Besteuerung von Fleisch?

    • (1) 26.01.13 - 20:20

      Der Spiegel hat einen Artikel veröffentlicht, wonach eine Schwedische Landwirtschaftsbehörde eine EU-weite Besteuereung von Fleisch ins Gespräch bringt, da ja die Fleischproduktion bekanntermassen einen erheblichen Ausstoss von Klimakillergasen zur Folge hat.
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/schweden-will-eu-weite-steuer-auf-fleisch-a-879794.html

      Was mir als allererstes in den Sinn kam:

      Wer frei ist von Schuld, der werfe das erste Schwein. ;-)

      Trotzdem würde mich die breite Meinung dazu mal interessieren. Ich geb auch meine gerne:
      Tatsächlich ist Fleisch eigentlich viel zu billig, wenn der Verbraucher es kauft. Ich selbst esse gerne Fleisch, aber nicht täglich.
      Persönlich fände ich die Steuer gar nicht so schlecht, solang sie natürlich zweckentsprechend verwendet wird.

      Wie seht ihr das?

      • Ob das Fleisch davon dann besser wird?

        Warum kann denn Fleisch überhaupt so billig sein, wie es das momentan ist? Wird der Bauer, der die Massentierhaltung betreibt, vom Staat unterstützt, subventioniert?

        Kürzlich sah ich eine Jauch-Runde zur Thematik. Da meinte der Fleisch-Vertreter, der Deutsche hätte ein Recht darauf, sich das tägliche Fleisch auf dem Teller leisten zu können.

        Mir kam da das Kotzen.

        Ein Grossteil der Menschen in Deutschland stopft reinen Dreck in sich hinein, ohne gross nachzudenken, wie ein Kilo Hackfleisch mal gerade 2-3 Euro kosten kann. Hauptsache, man hat Fleisch auf dem Teller.

        Ich bin mir nicht sicher, was es für Auswirkungen hat, wenn das Drecksfleisch (sorry, aber das ist es in meinen Augen) nun teurer wird. Der Mäster wird sich beschweren und Ausgleich fordern, oder?

        Dann haben wir bald nicht mehr nur aufgebrachte Milchbauern in Berlin, sondern auch noch ein paar Fleischbauern, die da ihr Gammelfleisch der Kanzlerin vor die Füsse kippen.

        Hoffentlich kommen die nicht im Sommer auf die Idee.

        Ich bin überzeugte "wenn schon Fleisch, dann NICHT aus der Massentierzucht"-Esserin. Und dann esse ich eben nur ein Mal die Woche Fleisch - öfter braucht das eh kein Mensch.

        Ich fände es besser, wenn ein grundsätzliches Umdenken in der Gesellschaft vorangetrieben würde. Aufklärung und somit Überzeugungsarbeit statt finanzieller Einschränkungen.
        Weisst du, wie ich es meine? Der Mensch sollte aus Überzeugung mehr Geld für sein Fleisch ausgeben wollen. Und sich dann eben im Konsum einschränken.

        Das würde unsere Gesellschaft wahrlich gesünder sein lassen, davon bin ich überzeugt. Denn wer 4x Salat/Woche anstatt genauso oft billiges Fleisch isst, MUSS gesünder werden.

        L G

        White, das mit der Steuer ist mehr als merkwürdig und nur schlecht durchdacht, finde ich. Da wird mal wieder nur ganz kurz nach vorn geschaut. Langfristig denken funzt bei Politikern scheinbar nicht so gut.

        • Du hast absolut recht.

          Ich sehe das ganz genauso und wenn möglich kaufe ich mein Fleisch auch lieber beim Bio-Schlächter.

          Die Preise sind ja seinerzeit in den 50ern schon so runtersubventioniert worden, damit sich eben der neue Wohlstandsdeutsche sein Fleisch jeden Tag leisten könnte.
          Ob das gesund ist, sei mal dahingestellt... Damals war das sicher nicht die vorherrschende Frage, sondern eher der Fakt, dass man dem Volk zeigen konnte, wie gut es den Deutschen nach den Entbehrungen der Nachkriegszeit wieder geht...

          Wenn man nun die Steuer nun zweckgebunden verwenden wwürde, wäre das durchaus sinnvoll, um zB vorher zur Viehhaltung gerodete Waldflächen wieder aufzuforsten etc.
          Ich bin allerdings auch ein verfechter höherer Benzinpreise, wenn gleichzeitig die KFZ-Steuer angeschafft würde. Hier wird ja der Autofahrer zur Zeit noch doppelt besteuert. Aber das ist natürlich Stoff für eine ganz andere Diskussion.

          Deinen Standpunkt, der weitestgehend auch meiner ist, hast Du klasse zusammengefasst. Danke. :-)

          • falkster, das Problem liegt darin, dass immer eine Überproduktion herrscht, sie wird regelrecht herbeigeführt.

            Diese vermaledeiten Butterberge, Milchseen und Fleischhaufen... Dabei wäre es gut, viel mehr in Gemüse zu investieren. Aber damit verdient der Landwirt scheinbar weniger, als wenn er Fleisch und Milch produziert.
            Unglaublich, da ja Unmengen an Wasser, Grünfutter und Energie für das Fleisch benötigt wird.
            Das heisst irgendwo muss ganz viel Grünfutter angebaut werden, damit die Tiere das fressen können, damit wir die Tiere fressen können. Und all das Wasser, all die Verschwendung.
            Man muss sich nur einmal anschauen, wie viel ein Rind erst einmal konsumieren muss, damit WIR es dann konsumieren können.

            Nun denn, das ist ein wunderbarer Aufreger für mich. Und ich bin KEINE Vegetarierin, ich will nur versuchen, einen halbwegs gesunden Fleischverbrauch zu haben.

            Es muss geschaut werden, dass die Massentierhaltung zurückgeht. Nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern auch der Menschheit zuliebe. Ob das mit einer Besteuerung funktioniert, wage ich, wie gesagt, echt zu bezweifeln.

      Ich finde das zumindest erwägenswert...muss allerdings dazu sagen: ich bin Vegetarierin! #cool

      Allerdings nicht aus politischen Gründen, eines Tages schmeckte mir von einem Tag zum anderen Fleisch nicht mehr.

      Wir wissen letztenendes alle: die Fleischfresserei macht den Planeten kaptt und billiges Fleisch, wie wird das erzeugt?

      Wer kann schon sagen, was da drin ist?

      Schudder, schudder.

      Es wäre vielleicht sinnvoll, wieder von Masse zu Klasse zu kommen.

      lg die hinterwäldlerin

      Hallo!

      Das finde ich interessant. Man hört hier ganz oft den gleichen Spruch: "Ich will einfach jeden Tag Fleisch auf dem Teller haben". Und dann soll es für die meisten natürlich kaum was kosten, sonst ginge es gar nicht. Unter welchen Umständen dieses Billigfleisch "hergestellt" wird, will man auch nicht unbedingt wissen. So stopft man den Dreck und das Leid der Tiere, sorry, in sich hinein, aber gegen E5 im Auto gibt es Aufschrei. Warum tut man sich so was an? Warum ist einem sein Auto wichtiger als sein eigener Körper? Seine Gesundheit?

      Na ja. Wir sind eine vegetarische, bzw. vegane Familie, mit wenigen Ausnahmen, da denken wir automatisch etwas anders. Denn der Preis für das Fleisch ist für uns nicht relevant. Begrüßen würden wir es, natürlich. Nur, wer bekommt das Geld? Wird die Tierhaltung dadurch besser und die Bauern besser gestellt? Das bezweifle ich nämlich.

      Das ist ja so wie wenn man von H&M (stellvertretendes Beispiel für die Textilindustrie) bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen verlangen würde und bereit wäre ein paar Cent mehr pro Kleidungsstück zu zahlen. Auch das würde nicht da ankommen, wo es nötig ist. Es gibt einfach viele Unersättliche, die auch dann nur noch an die Steigerung ihres Profits denken würden, statt an die Umwelt und unsere Zukunft

      LG

    man kann eisen sehr gut auch anders beziehen, als aus fleisch. rote früchte, hülsenfrüchte, spinat. alles gute eisenlieferanten. und das gute daran: garantiert ohne antibiotikazuschuss...... fleisch für eisen zu brauchen ist garantiert kein argument. als ich noch fleisch aß, war mein eisenwert bereits leicht zu niedrig. seit ich mich vegetarisch ernähre, ist er nicht weiter gesunken. dabei ess ich nicht mal besonders viel rote früchte. habe meinen speiseplan allerdings um hirse, rote und gelbe linsen und einiges andere leckere erweitert. ich bin überzeugt, dass die menschheit spontan weniger fleisch benötigen würde, wenn jeder mensch auch nur einmal 2 tage in einer massentierzuchtanlage hätte arbeiten oder wenigstens zuschauen müssen.

    eine steuer auf fleisch zu schlagen halte ich allerdings für gar keine gute idee, da ich sicher bin, dass sich das nur jemand einsteckt oder umlegt und es an der qualität der tieraufzucht, betreuung und so weiter keine veränderung geben würde. wenn meine tochter fleisch essen will, geh ich zum bauern um die ecke und hole ihr ein schnitzel (sie soll es schliesslich selber entscheiden können) und das kostet dann eben auch 6 euro. dafür gibts das dann eben bei weitem nicht jeden tag.

Ich halte es mit Morrissey:

Meat is murder!

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