allerdings weder eine volkswirtschaftliche noch eine betriebswirtschaftliche Begründung, die eine Privatisierung sinnvoll erscheinen lassen.

    Die Trinkwasserversorgung erfordert hohe Investitions- und Reinvestitionskosten und hat daher lange Abschreibungszeiträume.

    Man fordert heute in der Wirtschaft, dass sich Investitionen möglichst schnell rentieren müssen. Quartalszahlen werden oft wichtiger genommen als langfristige Strategien.

    Warum also sollten Geschäftszweige wie die Wasserversorhung für moderne profitorientierte Unternehmen attraktiv sein?

    Eben weil an langfristigen Investitionen kein Interesse besteht, haben sich renditeorientierte Wasserversorger auf die Betreuung von bereits vorhandenen Wasserversorgungsnetzen verlegt.

    Diese Netze sind bereits vom Steuerzahler finanziert worden und meistens bereits voll abgeschrieben.

    Der Betreiber hat lediglich für Betrieb und die Pflege der Infrastruktur zu sorgen. Hohe Investitionskosten, deren Abschreibung den Konzessionszeitraum überschreitet, sind für private Betreiber unattraktiv – es sei denn, man lässt sie sich durch die öffentliche Hand bezahlen.

    Unsere übliche Art der Betreiberverträge (besser bekannt als PPP: Public Private Partnership), führt in diesem Zusammenhang zu großen Problemen. Der Betreiber hat kein Interesse daran, Investitionen zu tätigen, deren Abschreibungsdauer die vertragliche Laufzeit überschreitet. Das wäre aus kalter betriebswirtschaftlicher Sicht auch unvernünftig.

    In der Folge werden dann notwendige Reinvestitionen unterlassen. Am Ende der Vertragslaufzeit hat der Wasserversorger seine Konzessionsabgabe samt stattlicher Rendite eingefahren und die Stadt oder Gemeinde sitzt auf einem maroden Versorgungsnetz.

    Die Kommune steht anschließend vor gewaltigen Investitionen, die die zuvor eingenommen Konzessionsgebühren mehr als nur aufzehren. Für Städten und Kommunen ist das auf lange Sicht ein denkbar schlechtes Geschäft. Das man darauf eingeht, hat zum Teil mit engen finanziellen Spielräumen der Kommunen zu tun und der Gewissheit, dass am Ende der Laufzeit möglicherweise andere Personen in der Verantwortung stehen werden.

    Der einzige Gewinner ist der private Wasserversorger. Das ist allerdings so gewollt und ein kommunaler Entscheidungsträger nimmt dann ein paar Jahre später gerne seinen Platz im Aufsichtsrat des Versorgers ein. Politische Korruption gehört bei solchen Projekten zum Alltagsgeschäft.

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